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Re: Buchensteinpilze

Jochen Girwert, (vor 8015 Tagen) @ PB

Hallo,

900 Steinpilzstellen? Alle erwandert? Wer soll denn hier auf den Arm genommen werden? Habe ich da etwas missverstanden? 900 Steinpilze sammeln, das wäre schon gigantisch. Übrigens ist mir nicht ganz klar, was ein Buchensteinpilz sein soll. Den Sommersteinpilz kenne ich vor allem aus lichten, alten Rotbuchenbeständen, aber nicht ausschließlich. Oft wachsen dort auch Formen mit glatter Huthaut, die dem Fichtensteinpilz entsprechen. Esstechnisch kein Problem, aber bei der Zuordnung bekomme ich Zweifel.

Alles Gute, Jochen

Hallo Dominic.
Deine Frage nach den typischen Buchensteinpilzfundstellen kann man natürlich
nicht in einem Satz beantworten. Aber es gibt schon einige grundsätzliche
Gegebenheiten, die den Erfolg bei der „Buchensteinpilzsuche“ erheblich
steigern können.
Die erfolgreichste und schnellste Methode besteht darin, Kontakt zu
erfahrenen „Steinijägern“, möglichst am eigenen Wohnort, zu suchen. Leider
sind die meisten nicht bereit, ihr Wissen um Fundstellen und darüber, wie
man welche systematisch sucht und findet, weiterzugeben. Also, selber
suchen! Aber wie?
Als Erstes sollte man feststellen, wo es, möglichst in Wohnortnähe
Rotbuchenwälder gibt. Dabei können Topografische Karten eine große Hilfe
sein. Wenn mein Wohnort z. B. Ingolstadt?? wäre, würde ich mir als erstes
einmal die CD Top50 Version 4 Ganz Bayern auf CD anschaffen.
(http://www.geodaten.bayern.de/)
In der „pilzarmen Jahreszeit“, die nun vor uns liegt, kann man dann am PC
schon einmal die Stellen mit Laubwald (sind in den top. Karten
gekennzeichnet) heraussuchen und kennzeichnen, die man sich bei
Gelegenheit vor Ort anschauen möchte. Dabei sind Süd- und Südwesthanglagen
erfahrungsgemäß erste Sahne, wenn
a. an diesen Stellen alte lichte Rotbuchenbestände sind (je älter desto
besser, Stammduchmesser mind. 50 cm und mehr) und
b. die Sonne, wenn sie scheint, an diesen Stellen den Waldboden möglichst
auch einige Stunden am Tag erwärmt.
Mögliche Steinpilzstellen unter alten Rotbuchen erkennt man daran, das kein
oder kaum Bodenbewuchs (Ausnahme Moose) unter dem betreffendem Baum mit
Steinpilzmyzel in seinem oberflächennahem Wurzelwerk vorhanden ist.
Die beste Zeit für die systematische Steinpilzstellensuche ist der Winter
(keine Belaubung), vorausgesetzt es liegt kein Schnee
(Fundstellenbeurteilung nicht möglich).
Beispielbild

Da kann man die alten Rotbuchenbestände bei klarerer Sicht schon aus großer
Entfernung (Fernglas) erkennen und auf vorgefertigten
„PC-Kartenausdrucken“
Beispiel

diese Stellen kennzeichnen. Um zu beurteilen, ob diese gekennzeichneten
Stellen „potentielle Steinpilzfundstellen“ sind, muß man sich schon die
Mühe machen, diese Stellen zu erwandern. Vorort sollten, wenn diese
Stellen „pilzig“ aussehen, Fotos gemacht werden, was natürlich nur Sinn
macht, wenn man später auch noch rekonstruieren kann, welches Foto zu
welcher Stelle gehört. Da viele Steinpilzesucher die Bäume kennzeichenen
(Ast in den Boden stecken, Zeichen in Baumrinde schnitzen, Farbspray
usw.), unter denen sie Steinpilze gefunden haben, sollte man auch auf
derartige Zeichen achten, insbesondere, wenn diese wiederholt auftreten.
Wenn dann in der „steinpilzigen Jahreszeit“ (Mai bis November, beste Zeit
September) im PP-Forum über Funde berichtet wir, dann ist es Zeit
nachzuschauen, welche „potentiellen Steinpilzfundstellen“ fündig sind.
Nach meiner Erfahrung ist der Steinpilz bei geeigneten
Witterungsvoraussetzutngen zur rechten Zeit am rechten Ort ein Massenpilz.
Aber nicht lange, weil es so viele Interessenten gibt.
Von den mir bekannten Steinpilzfundstellen, z. Zeit ca. 900 in meiner
Datenbank gespeichert, Funde und Fundstellen durch dig. Fotos belegt, habe
ich die besten und auch die meisten durch die von mir beschriebene
Vorgehensweise entdeckt.
Das Gespür dafür, an welchen Stellen im Wald mit großer Wahrscheinlichkeit
Steinpilze wachsen, wird sich einstellen, wenn man genügend typische
Steinpilzfundstellen gesehen hat. Bei mir war es jedenfalls so.
Mit pilzigen Grüßen
Peter

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