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In Südostbayern nicht selten

Till, (vor 7759 Tagen) 443 Beiträge @ Christoph G

Bei uns im äußersten Südosten Bayerns ist dieser eindrucksvolle Pilz gar nicht so selten! Ich kenne bei uns mittlerweile 10 Standorte - einer davon lieferte übrigens das Vorbild für die Tafel im "Pilzkompendium" von Ludwig. Interessant ist, dass er außer in den "klassischen" Biotopen, d. h. unter Buchen oder Eichen über Kalk, also an Stellen, wo auch seltenere Röhrlinge erscheinen, auch an Wegrändern unter Laubbäumen (Birke, Eiche) in drei ziemlich weit voneinander entfernten Hochmooren (!) wächst. Ob diese Standorte irgendwann einmal gekalkt wurden, kann ich nicht sagen; in einem Fall ist eine Beeinflussung durch kalkhaltigen Wegschotter aber zumindest wahrscheinlich.

In der Literatur sind solche Moorstandorten, soweit ich weiß, nicht erwähnt. Es wäre sehr interessant zu erfahren, ob anderswo ähnliche Beobachtungen gemacht wurden wie bei uns.

Noch was: Im französischen Forum wurde vor einiger Zeit ausführlich über die Taxonomie und Nomenklatur diskutiert. Nach langem Hin und Her kam Jacques Melot zu dem Schluss, dass der korrekte Name doch wieder "L. tricolor" lauten müsse. Ich kann das nicht im einzelnen nachvollziehen, aber mir hat "tricolor" immer besser gefallen als "compactus" ... Nach wie vor hervorragend finde ich übrigens die Abbildung im Handbuch für Pilzfreunde, Bd. III.

Gruß, Till

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