Re: unmäßige pilzsammler
Hallo David,
der Betrag geht wohl an die betreffende Gemeinde (nennt sich dort
"Commune"), diese setzt auch jedes Jahr neu die Höhe der Lizenz
fest.
Die Höchstmenge an Pilz wird von dafür eigens abgestellten Kontrolleuren und
Förstern überprüft, flüchtende Sammler wurden tatsächlich schon mit
Waffengewalt gestoppt.
Die 2 kg Grenze darf nur in einem Fall überschritten werden: wenn man nur ein
Exemplar hat welches eben über 2 kg wiegt.
Wie man das Gewicht selbst überprüft? Keine Ahnung wahrscheinlich wirklich
mit einer Waage.
19:00 heißt einfach nur sieben Uhr abends.
Warum soll man zahlen? Ich denke damit die Gemeinde von den Touristen noch
mehr einnehmen kann, vielleicht auch um die Leute in die Restaurants zu
treiben weil dort die Pilze fast billiger sind als selbst
gesammelte...öffentliche Begründung ist, daß scharenweise Italiener die
Wälder umpflügen, alles sammeln was sie finden und die
unverkaufbaren/nicht eßbaren Exemplare wegwerfen. Vielleicht ist das auch
so, mir ist es bisher jedenfalls nicht aufgefallen. Ist aber durch das
Einführen der Lizenz angeblich auch nicht anders geworden, nur, jetzt
verdient die Gemeinde gleich zweimal daran (wegen der Strafen).
Anscheinend wird dadurch kein Pilz weniger gesammelt.
in österreich wird keine gebühr für das pilz-oder beerensammeln eingehoben. aber es wird kontrolliert, ob die erlaubten mengen eingehalten werden. diese sind in den einzelnen bundesländern verschieden. man mag dieses (fallweise) kontrollieren für eine schikane halten. sieht man jedoch, was so alles vor sich geht, versteht man es. ich fahre seit etwa 30 jahren in eine herrliche pilzgegend westösterreichs. da wird jährlich von unverbesserlichen "sammlern", die aus halb europa anreisen, geraubt, was das zeug hält. da werden z. b. an einem tag pro person 20-50 kg steinpilze gehortet und zu den autos geschleppt. ich habe schon beobachtet, dass solche sammler ihre beute im dichten jungwald versteckten um ausschau nach kontrolloren zu halten. wenn die luft rein war, wurde abgezischt. so weit die praxis.
felix
Doppelt ärgerlich: zahlt man schon die Unmengen an Geld und startet dann
wohlen Mutes in den Forst, stellt man gleich fest, daß wohl die Hälfte des
Waldes "Proprieta Privata" ist, Privatbesitz, und somit ist dort
Sammeln gänzlich verboten (und ich glaube fast auch der Aufenthalt).
Soweit ich weiß, gilt oben gesagtes nur für Ausländer, Eingeborene dürfen
jeden zweiten Tag sammeln oder so was ähnliches. Wen´s interessiert,
darüber kann ich mich noch genauer erkundigen.
Diese Sache gibts nicht nur in Südtirol, auch in der Schweiz (und nicht auch
in Österreich? Weiß nicht so genau). Allerdings gibt es Gerüchte, daß das
Gesetz in der Schweiz gelockert oder abgeschafft werden soll. Weiß dazu
jemand den aktuellen Stand?
Ob die Beschränkung auch für Beeren gilt weiß ich nicht, ist aber fast
anzunehmen...und wenn es sie nicht gibt, dann wird es sie sicher bald
geben.
Daß bei Euch alles ungefiltert vom Westen übernommen wird ist schlimm, aber
in Deutschland ist es auch nicht viel anders: Wenn man wissen will, wie es
bei uns in 5 Jahren aussieht muß man nur mal über den großen Teich
schauen.
Grüße,
tom