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Kiefernnadel-Becherchen (Desm. acicola), v. Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 7857 Tagen)

Hallihallo,
ich habe mich vor kurzem im nächstgelegenen Kiefern-Eichen-Lärchen-Mischwald umgesehen. Nach gut 300 umgedrehter Kiefernnadeln hatte ich dann das, wonach ich suchte: Eine ordentliche Kollektion der hier wohl eher seltenen Desmazierella acicola, Kiefernnadel-Becherchen.

Des weiteren habe ich noch eine weitere, freudige Entdeckung machen können: Arachnopeziza aurelia, auf Nadeln, Blättern und Eichelschalen, doch dazu später mehr. Im Folgenden eine Beschreibung von Desmazierella acicola:

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Fruchtkörper, ca. x30

Makroskopische Beschreibung des Fundes vom 11.04.05:

Fruchtkörper 0,5-4 (6) mm breit, anfangs kugelig, dann becher- bis schüsselförmig, zuletzt flach ausgebreitet, ohne Stiel dem Substrat angeheftet; Hymenium etwas hervorgewölbt oder flach, dicht mit kurzen, borstigen, schwarzbraunen Härchen übersät, olivbräunlich bis hellbraun, haselbraun; Rand mit bis zu 1 mm langen, steifen, schwarzen Haaren dicht besetzt, diese ragen meist starr nach oben; Außenseite ebenfalls haarig, schwarzbräunlich.

Mikroskopische Beschreibung:

Sporen 15-17x9-10,5 µm, elliptisch, glatt, hyalin, Enden abgerundet, an beiden Enden mit kleinen, jedoch deutlichen Tropfen, anfangs mit hyaliner, recht weiter Hülle, die im Alter aufreißt und verloren geht (liegt oft direkt neben den Sporen).

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Sporen, x400 und x600

Asci bis 320 µm lang, achtsporig, hyalin, zylindrisch bis etwas keulig, langstielig, apikal abgerundet oder etwas abgeflacht, dünnwandig; Sporen regelmäßig uniseriat.

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Asci und Sporen, x400

Paraphysen keine beobachtet, wohl aber unzählige, haarähnliche Gebilde, die büschelig oder einzeln zwischen den Asci herausragen und diese um 2-8 µm überragen, zylindrisch, apikal zugespitzt, septiert, +/- dickwandig, oben braun, abwärts weißlich, hyalin, auf ganzer Länge, vor allem aber im oberen Bereich inkrustiert.

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Haarähnliche Gebilde im Hymenium, x1000

Hymenialhaare 300-400x3-5 µm, zwischen den Asci herausragend, zylindrisch bis etwas lanzettlich, apikal zugespitzt, dort hellbräunlich, abwärts dann schwarzbraun bis schwarz und gegen die Basis heller bräunlich und schließlich hyalin, septiert, dickwandig (bis 0,4 µm), etwas inkrustiert.

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Hymenialhaare, x1000

Randhaare 300-1200 µm lang, bis 8 µm dick, apikal zugespitzt, recht dickwandig (bis 0,6 µm), septiert, an der Spitze hellbräunlich, abwärts schwarzbraun bis schwarz, +/- glatt erscheinend, nicht inkrustiert.

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Randhaare, x400

Standort:

An feuchtliegenden Kiefernnadeln (Waldkiefer, Pinus sylvestris), nach meiner Beobachtung weniger dort, wo die Nadeln unter Laub vergraben sind, sondern eher an Stellen wo die Nadeln an der Oberfläche liegen. Dort muss man dann schon ein wenig wühlen und natürlich ein geübtes Auge haben, da die meist einzeln an einer Nadel wachsenden, eher dunklen Fruchtkörper nur schwer auszumachen sind.

Phänologie:

März bis Mai.

Verbreitung:

Offenbar selten, wahrscheinlich aber häufiger übersehen. Nach 30 Minuten Suche hatte ich ca. 20 Nadeln mit jeweils 1-2 Fruchtkörpern, in den ersten 15 Minuten hatte ich nur einen einzigen Fruchtkörper finden können, d.h. man muss hier ein wenig Geduld haben, bis man irgendwann die richtige Stelle findet.

Bemerkungen:

Bei Desmazierella acicola handelt es sich um einen Vertreter der Sarcoscyphaceae (also Pezizales => operculat). Die Art der monotypischen Gattung kennzeichnet sich unverwechselbar durch die überall behaarten Fruchtkörper sowie durch den Standort im Frühling (gerne auch nach der Schneeschmelze) an abgestorbenen Kiefernnadeln.

Beste Grüße, Kazuya

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Re: Kiefernnadel-Becherchen (Desm. acicola), v. Ka

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7857 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

danke für diese schönen und informativen Bilder! Ich werde auch mal Ausschau nach diesem attraktiven Winzling halten.

Viele Grüsse, Markus

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Re: Kiefernnadel-Becherchen (Desm. acicola), v. Ka

Nobi, (vor 7857 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallihallo,
ich habe mich vor kurzem im nächstgelegenen Kiefern-Eichen-Lärchen-Mischwald
umgesehen. Nach gut 300 umgedrehter Kiefernnadeln hatte ich dann das,
wonach ich suchte: Eine ordentliche Kollektion der hier wohl eher seltenen
Desmazierella acicola, Kiefernnadel-Becherchen.
Des weiteren habe ich noch eine weitere, freudige Entdeckung machen können:
Arachnopeziza aurelia, auf Nadeln, Blättern und Eichelschalen, doch dazu
später mehr. Im Folgenden eine Beschreibung von Desmazierella acicola:

Fruchtkörper, ca. x30
Makroskopische Beschreibung des Fundes vom 11.04.05: Fruchtkörper 0,5-4 (6)
mm breit, anfangs kugelig, dann becher- bis schüsselförmig, zuletzt flach
ausgebreitet, ohne Stiel dem Substrat angeheftet; Hymenium etwas
hervorgewölbt oder flach, dicht mit kurzen, borstigen, schwarzbraunen
Härchen übersät, olivbräunlich bis hellbraun, haselbraun; Rand mit bis zu
1 mm langen, steifen, schwarzen Haaren dicht besetzt, diese ragen meist
starr nach oben; Außenseite ebenfalls haarig, schwarzbräunlich.
Mikroskopische Beschreibung: Sporen 15-17x9-10,5 µm, elliptisch, glatt,
hyalin, Enden abgerundet, an beiden Enden mit kleinen, jedoch deutlichen
Tropfen, anfangs mit hyaliner, recht weiter Hülle, die im Alter aufreißt
und verloren geht (liegt oft direkt neben den Sporen).


Sporen, x400 und x600
Asci bis 320 µm lang, achtsporig, hyalin, zylindrisch bis etwas keulig,
langstielig, apikal abgerundet oder etwas abgeflacht, dünnwandig; Sporen
regelmäßig uniseriat.

Asci und Sporen, x400
Paraphysen keine beobachtet, wohl aber unzählige, haarähnliche Gebilde, die
büschelig oder einzeln zwischen den Asci herausragen und diese um 2-8 µm
überragen, zylindrisch, apikal zugespitzt, septiert, +/- dickwandig, oben
braun, abwärts weißlich, hyalin, auf ganzer Länge, vor allem aber im
oberen Bereich inkrustiert.

Haarähnliche Gebilde im Hymenium, x1000
Hymenialhaare 300-400x3-5 µm, zwischen den Asci herausragend, zylindrisch bis
etwas lanzettlich, apikal zugespitzt, dort hellbräunlich, abwärts dann
schwarzbraun bis schwarz und gegen die Basis heller bräunlich und
schließlich hyalin, septiert, dickwandig (bis 0,4 µm), etwas inkrustiert.

Hymenialhaare, x1000
Randhaare 300-1200 µm lang, bis 8 µm dick, apikal zugespitzt, recht
dickwandig (bis 0,6 µm), septiert, an der Spitze hellbräunlich, abwärts
schwarzbraun bis schwarz, +/- glatt erscheinend, nicht inkrustiert.

Randhaare, x400
Standort: An feuchtliegenden Kiefernnadeln (Waldkiefer, Pinus sylvestris),
nach meiner Beobachtung weniger dort, wo die Nadeln unter Laub vergraben
sind, sondern eher an Stellen wo die Nadeln an der Oberfläche liegen. Dort
muss man dann schon ein wenig wühlen und natürlich ein geübtes Auge haben,
da die meist einzeln an einer Nadel wachsenden, eher dunklen Fruchtkörper
nur schwer auszumachen sind.
Phänologie: März bis Mai.
Verbreitung: Offenbar selten, wahrscheinlich aber häufiger übersehen. Nach 30
Minuten Suche hatte ich ca. 20 Nadeln mit jeweils 1-2 Fruchtkörpern, in
den ersten 15 Minuten hatte ich nur einen einzigen Fruchtkörper finden
können, d.h. man muss hier ein wenig Geduld haben, bis man irgendwann die
richtige Stelle findet.
Bemerkungen: Bei Desmazierella acicola handelt es sich um einen Vertreter der
Sarcoscyphaceae (also Pezizales => operculat). Die Art der
monotypischen Gattung kennzeichnet sich unverwechselbar durch die überall
behaarten Fruchtkörper sowie durch den Standort im Frühling (gerne auch
nach der Schneeschmelze) an abgestorbenen Kiefernnadeln.
Beste Grüße, Kazuya

He Kazuya, da bin ich jetzt fast etwas neidisch. Ich nehme mir seit Jahren vor, diese faszinierenden Winzlinge auch einmal in meiner Gegend zu entdecken, bisher leider Fehlanzeige. Vielleicht suche ich auch nicht intensiv genug! So ich Zeit finde, werde ich es die nächsten Tage wohl mal wieder versuchen. Was machen übrigens die Copros? Aus Sachsen und Thüringen gab es schon einige großartige Funde in diesem Jahr! Ich würde mich sehr freuen, wieder mal etwas von Dir zu dieser Pilzgruppe zu hören.
Herzliche Grüße Nobi

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Re: Kiefernnadel-Becherchen (Desm. acicola), v. Ka

Kazuya, (vor 7856 Tagen) @ Nobi

He Kazuya, da bin ich jetzt fast etwas neidisch. Ich nehme mir seit Jahren
vor, diese faszinierenden Winzlinge auch einmal in meiner Gegend zu
entdecken, bisher leider Fehlanzeige. Vielleicht suche ich auch nicht
intensiv genug! So ich Zeit finde, werde ich es die nächsten Tage wohl mal
wieder versuchen. Was machen übrigens die Copros? Aus Sachsen und
Thüringen gab es schon einige großartige Funde in diesem Jahr! Ich würde
mich sehr freuen, wieder mal etwas von Dir zu dieser Pilzgruppe zu hören.
Herzliche Grüße Nobi

hallo Nobi,

nach gut 2 Monaten hat sich auf dem noch verbliebenen Pferdemist ein kleiner Tintling (Coprinus spec.) sowie ein Düngerling (wahrscheinlich P. papilionaceus) gebildet. Die Sporormiella und Podospora haben sich weiter ausgebreitet.
Ich habe mittlerweile neue Exkremente herangeschafft, und zwar von Reh. Ich glaube, dass könnte erfolgreich werden. Sollte sich irgendwas bilden, so werde ich es hier präsentieren. Doch zunächst spezialisiere ich mich eher auf foliicole und herbicole, inoperculate Becherchen (siehe dazu www.dgfm-ev.de). Und da habe ich im Moment reichlich zu tun, es sammeln sich bei mir stapelweise Arten, die fotografiert und bearbeitet werden wollen. Und da ich nebenbei auch noch ein bisschen für die Schule tun muss (obschon ich grad 1,4 stehe), schaffe ich es auch nicht alles, daher kann es sein, dass die copros etwas vernachlässigt werden. Aber mal sehen, was sich so tut.

Beste Grüße,
Kazuya