nichts gegen unsere russischen Freunde, aber ich habe festgestellt, daß
manche derer zu leichter Selbstüberschätzung neigen. Da trifft natürlich
nicht auf alle zu, sondern auf ein paar, die ich kennengelernt habe.
Was ich damit sagen will, das man auf Ratschläge von Russen mit etwas
Vorsicht reagieren sollte - die haben anscheinend andere Geschmäcker als
wir Westeuropäer. (Und auch andere Zubereitungsmethoden).
Hallo Harald,
ja, die Russen haben zum Teil ganz andere Gewohnheiten hinsichtlich der Pilze. In Moskau waren immer Unmengen von Täublingen auf den Verkaufstischen der Märkte zu sehen, in allen denkbaren Farben. Ich habe nur gestaunt, zumal mir damals noch gar nicht bekannt war, dass es so viele essbare Arten darunter gibt.
Sehr bemerkenswert fand ich auch, dass z.B. Steinpilze im Ganzen getrocknet auf dem Markt angeboten wurden. So etwas würde hier kein normaler Mensch essen, denn ein normal großer Steinpilz kann meines Erachtens unmöglich im Ganzen trocknen, ohne dabei zu vergammeln, von der Vermehrung eventuell vorhandener Maden mal ganz abgesehen. Und das Ergebnis sah dann auch ziemlich merkwürdig und unappetitlich aus.
Dann hatte ich mehrere Bekannte, die sich ihre Frauen aus der damaligen Sowjetunion mitgebracht hatten. Und da wurden sehr viele Pilze duch Silieren haltbar gemacht. Das heißt, sie wurden eingesalzen und daran anschließend per Milchsäure-Gärung vergoren (Prinzip: Saure Gurke oder Sauerkraut). Wenn alles fertig ist, hat man glasig-weiße säuerliche Pilze, die sich bei kühler Aufbewahrung monatelang halten.
Für kürzere Aufbewahrung wurden die Pilze gelegentlich mit einer höheren Konzentration Salz konserviert und möglichst bald verbraucht. Das Ergebnis ist nicht unbedingt ohne weiteres genießbar. Die Salzkonzentration muss erst durch Kochen oder Wässern gemildert werden.
Auf die eine oder andere Weise wurden auch viele Milchlinge eingelegt, so z.B. der bei uns ziemlich umstrittene Birkenreizker. Ich hab das auch mal ausprobiert.
Viele Grüße - Pio