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Re: Zur Ernährungsweise der Morcheln

Jürgen, (vor 7876 Tagen) 2.109 Beiträge @ Andreas

Dummerweise habe ich die Aufstellung, welche Baumarten außer Esche noch

Glukose-Freisetzer sind nicht mehr.<<

Hallo Andreas,

mit großer Wahrscheinlichkeit der Apfelbaum. Ich kenne mehrere esculenta-Fundstellen in Streuobstbeständen, wo als potenzieller Baumpartner - aber müssen das unbedingt "Bäume" sein? - nur Malus in Frage kommen kann.

Grüße, Jürgen

im Thread von AK_CCM (stellvetretend:
Beitrag 78129 )
ist die Diskussion über eventuelle Mykorrhizabindung der Morcheln
aufgekommen. Ich möchte diesbezüglich die Ergebnisse eines französischen
Kollegen wiedergeben, die meiner Meinung nach sehr plausibel klingen.
Allerdings bin ich mit diesem Thema (Chemie) wenig familiär und außerdem
ist die Diskussion dort schon 3 Jahre her und die eigentlich erklärende
mail damals wurde mir privat geschickt und befindet sich nach dieser
langen Zeit nicht mehr in meiner Mailbox.
Es wurde festgestellt, dass es Arten(-gruppen) gibt, die ausschließlich als
Pionierstadien vorkommen ("colonisatrices") und andere
Arten-Gruppen die nach einer Besiedlung ausdauernd ("perénné",
sprich mehrjährig) vorkommen.
1. Zur Pioniergruppe gehören M. hortensis (das ist meiner Meinung nach unsere
Rindenmulch-Morchel) und M. dunensis. Sie ernähren sich von schnell
freigesetzten Saccharose-Zuckern (glaub ich ....) und wenn nach kurzer
Zeit diese aufgebraucht sind muss eben ein neuer Standort besiedelt
werden. Vielleicht trägt die Sklerotisierungsmöglichkeit bei diesen Arten
zu ihrer Verbreitung mittels Rindenschrot bei.
2. Zur Gruppe der Ausdauernden gehören: a) die Speisemorcheln
(esculenta-Gruppe), die an Bäume gebunden sind, die Glukose und dessen
Derivate freisetzen (wohlgemerkt freisetzen , es handelt sich nicht um
eine Wurzelverbindung zwischen Pilz und Baum!).
b) die Spitzmorcheln (conica/elata-Gruppe), die an freigesetzte Saccharose
gebunden sind (bin mir nicht mehr ganz sicher, jedenfalls sind sie nicht
an Glykose(-derivate) gebunden).
Dummerweise habe ich die Aufstellung, welche Baumarten außer Esche noch
Glukose-Freisetzer sind nicht mehr. Vielleicht kann da jemand anderer
etwas dazu herausbekommen. Eiche ist in begrenztem Maße auch dazu
befähigt. Dies erklärt die Speisemorchel-Standorte ohne Esche und auch
warum die esculentas nicht auf Rindenmulch vorkommen.
Geforscht wurde damals (2002) von Prof. Buscot und seiner Gruppe, der sich
inzwischen in Leipzig betätigt. Diese unterschiedliche Ernährungsweisen
bestätigen die Ergebnisse die Christoph im DGfM-Forum präsentiert hat
(http://www.dgfm-ev.de/forum/thread.php?threadid=47#post199). Auch hieran
war Prof. Buscot beteiligt.
beste Grüße,
Andreas

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