Habe heute einen rotporigen Röhrling gefunden, leider ist der Stiel überhaupt
nicht rot. Nicht als Netz, nicht als Flocken, nicht komplett. Hut ist ca.
15 cm Durchmesser, hellbraun. Fundort unter Laubbäumen in Parkanlage,
glaube Buchen. Einzelgänger. Blaut stark. Keine Ahnung, welcher das ist.
Wer kann helfen?
Sabine.
Hallo Sabine,
ich glaube, du hast was seltenes gefunden: Boletus queletii, der Glattstielige Hexenröhrling. Er hat einen schön gelben, manchmal blaßgelben Stiel, dessen Basis jedoch immer rhabarberrot ist (innen und außen). Der Stiel ist zwar netzlos, aber nicht eigentlich glatt, sondern (ähnlich wie beim Flockenstieligen) mit gelblichen, sehr feinen Pusteln besetzt.
Die Hutfarbe ähnelt etwas dem Netzstieligen, ist jedoch einheitlicher zeigelrot, ohne Olivtöne. Natürlich kann er im Alter und bei Sonneneinstrahlung bräunlich ausblassen bzw. umfärben, wie das bei den meisten Pilzen vorkommt. Im gegnsatz zum Netzstieligen hat er keinen roten Röhrenboden. Wenn du die Röhren vorsichtig ablöst wirst du gelbes Fleisch sehen (das dann natürlich sofort stark blaut), beim Netzstieligen siehst du rotes. Die Poren sind nicht so tief rot wie beim Flockenstieligen, sondern mehr rotorange, zum Hutrand hin manchmal nur gelborange.
Eßbar, aber schonenswert. Über die mögliche Unverträglichkeit mit Alkohol ist nichts bekannt, durch seine nahe Verwandtschaft zum Netzstieligen Hexenröhrling jedoch durchaus denkbar. Also besser stehenlassen.
Der Glattstielige H. ist eigentlich eine mehr mediterran-submediterran verbreitete Art, die sicherlich wärmeliebend ist und recht hohe Ansprüche an die Bodenqualität stellt. In welcher Region wohnst du? Sicherlich noch im Weinbaugebiet, oder?
Gruß,
Andreas