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Pilzpirsch am Lech *PIC*

AK_CCM, (vor 7967 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem die graue Wolkendecke gestern Nachmittag aufriss, zog es mich hinaus ins Freie, genauer gesagt an den Lech. Auf dem Weg dorthin durchquerte ich zuerst ein Buchenwäldchen. Darin habe ich auf einigen Stubben bereits die ersten Samtfussrüblinge gefunden:

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Bisher hatte ich F. velutipes immer nur auf Weide und auf Pappel angetroffen. Doch wie ich bereits mehreren Beiträgen hier im Forum entnehmen konnte, sind die Samtfussrüblinge gar nicht so wählerisch, was das Substrat anbelangt.

Auf einem liegenden Buchenstamm stieß ich auf die Fruchtkörper eines Porlings, vermutlich des Rotrandigen Baumschwamms. Interessant finde ich die Fruchtkörper an der unteren Hälfte des Stammes, sie bestanden fast nur aus Poren:

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An das Buchenwäldchen grenzte ein Streifen Fichte. Hier habe ich auf einem nahezu vollständig bemoosten Baumstumpf diesen Porling entdeckt. Könnte das ein Wurzelschwamm sein?

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Dann traf ich auf eine Gruppe Birken. Auch hier "wütete" ein Porling. Richtig bizarr mutet der Wuchs des Fruchtkörpers an, der auf einem der liegenden Stammabschnitte thronte. Daneben stand noch der Rest einer Birke mit weiteren Fruchtkörpern. Vermutlich ebenfalls der Rotrandige Baumschwamm?

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Am Ufer des Lechs bot sich dann ein anderes Bild: viele Eschen (extrem Speisemorchel-verdächtig), Birken und Weiden. Auch knorrige und bemooste Holunderbäume standen dazwischen, von denen ich etliche frische Judasohren gebrockt habe:

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Das Highlight war ein großer umgestürzter Baum, an dem massenhaft Fruchtkörper des Samtfussrüblings hingen. Vor lauter Euphorie habe ich glatt vergessen, den Baum zu bestimmen - hole ich aber nach. Werde dort in 2 Wochen nochmals vorbeischauen, denn es wuchsen noch etliche Baby-Pilze an dem Baum:

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Auf dem Rückweg bin ich dann noch ein paar Birkenporlingen begegnet. Die Fruchtkörper wuchsen korrekt ausgerichtet auf einem abgebrochenen, vertikal am Boden aufstehenden Ast:

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Am Ende meiner Tour wurde ich noch mit einem tollen Farbenspiel am Himmel belohnt: Die untergegangene Sonne hat die Wölkchen am Himmel noch einmal richtig zum Glühen gebracht:

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Insgesamt konnte sich meine Beute durchaus sehen lassen. Schade nur, dass ich erneut keine Austernseitlinge zu Gesicht bekam.

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Für Kommentare und Berichtigungen bin ich immer offen!

Auf ein gutes Pilzjahr

Andreas

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Und was passiert

Abt, (vor 7967 Tagen) @ AK_CCM

nun mit den Judasohren, Andreas?
Ich finde stets nur so wenige davon, dass ich sie bisher noch nie geerntet habe...
Gruss,
Marcel

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Lassen sich prima trocknen und dann verwenden *oT*

Dedimyk, (vor 7967 Tagen) @ Abt

- kein Text -

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Re: Lassen sich prima trocknen und dann verwenden

AK_CCM, (vor 7967 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Marcel, hallo Detlef,

wie Detlef bereits angemerkt hat, habe ich die Judasohren und auch meinen restlichen Fang getrocknet (2 volle 34er Siebe Samtfussrüblinge und 1 dreiviertelvolles Sieb Judaohren). Beeindruckend, auf welche Größe die Ohrlappenpilze zusammenschrumpfen. Jetzt muss ich nur noch überlegen, was ich mit den Judasohren anstelle: vielleicht irgend etwas Asiatisches..?

Viele Grüße

Andreas

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Re: Lassen sich prima trocknen und dann verwenden

Harald Andres Schmid, (vor 7967 Tagen) @ AK_CCM

Jetzt muss ich nur noch überlegen, was
ich mit den Judasohren anstelle: vielleicht irgend etwas Asiatisches..?

Ausschliesslich!
Im herkömmlichen, westlichen Sinn (gustatorische Aufwertung des Kochguts anstrebend) lassen sich Judasohren nicht verwenden.
Sie sind nämlich zu hundert Prozent geschmacklos, oder - um es netter zu sagen - geschmacksneutral.
Asiatische Küche benutzt Pilze zum Teil ganz anders als wir dies tun.
Vieles was bei uns an Becherlingen, Oehrlingen, etc. als ungeniessbar eingestuft wird, wandert dort mit Wonne in die Pfanne, denn das Ziel ist durchaus Genuss - Biss-Genuss!
Was bei uns als zäh und deshalb ungeniessbar deklariert wird, entfaltet in der Wok-Pfanne genau die richtige Konsistenz für die Beisserchen.
Da prallen wirklich Welten aufeinander.
Das Judasohr gehört genau in diese Kategorie. In asiatischen Suppen gibt es, obwohl weich und lappig beim ersten Kontakt mit der Zunge, troztdem noch ein wenig Biss-Widerstand, womit es seine Daseinsberechtigung in der Küche erschöpft hat, denn - schmecken tut es wirklich nicht!

Viele Grüße
Andreas

Lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Lassen sich prima trocknen und dann verwenden

Abt, (vor 7966 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Genau sowas hatte ich auch schon gehört. Also lass ich dem Holunder seine Hörmuscheln.
Marcel

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Ist Fencheltramete Gloephyllum odoratum, Detlef

Dedimyk, (vor 7967 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Dein Wurzelschwamm ist die Fencheltramete Gloephyllum odoratum.Wenn Du das nächste Mal hingehst schnuppere daran.Sie duftet angenehm nach Anis/Fenchel.
Typisches Wachstum auf Nadelholz, überwiegend Fichte.

Gruß Detlef

Hallo zusammen,
nachdem die graue Wolkendecke gestern Nachmittag aufriss, zog es mich hinaus
ins Freie, genauer gesagt an den Lech. Auf dem Weg dorthin durchquerte ich
zuerst ein Buchenwäldchen. Darin habe ich auf einigen Stubben bereits die
ersten Samtfussrüblinge gefunden:
Bisher hatte ich F. velutipes immer nur auf Weide und auf Pappel angetroffen.
Doch wie ich bereits mehreren Beiträgen hier im Forum entnehmen konnte,
sind die Samtfussrüblinge gar nicht so wählerisch, was das Substrat
anbelangt.
Auf einem liegenden Buchenstamm stieß ich auf die Fruchtkörper eines
Porlings, vermutlich des Rotrandigen Baumschwamms. Interessant finde ich
die Fruchtkörper an der unteren Hälfte des Stammes, sie bestanden fast nur
aus Poren:

An das Buchenwäldchen grenzte ein Streifen Fichte. Hier habe ich auf einem
nahezu vollständig bemoosten Baumstumpf diesen Porling entdeckt. Könnte
das ein Wurzelschwamm sein?


Dann traf ich auf eine Gruppe Birken. Auch hier "wütete" ein
Porling. Richtig bizarr mutet der Wuchs des Fruchtkörpers an, der auf
einem der liegenden Stammabschnitte thronte. Daneben stand noch der Rest
einer Birke mit weiteren Fruchtkörpern. Vermutlich ebenfalls der
Rotrandige Baumschwamm?

Am Ufer des Lechs bot sich dann ein anderes Bild: viele Eschen (extrem
Speisemorchel-verdächtig), Birken und Weiden. Auch knorrige und bemooste
Holunderbäume standen dazwischen, von denen ich etliche frische Judasohren
gebrockt habe:
Das Highlight war ein großer umgestürzter Baum, an dem massenhaft
Fruchtkörper des Samtfussrüblings hingen. Vor lauter Euphorie habe ich
glatt vergessen, den Baum zu bestimmen - hole ich aber nach. Werde dort in
2 Wochen nochmals vorbeischauen, denn es wuchsen noch etliche Baby-Pilze
an dem Baum:

Auf dem Rückweg bin ich dann noch ein paar Birkenporlingen begegnet. Die
Fruchtkörper wuchsen korrekt ausgerichtet auf einem abgebrochenen,
vertikal am Boden aufstehenden Ast:
Am Ende meiner Tour wurde ich noch mit einem tollen Farbenspiel am Himmel
belohnt: Die untergegangene Sonne hat die Wölkchen am Himmel noch einmal
richtig zum Glühen gebracht:
Insgesamt konnte sich meine Beute durchaus sehen lassen. Schade nur, dass ich
erneut keine Austernseitlinge zu Gesicht bekam.

Für Kommentare und Berichtigungen bin ich immer offen!
Auf ein gutes Pilzjahr
Andreas

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Re: Ist Fencheltramete Gloephyllum odoratum, Detle

AK_CCM, (vor 7967 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,

vielen Dank für Deine Bestimmung. Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich den Pilz auf dem Baumstumpf nicht erkannt habe: Der Wurzelschwamm hat ja keine gelbliche sondern eine weiße Zuwachskannte und Porenschicht.

Mit den Gerüchen ist das so eine Sache, da liege ich (leider) ziemlich oft daneben (siehe auch die erst kürzlich stattgefundene Diskussion über Mehlgeruch.

Schönen Gruß

Andreas

Hallo Andreas,
Dein Wurzelschwamm ist die Fencheltramete Gloephyllum odoratum.Wenn Du das
nächste Mal hingehst schnuppere daran.Sie duftet angenehm nach
Anis/Fenchel.
Typisches Wachstum auf Nadelholz, überwiegend Fichte.
Gruß Detlef

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Re: Ist Fencheltramete Gloephyllum odoratum, Detle

Dedimyk, (vor 7966 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

wenn Du auch meinst mit Deinen Gerüchen oft daneben zu liegen, bei der Fencheltramete gibt es keine Geruchsirretationen. Die angenehme Duftkomponente Anis/Fenchel ist so stark ausgeprägt, daß eine Verwechselung nicht möglich ist.
Ich rate Dir, wenn Du nochmal in dem Revier streifst, eine Geruchsprobe zu machen, vor allem auch darum um sich den Geruch einzuprägen.
Denn solltest Du das Glück haben, denn seltenen Laubholz-Harzporling Ischnoderma resinosum zu finden, über den wir vor einigen Wochen im Forum diskutierten( Unterschied I. resinosum zu I. benzoinum ), dann ist eines seiner Erkennungsmerkmale eben dieser angenehme Anis/Fenchel-Duft.

Herzliche Grüße Detlef

Hallo Detlef,
vielen Dank für Deine Bestimmung. Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich den
Pilz auf dem Baumstumpf nicht erkannt habe: Der Wurzelschwamm hat ja keine
gelbliche sondern eine weiße Zuwachskannte und Porenschicht.
Mit den Gerüchen ist das so eine Sache, da liege ich (leider) ziemlich oft
daneben (siehe auch die erst kürzlich stattgefundene Diskussion über
Mehlgeruch.
Schönen Gruß
Andreas

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Berichtigung? *PIC*

elfi ⌂, (vor 7966 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,
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Ich hoffe, du bist mit der Berichtigung einverstanden...?
Grüße
elfi [image]