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Birkenpilze und andere unbekannte von gestern *PIC*

arysch, (vor 7850 Tagen)

Hallo zusammen,
gestern in einem reinen lichten Birkenwald direkt vor Dortmunds Toren. Ich war ziemlich erstaunt, dass es schon ziemlich späte Arten gab:

1. Zwei ausgewachsene Kahler Kremplinge , leider keine Fotos gemacht.

2. Zwei Birkenpilze, einer (wie im Bild zu sehen) von Schnecken stark angefressen:

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3. Mehrere Täublinge, fast alle von Schnecken angefressen, selbst die kleinsten, die aus dem Erdreich gerade herausgewachsen waren. Farbe kirschrot stellenweisen ausblassend, Geschmack mild. Auf der gleichen Stelle finde ich jedes Jahr im Spätsommer auch Täublinge mit der sehr ähnlichen Färbung, allerdings geschmacklich sehr scharf:

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4. Trichterlinge, die ähnlich dem Ockerbraunen Trichterlingen aussehen, allerdings fehlt mir die glatte Oberfläche und der kleine Buckel in der Hutmitte. Vielleicht Ideen?

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5. Anderer Unbekannte, vielleicht ein Risspilze oder Raupilz? Hutdurchmesser ca. 4-5cm. Keine Ahnung:

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6. Und noch ein Unbekannter, Hutdurchmesser ca. 1-2cm, dunkelbraun:

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7. Nun von meinem Freund aus Warburg, ein Tintlingaus einem Laubwald, der wie ein Glimmer Tintling aussieht, allerdings ausgewachsen 19cm hoch und 8cm Durchmesser hat:

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Schöne Grüße
Artur

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Re: Birkenpilze und andere unbekannte von gestern

Matthias, (vor 7850 Tagen) @ arysch

Hallo Artur,
es kommt schon vor das man recht Früh im Jahr Röhrlinge findet, ich denke die ersten Sommersteinpilze und Flockenstieligen Hexenrährling wird es auch schon geben.
Dein Täubling ist der Verblassende Täubling Russula exalbicans, der wächst immer ab Ende April/Anfang Mai unter Birken.
Zu Bild 5 denke ich das es in Richtung Erdritterling geht,
viele Grüsse
Matthias

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Re: Birkenpilze und andere unbekannte von gestern

Schwammerlkönig, (vor 7850 Tagen) @ arysch

Hallo Arthur,
Nr. 5 würde ich als Erdritterling ansehen (Ttricholoma terrestrum)
bei den Glimmertintling würde ich auf den ersten Blick auch sagen du hast Recht.
Natürlich alles wie immer ohne Gewähr :-) Zu den anderen kann ích nichts sagen.

Schöne Bilder übrigens
LG Peter

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Re: Birkenpilze und andere unbekannte von gestern

Andreas ⌂, (vor 7850 Tagen) @ arysch

Hallo Arthur,

ich erblasse vor Neid! Soviele Pilze habe ich hier im Herbst nicht gesehen wie Du im Frühling findest ....

3. Mehrere Täublinge, fast alle von Schnecken angefressen, selbst die
kleinsten, die aus dem Erdreich gerade herausgewachsen waren. Farbe
kirschrot stellenweisen ausblassend, Geschmack mild. Auf der gleichen
Stelle finde ich jedes Jahr im Spätsommer auch Täublinge mit der sehr
ähnlichen Färbung, allerdings geschmacklich sehr scharf:

Wie schon von anderen gesagt, der Ausblassende Täubling (Russula exalbicans oder pulchella oder depallens). Oft die früheste Art!

4. Trichterlinge, die ähnlich dem Ockerbraunen Trichterlingen aussehen,
allerdings fehlt mir die glatte Oberfläche und der kleine Buckel in der
Hutmitte. Vielleicht Ideen?

Es sind jedenfalls junge Pilze und ich würde auf C. costata tippen. Ist aber nur ein Tipp. Falls Du die Stelle beobachten kannst kannst Du ja in ein paar Tagen nochmal schauen ob sie flattriger geworden sind.


5. Anderer Unbekannte, vielleicht ein Risspilze oder Raupilz? Hutdurchmesser
ca. 4-5cm. Keine Ahnung:

Das ist der Gilbende Erd-Ritterling (Tricholoma argyraceum oder scalpturatum). Ebenfalls eine oft frühe Art. Schmeckt stark mehlig, ähnlich wie der Mai-Ritterling.

6. Und noch ein Unbekannter, Hutdurchmesser ca. 1-2cm, dunkelbraun:

Tja, sieht einerseits wie eine Telamonie aus, andererseits irgendwie doch nicht. Könnte auch ein Erlenschnitzling sein (Naucoria), z.B. N. amarescens oder pseudoamarescens. Es gibt allerdings eine erstaunliche Anzahl an Frühlings-Schleierlingen unter den Telamonien. Nicht nur die relativ bekannten C. vernus und C. isabellinus, sondern bestimmt ein Dutzend Arten, die meisten selbst Spezialisten kaum bekannt. Z.B. fand ich in Stuttgart regelmäßig C. cystidiophorus und C. albidodiscus (die kommen für deinen Pilz aber nicht in Frage).

beste Grüße,
Andreas

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Re: Birkenpilze und andere unbekannte von gestern *PIC*

Hans aus ED, (vor 7849 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
zu 6:

Tja, sieht einerseits wie eine Telamonie aus, andererseits irgendwie doch
nicht. Könnte auch ein Erlenschnitzling sein (Naucoria), z.B. N.
amarescens oder pseudoamarescens. Es gibt allerdings eine erstaunliche
Anzahl an Frühlings-Schleierlingen unter den Telamonien. Nicht nur die
relativ bekannten C. vernus und C. isabellinus, sondern bestimmt ein
Dutzend Arten, die meisten selbst Spezialisten kaum bekannt. Z.B. fand ich
in Stuttgart regelmäßig C. cystidiophorus und C. albidodiscus (die kommen
für deinen Pilz aber nicht in Frage).

da habe ich gestern unter einer Hainbuche auch einen gefunden der dieser Kollektion verdammt ähnlich sieht:

[image]

[image]

Beim Ausschlüsseln bin ich relativ zweifelsfrei auf einen Telamonie gekommen - hab allerdings den Horak nicht benutzt, aber bei dieser Gattung hört der Spass bei mir mangels Literatur und Erfahrung eh komplett auf.
Zystiden habe ich beim oberflächlichen Mikroskopieren keine gefunden.
Die Sporen schauen ein bisserl wie ein winziger Pfirsichkern aus .. Maße ca 7 x 6 µ.
Hier noch ein schnell hingepfuschtes Bild einer Spore:
[image]

Vieleicht kann mir ja jemand Hinweise geben wo ich weitersuchen soll.

Gruß Hans

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Re: Birkenpilze und andere unbekannte von gestern

zuehli ⌂, (vor 7849 Tagen) @ Hans aus ED

Hallo Hans,

ich mutmaße mal, daß es sich hier um Cortinarius vernus/erythrinus handeln könnte. Heuer zwei Mal gefunden und immer waren Birke und Hainbuche in der Nähe.

Gruß Harald
(der von Cortinarien eigentlich überhaupt keine Ahnung hat)

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Und noch einer dazu *PIC*

arysch, (vor 7846 Tagen) @ zuehli

Hallo Hans, hallo Harald,
ich habe meine Pilze heute noch einmal besucht. Hier ein Foto davon, das verdammt ähnlich aussieht. Ein Miktoskop habe ich nicht (noch nicht!):

[image]

Schöne Grüße
Artur

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Re: Und noch einer dazu

Andreas ⌂, (vor 7846 Tagen) @ arysch

Hallo Hans, hallo Harald,
ich habe meine Pilze heute noch einmal besucht. Hier ein Foto davon, das
verdammt ähnlich aussieht. Ein Miktoskop habe ich nicht (noch nicht!):
Schöne Grüße
Artur

Hallo Artur,

sieht echt interessant aus. Mein Tipp weiterhin: entweder eine Telamonie oder eine Naucoria. Erst dachte ich, dass das eine brandstelle ist auf der die Pilze wachsen, aber es sieht doch mehr nach einer nährstoffarmen heideartigen Stelle mit Pioniervegetation aus, den Cladonia-Flechten nach zu urteilen. Und das Moos ist wohl Ceratodon purpureum und nicht Funaria wie ich auf den ersten Blick dachte.
Vom Bild her sieht mir Dein Pilz sehr nach Cortinarius lux-nymphae aus. Das ist Cortinarius incisus ss. auct., nach meinung von melot also nicht der echte C. incisus von Fries. Er ist an den relativ kleinen und vor allem ziemlich spindeligen Sporen recht gut zu erkennen und gehört in die Sektion Inkrustati, die sich durch ihre Velumpigmentierung auszeichnet. Falls Du möchtest kannst Du mir gerne ein paar Trockenpilze schicken (jung und alt), doch ohne Bestimmungsgarantie ;-)

Hast Du übrigens die kleine Lorchel gesehen im Bildvordergrund?

beste Grüße,
Andreas

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Kleine Morchel? - tatsächlich! und C. costata *PIC*

arysch, (vor 7845 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
die kleine Morchel habe ich tatsächlich überhaupt nicht beachtet. Ich versuche noch einmal die Stelle zu finden.

Du hast Recht zu der Pioniervegetation! Das kleine Waldstück ist gerade im Entstehen - noch vor 10 Jahren befand sich dort eine große Eisenbahn-Nebenanlage. Die Gleise wurden abgebaut, die groben Gleissteine sind übriggeblieben und nun wächst darauf ein reiner Birkenwald. Ich habe dort gestern übrigens wieder sehr viele Ausblassender Täublinge gefunden. Zur Bestättigung deiner Vermutung zu Clitocybe costata noch ein Bild unten (gestern waren schon die Fruchtkörper ausgewachsen).

Ich würde Dir gerne die Cortinarien zuschicken. Nur, ich finde deine Adresse auf http://www.mollisia.de/ nicht. Vielleicht suche ich nicht richtig?

Clitocybe costata - Kerbrandiger Trichterling
[image]
</center

Ausblassender Täubling - Russula exalbicans (pulchella)
[image]
</center

Schöne Grüße
Artur

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Die Lorchel habe ich nun fotografiert *PIC*

arysch, (vor 7845 Tagen) @ arysch

Hallo Andreas,
Du hast mich mit der Lorchel neugierig gemacht! Heute früh bin noch einmal hin gewesen und die kleine Lorchel fotografiert. Sie ist ca. 1cm breit und höchstens 2cm hoch, Hut grau-braun, so auch der Stiel (vielleicht ein wenig heller). In meinen Pilzbüchern habe ich den Pilz bisher nicht gefunden:

[image]

Schöne Grüße
Artur

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Re: Die Lorchel habe ich nun fotografiert

Andreas ⌂, (vor 7845 Tagen) @ arysch

Hallo Andreas,
Du hast mich mit der Lorchel neugierig gemacht! Heute früh bin noch einmal
hin gewesen und die kleine Lorchel fotografiert. Sie ist ca. 1cm breit und
höchstens 2cm hoch, Hut grau-braun, so auch der Stiel (vielleicht ein
wenig heller). In meinen Pilzbüchern habe ich den Pilz bisher nicht
gefunden:

Hallo Artur,

ich habe solche Lorcheln auch schon hie und da gefunden und halte sie für eine Form von der normalen Grubenlorchel (Helvella lacunosa). Allerdings unterscheiden sie sich so deutlich von der Stammart, dass sie wohl verdienen würden, abgetrennt zu werden. Ich bin allerdings kein Fachmann auf diesem Gebiet und man müßte mal mit einem Spezialisten (Jürgen Häffner z.B., oder René Dougoud) sprechen. Vielleicht hat sie ja auch schon einen Namen.
Die Merkmale dieser Form sind alle makroskopischer und ökologischer Natur, mikroskopisch gibt es keine Unterschiede zu H. lacunosa:
1. Vorkommen stets früh im Jahr (Frühling-Frühsommer).
2. Wuchs auf sehr flachgründigen, steinigen Böden, teils auch direkt auf spärlichst mit Moosen bewachsenen Felsen und Steinen.
3. Winziger Wuchs, kaum mal 2 cm Höhe erreichend.
4. Oft wenig lappiger "Hut", nicht selten findet man rein sattelartige "Hüte".
5. Farbe meist grau, kaum mal so deutlich schwarz wie die normale H. lacunosa.

Zumindest die Merkmale 2 und 3 bedingen sich natürlich gegenseitig, sind also eigentlich ein und dasselbe. Ob die hellere Farbe durch die lichtexponierten Standorte bedingt ist wäre natürlich auch möglich. Merkwürdig nur, warum ich die kleinen Formen auf Fels noch nie im Herbst gesehen habe - oder ist man da nur durch andere Pilze so abgelenkt? Ich glaube eigentlich kaum, irgendwann wären die einem doch trotzdem mal aufgefallen.

beste Grüße,
Andreas