Hi Andreas,
vom Schwarzwald und von Schweden her, mehr aber noch aus dem Thüringer Wald
meine ich auch die Tannenform des Pantherpilzes ganz gut zu kennen. Mir
ist noch nie, kein einziges Mal, eine geriefte Manschette untergekommen.
Die Hut riefung dagegen ist kein sicheres merkmal, weil der
Tannen-Pantherpilz diese eben nicht hat.
wir haben uns mit den Postings überschnitten, da ich die Tannenvariante (var. abietina) noch nie in den Fingern hatte, kann ich nur aus Büchern zitieren. Das mit dem undeutlich gerieften Ring (gelegentlich) habe ich aus dem Knollennblätterpilzartikel von Walter Pätzold aus der Südwestdeutschen Pilzrundschau, den kennst du ja mit Sicherheit. Da steht auch noch drin, daß die Velumreste bei var. abietina auf dem Hut oft mit ockerlichen oder blaßbraunem Beiton versehen sind?
In meinem vorigen Posting ist ein Bild dieser Varietät, da kann man nochmal
vergeichen. Der Hut ist konstant dunkel und der Hutrand ungerieft.
Meistens ist diese Varietät auch robuster als normaler Pantherpilz, der
oft recht schlank wirkt.
ja wie gesagt, das hab ich auch gesehen.
Es leuchtet mir nicht ein, warum man einen Pilz nicht freigeben sollte, nur
weil er verwechselt werden kann. Dann müßte wohl noch manch andere Art von
der Freigabeliste verschwinden, ich denke da z.B. an den Reifpilz oder den
Semmelgelben Schleimkopf, die auch erst mit einiger Erfahrung sicher
erkannt werden, in den Gegenden wo sie häufig sind jedoch zum
Standard-15-Arten-Repertoir der Bevölkerung gehören.
Andreas, soweit ich weiß steht der nirgendwo auf einer wie immer gearteten Freigabeliste (gibts die überhaupt?). Es geht wie immer darum, was man als Pilzberater selbst verantworten will/kann, so fasse zumindestens ich das auf (und gleich als Disclaimer: ich hab keine Ahnung ob und wie das offizielle DGFM-Meinung ist, das interessiert mich auch insoweit nicht, weil ich persönlich vor meinem Gewissen für meine Beratung geradestehen muß und wenn die DGFM dreimal einen Pilz nicht als Giftpilz aufführt und ich anderer Meinung bin, dann gebe ich ihn nicht frei). Wenn das falsch rüberkam, tuts mir leid. Und wenn ich mich bei der Freigabe eines Pilzes unwohl fühle, dann werde ich ihn nicht freigeben, ganz egal, was die offizielle Meinung dazu ist, eigentlich ist das ganz klar und du würdest sicher genauso handeln.
Natürlich weise ich entsprechend energisch darauf hin, dass dies keine Pilze
für Anfänger ist und dass es wichtig ist, nur Pilze zu nehmen bei denen
man sich absolut sicher ist. Es bringt notorische Wulstlings- und
Schleierlingssammler auch oft ins Grübeln, wenn man Ihnen anhand von
verschiedenen Abbildungen die große Variabilität zeigt, bzw. die eben so
große Variabilität ihrer Doppelgänger. Gerade ein Bild von
Tannen-Pantherpilz oder ein kurzes Blättern durch die
Cortinarius-Fotoflora hat schon den einen oder anderen hier überzeugt, mit
solchen Pilzen immer zum Pilzberater zu kommen ....
Na klar, das ist ja auch gut so. Was ich im vorigen Beitrag meinte war eher die potentielle Unsicherheit des PSV, hier gibts so wenig Pantherpilze, daß mir da einfach das häufige Anschauungsmaterial fehlt. Letztes Jahr wurde mir von einem Fall berichtet, bei dem bei einer Vereinswanderung angeblich Pantherpilze in einem Sammelkorb als angebliche braune Wulstlinge gefunden wurden, ich hab sie selbst nicht gesehen, bin mir aber nicht sicher, obs nicht doch ein ähnliches Exemplar wie das von Peter war, hier in der Gegend gibts auch eher die zierliche Variante des grauen Wulstlings. Graue Wulstlinge kommen seltenst bei uns in die Beratung und die Augsburger sind scheinbar so vorsichtig, daß sie auf alle nicht ganz unbedenklichen Pilze (wie z.B. Hallimasch und nebelkappen) freiwillig verzichten, wenn man ihnen mehr über die Pilze erzählt. Ich finde das nicht immer so toll, immerhin esse ich auch Hallimasch problemlos und find ihn auch gut, allerdings wollen die Leute scheinbar 1000% auf Nummer sicher gehen.
Liebe Grüße
Birgit