Hallo Andreas,
vielen Dank für die schnelle Antwort, die dann ja aus ganz Europa noch
zigfach bestätigt wurde
.
Ich war mit meiner Vermutung ja wenigstens in der richtigen Gruppe (oder
zumindest auf der richtigen Seite im B&K) und hatte natürlich auch
baleatocumatilis gesehen, mit der so treffenden Ökologie, aber das Bild
hat mir halt gar nicht gefallen.
Aber nochmal eine Frage zur Häufigkeit: Du schreibst das er gar nicht so
selten vorkomme. Ich habe den Verbreitungsatlas leider nicht da und für
Baden-Württemberg seid ihr ja noch nicht so weit.
Aber bald. Und zufällig bin ich gerade bei Phlegmacium und habe eben die Arten anserinus bis boudieri fertig gemacht, also auch balteatocumatilis. Hier der Text vorab, wahrscheinlich nicht so schön formatiert wie in WORD(die Tabs gehen verloren), aber hoffentlich trotzdem lesbar:
1.86 Cortinarius balteatocumatilis Henry 1939 ex Orton 1960
Cortinarius balteatus ss. LANGE
Braunvioletter Schleimkopf
Morphologie:
Variabilität: Var. laetus Moser ex Quadracchia unterscheidet sich durch lebhafter rotbraune Hutmitte und intensiver violetten -rand, ähnlich C. variecolor. Ein Fund: Schwarzwald: 7716/4, Dunningen-Locherhof, Fichten-Tannenwald, Lehmboden über Muschelkalk, 680 m NN, 03.10.2001, leg. I. HUTH, det. BOLLMANN (als cf. balteatocumatilis), rev. GMINDER.
Ökologie: In naturnahen Biotopen in der kollinen Stufe vorrangig im Hainbuchen-Eichenwald (4), im montanen Bereich in Tannen(-Fichten)wäldern (3), daneben aber auch des öfteren außerhalb von Wäldern in Friedhof- und Parkanlagen (4), auf basischen bis neutralen, frischen Lehm-, seltener Sandböden.
Mykorrhiza: Mit Laub-, seltener Nadelbäumen.
· Fagus sylvatica (1), Quercus (2; Q. rubra 1, Q. spec. 1), indet. Laubbaum (4)
· indet. Nadelbaum (3: Picea abies oder Abies alba)
Phänologie: September-Oktober.
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Verbreitung in Baden-Württemberg: Selten im Oberrheingebiet, im Schwarzwald und im Keuper-Lias-Land. In den Gäulandschaften nur ein Fundort: 7120/4, Stuttgart-Weilimdorf, Neuer Friedhof, 04.10.1995, BOLLMANN, det. BRANDRUD.
Vertikale Verbreitung: Planar bis montan.
90-200 201-400 401-600 601-800 801-1000 >1000
1 6 4 4 - -
Tiefster Fundort im Oberrheingebiet nördlich Karlsruhe auf 120 m NN (6916/4, SCHWÖBEL). Der höchste Fundort liegt im Schwarzwald auf 780 m NN (7516/1, Freudenstadt, Kienberg, 17.09.1995, HAAS (STU).
Bestand und Bedrohung: Seltene Art, deren autochthone Vorkommen aufgrund der Umwandlung naturnaher Laubwälder in Fichtenforste langfristig wohl etwas zurückgegangen sind, die diese Verluste aber aufgrund ihrer Fähigkeit zur Besiedlung von Sekundärbiotopen etwas ausgleichen kann. Insgesamt kann sie derzeit noch als nicht gefährdet angesehen werden.
Erstnachweis: Schönbuch, 7321/3, Neuenhaus, Betzenberg, 21.09.1988, BOLLMANN 1990.
Allgemeine Verbreitung: Nordafrika (Marokko). Asien (Russland: Wladiwostok, Kasachstan: Alma-Ata). Europa. Süd- (Spanien, Italien), West- (Frankreich. Niederlande, Großbritannien), Mittel- (Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien), Ost- (Slowakei: var. laetus, Estland, Russland) und Nordeuropa (Dänemark, Schweden). In Westdeutschland von je zwei Fundorten in Rheinland-Pfalz und Südhessen, sowie je einem im Saarland (nach DERBSCH & SCHMITT verschollen) und in Schleswig-Holstein (LÜDERITZ 2001: RL 1) bekannt. In Ostdeutschland in der Mark Brandenburg nach SCHÄFFER „nicht selten“, ferner 2004 in Thüringen (Friedrichsroda) nachgewiesen. KREISEL (1987) vermutet außerdem einige der als C. variecolor gemeldeten Funde als zu C. balteatocumatilis gehörig.
beste Grüße,
Andreas