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Re: Absolut richtig!

Dedimyk, (vor 8046 Tagen) 1.693 Beiträge @ Andreas

Hallo im Forum,

ich kann Andreas nur zustimmen. Ich handhabe es genau wie er.Klare Sachen, wo Biotop , Bodenbeschaffenheit und Jahreszeit stimmen werden eingegeben.
Bei Zweifelsfällen wird Rat von Spezialisten eingeholt. Ich vergesse nie die
Arbeit und Ausdauer, die ich aufwenden mußte, um sicher den Giftschirmling Macrolepiota rhacodes var. venenata ( venenata )zu bestimmen. Bei Pilzberatungen habe ich alle Safranschirmpilze aus dem Garten nicht freigegeben, da es ja anstelle von Macrolepiota rhacodes var. hortensis auch der o.g.Giftschirmpilz sein konnte.Ich habe Georg Müller aus Ganderkese Fk. übergeben, die m.E. die Merkmale des Giftschirmpilzes, wie sternförmige braune Kappe,sehr dickfleischig, trübrot anlaufend und vor allem die dicke abgestzte
breite Knolle aufwiesen, trotzdem war es nicht eindeutig klar, da es ein Einzelfruchtkörper war und damit das typische in "dichten Büscheln" fehlte.
Ich habe natürlich nicht kartiert. Letztes Jahr wurde mir dann eine zusammenhängende 4-er-Gruppe als Bestandteil einer 8-er-Gruppe gebracht Fundort auf einem Komposthaufen. Ich habe diese Gruppe fotografiert und die getrocknete Gruppe als Exsikkat und Bilder Georg Müller nach Ganderkese zur Begutachtung geschickt und der hat mir dann endlich den Giftschirmling bestätigt.
Und erst dann habe ich den Fund kartiert mit Hinweis "det: Georg Müller, Ganderkese".
Damit ist für Klaus Wöldecke als Länderkoordinator für Niedersachsen klar, daß diese seltene Eintragung plausibel ist.Ähnlich verfahre ich mit sehr seltenen Pilzen, wie z.B. den Eichenzungenporling Piptoporus quercinus RL1, den ich Klaus Wöldecke zur Begutachtung übergab und dann erst kartierte.
Ich bin der gleichen Meinung wie Andreas, daß Plausibilitätsprüfungen der Länderkoordinatoren doch echte Ungereimtheiten beseitigen und deshalb jeder nach besten Kenntnissen kartieren sollte, auch unter Zuhilfenaheme des Forums, wie es bereits geschieht, oder auch mal im Sonderfall einen Spezi konsultieren.
Für die Kartierung kann es nur von Vorteil sein, wenn sich soviel wie möglich beteiligen, um flächendeckend Erfassungswerte zu erhalten.
Also keine Angst, teilnehmen, aber natürlich wie Andreas meint, nur sichere Bestimmungen eingeben.

Herzliche Grüße Detlef

Genau so ist es!

Als einer der Länderkoordinatoren (Ba.-Wü.) kann ich versichern, dass von der
Kontrollfunktion durchaus Gebrauch gemacht wird und dass erstaunliche
Eingaben gegengecheckt werden. Statt eines Bundessetlenheitenausschusses
gibt es eben 16 Landesseltenheitsauschüsse.
Dass diese Kontrollfunktion durchaus funktioniert, kann ich aus meiner
nunmehr langjährigen Erfahrung beim Bearbeiten der Baden-Württemberg-Flora
bestätigen. Auch unwissentliche Fehleingaben fallen auf: Wenn also mal
einer abkürzenderweise "Cort glaucop" für Cortinarius glaucopus
eingibt und nicht merkt dass er damit bei "Cortinarius
glaucoprasinus" statt glaucopus landet, dann fällt dem
Länderbearbeiter das im Normalfall auf. Auch dass "Lepiota
rubella" merkwürdigerweise in ganz Ba.-Wü. nur von einer Person, dann
aber gleich 8 Mal und in Verbindung mit Brennnessel gefunden wurde, muss
Rücksprache erfordern. In diesem Fall bin ich allerdings selber
draufgekommen: Gemeint war "Leptospora rubella", eigegeben wurde
die Abkürzung "Lep rub". Es gibt viele solcher Beispiele.
Ein weiteres Beispiel war der Name Boletus erythropus, der eine Zeit lang für
Boletus queletii gebraucht wurde. Natürlich fiel dies bei der Auswertung
der Standortbedingungen auf, denn erythropus ist Säurezeiger, queletii
Kalkzeiger. Dennoch war natürlich eine Rücksprache mit allen Eingebern
von erythropus + Kalkboden erforderlich, denn es waren auch zwei Meldungen
dabei, die tatsächlich den eryhtropus-Flocki auf Kalkboden (stark
oberflächenversauert) gefunden hatten.
Diese Verifizierung der Angaben mag recht viel Zeit in Anspruch nehmen und
natürlich wird auch nicht jeder Waldfreundrübling hinterfragt. Aber in der
Masse der Eingaben fällt, wie Thomas auch schon sagte, die eine oder
andere irrtümliche dann auch nicht mehr ins Gewicht. Für Ba.-Wü. liegen
etwa 600.000 Datensätze vor, für häufigere Arten wie z.B. den Steinpilz so
etwa 1000 Einträge (teils "nur" Fundort, Finder, Datum, aber
teils auch mit bis zu 15 ökologischen Begleitdaten). Wenn da dann mal
einer Fichte eingibt, obwohl Buche auch noch dabei stand, dann fällt das
nicht ins Gewicht. Wenn aber einer der Birken-Steinpilz eingibt und Birke
notiert, dann wird das trotzdem nicht blindlings geglaubt, denn so seltene
und dabei kritische Funde werden wohl stets hinterfragt, um Bild oder
Exsikkat gebeten oder ähnliches. O.k., von Jürgen Schreiner und Christoph
Hahn würde ich's unbesehen glauben, aber schon bei mir selber müßte ich
das erst mal von jemand anderem bestätigen lassen um mir das zuzutrauen.
Ich kann nur alle ermuntern, Daten zu liefern, nach bestem Wissen und
Gewissen natürlich und ihrem Können entsprechend. Ganz klar ist, dass
lieber weniger und dafür sicher richtiges als mehr und manchmal unsicheres
eingegeben werden soll.
beste Grüße,
Andreas

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