Re: Bestimmungshilfe erbeten
Hallo Andreas,
kannst Du kurz nochmal schreiben, was den Huijser unter M. konradii versteht?
Danke und viele Grüße
ThomasHofheim
Hallo,
nicht gerade einfach, diese Pilze zu erkennen und ich kann Dir auch nur
Mutmaßungen geben, ganz sicher bin ich mir bei keinem der dreien.
Ich halte das auch für am ehesten für Macrolepota konradii, und zwar in
diesem Sinne wie ich sie in der Ba.-Wü.-Flora verstehe. Sehr ähnlich dem
normalen Parasol, aber die Hutschuppen sind etwas anders, gröber und oft
so sternförmig wie auf Deinem Bild. Ferner bleibt diese konradii etwas
kleiner als der Parasol, also 20 cm Hutdurchmesser habe ich noch nie
gesehen bei konradii. Das Bild in Pilze der Schweiz entspricht meinem
verständnis von konradii. Ich halte konradii nur für eine Varietät vom
Parasol, während VELLINGA sie als Varietät oder Synonym zum
Zitzenschirmling (M. mastoidea/gracilenta) ansieht. Ich glaube zwar gerne,
dass die konradii-Funde von den Wachholderheiden dasselbe wie M. mastoidea
sind, glaube aber andererseits nicht, dass diese Funde die
"echten" konradii ist. HUIJSER (pers. Diskussion) hält dagegen
konradii für eine gute Art, die aber weder mit mastoidea/gracilenta
gleichzusetzen ist noch mit meiner konradii-Version einer schmächtigen
procera. Seiner Meinung nach stellt das Bild aus Pilze der Schweiz eine M.
fuligineosquarrosa dar, die in meinem verständnis aber so groß wie procera
sein müßte, kontrastreicher genattert ist und vor allem in der Stielrinde
der Knolle meist eine leichte Rötung der Trama zeigt.
So, vermutlich sind jetzt alle Klarheiten endgültig beseitigt, aber die
Riesenschirmlinge sind nun mal weit davon entfernt bestimmt werden zu
können .... - Sicher ist nur, dass er eßbar ist
Nein, aufgrund der Hutoberflächenstruktur sicherlich nicht. Ich halte das
auch für einen etwas ausgeblaßten Anistrichterling (Clitocybe odora)
Lila Milchling (Lactarius lilacinus) war auch meine erste Idee, für den
Kleinen Kokosmilchling ist er mir etwas zu robust. Der wird nämlich recht
schnell flach und zum Schluß fast etwas trichterlingsartig. Lactarius
vietus wäre auch noch eine Idee, bei dem müßte aber die Milch graugrün
eintrocknen.
Vermutlich ist es aber tatsächlich der Lila Milchling, denn die kleinen
gelbbraunen Pilzchen sehen mir sehr nach Naucorias aus, die ja ebenfalls
Erlenmykorrhiza bilden.
beste Grüße,
Andreas
