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Traniger Glöckling ? *PIC*

Gelbfieber, (vor 7865 Tagen)

Hallo und guten Tag,

bei der Durchsicht meiner Fundbilder vom 11. April 2005 ist mir noch mal der unten abgebildete Pilz aufgefallen den ich noch nicht so recht in die „richtige Schublade“ einordnen kann.
Da ich kein Mikroskop habe und diesen Pilz noch nie gefunden habe muß ich die makroskopischen Merkmale noch stärker beachten und spreche ihn momentan als Tranigen Glöckling Entoloma hirtipes an.

Beschreibung des Pilzes:

Hut: 3 – 4cm Durchmesser, dunkelbraun, gerieft, halbkugelig
Lamellen: Beige
Stiel: 8 – 10cm, längsfaserig, teilweise doppelstielig/flachgedrückt, grau bis braun, Basis deutlich weißfilzig.
Geruch: Auffallend nach Gurke/Mehl
Fundort: Am Wegrand, Moos bzw. Gras, gesellig, unter Fichten.
Funddatum: 11.April 2005

Die makroskopische Beschreibung und die Bilder passen m. E. gut auf Entoloma hirtipes.
Was meint ihr dazu?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche

[image] http://www.naturfoto-kontor.de

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Re: Traniger Glöckling ?

Schwammerlkönig, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,
ich kann dir zwar ad hoc nicht sagen, um welchen Pilz es sich dabei handelt, aber ich glaube nicht, dass es ein traniger Glockling ist, der sieht etwas anders aus und riecht, wie der Name schon sagt nach Tran und nicht nach Mehl oder Gurken. Der Entoloma hirtipes wäre auch der gebrechliche Glöckling und nicht der tranige. Da kommt dein Bild schon eher hin. Aber wie gesagt, ich denke nicht dass es der tranige Glöckling ist.

LG Peter

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Re: Traniger Glöckling ?

Alpenhans, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi!

Bin zwar kein Experte, gaube aber, dass Du absolut richtig liegst.

Liebe Grüße Hans

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Korrektur

Schwammerlkönig, (vor 7865 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Birgit, gerade habe ich in meinem schlauen Buch nochmal nachgesehen. Der tranige oder gebrechliche sind ein und der selbe Pilz. Jedoch vermisse ich auf den Bildern die Papille auf dem Hut. Genau wird's vielleicht das Mikroskop sagen,aber da bin ich absoluter Laie.

LG Peter

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Birgit ??? *oT*

Gelbfieber, (vor 7865 Tagen) @ Schwammerlkönig

- kein Text -

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Re: Korrektur *PIC*

EricS ⌂, (vor 7865 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Gelbfieber, hallo Peter,

meine diesjährigen hirtipes (so hab ich sie zumindest bestimmt *g*) waren auch nicht papilliert, bzw. nicht so, daß man von einem typischen, auffallenden Bestimmungsmerkmal ausgehen könnte. Makro- wie mikroskopisch sprach nichts gegen die Bestimmung (bestimmt nach dem Noordeloos'schen Schlüssel aus den Beiheften zur Nova Hedwigia), allerdings mißtraue ich meinen Fähigkeiten, einen Rötling sicher zu bestimmen doch noch ziemlich ;).

Vom ähnlichen Entoloma vernum (Frühlings-Giftrötling) läßt sich hirtipes durch die vorhandenen Cheilocystiden abgrenzen. Allerdings können im Frühjahr auch weitere Arten auftauchen (z.B. E. conferendum oder E. cuneatum), die eine entfernte Ähnlichkeit mit den genannten Arten besitzen.

Anbei noch ein paar Bilder vom angesprochenen Fund:

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Viele Grüße,

Eric

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Sorry Gelbfieber, war ein freud'scher Verschreiber *oT*

Schwammerlkönig, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

- kein Text -

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Re: Traniger Glöckling ?

zuehli ⌂, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi,

für Entoloma hirtipes fehlt mir da irgendwie die Papille. Ich habe allerdings keine Erfahrung, inwieweit der mit solch einem "glatten" Hut verkommt.
Rein gefühlsmäßig bin ich nicht für Entoloma hirtipes.
Hilft eben doch nur das Mikroskop.
Gruß Harald

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Re: Traniger Glöckling ? *PIC*

interhias ⌂, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo,

ich glaube, du liegst ganz richtig. Verwechseln kann man Entoloma hirtipes z.B. mit Entoloma vernum, dem Frühlings-Rötling, der aber nicht nach Mehl riecht. Ansonsten sollen die beiden Arten makroskopisch aber sehr ähnlich sein.

Hier zum Vergleich zwei Fotos vom 22.03.2004:
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Bei diesen Exemplaren konnte ich keinen Mehlgeruch feststellen, vermutlich dürfte es also Entoloma vernum sein. Sie sehen den deinen aber sehr ähnlich, vor allem die leicht verdrehten Stiele sind typisch.
Damals hatte ich mir Folgendes notiert:
Beschreibung: Hutdurchmesser 1-3 cm; auffallend der kräftige (bis ca. 10 cm hoch), immer leicht verdrehte, hohle, rillige Stiel mit weißem Myzelfilz um die Basis; ohne besonderen Geruch; Sporenpulver: rosa-braun (Nr. 1a auf der Sporenpulvertafel im BLV-Handbuch von Gerhardt); Bestimmung: Tipps aus dem PilzePilze-Forum deuten auf den Frühlings-Rötling (Entoloma vernum), was auch durch die Farbe des Sporenpulvers bestätigt wird; auch Entoloma hirtipes wurde genannt, ein mehlig-gurkiger oder traniger Geruch war aber

Gruß aus München
Hias

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Re: Traniger Glöckling ?

Tommy, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

Ja, sieht sehr nach E. hirtipes aus. Standort würde auch passen.
Sollte allerdings schon irgendwie "fischeln", Mehl- oder Gurkengeruch passt keinesfalls.
Recht typisch übrigens auch die weißen "Söckchen" und die gewundene Längsfaserung des Stiels.

LG, Tommy

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Re: Traniger Glöckling ?

Gelbfieber, (vor 7865 Tagen) @ Tommy

Hallo Tommy,

nun bin ich aber arg über deine Aussage verwundert das Mehl oder Gurkengeruch keinesfalls passt. Denn gerade der mehlige/gurkige/tranige Geruch ist von Entoloma hirtipes bekannt und auch so in meiner Literatur beschrieben.

Liebe Grüße
Gelbfieber

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Re: Traniger Glöckling ?

Tommy, (vor 7865 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Tommy,
nun bin ich aber arg über deine Aussage verwundert das Mehl oder Gurkengeruch
keinesfalls passt. Denn gerade der mehlige/gurkige/tranige Geruch ist von
Entoloma hirtipes bekannt und auch so in meiner Literatur beschrieben.
Liebe Grüße
Gelbfieber

Ich bin ehrlich gesagt stets verwundert hinsichtlich des in der Literatur vermerkten Mehlgeruchs von E. hirtipes. (Von Gurkenaroma hab' ich bis jetzt gottlob nix gelesen). Für meine Nase ist der "mykologische Mehlgeruch" ganz anderswo angesiedelt (Note Calocybe gambosa z.B., oder Clitopilus prunulus).
E. hirtipes hat einen für mich so ausgeprägten Geruch nach Fischöl, dass ich die Art jederzeit mit geschlossenen Augen an Hand des olfaktorischen Eindrucks
erkennen würde. Exkursionsteilnehmer, die ich immer wieder auf dieses m.E. typische Erkennungsmerkmal hinweise, bestätigen dies eigentlich durch die Bank, sodass ich bisher davon ausging, das Merkmal sei verlässlich. Auch meine Kollegen von der ÖMG, wie etwa A. Hausknecht, erachten den fischigen Geruch als arttypisches Merkmal (letzterer machte mich seinerseits vor Jahren darauf aufmerksam).
Vielleicht sollte ich mich einer Auffassung von Mehlgeruch "sensu lato" befleissigen...*gg*

Liebe Grüße,
Tommy

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Re: Traniger Glöckling ?

Wolfgang P., (vor 7864 Tagen) @ Gelbfieber

... muß ich die
makroskopischen Merkmale noch stärker beachten und spreche ihn momentan
als Tranigen Glöckling Entoloma hirtipes an.

Ich denke auch, die Bestimmung ist richtig:

- einen Buckel kann, aber muss die Art nicht haben

- auf dem ersten Bild scheinen die Lamellenschneiden deutlich heller zu sein - ein untrügliches Zeichen für Cheilocystiden. Wer schon kein Mikroskop hat. sollte da zumindest die Lupe bemühen und nicht nur bei Rötlingen die Lamellenschneide genau beobachten.

- Geruch nach Gurke und ranzig-tranig-fischig sind (mykologisch betrachtet) tatsächlich dasselbe, und werden von verschiedenen Personen verschieden wahrgenommen - besonders wenn noch Mehlgeruch 'drunterliegt. Für mich riecht der Gurkenschnitzling auch nach Lebertran.

- es gibt ja nur wenige Rötlinge im Wald im Frühjahr.

- einzig der Standort spräche eher für vernum, da hirtipes eher eine Art basischer, reicher (Laub-)wälder ist, während vernum die mageren, sauren Nadelwälder bevorzugt. Dagegen spricht aber Geruch und Lamellenschneide.

Grüße,

Wolfgang

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Erweiterte makroskopische Beschreibung/Bilder *PIC*

Gelbfieber, (vor 7863 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Tag,

gestern habe ich meinen Geruchssinn noch mal an dem vermeintlichen Tranigen Glöckling Entoloma hirtipes getestet und muß sagen das er tatsächlich auch tranig/fischig riecht. Aber, und das muß ich noch mal ganz deutlich sagen, es ist auch eine mehlig/gurkige Komponente dabei.
Möglicherweise habe ich beim ersten Mal an jungen Fruchtkörpern gerochen denn vor 4 Tagen standen an der Fundstelle 10 - 15 Frk. und gestern waren es hunderte!
Auch meine Angaben zur Hutform muß ich ergänzen. Der Hut hat eine deutliche Papille und ist beige/braun zum Rand hin dunkelbraun.
Die Sporenfarbe ist braun/rosa wie auf den Bildern 3 und 4 zu sehen ist.

Liebe Grüße
Gelbfieber

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Re: Erweiterte makroskopische Beschreibung/Bilder

zuehli ⌂, (vor 7863 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi,

jetzt hast Du mich überzeugt. Ich schließe mich meinen Vorrednern an....

Gruß Harald