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Becherlingsproblem *PIC*

Hans aus ED, (vor 7827 Tagen)

Hallo,

letzes Wochenende habe ich einen kleinen Becherling auf Laubholz gefunden, der sich seitdem konsequent der Bestimmung verweigert.
Auf dem Asterl befand sich auch noch die Geweihförmige Holzkeule.
Größe der FK ca 1-2mm im Durchmesser - Am Rand sind keine Haare wie man vom Bild her vermuten könnte. Die Medulla besteht aus kugeligen Zellen.
Asci J+ ca. 95-100 x 7-8 µ
Sporen ca. 14-17 x 3-5 µ

Parapysen teilweise gegabelt und am Ascusende leicht angeschwollen.

[image]

[image]

Vieleicht weiss ja jemand zumindest die Gattung - In Pilze der Schweiz ist er soweit ich gesehen habe nicht drin :-(

Gruß Hans

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Re: Becherlingsproblem

Boletus ⌂, (vor 7827 Tagen) @ Hans aus ED

Hallo Hans,

Spontan aus dem hohlen Bauch heraus erinnert mich die Sporenform an Hymenoscyphus (Stengelbecherchen). Die Fruchtkörperchen müssten dann aber gestielt sein. (Hab im Moment leider keinen Zugriff auf irgendwelche Literatur)

Gruß Sepp

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Re: Becherlingsproblem

Hans aus ED, (vor 7827 Tagen) @ Boletus

Hallo Hans,
Spontan aus dem hohlen Bauch heraus erinnert mich die Sporenform an
Hymenoscyphus (Stengelbecherchen). Die Fruchtkörperchen müssten dann aber
gestielt sein. (Hab im Moment leider keinen Zugriff auf irgendwelche
Literatur)
Gruß Sepp

Hallo Sepp,

an Hymenoscyphus habe ich wegen der Sporenform anfangs auch gedacht.. die Becherlinge sitzen jedoch absolut stiellos dem Substrat auf.
- des hab i wohl vergessen bei der Beschreibung.. bin halt nimmer der Jüngste

Ich hab leider ausser Pilze der Schweiz keinerlei weitere Literatur zu den Ascomycten.. des wird teuer wenn ich da weitermachen will :-(
- ob ich mir des antu ?

Gruß Hans

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Re: Becherlingsproblem

Andreas ⌂, (vor 7827 Tagen) @ Hans aus ED

Hallo,
letzes Wochenende habe ich einen kleinen Becherling auf Laubholz gefunden,
der sich seitdem konsequent der Bestimmung verweigert.
Auf dem Asterl befand sich auch noch die Geweihförmige Holzkeule.
Größe der FK ca 1-2mm im Durchmesser - Am Rand sind keine Haare wie man vom
Bild her vermuten könnte. Die Medulla besteht aus kugeligen Zellen.
Asci J+ ca. 95-100 x 7-8 µ
Sporen ca. 14-17 x 3-5 µ
Parapysen teilweise gegabelt und am Ascusende leicht angeschwollen.
Vieleicht weiss ja jemand zumindest die Gattung - In Pilze der Schweiz ist er
soweit ich gesehen habe nicht drin :-(
Gruß Hans

Hallo Hans,

wie schon im Chat angedeutet muss man die struktur der äußeren Schicht kennen. Du schreibst von der Medulla, was meinst Du denn damit? Eine textura globulosa in der Medulla habe ich glaube ich noch nie gesehen bei den inoperculaten Ascos. Und eine echte hyaline textura globulosa ist auch recht selten und wenn vorhanden, dann soweit ich weiß nur bei den Hyaloscyphaceae im weiteren Sinne. Die haben aber alle irgendwie andersgestaltete Endzellen des Excipulums (äußerste Schicht, "Rinden"schicht). Diese als "Haare" zu bezeichnen ist da oft masslos übertrieben. Ich denke bei deinem Pilz am ehesten an eine Calycellina oder Cistella oder etwas in dieser Richtung. So ganz 100% sitzend tut das gute Stück ja auch nicht, es sieht eher punktförmig angeheftet aus.

Wenn Du "Asci J+" vermerkst, ist dann damit eine blaue Reaktion gemeint oder könnte die auch rot gewesen sein? Und verwendest Du Lugol oder Melzer?

Die Ascusbasis ist auch oft wichtig zur Bestimmung, ob dort nämlich Haken sind (sehen aus wie Schnallenbögen bei den Basidios) oder nicht.

Und bevor Du verzweifelst kannst Du mir das auch mal schicken, wenn Du möchtest.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Becherlingsproblem weitere Mikros *PIC*

Hans aus ED, (vor 7827 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

also als J+ meine ich ein blauen an der Ascusspitze nach Zugabe von Lugolscher Lösung .. ich hoffe das ist schon mal richtig.
Hier der Ascus des Ube`s nach Zugabe von Lugol - man erkennt einen kleinen blauen Fleck am Spitzerl:
oder sollt ich vieleicht doch besser Melzers nehmen das nächste mal ?

[image]

Und nun des andere mit dem Zellaufbau.. da hab ich wieder mal nicht richtig nachgeschaut in meinen schlauen Buch..
Das Excipulum ist aus rundlichen Zellen aufgebaut.. dann kommt irgendsowas mit Hyphen kreuz und quer mit Gel.. und dann kommt die Fruchtschicht.
Ein Buidl von den Zellen des Excipulums:

[image]

Und nun die Ascobasis.. was eine Schnalle ist oder nicht trau ich mich nicht entscheiden :-)

[image]

Wenn wirs nicht rausbringen - auch nicht schlimm - es ist warm draussen und das Fenster steht weit auf ....

Gruß Hans

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Re: Becherlingsproblem weitere Mikros

Werner, (vor 7826 Tagen) @ Hans aus ED

Servus Hans,

schön, mal wieder mit Dir zu "quatschen". Ich bin zwar nicht direkt gefragt und Andreas soll mich ruhig fertigmachen, wenn ich Quatsch produziere.

also als J+ meine ich ein blauen an der Ascusspitze nach Zugabe von
Lugolscher Lösung .. ich hoffe das ist schon mal richtig.
Hier der Ascus des Ube`s nach Zugabe von Lugol - man erkennt einen kleinen
blauen Fleck am Spitzerl: oder sollt ich vieleicht doch besser Melzers
nehmen das nächste mal ?

Also, in Hornberg haben wir gelernt, daß bei Ascomyceten generell Lugol das Mittel der Wahl ist. Insofern hast Du es richtig gemacht.

Und nun die Ascobasis.. was eine Schnalle ist oder nicht trau ich mich nicht
entscheiden :-)

Also, das könnte eine Schnalle sein, könnte aber auch eine Pseudoschnalle sein oder auch keins von beiden. Dazu ist m.E. das Bild nicht aussagekräftig genug. Schau doch mal, ob Du noch was Eindeutigeres findest. Bei einer echten Schnalle solltest Du das nächste Hyphenstück auch sehen können und die Schnalle sollte eindeutig unter die Trennwand zwischen beiden Zellen reichen, am besten vergleichst Du das mal mit Bildern von echten Schnallen und Pseudoschnallen.

Gruß,

Werner

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Re: Becherlingsproblem weitere Mikros

Hans aus ED, (vor 7821 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

auch schön mal wieder was von Dir zu hören (lesen).

Ich glaube Dank Andreas haben wir wieder was dazulernen können :-)

- Danke Andreas -

Vieleicht können wir ja demnächst wieder mal eine kleine "Spätnachmittagsexkursion" nach der Arbeit planen - nach dem Regen müssten ja doch einige schwerbestimmbare Schwammerl für uns wachsen *gg

Gruß Hans

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Re: Becherlingsproblem weitere Mikros

Werner, (vor 7820 Tagen) @ Hans aus ED

Hallo Werner,
auch schön mal wieder was von Dir zu hören (lesen).
Ich glaube Dank Andreas haben wir wieder was dazulernen können :-)

Genau. Andreas ist immer ein Quell des Wissens hier :-) Ich wollte ja auch nur mal mein vorlautes Maul rätselmäßig vorab aufreißen. Ging leider halb in die Hose. Mit Ascomyceten beschäftige ich mich eigentlich auch eher wenig. Außer denen, die man ohne Mikroskop verschnappulieren kann :-)))

Vieleicht können wir ja demnächst wieder mal eine kleine
"Spätnachmittagsexkursion" nach der Arbeit planen - nach dem
Regen müssten ja doch einige schwerbestimmbare Schwammerl für uns wachsen
*gg

Jo, das ginge. Meinst Du schwer bestimmbar oder unbestimmbar? :-)) Mir fallen da immer so einige Rißpilze ein, bei denen ich mit mehreren Kursteilnehmern in Hornberg gemeinsam an die Wand gerannt bin ...

Wenn Du mal Zeit und Lust hast, sag halt vorher Bescheid. Mail oder Tel.

Gruß,

Werner

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Re: Becherlingsproblem weitere Mikros

Andreas ⌂, (vor 7826 Tagen) @ Hans aus ED

Hallo Hans,

tolle Sache, das mit der digitalen Mikrofotograpfie! Damit haben wir nun schon drei weitere Merkmale.

also als J+ meine ich ein blauen an der Ascusspitze nach Zugabe von
Lugolscher Lösung .. ich hoffe das ist schon mal richtig.
Hier der Ascus des Ube`s nach Zugabe von Lugol - man erkennt einen kleinen
blauen Fleck am Spitzerl: oder sollt ich vieleicht doch besser Melzers
nehmen das nächste mal ?

Nee, nee, wie Werner schon sagte: Bitte immer Lugol verwenden!
Der von Dir gezeigte Ascus ist übrigens tot, also turgorlos, was man an den einreihig angeordneten Sporen erkennt. Im turgeszenten Ascus sind die Sporen an der Spitze gedrängt und immer zwei nebeneinander und sich gegenseitig überlappend. Meist nimmt dieser Teil des Ascus der die Sporen enthält ("pars sporiferum") etwa ein Drittel bis zwei Fünftel der Gesamtlänge ein.

Und nun des andere mit dem Zellaufbau.. da hab ich wieder mal nicht richtig
nachgeschaut in meinen schlauen Buch..
Das Excipulum ist aus rundlichen Zellen aufgebaut.. dann kommt irgendsowas
mit Hyphen kreuz und quer mit Gel.. und dann kommt die Fruchtschicht.
Ein Buidl von den Zellen des Excipulums:

Ja, eindeutig eine Textura globulosa, wenn auch farblos. Es ist also entweder eine Hyaloscyphaceae oder eine Dermateaceae. Ich glaube eher ersteres, aber sicher bin ich nicht.

Und nun die Ascobasis.. was eine Schnalle ist oder nicht trau ich mich nicht
entscheiden :-)

Doch, eindeutig ein Haken (Schnallen gibt's nur bei Basidiomyceten ...) meiner Meinung nach. Auch der Knick in der Ascusbasis, dort wo die nächste Zelle kommt deutet auf einen Haken hin, selbst wenn der abgebrochen wäre. die seitlich rausstehende Rundung ist für mich aber ganz gut zu erkennen.

Wenn wirs nicht rausbringen - auch nicht schlimm - es ist warm draussen und
das Fenster steht weit auf ....

Nicht wegschmeissen, lieber mal trocknen. Vielleicht kannst Du's ja mal mir oder jemandem anderen mitschicken, dann klärt sichs vielleicht im Nachhinein noch auf. Jetzt hast Du schon Mühen investiert, wäre schade es einfach wegzuwerfen.

beste Grüße,
Andreas

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Wieder was gelernt, danke Andreas. *oT*

Werner, (vor 7826 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Re: Becherlingsproblem weitere Mikros

Hans aus ED, (vor 7826 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Der von Dir gezeigte Ascus ist übrigens tot, also turgorlos, was man an den
einreihig angeordneten Sporen erkennt. Im turgeszenten Ascus sind die
Sporen an der Spitze gedrängt und immer zwei nebeneinander und sich
gegenseitig überlappend. Meist nimmt dieser Teil des Ascus der die Sporen
enthält ("pars sporiferum") etwa ein Drittel bis zwei Fünftel
der Gesamtlänge ein.

Danke für Deine Erklärungen .. und ich habe mich schon gewundert warum ich zweierlei Anordnungen der Sporen im Asci gefunden habe...

Ein Stückerl von dem Ast hab ich abgeschnitten und getrocknet.. vieleicht find ich bald wieder so was für mich unbestimmbares.. dann lohnt sich wenigstens das wegschicken *g

Übrigens vielen Dank für Dein Angebot mir das gute Teil zu untersuchen Andreas.
Ich werd bei Gelegenheit darauf zurückgreiffen.

Gruß Hans