Hallo Detlef,
jetzt habe ich aber einen gewaltigen Klemmer.Bei der Beschreibung Eures
Lepista sordida steht : Kein Speisepilz !
Bisher war für mich das ganz klar, falls die Trennung von kleinwüchsigen L.
nuda von L. sordida ohne, oder schwer wahrzunehmenden Geruchsunterschied
nicht einwandfrei möglich war, es keinen Unterschied machte, da beide
eßbar seien, lt. gängiger Literatur.
Worauf begründet Ihr : kein Speisepilz !
So wollen wir doch versuchen Deinen Klemmer zu lösen 
Generell halten wir uns an die Speiswertangaben der VAPKO. Es sind dies die Kriterien:
- Essbar
- Kein Speisepilz
- Giftig
Um die Gefährlichkeit der Amanitas etc. zu unterstreichen haben wir "tödlich" vor das giftig gesetzt.
Pilze die erst nach Vorbehandlung verzehrt werden können sind zusätzlich mit "bedingt" essbar gekennzeichnet.
Andere Wertmasstäbe wie ungeniessbar, minderwertig usw. kennen wir nicht.
Der Kategorie "essbar" sind Pilze zugeordnet die bei richtiger Zubereitung in den meisten Fällen wohlschmeckend sind.
Die Kategorie "Kein Speisepilz" enthält viele Arten welche entweder schlecht im Geschmack sind, seltene Arten welche nicht tauglich sind den kulinarischen Genuss aufzuwerten (z.Bsp. Boletus depilatus, Gyroporus castaneus, Calocybe constricta usw.), nicht aber Boletus aerus, B. appendiculatus, Boletus pinophilus etc. weil diese Arten den Speisezettel bereichern können.
In der Kategorie "giftig" sind Arten vertreten die mehr oder weniger ernsthafte Vergiftungserscheinungen verursachen.
Eine gewisse Willkür bei der Einteilung kann ich nicht absprechen. Der Übergang essbar zu kein Speisepilz ist fliessend. Lepista sordida könnte ohne weiteres auch in der Gruppe der Speisepilze angesiedelt werden. Es stellt sich jedoch die Frage, bereichert diese Art den kulinarischen Pilzgenuss? Zudem ist er nicht so häufig dass lohnenswerte Ernten möglich wären. L. glaucocana betrachten wir des schlechten Geschmackes wegen nicht als Speisepilz. Das gleiche gilt auch für viele Hygrophorus-Arten. In meiner Pilzkontrollstelle hab ich jedoch kein Problem damit, auch solche Pilze freizugeben. Ich denke Dähnke war da etwas zu grosszügig, vor Allem in ihrem ersten Buch "700 Pilze....".
Ausserdem stellt sich die Frage ob denn alles was ungiftig ist an Pilzen wirklich auch gegessen werden soll. Wem würde es zum Beispiel einfallen ungiftiges Buchenlaub für Salat zu sammeln.
Herzliche Grüsse
Sepp