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Fälblings-Rätsel (2 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7721 Tagen)

Ich mach einfach mal weiter mit den rätselhaften Arten.

Bei den folgenden Pilzen bin ich mir wenigstens sicher, dass es sich um eine Hebeloma-Art handelt. Ich finde sie seit etwa zwei Wochen in Laub- und Nadelwäldern, oft aspektbildend in großen Gruppen oder Hexenringen.

Allen Fundgruppen gemeinsam ist, dass die meisten Exemplare auffallende schokoladenbraune, meist konzentrisch angeordnete (Wasser-?)Flecken oder Tupfer aufweisen. Es wundert mich, dass ich diese Eigenschaft nirgends beschrieben finde.

Diese Exemplare wuchsen am Wegrand bei Buchen:
[image]
[image]

Weitere Infos:
Hut: 3,5 - 7 cm breit, blassbeige bis hell lederbraun, meist mit auffallenden +/- konzentrisch angeordneten schokoladenbraunen Punkten oder Flecken, trocken;
Stiel: weißlich, apikal mit abstehenden bräunlichen Schüppchen besetzt, von der Basis her bräundend, zylindrisch, bis 10 cm lang, voll, in der Basis spindelig verdickt bis schwach wurzelnd, starr;
Fleisch: weiß, in der Basis bräunend;
Geschmack: leicht bitterlich
Geruch: neutral, nicht nach Rettich

Welche Hebeloma könnte das wohl sein?

Gruß
Hias

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

bert, (vor 7721 Tagen) @ interhias

Ich mach einfach mal weiter mit den rätselhaften Arten.

und ich rate mal weiter:

H. edurum wäre mein tip (nach der bilderbuchmethode)

Gruß
bert

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

Andreas ⌂, (vor 7721 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

das ist klar Hebeloma senescens (früher edurum), wie bert schon richtig sagte.

Allen Fundgruppen gemeinsam ist, dass die meisten Exemplare auffallende
schokoladenbraune, meist konzentrisch angeordnete (Wasser-?)Flecken oder
Tupfer aufweisen. Es wundert mich, dass ich diese Eigenschaft nirgends
beschrieben finde.

Diese Eigenschaft ist nicht arttypisch, sie kommt oft auch ohne Wasserflecken vor.

Weitere Infos: Hut : 3,5 - 7 cm breit, blassbeige bis hell lederbraun, meist
mit auffallenden +/- konzentrisch angeordneten schokoladenbraunen Punkten
oder Flecken, trocken;
Stiel : weißlich, apikal mit abstehenden bräunlichen Schüppchen besetzt, von der Basis her bräundend[/u], zylindrisch, bis 10 cm lang, voll, in der Basis spindelig verdickt bis schwach wurzelnd, starr[/u]
Fleisch : weiß, in der Basis bräunend[/u]
Geschmack : leicht bitterlich

Geruch : neutral, nicht nach Rettich[/u]
Ein wichtiges Merkmal ist auch neben der fleischfalben, relativ hell bruanen Hutfarbe der (fast immer) kurz gerippelte Hutrand.

Die Art kann als sicherer Kalkzeiger verwendet werden, sie ist zudem eher montan verbreitet.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

Till, (vor 7720 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
das ist klar Hebeloma senescens (früher edurum), wie bert schon richtig
sagte.
Diese Eigenschaft ist nicht arttypisch, sie kommt oft auch ohne Wasserflecken
vor.
Geruch : neutral, nicht nach Rettich
Ein wichtiges Merkmal ist auch neben der fleischfalben, relativ hell bruanen
Hutfarbe der (fast immer) kurz gerippelte Hutrand.
Die Art kann als sicherer Kalkzeiger verwendet werden, sie ist zudem eher
montan verbreitet.
beste Grüße,
Andreas

Bei uns ein charakteristischer Massenpilz in Fichtenparzellen, die in Auwäldern über kalkhaltigen Schwemmsanden angelegt wurden!

Gruß, Till

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

Werner2, (vor 7720 Tagen) @ Andreas

Hallo,
.
eigentlich kenne ich die Art als Kakao-Fälbling. Also einen
angenehmen, kakao-artigen Geruch sollte er schon haben, oder??
Reicht da "Geruch neutral" ?
.
Gruss Werner
.
.

Hallo Hias,
das ist klar Hebeloma senescens (früher edurum), wie bert schon richtig
sagte.
Diese Eigenschaft ist nicht arttypisch, sie kommt oft auch ohne Wasserflecken
vor.
Geruch : neutral, nicht nach Rettich
Ein wichtiges Merkmal ist auch neben der fleischfalben, relativ hell bruanen
Hutfarbe der (fast immer) kurz gerippelte Hutrand.
Die Art kann als sicherer Kalkzeiger verwendet werden, sie ist zudem eher
montan verbreitet.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

interhias ⌂, (vor 7720 Tagen) @ Werner2

Hallo,
.
eigentlich kenne ich die Art als Kakao-Fälbling. Also einen
angenehmen, kakao-artigen Geruch sollte er schon haben, oder??
Reicht da "Geruch neutral" ?
.
Gruss Werner
.
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Hallo Werner,

Wenn ich mich recht erinnere, ist derselbe Pilz vor kurzem auf einer Exkursion unsres Vereins als Kakao-Fälbling (Hebeloma truncatum) angesprochen worden, mit dem Hinweis, dass er alt nach Kakao, jung aber auch nach Rettich riechen kann. In PdS sind H. truncatum und senescens aber komplett verschiedene Arten und ich bin inzwischen der Meinung, dass auch die Exkursionsfunde H. senescens waren.

Zu senescens ist in PdS für den Geruch "angenehm, süßlich fruchtig, auch mit Kakaokomponente" angegeben, während für truncatum "etwas rettichartig mit süßlicher Komponente" angegeben wird. Vermutlich kann man da ziemlich leicht in den Wald kommen mit den ganzen Geruchsnuancen.

Gruß
Hias

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

Werner2, (vor 7720 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,
.
die beiden Kakao-Fälblinge (edurum und truncatum) werden sehr schön
im (häufig zu Unrecht verschmähten) Handbuch für Pilzfreunde IV
sehr schön auf den Tafeln 32 und 33 beschrieben und dargestellt.
Interessant ist, dass dort steht "Geruch niemals nach Rettich".
.
Von der Beschreibung und der Abbildung her ist der Fund schon ziemlich sicher H. edurum (jetzt senescens). Übrigens hat auch Frieder Gröger die Art in den Westfälischen Pilzbriefen mal schön beschrieben (siehe dort).
.
Trotzdem bleibt meine Frage nach dem "fehlenden" Geruch, der ein typisches Merkmal sein sollte, denn die Art heisst ja nicht nur Bräunender Fälbling sondern auch "Großer Kakao-Fälbling".
.
Gruss Werner
.
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Hallo Werner,
Wenn ich mich recht erinnere, ist derselbe Pilz vor kurzem auf einer
Exkursion unsres Vereins als Kakao-Fälbling (Hebeloma truncatum)
angesprochen worden, mit dem Hinweis, dass er alt nach Kakao, jung aber
auch nach Rettich riechen kann. In PdS sind H. truncatum und senescens
aber komplett verschiedene Arten und ich bin inzwischen der Meinung, dass
auch die Exkursionsfunde H. senescens waren.
Zu senescens ist in PdS für den Geruch "angenehm, süßlich fruchtig, auch
mit Kakaokomponente" angegeben, während für truncatum "etwas
rettichartig mit süßlicher Komponente" angegeben wird. Vermutlich
kann man da ziemlich leicht in den Wald kommen mit den ganzen
Geruchsnuancen.
Gruß
Hias

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

Andreas ⌂, (vor 7720 Tagen) @ Werner2

Hallo Hias,
.
die beiden Kakao-Fälblinge (edurum und truncatum) werden sehr schön
im (häufig zu Unrecht verschmähten) Handbuch für Pilzfreunde IV
sehr schön auf den Tafeln 32 und 33 beschrieben und dargestellt.
Interessant ist, dass dort steht "Geruch niemals nach Rettich".
.
Von der Beschreibung und der Abbildung her ist der Fund schon ziemlich sicher
H. edurum (jetzt senescens). Übrigens hat auch Frieder Gröger die Art in
den Westfälischen Pilzbriefen mal schön beschrieben (siehe dort).
.
Trotzdem bleibt meine Frage nach dem "fehlenden" Geruch, der ein
typisches Merkmal sein sollte, denn die Art heisst ja nicht nur Bräunender
Fälbling sondern auch "Großer Kakao-Fälbling".
.
Gruss Werner

Hallo Werner,

ich höre den deutschen namen "Großer Kakao-Fälbling" hier zum ersten Mal für diese Art. Ich kenne H senescens schon als er noch edurum hies und er ist eine an sich schon unverwechselbare Art, die mit dem Kakao-Fälbling (H. truncatum bzw. besser H. theobrominum) aber auch gar nix gemein hat. Weder Statur noch Hutfarbe noch Geruch noch Stielform noch Mikromerkmale.
Bei H. senescens habe ich noch nie einen kakao-artigen Geruch feststellen können. Dieser Geruch ist übrigens chemisch dasselbe wie der Rettich-Geruch, lediglich die Konzentration ist anders. H. senescens riecht dagegen schwach blütenartig, nahezu nach nix eigentlich.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Fälblings-Rätsel (2 Fotos)

Werner2, (vor 7719 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
.
siehe z.B. hier: http://www.pilzbriefe.de/arten/edurum_Heb.html
.
Gruß Werner
.
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Hallo Werner,
ich höre den deutschen namen "Großer Kakao-Fälbling" hier zum
ersten Mal für diese Art. Ich kenne H senescens schon als er noch edurum
hies und er ist eine an sich schon unverwechselbare Art, die mit dem
Kakao-Fälbling (H. truncatum bzw. besser H. theobrominum) aber auch gar
nix gemein hat. Weder Statur noch Hutfarbe noch Geruch noch Stielform noch
Mikromerkmale.
Bei H. senescens habe ich noch nie einen kakao-artigen Geruch feststellen
können. Dieser Geruch ist übrigens chemisch dasselbe wie der
Rettich-Geruch, lediglich die Konzentration ist anders. H. senescens
riecht dagegen schwach blütenartig, nahezu nach nix eigentlich.
beste Grüße,
Andreas

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und noch eine Ergänzung.....

Werner2, (vor 7719 Tagen) @ Andreas

Mauro Gamboni und Vincenzo Migliozzi beschreiben in ihrer Serie
"Die Pilzflora des Küstenstreifens südlich von Rom" 25. Beitrag,
in 2004 auch H. edurum Metr. ex.Bon
Im Text u.a.: "mit starkem, besonders süßlichem Geruch, ähnlich jenem
von Kakao; mit mandelartigem Geschmack".
Die Fotos in dem Artikel zeigen typische H.edurum/senescens FK.
.
Mir ist die Art früher mal in der Pilzberatung untergekommen, und ich
kann mich noch gut an den Geruch erinnern. Selbst gefunden habe ich ihn
(wissentlich) bisher noch nicht.
.
Gruß Werner
.

Hallo Werner,
ich höre den deutschen namen "Großer Kakao-Fälbling" hier zum
ersten Mal für diese Art. Ich kenne H senescens schon als er noch edurum
hies und er ist eine an sich schon unverwechselbare Art, die mit dem
Kakao-Fälbling (H. truncatum bzw. besser H. theobrominum) aber auch gar
nix gemein hat. Weder Statur noch Hutfarbe noch Geruch noch Stielform noch
Mikromerkmale.
Bei H. senescens habe ich noch nie einen kakao-artigen Geruch feststellen
können. Dieser Geruch ist übrigens chemisch dasselbe wie der
Rettich-Geruch, lediglich die Konzentration ist anders. H. senescens
riecht dagegen schwach blütenartig, nahezu nach nix eigentlich.
beste Grüße,
Andreas

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H. senescens

Werner, (vor 7719 Tagen) @ Werner2

Hallo Andreas,

ich kann meinem Namensvetter nur beipflichten. Auch im BK steht unter Geruch bei H. senescens: "Geruch angenehm, süsslich-fruchtig, auch mit Kakaokomponente".

Hast Du da nicht evtl. was verwechselt?

Gruß,

Werner