Noch ein Birkenpilz-Rätsel (2 Fotos) *PIC*
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/birkenpilz1.jpg)
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/birkenpilz2.jpg)
Die beiden Bilder zeigen jeweils die gleichen Fruchtkörper und sind vom selben Fundort.
Wer traut sich?
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/birkenpilz1.jpg)
![[image]](http://www.8ung.at/schreiner_juergen/pilze/birkenpilz2.jpg)
Die beiden Bilder zeigen jeweils die gleichen Fruchtkörper und sind vom selben Fundort.
Wer traut sich?
Hallo Jürgen,
es könnte sich um den schwärzlichen Birkenpilz L.Melaneum und um den Weissen bzw. Moorbirkenpilz, L. Scabrum Var. Niveum handeln
LG Peter
Hi Jürgen,
beim linken Fruchtkörper meine ich, an der Verletzung am Stiel eine sehr deutliche, dunkle rötliche Verfärbung des Fleisches zu sehen -> deutlich rosa mit Graueinschlag?! Drum rate ich einfach mal - auch aufgrund des sehr dunklen Stielornamentes und sage Leccinum roseofractum?! Ich kenne die Art fast schwarzhütig, aber für Lecc. pulchrum ist mir der Hut zu einfarbig (ohne helle Flecken);
Die hellen Fruchtkörper sind gemein. In welchem Abstand (zeitlich) entstanden die beiden Bilder? Auch hier sehe ich an der Stielbasis eine sehr kräftige Rosa-Verfärbung. Ich kann natürlich nicht sagen, ob die später schwärzlich wurde. Da ich von Lecc. roseofractum/pulchrum keine Albinos kenne, würde ich eher auf eine von haus aus blasse Art tippen. Mal ins Blaue: wie wärs mit Leccinum roseotinctum?
Oder ist das röten im Fleisch ein Farbstich der Aufnahme?
Mal schaun, ob ich total daneben liege 
Grüße
Christoph
Die beiden Bilder zeigen jeweils die gleichen Fruchtkörper und sind vom
selben Fundort.
Wer traut sich?
Die drei Fruchtkörper habe ich vor ca. 2 Stunden durchgeschnitten. Fleischverfärbung bis jetzt: jeweils absolut Null
Die rosaroten Druckstellen auf den Fotos sind farbtreu. Bei den beiden hellen Frkp. waren die Stielschuppen ursprünglich noch heller und sind erst auf Druck nachgedunkelt.
Fundstelle: Kinderspielplatz ungefähr 200 m Luftlinie von meiner Wohnung, moosiger Zierrasen, zusammen mit Russula pulchella, Scleroderma cf. bovista, Lactarius turpis.
Hilft das weiter?
- kein Text -
- kein Text -
Die drei Fruchtkörper habe ich vor ca. 2 Stunden durchgeschnitten.
Fleischverfärbung bis jetzt: jeweils absolut Null
Die rosaroten Druckstellen auf den Fotos sind farbtreu. Bei den beiden hellen
Frkp. waren die Stielschuppen ursprünglich noch heller und sind erst auf
Druck nachgedunkelt.
Fundstelle: Kinderspielplatz ungefähr 200 m Luftlinie von meiner Wohnung,
moosiger Zierrasen, zusammen mit Russula pulchella, Scleroderma cf.
bovista, Lactarius turpis.
Hilft das weiter?
Hallo Jürgen,
weiterhelfen??? Du machst Witze! Ich finde es macht es eher noch schwieriger:
Eine Leccinum-Art, die zwar auf dem Stiel rosarote Flecken bekommt beim Anfassen, die aber ein nicht verfärbendes Fleisch hat ..... Dazu noch halb weiß- halb braunhütig wächst und das alles auf einem Kinderspielplatz unter Birke auf Sandboden?!? - Da wächst doch eigentlich nur eine Art: Leccinum scabrum.
Ich tippe auch mal, auch wenn es wohl falsch ist, aber trotzdem:
Der linke ist ein normaler Leccinum scabrum und die rosa Flecken kommen daher, dass Du vorher Erdbeerengegessen hattest 
Die beiden rechten sind auch Leccinum scabrums, die halb vergraben wuchsen und daher mit der einen Huthälfte weiß geblieben sind und jetzt langsam nachdunkeln. Wieso der auch so rosa wird? Das waren sicher wieder die Erdbeeren ....
Aber im Ernst, die äußerliche rosa-Verfärbung kann ich mir nicht erklären und kann sie kaum als Artmerkmal ansehen, wenn sie beim Durchschneiden nicht auch so verfärben (was ja nicht der Fall sei, wie Du sagst). Die weiß-braunen noch als scabrum anzuspechen höt sich natürlich etwas gewagt an, auch im Hinblick auf die Stielschuppen - aber trotzdem, bin mal gespannt was rauskommt!
beste Grüße,
Andreas
dachte mir schon, dass das eine härtere Nuss wird;)
Also: Mein Vater ging mit meinen beiden Nichten heute zum Esskastanien-Sammeln. Auf dem Rückweg suchten sie besagten Kinderspielplatz auf. Dabei fand mein Vater die gezeigten Birkenpilze unter einer Gruppe von drei Birken. Die Pilze kamen ihm so merkwürdig vor, dass er sie herausdrehte, oben auf die Kastanien in den Korb legte und mir mitbrachte.
Ich habe mir die Pilze umgehend geschnappt, bin zum Fundort zurück und habe dort die Fotos gemacht. Die Fruchtkörper sind also nicht im strengen Sinne frisch, sondern hatten vor dem Fotografieren ca. eine 3/4-Stunde Korbtransport hinter sich. Das erklärt die nachgedunkelten Schuppen bei den beiden hellen Frkp. und die auffallend intensiv roten Druckstellen. @Andreas: Die Frkp. standen sicherlich frei, und Erdbeeren waren auch nicht im Spiel:o)
Meine Vermutung geht in dieselbe Richtung, auch wenn der Kontrast der Hut- und Stielfarben "abenteuerlich" ist. Aber immerhin haben alle Frkp. das äußerliche Röten des Stiels (Zitat Lannoy & Estades bei L. scabrum: "Stipe ... blanchatre roussisant"!) und die auch nach mehreren Stunden unveränderliche Fleischfarbe gemeinsam. Im Schnitt sind sie, was Konsistenz und Färbung betrifft, völlig identisch.
Es sieht ganz danach aus, als ob tatsächlich ein und dasselbe Myzel für alle drei Frkp. verantwortlich ist, den dunklen und die beiden Blässlinge - und alles "einfach" nur Leccinum scabrum ist.
Ich habe sie noch nicht mikroskopiert, werde das aber nachholen. Falls die beiden blassen Frkp. Sporen deutlich kürzer als Q=3 haben sollten, müsste man evtl. an Leccinum avellaneum denken (was ich aber nicht glaube).
Bei solchen Farbkapriolen kommt man bei der Espenrotkappe, bei der jung weiße Stielschuppen zwingend sein sollen, auch wieder ins Grübeln...
Grüße, Jürgen
P.S.: Sporenmaße und Mikroskopie der Huthaut liefere ich voraussichtl. Sonntag nach. Morgen fahr ich mal in die Vogesen:)
Habe die Funde eben mikroskopisch nachgeprüft. Bei den Sporenmaßen sind sie nicht auseinanderzuhalten. Die Maße von jeweils 13-20 x 4-6 µ, Q 2,8-3,6 schließen auch die Deutung Leccinum avellaneum für die blasshütigen aus. Die Huthaut weist bei allen Frkp. keine Zylindrozysten auf; bei den blassen ist die oberste Hutdeckschicht aus fädigen, braun pigmentierten Hyphen stellenweise nur schwach oder gar nicht ausgebildet (warum auch immer).
Es müssten also alle drei Frkp. zur selben Art, und zwar L. scabrum gehören.
Grüße, Jürgen