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Schokosteinis und Cancan im Wald (6Bilder) *PIC*

elfi ⌂, (vor 7716 Tagen)

Hallo,
viel Regen gab es und kalt ist es geworden.
Darum haben sich einige Pilze auf heiße Tänze eingelassen:
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Die Steinpilze sind dünn gesät, aber wunderschön und madenfrei!
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Diesen Tarnungsversuch entlavte ich mit einem Blick:
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In 4 Tagen ist dieser Steinpilz gewachsen, die Fichte kenne ich gut,
sie hat immer Steinis für mich und am Freitag war da noch nichts!
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Das sind die Chromschleierlinge vom Freitag, der Regen hat den Glanz abgewaschen.
Zum Wachstum hat er ihnen aber nicht viel geholfen.
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Grüße
elfi [image]

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Als was hast Du den Schirmling bestimmt? *oT*

zuehli ⌂, (vor 7715 Tagen) @ elfi

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würde aus spitzschuppigen tippen. *oT*

bert, (vor 7715 Tagen) @ zuehli

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Nee! Sicherlich nicht. *oT*

zuehli ⌂, (vor 7715 Tagen) @ bert

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Warum nicht, Harald??? *oT*

Christoph G, (vor 7715 Tagen) @ zuehli

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frag ich mich auch

bert, (vor 7715 Tagen) @ Christoph G

hab ihn zwar erst einmal gefunden, aber der sah genauso aus.

Gruß
bert

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Bert hat wohl recht *oT*

Piwo, (vor 7715 Tagen) @ bert

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Sehe ich nicht so.

AK_CCM, (vor 7715 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

für mich sieht der Schirmling wie ein Stachelschuppiger Igelschirmling (Echinoderma asperum) aus: Der ocker- bis cremefarbene Hut ist bis zum Rand mit bräunlichen, spitzkegeliggen Schuppen besetzt. In der Mitte ist er dagegen ziemlich geschlossen. Auch die dicht gedrängten Lamellen würden hervorragend passen. Hinzu kommt der häutige Ring, der am Ende mit Warzen besetzt ist - typischer geht es doch gar nicht mehr?

Bytheway: Am Sonntag wanderten ein Vereinskollege und ich durch einen Mischwald bei Aystetten (nahe Augsburg) und stießen dort auf hunderte E. asperum am Wegrand. Nach einiger Zeit sahen wir am Wegrand einen Haufen dieser Pilze liegen. Wir staunten nicht schlecht, als dann ein älterer Herr auftauchte, mit noch mehr dieser Pilze in der Hand. Als wir ihn darauf ansprachen, ob er die Pilze essen wolle, erklärte er uns in gebrochenem Deutsch mit russischem Akzent, dass er die Pilze bereits viele Jahre lang verspeist - nachdem er die Pilze 10 Minuten lang abkocht und das Wasser wegschüttet.

Auf dem Rückweg haben wir ihn dann noch einmal getroffen. Als wir die Stockschwämmchen in seiner Tasche sahen, wiesen wir ihn noch auf den Gifthäubling hin, aber er meinte nur "Habe gutes Buch - schöne Bilder!" - nach dieser Aussage war uns doch sehr mulmig zumute. Als wir dann anchhakten, welche Buch er den hat, sagte er "Pilze Pilze". Nachdem wir dann 5 Minuten lang erfolglos herumrätselten, erzählte er uns beiläufig, dass es in russisch geschrieben ist - da hätten wir noch lange herumrätseln können.

Wieder Mal sehr interessante Begegnungen im Wald! :-)

P.s. Für unsere Pfannen gab es eine Krause Glucke mit satten 50 cm im Durchmesser, einen Aprikosentäubling und viele Würzige Tellerlinge - schade, dass der Hasenröhrling, den mein Kollege tags zuvor gesichtet hatte, schon weg war.

Gruß, Andreas

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Re: Schokosteinis und Cancan im Wald (6Bilder)

Gelbfieber, (vor 7715 Tagen) @ elfi

Hallo Elfi und alle anderen,

also ich bin eher für den Büschligen Egerlingsschirmpilz Leucoagaricus bresadolae.
Aber Elfi wird es uns bestimmt bald verraten.

Liebe Grüße
Gelbfieber

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Ojeh!

zuehli ⌂, (vor 7715 Tagen) @ Piwo

Sorry, da war ich wieder mal ein wenig zu hitzig.
Als ich jetzt gemerkt habe, daß das zweite Bild auch dazu gehört, gebe ich natürlich meinen Vorrednern recht. In der Draufsicht schien er mir ein wenig zu dunkel zu sein, da hätten wohl auch andere in Frage kommen können.
Wenn man dem Burschen unter den Rock guckt, ist die Sache klar. Auch typisch die sehr engstehenden Lamellen. Aber im ersten Hingucken dachte ich das zweite Bild sei ein anderer Pilz... (räusper)

Gut gemacht, Jungs!
Gruß Harald

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so ist das mit den schnellschüssen :-) *oT*

bert, (vor 7715 Tagen) @ zuehli

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Schirmling *PIC*

elfi ⌂, (vor 7715 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo an alle die sich dieses Pilzes angenommen haben,
ein Igel-Schirmling ist es meines Erachtens nicht, der hat zuwenig
Ringzone, die bei diesem Pilz, wie in den meisten Büchern beim
Spitzschuppigen Schirmling beschrieben, häutig ist.
Büschelig wächst er auch nicht, sondern solitär.
Ganz zufrieden war ich allerdings mit dem Spitzschuppigen Sch.
auch nicht, da er in allen Pilzbüchern anderst aussieht!
Nur ein Bild fand ich vergleichbar und das ist eine Zeichnung
im BLV Pilzbestimmungsbuch J. E. Lange und M. Lange.
Ein weiteres Buch, der BLV Gerhardt beinhaltet unter
"Haselbrauner Schirmling" ein sehr treffendes Bild, besonders die
jungen nicht aufgeschirmten Exemplare fand ich identisch.
Vom Speisewert her sind diese Schirmlinge alle ungenießbar
oder schwach giftig.
Wir dürfen aber einen russischen Magen nicht mit einem deutschen
Verdauungssystem gleichsetzen. Für viele Russen gibt es nur
"einen" wirklich giftigen Pilz und das ist der Grüne Knolli!
Grüße
elfi [image]

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Re: Schirmling

Christoph G, (vor 7715 Tagen) @ elfi

Hallo Elfi,

für mich zeigen Deine sehr guten Bilder nix anderes wie den häufigen spitzschuppigen schirmling L.aspera... genauso sieht der aus, wenn die Hutschuppen vom Regen abgewaschen sind. Ganz typisch auch der in dieser Gattung seltene, große kräftige habitus verbunden mit dem gerade abfallenden großen häutigen Ring.

LG Christoph

Hallo an alle die sich dieses Pilzes angenommen haben,
ein Igel-Schirmling ist es meines Erachtens nicht, der hat zuwenig
Ringzone, die bei diesem Pilz, wie in den meisten Büchern beim
Spitzschuppigen Schirmling beschrieben, häutig ist.
Büschelig wächst er auch nicht, sondern solitär.
Ganz zufrieden war ich allerdings mit dem Spitzschuppigen Sch.
auch nicht, da er in allen Pilzbüchern anderst aussieht!
Nur ein Bild fand ich vergleichbar und das ist eine Zeichnung
im BLV Pilzbestimmungsbuch J. E. Lange und M. Lange.
Ein weiteres Buch, der BLV Gerhardt beinhaltet unter
"Haselbrauner Schirmling" ein sehr treffendes Bild, besonders die
jungen nicht aufgeschirmten Exemplare fand ich identisch.
Vom Speisewert her sind diese Schirmlinge alle ungenießbar
oder schwach giftig.
Wir dürfen aber einen russischen Magen nicht mit einem deutschen
Verdauungssystem gleichsetzen. Für viele Russen gibt es nur
"einen" wirklich giftigen Pilz und das ist der Grüne Knolli!
Grüße
elfi

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Andreas du hast Recht, aber..

Dedimyk, (vor 7714 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

ja es ist schon eigenartig, wie manche Mitbürger ihre Gesundheit vorsätzlich aufs Spiel setzen mit ihrer speziellen Pilzkenntnis.
Mir geht es bei Pilzberatung ähnlich, wenn mir z. B. Gelbe Knollenblätterpilze von unseren osteuropäischen Neubürgern als sogenannte Delikatesse ( kann ich mir gar nicht vorstellen ,bei dem alten Kartoffelgeruch, neben den Durchfallerscheinungen ) präsentiert werden und andere ähnlichen Kalibers.
Wenn ich dann als PSV auf die Schwachgiftigkeit oder Unbekömmlichkeit hinweise, bekomme ich oft nur ein einen mitleidigen Blick geschenkt und der Probant geht mit der Bemerkung:"den essen wir schon seit Jahren, schmeckt gut und es ist nie was passiert!"
Gottseidank war noch kein Gifthäubling dabei, wie Du ja schriebst bei der Waldbegegnung, denn da hört ja wohl Alles auf.
Aber ich kann mir eine kleine kritische Anmerkung zu Deinem PS bezüglich des Hasenröhrlings nicht verkneifen, obwohl ich nicht als "Klugsch.." auftreten will.
Der Hasenröhrling ist ein ziemlich seltener Pilz der Roten Liste und zudem nicht für jeden verträglich, deshalb meine Maxime: Stehen lassen !
Aber sonst gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.

Herzliche Grüße Detlef

Hallo Harald,

für mich sieht der Schirmling wie ein Stachelschuppiger Igelschirmling (
Echinoderma asperum ) aus: Der ocker- bis cremefarbene Hut ist bis zum
Rand mit bräunlichen, spitzkegeliggen Schuppen besetzt. In der Mitte ist
er dagegen ziemlich geschlossen. Auch die dicht gedrängten Lamellen würden
hervorragend passen. Hinzu kommt der häutige Ring, der am Ende mit Warzen
besetzt ist - typischer geht es doch gar nicht mehr?
Bytheway: Am Sonntag wanderten ein Vereinskollege und ich durch einen
Mischwald bei Aystetten (nahe Augsburg) und stießen dort auf hunderte E.
asperum am Wegrand. Nach einiger Zeit sahen wir am Wegrand einen Haufen
dieser Pilze liegen. Wir staunten nicht schlecht, als dann ein älterer
Herr auftauchte, mit noch mehr dieser Pilze in der Hand. Als wir ihn
darauf ansprachen, ob er die Pilze essen wolle, erklärte er uns in
gebrochenem Deutsch mit russischem Akzent, dass er die Pilze bereits viele
Jahre lang verspeist - nachdem er die Pilze 10 Minuten lang abkocht und
das Wasser wegschüttet.
Auf dem Rückweg haben wir ihn dann noch einmal getroffen. Als wir die
Stockschwämmchen in seiner Tasche sahen, wiesen wir ihn noch auf den
Gifthäubling hin, aber er meinte nur "Habe gutes Buch - schöne
Bilder!" - nach dieser Aussage war uns doch sehr mulmig zumute. Als
wir dann anchhakten, welche Buch er den hat, sagte er "Pilze
Pilze". Nachdem wir dann 5 Minuten lang erfolglos herumrätselten,
erzählte er uns beiläufig, dass es in russisch geschrieben ist - da hätten
wir noch lange herumrätseln können.
Wieder Mal sehr interessante Begegnungen im Wald! :-)
P.s. Für unsere Pfannen gab es eine Krause Glucke mit satten 50 cm im
Durchmesser, einen Aprikosentäubling und viele Würzige Tellerlinge -
schade, dass der Hasenröhrling, den mein Kollege tags zuvor gesichtet
hatte, schon weg war.
Gruß, Andreas

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Re: Schirmling

AK_CCM, (vor 7714 Tagen) @ elfi

Hallo elfi,

entschuldige bitte, da ist mir ein Fehler unterlaufen: Statt "Stachelschuppiger Igelschirmling" wollte ich in meinem Beitrag eigentlich "Spitzschuppiger Stachelschirmling" schreiben. Das kann ich sogar beweisen, denn mit dem wissenschaftlichen Namen Echinoderma asperum verweise ich auf die richtige Art - lt. Synonym-Datei von Axel Schillings Online-Kartierung heißt der Pilz inzwischen Lepiota aspera. Ebenso beziehen sich die von mir beschriebenen Merkmale auf L. aspera. Keine Ahnung, wie ich auf die kuriose und falsche dt. Bezeichnung gekommen bin...

An Deiner Stelle würde ich die Zweifel an der "Bestimmung" über Bord werfen, denn insgesamt haben außer mir 5 Leute den Pilz als L. aspera angesprochen (was natürlich nichts heißen muss - aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle daneben liegen, ist ziemlich gering). Ferner hat mir Uli Schmidt, ein Augsburger Vereinskollege (PSV) bestätigt, dass es sich bei dem Pilz auf Deinen beiden Fotos um L. aspera handelt. Und zu guter letzt möchte ich noch auf das Foto im Band 4 der BaWü-Flora auf Seite 58 hinweisen, auf dem der ausgewachsene Fruchtkörper Deinem Fund wie aus dem Gesicht geschnitten scheint.

Bzgl. des russischen Magens werde ich sicher keine Selbstversuche unternehmen, denn ich vertrete die Auffassung, dass heutzutage niemand mehr "halbgiftige Schwammerl" mit irgendwelchen Methoden genießbar machen muss - obwohl es mich schon Mal interessieren würde, wie in saure Milch eingelegte Rotbraune Milchlinge schmecken. Aber irgendwie ist mir der Versuch mit den Hexeneiern noch zu sehr in Erinnerung. ;-)

Schöne Grüße aus der Nebelhochburg Mertingen

Andreas

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Re: Schirmling *PIC*

elfi ⌂, (vor 7713 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,
so, nun hat der Pilz seinen Namen!
Ich will Dich nur noch daruf hinweisen, dass eine Milchsäuregärung
nichts mit saurer Milch zu tun hat.
So wird zum Beispiel Sauerkraut gewonnen. Weißkohl mit Salz vermischen.
Es entsteht eine Gärung bei dem die Zuckerbestandteile des Saftes
aus dem Kohl mit Hilfe natürlicher Bakterien zu Milchsäure vergoren
wird. So wird das Kraut haltbar.
Das kann man auch mit grünen Bohnen machen und wie man nachlesen
kann auch mit Pilzen!
Ach, was wäre ich froh um einen feinen Nebel, statt der Herbststürme...
Grüße
elfi [image]