Birkenbegleiter *PIC*
Hallo zusammen,
wer traut sich an diese Raufüße - allesamt Birkenbegleiter - heran?
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/leccinum1.jpg)
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/leccinum2.jpg)
Heute im Südspessart gefunden.
Grüße, Jürgen
Jürgen, (vor 8054 Tagen)
Hallo zusammen,
wer traut sich an diese Raufüße - allesamt Birkenbegleiter - heran?
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/leccinum1.jpg)
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/leccinum2.jpg)
Heute im Südspessart gefunden.
Grüße, Jürgen
Servus Jürgen,
du bist ganz schön gemein *grins*. Nicht mal die Fleischverfärbungen zeigst du uns... ts ts ts, da kann man ja nur raten. Wobei ein paar wenige ja trptzdem klar sein sollten.
z.B. die Birkenrotkappe, Lecciunum versipelle (oben links). Dann meine ich, Leccinum brunneogriseolum auszumachen (vermutluch alle fünf blassstieligen auf dem oberen Bild); die beiden ganz rechts (oben) sehen nach Leccinum variicolor aus (buckeliger Hut, achromatische Töne in der Hutfarbe, z.B. schwarz), nur die Stiele sehen a bisserl alt und verhaun aus...
Der schöne, zweite von links (oben) sieht aus wie ein echter Leccinum scabrum (schwarze Schuppen, schöne Hutfarbe). Ob er im Schnitt rötet und dann garut (Lecc. pulchrum) kann ich nicht sehen, denke aber eher an L. scabrum.
Das untere Bild ist da schon gemeiner... die unteren viere von links sind wohl Lecc. brunneogriseolum. Der fünfte, sehr blasse wohl auch?!?
Obere Reihe: die linken drei sind wohl L. scabrum (siehe Kommentar oben zu L. pulchrum). Dann wirds heikel... die nächsten zwei L. variicolor?! Mir sind da die Schuppen aber irgendwie zu blass. Die nächsten vier, die den Bogen rechts schließen, haben alle wieder schwarze Schuppen... keine Ahnung. Die nächsten zwei vielleicht sehr blasse Formen von Lecc. variicolor? Zu den beiden alten Hunden am rechten Rand sage ich mal gar nix
.
Liebe Grüße
Christoph
P.S.: schön, dass Du auf unserer Ausstellung in München vorbeigeschaut hast 
Hallo zusammen,
wer traut sich an diese Raufüße - allesamt Birkenbegleiter - heran?
Heute im Südspessart gefunden.
Grüße, Jürgen
Markus Wilhelm , (vor 8054 Tagen) @ Christoph
Hallo zusammen,
ist diese Aufspaltung der Rauhfüsse um L. scabrum wirklich eine "Sattelfeste" Sache? Wenn man manchmal sieht, was in einer Reihe von hell bis sehr dunkel am gleichen Ort steht, bekommt man einfach Zweifel. Vielleicht sind die Stielschuppen noch am konstantesten. Auch die Verfärbungen, vor allem das Grünen, scheint auch sehr von der Feuchtigkeit abzuhängen und kein echtes Bestimmungsmerkmal. Es ist natürlich auch möglich, dass diese Arten bei uns kaum vorkommen, Birken sind bei uns meist nur eingestreut vorhanden. Ist die zu Leccinum angebotene Literatur wirklich glaubwürdig? Wenn ja, müsste ich mich doch auch einaml näher damit befassen!
Mit Grüssen, Markus
Marcell Rost, (vor 8054 Tagen) @ Jürgen
Hallo Jürgen,
ich traue es mir nicht zu. Aber vielleicht kannst Du mir helfen. Gestern haben mich meine Eltern um Rat gefragt. Sie haben sehr viele Rotkappen gefunden. Dabei waren deutlich 2 unterschiedliche Arten festzustellen. Beide Arten wuchsen unter Birken und dazu auch noch an einer Stelle. Jeden anderen Begleitbaum kann man ausschließen.
Die eine Art war sicherlich die Birkenrotkappe. Sie ähnelte ganz stark auf Deinem 1. Foto dem ersten Pilz links. Die Schnittstelle war nur leicht blau, fast kornblumenblau.
Aber die Art macht mir Sorgen. Sie hat eine stark ausgeprägte schwarze Natterung auf dem Stiel. Die Kappe war deutlich rot. Die Röhren wesentlichen dunkler als bei der ersten Art. Die Schnittstelle schmutzig blau.
Mir steht leider nur das Buch 1200 Pilze von Dähnke zur Verfügung. In diesem Buch würde ich die Pilze am ehesten mit der Föhrenrotkappe vergleichen. Aber da passt halt nicht der Begleitbaum.
Hasst Du eine Idee?
Schöne Grüße,
Marcell
Jürgen, (vor 8054 Tagen) @ Marcell Rost
Hallo Marcell,
wenn beide Frkp. - wie du andeutest - jeweils schwarze Stielschuppen hatten (ohne jede Rot- oder Brauntöne), bleibt eigentlich nur die Heiderotkappe. Die Art hat jung sehr dunkel grauolive Poren, die beim Wachstum nach blassgrau aufhellen, auch die Hutfarbe kann von fahl orangegelb bis kräftig orangerot variieren. Möglicherweise waren es nur unterschiedliche Altersstadien? Ohne Foto ist das leider nur Spekulation.
Grüße, Jürgen
Marcell Rost, (vor 8054 Tagen) @ Jürgen
Danke Jürgen,
Die verschiedenen Altersstadien kann man ausschließen. Es handelte sich um ca. 40 Fruchtkörper im besten Alter. So das man wirklich sehr gut den Unterschied sehen konnte. Vor allen Dingen auch zusätzlich bestätigt durch die Schnittstellen. Meine Eltern haben noch viele ganz kleine Exemplare stehen lassen. Somit hoffe ich, das ich noch ein Foto nachreichen kann. Ich werde Dich dann nochmal kontaktieren.
Grüße,
Marcell
Hallo Jürgen,
tja, dann will ich auch mal mein Glück versuchen. Mal sehen wieviel richtige beim Lotto 6 aus 23 rausspringen ....
Bild 1
von links 1x Birken-Rotkappe (versipelle, dann 1x Gemeiner Birkenpilz (scabrum), dann 1x Grobschuppiger Birkenpilz (nucatum). Die nächsten beiden muss ich raten: aufgrund der hellen Hüte würde ich sagen wiederum nucatum, auch wenn die Stiele etwas nach brunneogriseoulum aussehen. Dann die beiden Nr. 6 und 7 dürften klar Wollstielige Birkenpilze (brunneogriseolum) sein und die beiden ganz rechts sind sicherlich Vielverfärbende Birkenpilze (variicolor), wobei der ganz rechts vielleicht zur var. bertauxii gehören könnte.
Bild 2
oberere Reihe von links: zumindest 7x Gemeiner Birkenpilz (scabrum), an den dunkelschuppigen Stielen, dem robusten Wuchs, der Hutfarbe und auch den safrangelblichen Verfärbungen an den Fraßstellen zu erkennen. Ob der 8. Pilz auch dazu gehört kann ich nicht sicher sagen, er ist doch recht hell. Trotzdem, auch der für mich scabrum.
untere Reihe von links: zumindest 4x klar Wollstieliger Birkenpilz (brunneogriseolum) und vermutlich gehört der 5. auch dazu. Das könnte die f. chlorinum sein. Bleibt der Pilz ganz rechts übrig, der aufgrund der Dellen im Hut und der Größe an den Weichen Birkenpilz (molle) erinnert, aber den erkenne ich nur wenn er die typische Zweifarbigkeit auf dem Hut zeigt: innen schön rotbraun, außen olivgrünlich. Vielleicht ist es doch nix anderes als ein alter scabrum?!
Bin gespannt auf die Auflösung!
beste Grüße,
Andreas
1001, (vor 8054 Tagen) @ Jürgen
Hallo
Ich wage mahl einen Versuch. Vielleicht stimmen ja ein paar meiner Vermutungen.
Bild 1: von links nach rechts
1 versipelle, dann 1 scabrum, anschliessend 3 nucatum, danach 2 brunneogriseoulum, als Schluss 2 variicolor
Bild 2: von links nach rechts
Obere Reihe:
Alles scabrum
Untere Reihe:
4 brunneogriseoulum, dann 1 nucatum, danach 1 scabrum
Grüsse
1001
Auf Bild 1 war Leccinum versipelle klar, L. scabrum eigentlich auch, und auch L. variicolor war, wenn auch überständig, noch zu erkennen. Soweit lagen alle Mitrater richtig.
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/leccinum1a.jpg)
Das eigentliche Problem sind in der Tat die fünf schlankstieligen Birkenpilze in der Bildmitte. Die drei hellhütigen (links) sowie die beiden braunhütigen standen jeweils zusammen, aber beide Grüppchen wiederum nur wenige Meter auseinander. Die hellen hatte ich spontan als L. nucatum angesprochen; bei den beiden braunen schwankte ich auch zwischen L. nucatum und L. brunneogriseolum, habe sie aber dann "gefühlsmäßig" den fast unmittelbar daneben stehenden "nucatum" zugeordnet - zumal die Stielbekleidung so gut wie identisch war.
Tja, Pustekuchen: Das Mikroskop schmiss für die hell- wie auch für die braunhütigen vermeintlichen "nucatum" Sporen mit einem Längen-Breiten-Verhältnis weit über 3 sowie Zylindrozysten in der Huthaut aus. Damit war klar: eben doch L. brunneogriseolum! Insofern war hier Christoph auf dem richtigen Dampfer.
Zur Fundsituation: 400 m ü. NN, ca. 1000 qm großer Birkenschlag mit eingestreuten Fichten auf saurem Sandboden, Krautschicht dominiert von Heidelbeere. Nur der kleine L. scabrum stand zusammen mit zwei älteren Ex. ca. 20 m abseits in einer anlehmigen Wegspur.
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Bild 2 war im Grunde recht einfach, wenn man die Fundsituation kennt.
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/leccinum2a.jpg)
Die obere Reihe zeigt von links ausgehend Wachstumsphasen von Leccinum scabrum von jung bis alt. Auch das ganz alte, oliv getönte Ex. ganz rechts gehört dazu. Wie Markus bemerkt hat, ist die Farbe der Stielschuppen (schwarz) noch am konstantesten, die vor Witterung nicht geschützte Huthaut unterliegt wesentlich stärkeren Veränderungen. Alle Exemplare stammen von der selben Fundstelle (grasiger Waldrand mit Birke), verteilt auf etwa 30 m Länge.
Die untere Reihe ist schon makroskopisch gut als Leccinum brunneogriseolum anzusprechen (tabakbrauner Hut, von der Basis her feine aschgraue Schüppchen) und zeigt auch dieselben Mikromerkmale wie die schlanken Frkp. von Bild 1. Auch das größere helle Exemplar rechts gehört hierher. Selbe Fundstelle wie [/i]L. scabrum[/i], allerdings als Gruppe etwa 15 m von diesem abgesetzt.
Weiterer markanter Unterschied (im Bild nicht sichtbar): Das Stielfleisch ist bei L. scabrum in der äußersten Basis gelb bis safranrötlich, bei L. brunneogriseolum dagegen +/- blaugrünlich (was sich einige Zeit nach dem Anschnitt noch verstärkt).
Das folgende Bild zeigt ebenfalls Leccinum brunneogriseolum
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/brunneogriseolum.jpg)
Und weil sie so schön sind, hier noch ein paar Herbstrotfüße (Xerocomus pruinatus) aus dem Spessart.
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/pruinatus.jpg)
Allen weiterhin noch viel Spaß in der verbleibenden Saison - egal ob mykologisch und/oder kulinarisch motiviert.
Grüße, Jürgen