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Moorbirkenpilz? Und andere Fragen *PIC*

Thomas Pruß, (vor 8064 Tagen)

Moin zusammen,
wir waren gestern in einem so genannten „Naturausgleichsgebiet“ Pilze suchen. Das ist ein ehemaliges Kiesabbaugebiet, das geflutet wurde. Es besteht aus einer Reihe kleinerer Teiche mit moorigen, moosbedeckten Ufern und einem Gürtel aus Birken und Salweiden. Neben bestimmt 10 Ringelanntern, von denen die größte gut einen Meter lang war, fanden wir auch diesen Pilz:

[image]

Aufgrund seiner schmächtigen Statur und seines etwas anderen Aussehens (z. B. wesentlich blasserer Hut als der des Birkenpilzes) gegenüber den reichlichen Birkenpilzen (Krombholziella scabra) und Buntfärbenden Birkenpilzen (K. variicolor) habe ich ihn als „Moorbirkenpilz“ (K. holopus) bestimmt.
Kommt das hin?

Nächstes Thema: Systematik!

Daneben fanden wir noch reichlich Gelbblättrige Ritterlinge (Tricholoma fulvum), Rotbraune Milchlinge (L. rufus) und, wenn ich alles richtig bestimmt habe, auch den Moosmilchling (L. omphaliformis).
Mykologisch gesehen, scheinen diese paar Hektar bei Hennstedt in Dithmarschen ziemlich interessant zu sein.

In einem Pilzbuch aus der DDR (Michael, Hennig, Kreisel: „Handbuch für Pilzfreunde“, VEB G. Fischer-Verlag, Jena, 1983) fand ich einen Pilz, der sich „Möhrling“, „Hartpilz“ oder „Doppelring-Trichterling“ nennt. Auf schlau: Catathelsama imperiale, (Quel. 1872) Sing. 1941.
Der ist ein paar Mal hin und her revidiert worden. Unter Synonyme steht er auch als:
• Agaricus imperiale (Fr. in Lund 1846 non Batsch 1873)
• Armillaria imperialis (Fr.) Quel. 1872
• Biannularia imperialis (Fr.) Beck 1922 und
• Clitocybe imperialis (Fr.) Ricken 1915

Diesen wohl sehr leckeren Pilz kenne ich durchaus NICHT! Wer kann da weiterhelfen?

Im selben Buch stieß ich auf eine Ungereimtheit mit meinem Bon:
Der Fuchsige Rötelritterling (Lepista inversa) (Scop.) Pat. ((Clitocybe inversa, auct)) aus dem Bon wird in dem DDR-Buch geführt als: „Fuchsiger RötelTRICHTERLING“ (Lepista flaccida (Sow. 1799 : Fr. 1821) Pat 1887. Unter Synonyme findet man aber auch den Namen „Lepista inversa“.
Die Beschreibungen ähneln sich aber. Wer hat sich hier verschrieben?

Grüsslis
Thomas

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Re: Moorbirkenpilz? Und andere Fragen

Lexi2,5, (vor 8064 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,
Dein Foto läßt sich nicht öffnen!
Da ich totaler Anfänger bin, kann ich Dir bei Deinen Fragen überhaupt nicht helfen. Sorry.
Viel Glück weiterhin,
Lexi2,5

Moin zusammen,
wir waren gestern in einem so genannten „Naturausgleichsgebiet“ Pilze suchen.
Das ist ein ehemaliges Kiesabbaugebiet, das geflutet wurde. Es besteht aus
einer Reihe kleinerer Teiche mit moorigen, moosbedeckten Ufern und einem
Gürtel aus Birken und Salweiden. Neben bestimmt 10 Ringelanntern, von
denen die größte gut einen Meter lang war, fanden wir auch diesen Pilz:
Aufgrund seiner schmächtigen Statur und seines etwas anderen Aussehens (z. B.
wesentlich blasserer Hut als der des Birkenpilzes) gegenüber den
reichlichen Birkenpilzen (Krombholziella scabra) und Buntfärbenden
Birkenpilzen (K. variicolor) habe ich ihn als „Moorbirkenpilz“ (K.
holopus) bestimmt.
Kommt das hin?
Nächstes Thema: Systematik!
Daneben fanden wir noch reichlich Gelbblättrige Ritterlinge (Tricholoma
fulvum), Rotbraune Milchlinge (L. rufus) und, wenn ich alles richtig
bestimmt habe, auch den Moosmilchling (L. omphaliformis).
Mykologisch gesehen, scheinen diese paar Hektar bei Hennstedt in Dithmarschen
ziemlich interessant zu sein.
In einem Pilzbuch aus der DDR (Michael, Hennig, Kreisel: „Handbuch für
Pilzfreunde“, VEB G. Fischer-Verlag, Jena, 1983) fand ich einen Pilz, der
sich „Möhrling“, „Hartpilz“ oder „Doppelring-Trichterling“ nennt. Auf
schlau: Catathelsama imperiale, (Quel. 1872) Sing. 1941.
Der ist ein paar Mal hin und her revidiert worden. Unter Synonyme steht er
auch als: • Agaricus imperiale (Fr. in Lund 1846 non Batsch 1873)
• Armillaria imperialis (Fr.) Quel. 1872
• Biannularia imperialis (Fr.) Beck 1922 und
• Clitocybe imperialis (Fr.) Ricken 1915
Diesen wohl sehr leckeren Pilz kenne ich durchaus NICHT! Wer kann da
weiterhelfen?
Im selben Buch stieß ich auf eine Ungereimtheit mit meinem Bon: Der Fuchsige
Rötelritterling (Lepista inversa) (Scop.) Pat. ((Clitocybe inversa, auct))
aus dem Bon wird in dem DDR-Buch geführt als: „Fuchsiger
RötelTRICHTERLING“ (Lepista flaccida (Sow. 1799 : Fr. 1821) Pat 1887.
Unter Synonyme findet man aber auch den Namen „Lepista inversa“.
Die Beschreibungen ähneln sich aber. Wer hat sich hier verschrieben?
Grüsslis
Thomas

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Komisch: Ich konnte es in der Vorschau sehen…

Thomas Pruß, (vor 8064 Tagen) @ Lexi2,5

…und auch jetzt habe ich keine Probleme!
DV-Spezis vor! ;-)
Grüsslis
Thomas

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Re: Moorbirkenpilz? Und andere Fragen

Jens ⌂, (vor 8064 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

ich denke nicht daß Du da den Moorbirkenpilz gefunden hast. Dieser hat einen viel helleren eigentlich weißen Hut.

Zum Wurzelmöhrling: Selbst habe ich ihn auch noch nicht gefunden. Er kommt mehr im Süden vor, südliche "DDR", Tschechien, Österreich. Hier im Forum wurde vor kurzem mal einer gezeigt, weiß aber nicht mehr von wem.
Zu Hause kann ich ja nochmal nachschauen ob diese Art in Sachsen-Anhalt schon gefunden wurde.

Gruß Jens

Moin zusammen,
wir waren gestern in einem so genannten „Naturausgleichsgebiet“ Pilze suchen.
Das ist ein ehemaliges Kiesabbaugebiet, das geflutet wurde. Es besteht aus
einer Reihe kleinerer Teiche mit moorigen, moosbedeckten Ufern und einem
Gürtel aus Birken und Salweiden. Neben bestimmt 10 Ringelanntern, von
denen die größte gut einen Meter lang war, fanden wir auch diesen Pilz:
Aufgrund seiner schmächtigen Statur und seines etwas anderen Aussehens (z. B.
wesentlich blasserer Hut als der des Birkenpilzes) gegenüber den
reichlichen Birkenpilzen (Krombholziella scabra) und Buntfärbenden
Birkenpilzen (K. variicolor) habe ich ihn als „Moorbirkenpilz“ (K.
holopus) bestimmt.
Kommt das hin?
Nächstes Thema: Systematik!
Daneben fanden wir noch reichlich Gelbblättrige Ritterlinge (Tricholoma
fulvum), Rotbraune Milchlinge (L. rufus) und, wenn ich alles richtig
bestimmt habe, auch den Moosmilchling (L. omphaliformis).
Mykologisch gesehen, scheinen diese paar Hektar bei Hennstedt in Dithmarschen
ziemlich interessant zu sein.
In einem Pilzbuch aus der DDR (Michael, Hennig, Kreisel: „Handbuch für
Pilzfreunde“, VEB G. Fischer-Verlag, Jena, 1983) fand ich einen Pilz, der
sich „Möhrling“, „Hartpilz“ oder „Doppelring-Trichterling“ nennt. Auf
schlau: Catathelsama imperiale, (Quel. 1872) Sing. 1941.
Der ist ein paar Mal hin und her revidiert worden. Unter Synonyme steht er
auch als: • Agaricus imperiale (Fr. in Lund 1846 non Batsch 1873)
• Armillaria imperialis (Fr.) Quel. 1872
• Biannularia imperialis (Fr.) Beck 1922 und
• Clitocybe imperialis (Fr.) Ricken 1915
Diesen wohl sehr leckeren Pilz kenne ich durchaus NICHT! Wer kann da
weiterhelfen?
Im selben Buch stieß ich auf eine Ungereimtheit mit meinem Bon: Der Fuchsige
Rötelritterling (Lepista inversa) (Scop.) Pat. ((Clitocybe inversa, auct))
aus dem Bon wird in dem DDR-Buch geführt als: „Fuchsiger
RötelTRICHTERLING“ (Lepista flaccida (Sow. 1799 : Fr. 1821) Pat 1887.
Unter Synonyme findet man aber auch den Namen „Lepista inversa“.
Die Beschreibungen ähneln sich aber. Wer hat sich hier verschrieben?
Grüsslis
Thomas

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Re: Moorbirkenpilz? Und andere Fragen

Boletus ⌂, (vor 8064 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

habe ich ihn als „Moorbirkenpilz“ (K.
holopus) bestimmt.
Kommt das hin?

Ich denke nicht dass das Bild den Moorbirkenpilz zeigt. Ich kenne den fast reinweiss. Ich habe einen Standort da erscheint er Jahr für Jahr. Hier ein (leider nicht optimales) Bild aus meiner Vereinsgalerie
http://www.pilz-baden.ch/galerie/g_holopus.html

In einem Pilzbuch aus der DDR (Michael, Hennig, Kreisel: „Handbuch für
Pilzfreunde“, VEB G. Fischer-Verlag, Jena, 1983) fand ich einen Pilz, der
sich „Möhrling“, „Hartpilz“ oder „Doppelring-Trichterling“ nennt. Auf
schlau: Catathelsama imperiale, (Quel. 1872) Sing. 1941.
Der ist ein paar Mal hin und her revidiert worden. Unter Synonyme steht er
auch als: • Agaricus imperiale (Fr. in Lund 1846 non Batsch 1873)
• Armillaria imperialis (Fr.) Quel. 1872
• Biannularia imperialis (Fr.) Beck 1922 und
• Clitocybe imperialis (Fr.) Ricken 1915
Diesen wohl sehr leckeren Pilz kenne ich durchaus NICHT! Wer kann da
weiterhelfen?

Ab und zu bringen mir Sammler den Wurzelmöhrling aus dem Südschwarzwald zur Pilzkontrolle. Daher komme ich hie und wieder in Kontakt mit ihm. In meiner Gegend wurde er meines Wissens noch nie gefunden. Weiterhelfen kann ich dir auch nur mit einem Bild
http://www.pilz-baden.ch/galerie/g_imperiale.html

Im selben Buch stieß ich auf eine Ungereimtheit mit meinem Bon: Der Fuchsige
Rötelritterling (Lepista inversa) (Scop.) Pat. ((Clitocybe inversa, auct))
aus dem Bon wird in dem DDR-Buch geführt als: „Fuchsiger
RötelTRICHTERLING“ (Lepista flaccida (Sow. 1799 : Fr. 1821) Pat 1887.
Unter Synonyme findet man aber auch den Namen „Lepista inversa“.
Die Beschreibungen ähneln sich aber. Wer hat sich hier verschrieben?

Dies ist so eine Sache mit diesen Röteltrichterlingen, es handelt sich da nämlich um 2, vielleicht verschiedene Taxa. Nämlich
- Der wasserfleckige Röteltrichterling als Lepista gilva (mit deutlich sichtbaren "Wasseflecken" auf dem Hut, zudem ist er meist robuster.
- Der fuchsige Röteltrichterlin als Lepista inversa

Die beiden Arten verschmelzen je nach Autor zu Lepista flaccida.

Welcher Name zur Zeit aktuell ist weiss ich nicht. Im Verein halten uns vor allem an das Abbildungsverzeichnis Ausg. 2002. Vielleicht kann ja Andreas dazu noch etwas sagen.

Bester Gruss in den Norden
Sepp

Grüsslis
Thomas

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Danke an Jens und Sepp ;-)

Thomas Pruß, (vor 8064 Tagen) @ Thomas Pruß

Interessante Ausführungen. Naja, dann werden ich den Moorbirkenpilz als ganz normalen Birkenpilz weiterführen.
Den Möhrling hat übrigens mein Freund und Kollege Michael Szameit ganz regelmäßig bei seinen Suchen in den Wäldern Brandenburgs südlich von Berlin gesammelt.
Grüsslis
Thomas

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Re: Danke an Jens und Sepp ;-)

Andreas ⌂, (vor 8063 Tagen) @ Thomas Pruß

Interessante Ausführungen. Naja, dann werden ich den Moorbirkenpilz als ganz
normalen Birkenpilz weiterführen.
Den Möhrling hat übrigens mein Freund und Kollege Michael Szameit ganz
regelmäßig bei seinen Suchen in den Wäldern Brandenburgs südlich von
Berlin gesammelt.
Grüsslis
Thomas

Hallo Thomas,

ohne Deinem Kollegen zu nahe treten zu wollen, aber DEN Wurzelmöhrling würde ich doch sehr gerne mal sehen!! Die Art ist in Ostdeutschland seit 1942 verschollen und war nur nahe Jena und von zwei Standorten bei Chemnitz aus dem jahre 1933 bekannt. Keine Ahnung was Dein Kollege da regelmäßig findet, aber Catathelasme imperiale mit ziemlicher Sicherheit jedenfalls nicht!

Zu Lepista flaccida wäre noch zu sagen, dass diese Art (bzw. Arten) immer wieder zwischen Clitocybe und Lepista herumgeschoben werden. Ich halte sie aufgrund der warzigen Sporen und der wegschiebbaren Lamellen für eine typische Lepista. Die Nebelkappe übrigens auch.

Zu Lactarius omphaliformis wäre zu bemerken, dass der nur mikroskopisch von L. obscuratus abtrennbar ist, makroskopisch geht das wohl nur mit sehr viel Erfahrung (wenn überhaupt).

beste Grüße,
Andreas