Zubereitung Hallimasch
Hallo zusammen,
im Moment gibts bei uns im Allgäu schon Hallimasch. Habe diesen aber noch nie gegessen. Wie wird dieser Pilz zubereitet?
Freue mich auf Rezepte.
Danke bis bald
Gela, (vor 8080 Tagen)
Hallo zusammen,
im Moment gibts bei uns im Allgäu schon Hallimasch. Habe diesen aber noch nie gegessen. Wie wird dieser Pilz zubereitet?
Freue mich auf Rezepte.
Danke bis bald
Marcell Rost, (vor 8080 Tagen) @ Gela
Hallo,
mir schmeckt der Hallimasch am besten als Einzelgericht. Soll heißen, keine anderen Pilze dabei. Und dann wie üblich: Speck, Zwiebeln, Kräuter, Sahne, Salz, Pfeffer, und frische Paprika natürlich in Stücke geschnitten. Dazu Kartoffeln oder frisches Brot.
Das ganze mindestens 20 min in der Pfanne schmoren.
Vorsicht! Nicht jeder verträgt den Hallimasch. Meine Frau durfte schon eine Nacht auf der Intensivstation im Krankenhaus verbringen. Man sollte beim ersten Mal eine kleine Menge verspeisen.
Auch mit Rührei ist er übrigens sehr lecker.
Viele Grüße,
Marcell
Hallo zusammen,
im Moment gibts bei uns im Allgäu schon Hallimasch. Habe diesen aber noch nie
gegessen. Wie wird dieser Pilz zubereitet?
Freue mich auf Rezepte.
Danke bis bald
Harald Andres Schmid, (vor 8080 Tagen) @ Gela
hallo,
Hallimasch ist eigentlich ein Giftpilz.
Roh kann er schlimmste Vergiftungen auslösen.
Dabei ist die auf Laubholz wachsende, grünlich gefärbte Form schlimmer als die braune.
Darum empfiehlt es sich, Hallimasch nicht nur gut zu erhitzen, sondern vorgängig auch in Wasser aufzukochen, damit die Giftstoffe ausgeschwemmt werden, und das Kochwasser wegzuschütten.
Es gibt Menschen, die den Hallimasch nicht vertragen, wenn er bloss gekocht wird, auch nach längerem Erhitzen.
Das vorherige Abkochen schadet dem Geschmack nicht, da Hallimasch intensiv schmeckt.
Das gleiche Verfahren empfiehlt sich für den Nebelgrauen Trichterling.
Zur Zubereitung:
Ob man Hallimasch als essenswert empfindet, ist Geschmacksache.
Wenn schon, dann empfehle ich, heftig Speck, Zwiebel, Kräuter und Sahne beizugeben, dann schmeckt er gar nicht so schlecht.
Gruss, Harald Andres
Birgit, (vor 8080 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald-Andres
Hallimasch ist eigentlich ein Giftpilz.
Roh kann er schlimmste Vergiftungen auslösen.
Dabei ist die auf Laubholz wachsende, grünlich gefärbte Form schlimmer als
die braune.
grünlich? Ich würde eher mal von goldgelbem Velum ausgehen (Armillaria mellea). Inzwischen traue ich mir nicht mehr so recht Hallimasch zu bestimmen, vor zwei Jahren kamen mir hier erstmals die ganz dunkel gefärbten Fichtenhallimasch (Armillaria ostoya) unter, ich hab offensichtlich jahrelang ne andere Hallimaschart gegessen.
Darum empfiehlt es sich, Hallimasch nicht nur gut zu erhitzen, sondern
vorgängig auch in Wasser aufzukochen, damit die Giftstoffe ausgeschwemmt
werden, und das Kochwasser wegzuschütten.
Mit Abkochen und Kochwasser wegschütten kann es - aus physikalischen Gründen - niemals möglich sein, díe gesamten Giftstoffe aus den Pilzen zu entfernen, sie sind nachher nur verdünnt. Bei der FRrühjahrslorchel mit ihrem wasserlöslichen Gift funktionierts ja wie bekannt auch nicht. Wer Hallimasch nach normalen mindestens 10 besser 15minütigen Erhitzen, Dünsten, Braten nicht verträgt, sollte ganz darauf verzichten. Was niedrigere Konzentrationen der unverträglichen Stoffe im Menschen anrichten, weiß man ja auch nicht. Akkumulierungseffekte (Anhäufung) von Giftstoffen kennt man ja auch gerade von Frühjahrslorchel und kahlem Krempling.
Zur Zubereitung: Ob man Hallimasch als essenswert empfindet, ist
Geschmacksache.
Wenn schon, dann empfehle ich, heftig Speck, Zwiebel, Kräuter und Sahne
beizugeben, dann schmeckt er gar nicht so schlecht.
Getrockneter Hallimasch scchmeckt z.B. auch hervorrragend im Risotto. Dann MÜSSEN die eingeweichten Pilze aber schon am Anfang mit dem Reis angedünstet werden (und damit min. 15 min erhitzt werden), da ja getrocknete Pilze eigentlich noch roh sind und daher die gleiche Garzeit benötigen wie frische Pilze. Da sehe ich auch ein Problem bei deinem Perlpilzrisottorezept, die eingeweichten getrockneten Perlpilze müssen auch mind. 10 min mit dem Risotto mitkochen, da ja Perlpilze roh giftig sind.
Liebe Grüße
Birgit
Harald Andres Schmid, (vor 8080 Tagen) @ Birgit
Hallo Harald-Andres
grünlich? Ich würde eher mal von goldgelbem Velum ausgehen (Armillaria
mellea).
ja? für mich ist das ein Grünton... (ok. - sagen wir Goldgrün... )
Wer
Hallimasch nach normalen mindestens 10 besser 15minütigen Erhitzen,
Dünsten, Braten nicht verträgt, sollte ganz darauf verzichten.
das könnte man natürlich so empfehlen. Allerdings - soll man den Leuten das so sagen, sie sollen erst mal ausprobieren, ob sie ihn so vertragen?
Ich möchte noch rasch meinen persönlich bekannten Fall erzählen:
Ein Freund von unserem Pilzkollegen Tom hat einmal furchtbare Magen-Darm-Probleme nach Genuss von gekochten Hallimasch bekommen.
Vielleich ist es das Wissen um diesen Fall, der mich dazu gebracht hat, die gängigen Empfehlungen (Abkochen, etc.) zu übernehmen.
Ob sie sinnvoll sind, darüber kann man natürlich streiten, bzw. es ist schwer, es endgültig zu beurteilen.
Ausserdem hatte ich mal gehört, (ob es wohl stimmt?) dass Hallimasch bei Schweinen tödlich wirkt.
Da sehe ich auch ein Problem bei deinem
Perlpilzrisottorezept, die eingeweichten getrockneten Perlpilze müssen
auch mind. 10 min mit dem Risotto mitkochen, da ja Perlpilze roh giftig
sind.
Da könnte ich mal fragen, wie du auf die Zahl zehn kommst.
Meine Erfahrung ist, dass Pilze sehr gut erhitzt werden müssen.
Das wär's aber auch schon.
Schau mal beim Kochen auf die Uhr:
Zehn Minuten sind eine Ewigkeit, wenn etwas in der Pfanne am Brodeln ist.
Getrocknete Perlis fünf Minuten vor Ende der Kochzeit (d.h. also, zu einem Zeitpunkt, wenn alles noch heftig am Brodeln ist - nicht wenn es schon vom Feuer genommen ist) zugegeben, werden gut und völlig durch erhitzt.
Ich habe schon dutzende von Leuten so bekocht.
Letztes Jahr gab es einen Vergiftungsfall in der Schweiz, wo jemand frische Pilze gegen Ende der Kochzeit eines Risottos in den Topf gegeben hat. Allerdings war da die Pfanne nicht mehr auf dem Feuer, er liess sie nur mit durchziehen. Das langt natürlich nicht. Wenn ich sage: Erhitzen, dann meine ich das auch.
Das gleiche für frische Perlis:
Beidseitig stark erhitzt auf dem Grill geht keine zehn Minuten - wie gar sollen sie denn noch werden?
Auch hier - niemals Probleme.
Eigentlich bei allen Pilzen habe ich festgestellt, dass zu langes Erhitzen zu Qualitätseinbussen führt.
Liebe Grüße
Birgit
Auch lieben Gruss, Harald Andres
Birgit, (vor 8080 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo harald andres,
das könnte man natürlich so empfehlen. Allerdings - soll man den Leuten das
so sagen, sie sollen erst mal ausprobieren, ob sie ihn so vertragen?
Ich möchte noch rasch meinen persönlich bekannten Fall erzählen: Ein Freund
von unserem Pilzkollegen Tom hat einmal furchtbare Magen-Darm-Probleme
nach Genuss von gekochten Hallimasch bekommen.
Vielleich ist es das Wissen um diesen Fall, der mich dazu gebracht hat, die
gängigen Empfehlungen (Abkochen, etc.) zu übernehmen.
Ob sie sinnvoll sind, darüber kann man natürlich streiten, bzw. es ist
schwer, es endgültig zu beurteilen.
Wenn ich dein Freund Tom wäre, würde ich Hallimasch auf gar keinen Fall mehr essen, egal wie zubereitet, das ist der Pilz nicht wert.
Da könnte ich mal fragen, wie du auf die Zahl zehn kommst.
So gelernt in der AUsbildung zum Pilzberater, mehr kann ich dir auch nicht anbieten und so geb ichs weiter. Natürlich nicht bei der allerhöchsten Stufe des Herdes zu Kohle braten, man kann ja auch zurückschalten, wenn vorhandenes Wasser verdampft ist. Aber wenn ich z.B. Spareribs bei höchster Hitze auf dem Grill kurz brate sind sie außen schwarz und innen roh.... Irgendjemand hat mal Rotkappen gegrillt und sich fürchterlich vergiftet.... Was ich in EIgenverantwortung selber tue ist eine andere Sache, was ich Anderen weiterempfehle was anderes. Ich weiß, ich hör mich meomentan wieder ein bißchen oberlehrerhaft an, sorry
Liebe Grüße
Birgit
Harald Andres Schmid, (vor 8080 Tagen) @ Birgit
Was ich in EIgenverantwortung selber tue ist eine andere
Sache, was ich Anderen weiterempfehle was anderes. Ich weiß, ich hör mich
meomentan wieder ein bißchen oberlehrerhaft an, sorry
hallo,
nix sorry...
ich glaube hier sind wir an dem Punkt, der in der ganzen Diskussion herauskommt:
woran orientieren wir uns?
Was sind unsere eigenen Erfahrungen (die man natürlich nicht einfach generalisieren kann, wie meine Erfahrung, dass fünf Minuten gut Erhitzen langen) und was schreiben wir anderen ab oder plappern es nach (wie ich mit dem Abbrühen von Hallimasch).
Insofern finde ich die Diskussion sehr interessant.
Ich hoffe, es kommen noch weitere Meinungen dazu...
Liebe Grüße
Birgit
ThomasHofheim, (vor 8080 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo Harald Andres,
ich "suche" schon seit längerem nach Hallimaschunverträglichkeiten, im Bekanntenkreis und bei Vereinswanderungen, habe bis jetzt aber noch keinen getroffen, der Schwierigkeiten mit gründlich erhitzten Hallimasch hatte, auch nicht, wenn das Brühwasser nicht weggeschüttet wurde. So langsam beginne ich mich nämlich zu fragen, ob die vielen Fälle von Problemen nach Hallimaschgenuß nicht, wie so manch anderer Fehler oder manche Übertreibung von Pilzbuch zu Pilzbuch geistern, und die Hallimascharten einfach "nur" - wie so viele andere Pilze auch - roh mehr oder weniger giftig sind. Ich würde mich daher sehr freuen, mal von dokumentierten Vergiftungsfällen bei ausreichend gekochten Hallimasch zu hören, und sei es nur als Erfahrungsbericht hier im Forum. Ausserdem würde mich interessieren, wo die küchenmykologische Trennung in Laub- und Nadelwaldhallimasch herkommt. Mir gefallen die dunklen, robusten Fruchtkörper, die man meist auf Nadelholz findet, auch besser, aber sind die anderen wirklich unverträglicher? Flammer/Horak schreiben dazu jedenfalls: "Die Abgrenzung zwischen der bedingt essbaren A. ostoyae, der dunklen Nadelwaldform, und der bedingt toxischen A. mellea, honigfarbene Laubwald- und Obstgartenform des Hallimasch, ist gesucht und spitzfindig."
Viele Grüße
ThomasHofheim
hallo,
Hallimasch ist eigentlich ein Giftpilz.
Roh kann er schlimmste Vergiftungen auslösen.
Dabei ist die auf Laubholz wachsende, grünlich gefärbte Form schlimmer als
die braune.
Darum empfiehlt es sich, Hallimasch nicht nur gut zu erhitzen, sondern
vorgängig auch in Wasser aufzukochen, damit die Giftstoffe ausgeschwemmt
werden, und das Kochwasser wegzuschütten.
Es gibt Menschen, die den Hallimasch nicht vertragen, wenn er bloss gekocht
wird, auch nach längerem Erhitzen.
Das vorherige Abkochen schadet dem Geschmack nicht, da Hallimasch intensiv
schmeckt.
Das gleiche Verfahren empfiehlt sich für den Nebelgrauen Trichterling.
Zur Zubereitung: Ob man Hallimasch als essenswert empfindet, ist
Geschmacksache.
Wenn schon, dann empfehle ich, heftig Speck, Zwiebel, Kräuter und Sahne
beizugeben, dann schmeckt er gar nicht so schlecht.
Gruss, Harald Andres
Birgit, (vor 8080 Tagen) @ ThomasHofheim
- kein Text -
- kein Text -
Birgit, (vor 8080 Tagen) @ Karl Keck
- kein Text -
Thomas Pruß, (vor 8080 Tagen) @ ThomasHofheim
Moin Thomas,
ich "suche" schon seit längerem nach Hallimaschunverträglichkeiten,
im Bekanntenkreis und bei Vereinswanderungen … So
langsam beginne ich mich nämlich zu fragen, ob die vielen Fälle von
Problemen nach Hallimaschgenuß nicht, wie so manch anderer Fehle…von Pilzbuch zu Pilzbuch geistern, und die….
Genau meine Meinung! Auf der Suche nach hart dokumentierten Fällen bekommt man höchstens viereckige Augen vom Starren auf den Bildschirm. Ich koche die H. vor der eigentlichen Zubereitung genau 5 Minuten. Sowohl in der Familie als auch im Bekanntenkreis gab es nie Probleme. Einen Akkumulierungseffekt von Pilzgiften wie von Birgit postuliert, darf man bezweifeln, denn die werden in der Regel verstoffwechselt. Gerade im Falle des Kahlen Kremplings handelt es sich ja nicht um eine Vergiftung in sensu strictu, sondern um eine allergische Reaktion auf das Eiweiß des Pilzes. Ich vermeide deshalb beim Berichten über den Kahlen Krempling den Begriff „Vergiftung“.
Grüsslis
Thomas
Birgit, (vor 8080 Tagen) @ Thomas Pruß
Hallo Thomas,
Genau meine Meinung! Auf der Suche nach hart dokumentierten Fällen bekommt
man höchstens viereckige Augen vom Starren auf den Bildschirm. Ich koche
die H. vor der eigentlichen Zubereitung genau 5 Minuten. Sowohl in der
Familie als auch im Bekanntenkreis gab es nie Probleme.
Das Alter läßt grüßen, Thomas
! Wir hatten mindestens schon einmal sone Diskussion hier und da haben sich durchaus einige Leute gemeldet, die den Hallimasch nicht vertragen haben. Einfach mal im Archiv suchen.
Hallimasch ist roh wirklich lebensbedrohlich giftig, wie Harald ja auch schrieb. Bei 5 min Kochzeit wäre mir jedenfalls etwas mulmig, ich glaub ich würd keinen Hallimasch bei dir essen
.
Einen
Akkumulierungseffekt von Pilzgiften wie von Birgit postuliert, darf man
bezweifeln, denn die werden in der Regel verstoffwechselt. Gerade im Falle
des Kahlen Kremplings handelt es sich ja nicht um eine Vergiftung in sensu
strictu, sondern um eine allergische Reaktion auf das Eiweiß des Pilzes.
Ja gerade deswegen hab ichs ja auch geschrieben, beim Kahlen Krempling scheint es ja ein Akkumulierungseffekt zu sein (vermutlich von ANtikörpern, die bei jedem erneuten Kremplingsmahl mehr werden). Beim Hallimasch handelt es sich ja um Unverträglichkeiten und keine Vergiftungen (sonst würde er ja als giftig eingstuft werden. Hinter diesen Unverträglichkeiten können sich aber auch Allergien verbergen, wer kann das so genau unterscheiden? Ich nicht und daher würde ich den Hallimasch strikt meiden, wenn ich ihn nicht vertragen würde. Allergien wie beim kahlen Krempling können sich ja auch erst entwickeln und immer heftigerr werden. Ob nun die hitzeinstabilen Giftstoffe im Hallimasch oder irgendwelche anderen Inhaltsstoffe die Unverträglichkeiten auslösen ist mir persönlich piepegal und da ist wohl auch nichts bekannt.
Natürlich kann man auf jeden anderen Pilz - auch auf Steinpilze - allergisch oder unverträglich reagieren, das ist bei keinem Pilz ausgeschlossen. Auch dann sollte man natürlich diesen Pilz in jedweder Zubereitungsform meiden.
Liebe Grüße
Birgit
Thomas Pruß, (vor 8080 Tagen) @ Birgit
Moin Birgit
Das Alter läßt grüßen, Thomas
!
Jaja, wem sagst du das!? 
Hallimasch ist roh wirklich lebensbedrohlich giftig, wie Harald ja auch
schrieb. Bei 5 min Kochzeit wäre mir jedenfalls etwas mulmig, ich glaub
ich würd keinen Hallimasch bei dir essen.
Ah, ich sollte das konkretisieren: Ich habe diese Kochzeit nicht willkürlich festgesetzt, sondern habe mich im Laufe der Jahre herangetastet. Mir waren die 15 Minuten, die in Pilzbüchern (manche sogar 20 Min.) empfohlen werden, kulinarisch höchst suspekt. Was soll da noch vom Pilz übrig bleiben als Chitin? Also bin ich langsam über 10 Miuten und dann minutenweise runtergegangen, ohne dass sich irgendwelche Symptome einstellten (Außer „Durchmarsch“ – aber den bekomme ich immer, wenn ich Pilze gegessen habe
– c’est la vie!). Wenn „Publikum“ mit isst, weise ich auch immer darauf hin. Aber auch: Ich bereite Hallimasch grundsätzlich mit Kümmel zu, und ich vermute, dass dieses Kraut auch ’ne ganze Menge dazu beiträgt, den Pilz bekömmlicher zu machen. Und der „Verteiler“ achteran räumt den Magen ebenfalls auf.
Natürlich kann man auf jeden anderen Pilz - auch auf Steinpilze - allergisch
oder unverträglich reagieren, das ist bei keinem Pilz ausgeschlossen. Auch
dann sollte man natürlich diesen Pilz in jedweder Zubereitungsform meiden.
Dor hes’ du Recht!
Grüsslis
Thomas
Patty, (vor 8080 Tagen) @ Thomas Pruß
Ihr macht mir ja richtig Mut !
Jetzt habe ich mich gefreut, dass ich eine sehr ergiebige Hallimasch-Stelle gefunden habe (Erstfund) und schon Rezepte für heut abend rausgesucht, aber wenn die Dinger so heikel sind werde ich das Pilzmahl wohl auf morgen verschieben (da esse ich allein, ist dann quasi ein "Selbstversuch").
Von evtl. auftretenden Unverträglichkeiten werde ich Euch berichten.
P.S.: Bin mal gespannt, ob die so gut schmecken, dass sich der Stress lohnt 
Gruß Patty
Hi Patty,
Ihr macht mir ja richtig Mut !
Jetzt habe ich mich gefreut, dass ich eine sehr ergiebige Hallimasch-Stelle
gefunden habe (Erstfund) und schon Rezepte für heut abend rausgesucht,
aber wenn die Dinger so heikel sind werde ich das Pilzmahl wohl auf morgen
verschieben (da esse ich allein, ist dann quasi ein
"Selbstversuch").
Von evtl. auftretenden Unverträglichkeiten werde ich Euch berichten.
Sag mal isst du Erdbeeren?? Ja? Da steht aber kein Warnhinweis drauf, daß an Erdbeeren sehr wahrscheinlich schon mehr Leute gestorben sind als an Pilzvergiftungen insgesamt. (Sehr viele Leute sind auf Erdbeeren allergisch) Es ist wie immer eine Sache der Abwägung.... Wer eh schon viele Allergien und einen sehr empfindlichen Magen hat, der sollte Hallimasch vielleicht wirklich meiden, aber Otto Normalverbraucher braucht dies m.E. nicht zu tun.
Ich ess auch Hallimasch und ich brüh ihn nicht ab. Der überwiegende Großteil der Speisepilze ist übrigens roh giftig, auch da ist der Hallimasch keine Ausnahme.
Liebe Grüße
Birgit
Marcell Rost, (vor 8080 Tagen) @ ThomasHofheim
Hallo Thomas,
die oben von mir angesprochene Unverträglichkeit bei meiner Frau hat sich vor ca. 10 Jahren zugetragen. Es haben 4 Leute die Pilze gegessen. Die Pilze wurden abgekocht und mindestens 30 min geschmort. Das weiß ich noch so genau, da meine Mutter, welche die Pilze zubereitet hat, mehr als vorsichtig ist. 3 Personen hatten nichts und fühlten sich bestens. Meiner Frau wurde nach ca. 45 - 60 min. schlecht. Danach begann sie sich zu übergeben. Das ging so lange bis wirklich nur noch eine schäumige Flüssigkeit rauskam. Sie konnte sich nicht mehr richtig zuordnen und äußerte sich völlig verwirrend. Im Krankenhaus kam sie sofort auf die Intensivstation mit dem Verdacht einer Pilzvergiftung. Der zuständige Arzt teilte uns am nächsten Tag mit, das es sich um eine Unverträglichkeit gegen einen Inhaltsstoff des Hallimasches gehandelt. Es kann sich aber auch durchaus um eine schwere allergische Reaktion gehandelt haben, da meine Frau eine Nahrungsmittelallergie hat. Leider kann ich Dir keine genaueren Angaben dazu geben. Ich hoffe, das Du trotzdem damit etwas anfangen kannst.
Ich habe diesen Fall übrigens mal detailiert aufgeschrieben. Er wird laut Aussage des Betreibers dieser Seiten demnächst unter der Rubrik "Geschichten" veröffentlicht.
Viele Grüße,
Marcell
Hallo Harald Andres,
ich "suche" schon seit längerem nach Hallimaschunverträglichkeiten,
im Bekanntenkreis und bei Vereinswanderungen, habe bis jetzt aber noch
keinen getroffen, der Schwierigkeiten mit gründlich erhitzten Hallimasch
hatte, auch nicht, wenn das Brühwasser nicht weggeschüttet wurde. So
langsam beginne ich mich nämlich zu fragen, ob die vielen Fälle von
Problemen nach Hallimaschgenuß nicht, wie so manch anderer Fehler oder
manche Übertreibung von Pilzbuch zu Pilzbuch geistern, und die
Hallimascharten einfach "nur" - wie so viele andere Pilze auch -
roh mehr oder weniger giftig sind. Ich würde mich daher sehr freuen, mal
von dokumentierten Vergiftungsfällen bei ausreichend gekochten Hallimasch
zu hören, und sei es nur als Erfahrungsbericht hier im Forum. Ausserdem
würde mich interessieren, wo die küchenmykologische Trennung in Laub- und
Nadelwaldhallimasch herkommt. Mir gefallen die dunklen, robusten
Fruchtkörper, die man meist auf Nadelholz findet, auch besser, aber sind
die anderen wirklich unverträglicher? Flammer/Horak schreiben dazu
jedenfalls: "Die Abgrenzung zwischen der bedingt essbaren A. ostoyae,
der dunklen Nadelwaldform, und der bedingt toxischen A. mellea,
honigfarbene Laubwald- und Obstgartenform des Hallimasch, ist gesucht und
spitzfindig."
Viele Grüße
ThomasHofheim
ThomasHofheim, (vor 8080 Tagen) @ Marcell Rost
Leider kann ich Dir keine
genaueren Angaben dazu geben. Ich hoffe, das Du trotzdem damit etwas
anfangen kannst.
Klar, vielen Dank. Jeder Fall dieser Art läßt mich zumindest in der Beratung etwas überzeugender von der erhöhten Unverträglichkeitsquote beim Hallimasch sprechen.
Grüße
ThomasHofheim
Piwo, (vor 8080 Tagen) @ ThomasHofheim
Hallo Harald Andres,
ich "suche" schon seit längerem nach Hallimaschunverträglichkeiten,
im Bekanntenkreis und bei Vereinswanderungen, habe bis jetzt aber noch
keinen getroffen, der Schwierigkeiten mit gründlich erhitzten Hallimasch
hatte, auch nicht, wenn das Brühwasser nicht weggeschüttet wurde. So
langsam beginne ich mich nämlich zu fragen, ob die vielen Fälle von
Problemen nach Hallimaschgenuß nicht, wie so manch anderer Fehler oder
manche Übertreibung von Pilzbuch zu Pilzbuch geistern,
hallo Thomas,
ich wurde vor einigen Jahren zu einem Vergiftungsfall vom Gießener Klinikum hinzugezogen. Ein junges Paar hatte Hallimasch als Schirmpilze(!!!) gesammelt und nach dem Kochen (wie lange?) verzehrt. Anhand der Putzreste war die Identifizierung des Hallimaschs problemlos. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich die Notfallstation betrat und die junge Frau rief: "Schwester, Schwester bring mir was zum Trinken, ich kann nicht mehr kotzen!" Da kam wahrscheinlich auch nur noch Galle.
Gruß
Piwo
Pio, (vor 8080 Tagen) @ ThomasHofheim
Hallo Thomas,
ich selber hatte niemals Probleme mit dem Hallimasch, habe mich aber auch an die Anweisungen in meinen Pilzbüchern gehalten, da stand drin: mindestens 20 min stark erhitzen.
Vor etwa 20 Jahren habe ich einem Bekannten eine Portion Hallimasch abgegeben. Er hat sie überhaupt nicht vertragen, während es bei seiner Frau und den Kindern keinerlei Probleme gab. Es ist jetzt zu lange her, so dass ich mich nicht mehr an die Details erinnern kann. Ich weiß nur noch, dass er gesagt hat, er war mehr tot als lebendig und dass es ihm richtig dreckig ergangen ist. Am nächsten Tag war er aber wieder auf Arbeit. Ich war ziemlich erschrocken, weil ich auf so etwas überhaupt nicht vorbereitet war, denn mit der Bestimmung war ich mir ganz sicher.
Viele Grüße -- Pio
- kein Text -
Patty, (vor 8080 Tagen) @ coco
Ich bin etwas frustriert. Bin ein Freund der kleinen festen Pilzköpfe, aber nachdem mir schon die Stockschwämmchen madig gemacht wurden hatte ich mich echt auf die Hallimasch-Saison gefreut. Und jetzt das
!
Gibt es denn unter den kleinen Speisepilzen irgendetwas das ihr mir ohne Einschränkung empfehlen könnt? Oder muss ich mich weiterhin mit Parasol und Steinpilz begnügen
?
Gruß Patty
Ich bin etwas frustriert. Bin ein Freund der kleinen festen Pilzköpfe, aber
nachdem mir schon die Stockschwämmchen madig gemacht wurden hatte ich mich
echt auf die Hallimasch-Saison gefreut. Und jetzt das!
Gibt es denn unter den kleinen Speisepilzen irgendetwas das ihr mir ohne
Einschränkung empfehlen könnt? Oder muss ich mich weiterhin mit Parasol
und Steinpilz begnügen?
Also, denk Dir nichts. Ich esse den auch hin und wieder - erst gestern - als Pilzsuppe. Püriert, 200g in 3/8l Fleisch- oder Gemüsebrühe und Salz-Pfeffer + ein ordentlicher Schuß Sahne. Ich vertrage den prima und abbrühen ist bei mir nicht angesagt.
Ansonsten könntest Du Dir noch den Rauchblättrigen Schwefelkopf ansehen, allerdings nicht mit dem Grünblättrigen verwechseln! Dazu wirst Du hier aber recht viel alte Threads finden.
Gruß,
Werner
arme patty,
frustrieren ist das letzte, was wir wollen 
ich habe jüngst die merkmale des stockschwämmchens beschrieben, madig machen wollte ich es nicht, ganz im gegenteil! man muss nur jeden einzelnen pilz nachkontrollieren, ansonsten ists ein erstklassiger und recht gut bestimmbarer speisepilz. das erste würde ich persönlich vom hallimasch nie und nimmer sagen. allerdings, als suppenpilz, wie werner schrieb, schmeckt er mir ganz gut.
emfehlen kann ich dir vor allem die oft unterschätzten täublinge. bei mir um heidelberg gibt es derzeit unmengen von speise- und frauentäublingen, auch grüne frauentäublinge, graustielige, ledertäublinge und grüngefelderte, meine absoluten favoriten.
wenn es dir nicht zu weit ist, können wir uns gerne mal z.b. im bereich aglasterhausen zur exkursion treffen (gifthäublinge derzeit nicht garantiert). mit den stuttgartern http://www.pilzverein.de hast du allerdings gen süden eine erstklassige wissensquelle in der nähe.
liebe grüsse
coco
Patty, (vor 8080 Tagen) @ coco
arme patty,
frustrieren ist das letzte, was wir wollen
ich habe jüngst die merkmale des stockschwämmchens beschrieben, madig machen
wollte ich es nicht, ganz im gegenteil! man muss nur jeden einzelnen pilz
nachkontrollieren, ansonsten ists ein erstklassiger und recht gut
bestimmbarer Speisepilz.
Hab das schon richtig verstanden, leider waren die schon anderweitig verspeist worden (ja ja die Schnecken) eh ich einen Pilzsachverständigen gefunden hatte. Aber ich hab mir die Stelle gemerkt fürs nächste mal
.
das erste würde ich persönlich vom hallimasch nie
und nimmer sagen. allerdings, als suppenpilz, wie werner schrieb, schmeckt
er mir ganz gut.
emfehlen kann ich dir vor allem die oft unterschätzten täublinge. bei mir um
heidelberg gibt es derzeit unmengen von speise- und frauentäublingen, auch
grüne frauentäublinge, graustielige, ledertäublinge und grüngefelderte,
meine absoluten favoriten.
Habe ein Problem mit den Täublingen. Bin mir nie sicher ob das nun "gut" schmeckt oder nicht bzw. was "scharf" bedeutet. Ist das wirklich deutlich zu erkennen welcher Essbar ist und welcher nicht? Mir zieht es allein bei dem Gedanken, dass ich an 'nem Pilz knabber den ich nicht eindeutig identifizieren kann die Kehle zu, vertraue meinem "Geschmack" da nicht wirklich!
wenn es dir nicht zu weit ist, können wir uns gerne mal z.b. im bereich
aglasterhausen zur exkursion treffen (gifthäublinge derzeit nicht
garantiert). mit den stuttgartern http://www.pilzverein.de hast du
allerdings gen süden eine erstklassige wissensquelle in der nähe.
Ja, die Seite vom Stuttgarter Pilzverein habe ich schon gesehen. Habe vor, wenn's zeitlich klappt, nächstes WE mal 'ne Exkursion bei denen mitzumachen.
Weiß nicht wo Aglasterhausen ist, aber ich werde mal schauen wie Weit das wegliegt, dann komme ich vielleicht gerne noch mal auf das Angebot zurück.
Gruß Patty
Habe ein Problem mit den Täublingen. Bin mir nie sicher ob das nun
"gut" schmeckt oder nicht bzw. was "scharf" bedeutet.
Ist das wirklich deutlich zu erkennen welcher Essbar ist und welcher
nicht? Mir zieht es allein bei dem Gedanken, dass ich an 'nem Pilz knabber
den ich nicht eindeutig identifizieren kann die Kehle zu, vertraue meinem
"Geschmack" da nicht wirklich!
hallo,
der schärfeeindruch der täublinge wird individuell höchst unterschiedlich wahrgenommen und kann auch objektiv von pilz zu pilz schwanken (ockertäubling). manche eigentlich milden arten schmecken, wenn man roh die lamellen probiert, etwas scharf und dürfen das. die ungeniessbaren sind, oft erst nach 15 sekunden, SAUscharf.
wenn du kostest, knabber 2-3 sekunden mit schneidezähnen und zungenspitze dran rum und spucke die probe wieder aus. warte nicht mit der probe im mund auf die schärfe, die kommt, wenn sie kommt, früh genug *g*.
man muss nicht dauernd täublinge probieren, um sie zu sammeln, denn die häufigen, festfleischigen sind sozusagen immer wieder die selben und schnell wiederzuerkennen.
den frauentäubling erkennst du mit den fingernägeln. der speisetäubling ist, trotz seiner veränderlichkeit, anhand mehrerer merkmale gut zu bestimmen: hut irgendwie fleischfarben (auch ausblassend), huthaut zu einem drittel leicht abziehbar und eine spur "zu klein" -> zeigt von oben betrachtet "zähnchen"=lamellenenden; stiel nach oben(!) verjüngt.
der grüngefelderte ist nicht so häufig, aber eigentlich unverwechselbar (vielleicht mit grünem knolli *g*).
auch wiesel-, leder- und heringstäublinge sind meist recht gut nach buch zu bestimmen.
meide, was deine probierangst angeht, alles rote unter buchen, die rot-violetten bzw. am stiel rot überhauchten unter nadelbäumen und sämtliche ockerfarbenen. sehr pauschal gesagt, sollte dich aber weitgehend vor schärfe bewahren.
ciao
coco
Hallo coco,
wie du sicher weißt wird Russula badia heimtückischerweise erst nach mehr als 15 s scharf, tatsächlich dauert es ziemlich lange bis er dann aber wirklich unerträglich scharf wird. Also besser 60 s kauen und dann ausspucken.
Liebe Grüße
Birgit
liebste birgit,
wenn ich r. badia eine minute lang kaue, bin ich verbrannt. wech.
lg coco
letztes Jahr hatte ich nämlich wieder einmal das Vergnügen...
Birgit
Hallo zusammen,
im Moment gibts bei uns im Allgäu schon Hallimasch. Habe diesen aber noch nie
gegessen. Wie wird dieser Pilz zubereitet?
Freue mich auf Rezepte.
Danke bis bald
Danke für all die Stimmen - ich lass es und werde diesen Pilz nicht essen. Ist mir einfach zu kompliziert.
Grüße Gela