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Die lieben Menschen von der Presse... *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 8071 Tagen)

.. können immer mal wieder ganz schön nerven ! ! !

Vorgestern hat mir einer sogar einen furchtbaren Schrecken eingejagt...

Hier die Vorgeschichte:

Die grösste Zeitung unserer Gegend des Schweizer Mittellandes (immerhin mittlerweile eine der auflagestärksten der Schweiz) bringt im Herbst gerne zur Auflockerung Bilder von Pilzen.
Sogar ein Aufruf, solche der Redaktion zu schicken, wurde erlassen.
So erscheinen in regelmässigen Abständen Abbildungen von Speisepilzen mit mehr oder weniger unglücklichen oder sogar irreführenden Kommentaren.
Es scheint mir, als wollten die Verantwortlichen sowieso nur Abbildungen von bekannten Gift- oder Speisepilzen bringen.
Ein von Sepp (Boletus) eingesandtes Bild eines Hasenröhrlings (Gyroporus castaneus) mit einem kurzen Kommentar zur Art, zum Speisewert und einem Hinweis, den Pilz wegen Seltenheit zu schonen, wurde ohne Reaktion gar nicht erst berücksichtigt.
Da hatte ich die unglückliche Idee, das folgende, hier auch schon gepostete Bild der weissen Form des grünen Knollenblätterpilzes einzusenden:

[image]

Dazu verfasste ich einen kurzen, prägnanten Kommentar zu Pilz und Fundort und wies darauf hin, dass es den meisten Sammlern nicht bewusst sei, dass es auch eine ebenfalls tödlich giftige weisse Form gebe, die natürlich mit Champignons und anderen Pilzen verwechselt werden könne.
Ausserdem die Ermahnung, die Kontrollstellen zu benützen, da im Moment viele Knollenblätterpilze zu finden seien.

Kurz nachdem ich das alles per Mail an die Redaktion geschickt hatte, rief der zuständige Redaktor an und interviewte mich eine halbe Stunde lang.
Er fragte nach genaueren Hinweisen zum Knollenblätterpilz und anderen Giftpilzen, nach Symptomen und Sammelbeschränkungen, ging dabei so umständlich und weitschweifig ins Detail, dass ich erwartete, dass ein umfangreicher Artikel erscheinen würde.

Einer Intuition folgend, (wie danke ich Gott dafür!) bat ich ihn, mir vorab eine Kopie des Entwurfes per Mail zu schicken.
Er murrte etwas von Zeitdruck, schickte mir aber um 18 Uhr die Kopie mit der Bitte, sofort zu reagieren und um Himmels Willen möglichst nichts daran zu ändern.

Ich war alarmiert:
Er hatte einen mittellangen Text hingeschludert, zum Teil meinen Originaltext mitverwendet und alles (alles!!!) durcheinandergebracht, was man nur durcheinanderbringen kann.

Beispiele:
Aus meiner Textstelle, ich hätte die tückische weisse Form des giftigen grünen Knollenblätterpilzes gefunden, wurde:
"... fand die sehr seltene, giftige Form des grünen Knollenblätterpilzes."
Auweia!
Kommentar überflüssig.
Aus meiner Antwort auf seine Frage am Telefon, ob viele tödliche Giftpilze auf dei Kontrolle gebracht würden ("eigentlich nein") wurde:
"Giftpilze sind zum Glück sehr selten".
Auweia!
Kommentar überflüssig.

Ich mailte alarmiert und hektisch die Korrekturen zurück und versuchte den Zeitungsmenschen, Ungutes ahnend, auch telefonisch zu erreichen.
Banges Warten. Nichts.
Ich schlief jene Nacht sehr schlecht.

Am nächsten Tag die Erleichterung.
Der Artikel war in der Zeitung.
Die Korrekturen waren angebracht.
Ausser der wichtigsten, Im Titel:
Mein Vorschlag:
"Kontrolleur findet seltenen Knollenblätterpilz"
zu ändern in:
"Kontrolleur findet ungewöhnlichen Knollenblätterpilz"
wurde nicht berücksichtigt.
So dürfen die Sammler also weiterhin davon ausgehen, das Knollenblätterpilze an sich selten sind...
Gruss, Harald Andres

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Re: Die lieben Menschen von der Presse...

amanita, (vor 8071 Tagen) @ Harald Andres Schmid

.. können immer mal wieder ganz schön nerven ! ! !
Vorgestern hat mir einer sogar einen furchtbaren Schrecken eingejagt...
Hier die Vorgeschichte: Die grösste Zeitung unserer Gegend des Schweizer
Mittellandes (immerhin mittlerweile eine der auflagestärksten der Schweiz)
bringt im Herbst gerne zur Auflockerung Bilder von Pilzen.
Sogar ein Aufruf, solche der Redaktion zu schicken, wurde erlassen.
So erscheinen in regelmässigen Abständen Abbildungen von Speisepilzen mit
mehr oder weniger unglücklichen oder sogar irreführenden Kommentaren.
Es scheint mir, als wollten die Verantwortlichen sowieso nur Abbildungen von
bekannten Gift- oder Speisepilzen bringen.
Ein von Sepp (Boletus) eingesandtes Bild eines Hasenröhrlings (Gyroporus
castaneus) mit einem kurzen Kommentar zur Art, zum Speisewert und einem
Hinweis, den Pilz wegen Seltenheit zu schonen, wurde ohne Reaktion gar
nicht erst berücksichtigt.
Da hatte ich die unglückliche Idee, das folgende, hier auch schon gepostete
Bild der weissen Form des grünen Knollenblätterpilzes einzusenden:
Dazu verfasste ich einen kurzen, prägnanten Kommentar zu Pilz und Fundort und
wies darauf hin, dass es den meisten Sammlern nicht bewusst sei, dass es
auch eine ebenfalls tödlich giftige weisse Form gebe, die natürlich mit
Champignons und anderen Pilzen verwechselt werden könne.
Ausserdem die Ermahnung, die Kontrollstellen zu benützen, da im Moment viele
Knollenblätterpilze zu finden seien.
Kurz nachdem ich das alles per Mail an die Redaktion geschickt hatte, rief
der zuständige Redaktor an und interviewte mich eine halbe Stunde lang.
Er fragte nach genaueren Hinweisen zum Knollenblätterpilz und anderen
Giftpilzen, nach Symptomen und Sammelbeschränkungen, ging dabei so
umständlich und weitschweifig ins Detail, dass ich erwartete, dass ein
umfangreicher Artikel erscheinen würde.
Einer Intuition folgend, (wie danke ich Gott dafür!) bat ich ihn, mir vorab
eine Kopie des Entwurfes per Mail zu schicken.
Er murrte etwas von Zeitdruck, schickte mir aber um 18 Uhr die Kopie mit der
Bitte, sofort zu reagieren und um Himmels Willen möglichst nichts daran zu
ändern.
Ich war alarmiert: Er hatte einen mittellangen Text hingeschludert, zum Teil
meinen Originaltext mitverwendet und alles (alles!!!)
durcheinandergebracht, was man nur durcheinanderbringen kann.
Beispiele: Aus meiner Textstelle, ich hätte die tückische weisse Form des
giftigen grünen Knollenblätterpilzes gefunden, wurde: "... fand die
sehr seltene, giftige Form des grünen Knollenblätterpilzes."
Auweia!
Kommentar überflüssig.
Aus meiner Antwort auf seine Frage am Telefon, ob viele tödliche Giftpilze
auf dei Kontrolle gebracht würden ("eigentlich nein") wurde:
"Giftpilze sind zum Glück sehr selten".
Auweia!
Kommentar überflüssig.
Ich mailte alarmiert und hektisch die Korrekturen zurück und versuchte den
Zeitungsmenschen, Ungutes ahnend, auch telefonisch zu erreichen.
Banges Warten. Nichts.
Ich schlief jene Nacht sehr schlecht.
Am nächsten Tag die Erleichterung.
Der Artikel war in der Zeitung.
Die Korrekturen waren angebracht.
Ausser der wichtigsten, Im Titel: Mein Vorschlag: "Kontrolleur findet
seltenen Knollenblätterpilz"
zu ändern in: "Kontrolleur findet ungewöhnlichen
Knollenblätterpilz"
wurde nicht berücksichtigt.
So dürfen die Sammler also weiterhin davon ausgehen, das Knollenblätterpilze
an sich selten sind...
Gruss, Harald Andres

Hallo Harald Andreas.
Du sprichst mir aus der Seele. Solche Erfahrung musste ich auch mal machen. Seitdem will ich immer einen Vorabdruck!!!! Ohne geht bei mir nix!!!!
Viele Grüsse
Amanita

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Re: Die lieben Menschen von der Presse...

Ilmtalratz, (vor 8071 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Ich habe gestern wieder die Erfahrung gemacht: Es gibt zur Zeit ziemlich viele.

Ratz

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Viele Pressemenschen oder viele Knollis? *oT*

Andreas ⌂, (vor 8071 Tagen) @ Ilmtalratz

- kein Text -

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Ich hab mal ne andere erfahrung gemacht...

Christoph G, (vor 8071 Tagen) @ amanita

... mein Interviewer war ein Praktikant vom "Singener Wochenblatt" einem Gratis Werbeblättchen, dass wöchentlich erscheint. Der hat wirklich alles so geschrieben wie ichs gesagt hab. Ich war sehr positiv überrascht. Allerdings hatte er auch einen anderen "Pilzexperten" interviewt, aus einem nachbarort, den ich nicht kenne. Und dann kamen dann so sachen wie, Steinpilze gibts nur noch im schwarzwald, im Landkreis Konstanz sind sie ausgestorben. naja zwar ncht gefährlich aber halt auch nicht so 100%ig richtig ;-))

LG Christoph

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Knollis !

Ilmtalratz, (vor 8071 Tagen) @ Andreas

Pressemenschen wohnen hier im Haus (sind meine Eltern, aber die schreiben nur über Sport) ... :-)

Ratz