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Hebelomasalat *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 8020 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!
Nicht Neues aus der Provinz. Seit Beginn der theoretisch besten Saison nur Wüste. Auch gut. So habe ich Zeit, täglich vor meiner privaten Hebeloma-Sammlung zu meditieren. In erster Linie natürlich mesophaeum, der in Menge um meine Koniferen und bei Nachbars um eine Birke fruktifiziert. Etwas abseits gibt es noch eine - wie ich glaube - andere Art, deren Namen ich aber für mich behalte (größere, abweichend geformte Sporen). Nun haben sich aber mesophaeum und Art X einander angenähert.

[image]

Oben: H. mesophaeum, leicht wettergeschädigt, mit den "milchkaffeebraunen" Lamellen. Unten Exemplare, die durch einen dunkel rotbraunen Hut, scharf begrenzten und schmalen Velumrest und nicht oder zumindest nicht deutlich erkennbar bräunenden Stiel auffallen. Die Sporen könnten nun allerdings gut zu mesophaeum passen (ich warte noch den Abwurf ab). Besonders irritierend sind die etwas dicklicheren Lamellen mit häufigen Gabelungen (in beide Richtungen) und andeutungsweisen Anastomosen. Davon habe ich noch nie etwas gehört.
Kann sich jemand einen Vers darauf machen?
Beste Grüße! pm.

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Re: Hebelomasalat

Helmut, (vor 8020 Tagen) @ pilzmel

Servus Pilzmel,

Hebeloma ist natürlich keine einfache Gattung und H. mesophaeum dazu noch vielgestaltig. Eine zusammenfassende Gattungsmonographie gibt es m. W. bisher auch nicht. Aber nicht Kollektionen, die einen helleren Rand haben, gehören deshalb automatisch zu H. mesophaeum. Vergleiche doch einfach nicht nur die Sporen, sondern auch die Cheilozystiden. Stimmen auch diese in Größe und Form überein, dürfte es sich um die selbe Art handeln. Wenn nicht, weißt Du zumindest, dass es eine andere Art ist.

In meinem Archiv ruhen etliche Kollektionen, die gut dokumentiert sind, aber noch keinen Namen haben. Kommt Zeit, kommt Wissen.

Gruß

Helmut

Hallo Pilzfreunde!
Nicht Neues aus der Provinz. Seit Beginn der theoretisch besten Saison nur
Wüste. Auch gut. So habe ich Zeit, täglich vor meiner privaten Hebeloma
-Sammlung zu meditieren. In erster Linie natürlich mesophaeum , der in
Menge um meine Koniferen und bei Nachbars um eine Birke fruktifiziert.
Etwas abseits gibt es noch eine - wie ich glaube - andere Art, deren Namen
ich aber für mich behalte (größere, abweichend geformte Sporen). Nun haben
sich aber mesophaeum und Art X einander angenähert.

Oben: H. mesophaeum , leicht wettergeschädigt, mit den
"milchkaffeebraunen" Lamellen. Unten Exemplare, die durch einen
dunkel rotbraunen Hut, scharf begrenzten und schmalen Velumrest und nicht
oder zumindest nicht deutlich erkennbar bräunenden Stiel auffallen. Die
Sporen könnten nun allerdings gut zu mesophaeum passen (ich warte noch
den Abwurf ab). Besonders irritierend sind die etwas dicklicheren Lamellen
mit häufigen Gabelungen (in beide Richtungen) und andeutungsweisen
Anastomosen. Davon habe ich noch nie etwas gehört.
Kann sich jemand einen Vers darauf machen?
Beste Grüße! pm.

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Re: Hebelomasalat

Andreas ⌂, (vor 8020 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut und Andreas,

Es gibt schon monografische Literatur zu Hebeloma, in erster Linie die Arbeiten von VESTERHOLT (Indusiatae, crstuliniforme-Gruppe - allerdings jeweils für Nordeuropa) und eine Gesamtbearbeitung von BON (erschienen in den Doc. Myc., ich glaube Heft 123, 2001)

Natürlich ist die Mikroskopie bei Hebeloma von ausschlaggebender Bedeutung. Allerdings sind gerade in der mesophaeum-Gruppe (Sekt. Indusiatae, also die beschleierten Fälblinge) die Zystiden recht einheitlich. Da geht nicht besonders viel. Dagegen sind die Sporen sowohl in Bezug auf Größe und Form als auch auf Dextrinoidität wichtig.
Makroskopisch wird auf das Bräunen des Stieles großen Wert gelegt, ferner auf Zwei- bzw. Einfarbigkeit des Hutes. Letzteres Merkmal ist diffiziel zu beurteilen, weil da natürlich auch Witterungseinflüße und Velumverhältnisse eine Rolle spielen.

Gerade die beschleierten Fälblinge mag ich eigentlich sehr gerne und ich denke auch einige Arten schon gefunden zu haben. Wie immer ist es natürlich fraglich, ob es so viele Arten gibt wie BON ausschlüsselt, aber immerhin dürfte doch ein Großteil davon eigenständige Taxa darstellen, auf welcher Rangstufe auch immer.

@Helmut: Ich bin an Hebeloma immer interessiert, falls Du mir Belege schicken magst und ich mir über den Winter Zeit lassen kann, würde ich mich drüber freuen.

beste Grüße,
Andreas

Servus Pilzmel,
Hebeloma ist natürlich keine einfache Gattung und H. mesophaeum dazu noch
vielgestaltig. Eine zusammenfassende Gattungsmonographie gibt es m. W.
bisher auch nicht. Aber nicht Kollektionen, die einen helleren Rand haben,
gehören deshalb automatisch zu H. mesophaeum. Vergleiche doch einfach
nicht nur die Sporen, sondern auch die Cheilozystiden. Stimmen auch diese
in Größe und Form überein, dürfte es sich um die selbe Art handeln. Wenn
nicht, weißt Du zumindest, dass es eine andere Art ist.
In meinem Archiv ruhen etliche Kollektionen, die gut dokumentiert sind, aber
noch keinen Namen haben. Kommt Zeit, kommt Wissen.
Gruß
Helmut

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Re: Hebelomasalat

pilzmel ⌂, (vor 8019 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut!
Ich klammere mich ebenfalls an die Hoffnung, daß Zeit und Wissen in Zusammenhang stehen. Die Pilze sind übrigens alle mesophaeum. Das ist aber auch ein furchtbar variabler Geselle. Auch irritiert, daß als Begleitbäume Kiefer, Fichte, Birke genannt werden - nicht Pappel.
Beste Grüße! pm.

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Re: Hebelomasalat

pilzmel ⌂, (vor 8019 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas!
Die Fälblinge sind zumindest tröstlich kurz vor dem Winter... Aber ansonsten zum Haareausraufen. Wenn du noch zwei Kollektionen über den Winter unterbringen könntest, wäre das toll. Nummer 1 habe ich mal als sacchariolens bestimmt, als ich noch dachte, es gibt höchstens 3 Arten in der Gattung. Bei Nummer 2 lande ich bei subcaespitosum, was wohl Unfug ist. Am besten, ich beschränke mich auf rothütige Pilze mit weißen Tupfen.
Beste Grüße! Andreas