Re: Statt Austernseitlingen Natur pur gefunden
Hallo Mäxle
Die Biber haben sich vor drei, vier Jahren hier angesiedelt.
Schade dass sich die Samtfussrüblinge bislang noch nicht gross blicken liessen.
Letztes Jahr habe ich zumindest am Nordufer der Aare viele davon gesehen.
Mir selber sind heute aber auch fast keine Pilze begegnet.
Ich absolviere Deinen heutigen Rundgang meistens einmal in der Woche im Jogginganzug. Sobald sich die Rüblinge und Seitlinge blicken lassen, melde ich mich wieder.
Liebe Grüsse
Max
Hallochen
Max hat mich gestern mit seinem Tipp auf eine mir bisher unbekannte Fährte
gelockt, die ich in Anbetracht der sonnigen Wetterprognose heute Morgen
unter die Füsse genommen habe (bei dickem Nebel, aber der sollte sich ja
auflösen!). Start war bei einem Wasserkraftwerk, von wo aus ein Weg
entlang der Aare führt, wo ich mir einige Funde von Austernseitlingen
erhoffte. Die steile, mit üppigem Buschwerk und Bäumen bewachsene Böschung
und die glitschigen bzw. matschigen Verhältnisse (ohne einen
Abseilpartner) liessen es aber nicht zu, bis zum Ufer des Flusses
vorzudringen, obwohl es dort vielleicht einiges zu entdecken gegeben
hätte. Was auffiel, war einmal die starke Bemoosung der Bäume sowie der
grünspanartige Belag auf fast allen Sträuchern, wie ich es zuvor in
unseren Breitengraden in dieser Intensität noch nie gesehen hatte:
Endlich konnte ich den matschigen Weg entlang der teilweise überfluteten
Felder hinter mir lassen und gelangte in ein Waldgebiet, wo mir dieser
leuchtende Porling entgegen lachte:
Aber das war es ja nicht, wonach ich suchte. Ab und zu entdeckte ich mit
Samtfussrüblingen bewachsene Bäume, die sich im nun mit Schilfgras
bewachsenen Ufer farblich hervorhoben. Plötzlich eine Entdeckung, mit der
ich nicht gerechnet hatte - sollte es hier etwa Biber geben? Die Spuren
waren ja eindeutig:
Ein Stückchen weiter dies:
Der Fall war klar - eine mächtige Biberburg:
Angeknabberte, bereits gefällte oder kurz vor dem Fall stehende Bäume
begleiteten mich von nun an bis zu diesem kleinen See, wo die Biber ihre
Spuren bereits hinterlassen hatten:
Wenn mir auf dieser 3 1/2-stündigen Wanderung auch keine Austernseitlinge
begegnet sind, die Sonne nie zum Vorschein kam, ich mittlerweile vom
feuchten Wetter zu frösteln begann und die Nase nun schneller läuft als
ich sie putzen kann, danke ich Max für seinen Tipp, dieses wahrlich
ursprüngliche Stückchen Natur näher kennen zu lernen, wobei ich mich
verwundert fragen muss, warum sich die Biber der ständigen Geräusch-
kulisse der nahen Autobahn ausgesetzt haben.
Verschnupfte Grüessli vom Mäxle.