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Zum laaangen Wochenende *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7698 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
ein angenehmes verlängertes Wochenende möchte ich etwas spät noch wünschen. Da ich bis vorhin den -zigtausendsten Quadratmeter (kam mir so vor) Deckenfarbe verpinselt habe, bekam ich die Genehmigung, mich morgen störungsfrei mit Pilzen zu beschäftigen. Also werde ich mal die Beute der letzten Tage angehen:

[image]

Obere Reihe v.l.n.r.: Psathyrella, dito, dito, dito, dito.
Untere Reihe: Coprinus, dito, Hebeloma, Psathyrella, Hebeloma.
Dazwischen Gilbender Erdritterling (Erstnachweis für Landsberg/S.-A.).
Autsch.
Beste Grüße! Pilzmel

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Beutebild lädt leider nicht :-(( *oT*

Andreas ⌂, (vor 7698 Tagen) @ pilzmel

- kein Text -

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Doch, aber nur langsam (Arcor spinnt?) *oT*

pilzmel ⌂, (vor 7698 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Re: Zum laaangen Wochenende

Andreas ⌂, (vor 7698 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

sieht nach ner tollen Beschäftigung aus morgen :-/

Vor allem der rudimentäre Fälbling ist klasse zum untersuchen, ich beneide Dich jedenfalls nicht. Hast Du ne Allergie gegen Frischpilze?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Zum laaangen Wochenende *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7697 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
klar habe ich eine Frischpilzallergie, aber die kämpfe ich tapfer nieder. Im ungeschrumpelten Zustand sehen die Hebeloma so aus:

[image]

[image]

Nur Pappelwurzeln in der Nähe. Irgend ein Tipp aus dem Hut?
Beste Grüße! Andreas

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Re: Zum laaangen Wochenende

Andreas ⌂, (vor 7697 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,
klar habe ich eine Frischpilzallergie, aber die kämpfe ich tapfer nieder. Im
ungeschrumpelten Zustand sehen die Hebeloma so aus:

Nur Pappelwurzeln in der Nähe. Irgend ein Tipp aus dem Hut?
Beste Grüße! Andreas

Hallo,

leider kein Tipp. Habe ich noch nie gesehen. Bin gespannt was er für Zystiden hat und die Sporen. Wichtig wäre, ob sie dextrinoid sind und ob sie kalyptrat sind. Geruch vermutlich rettichartig?

Ich hatte letzte Woche einen Fälbling aus dem Fichtenwald (vermutlich), der sah ganz ähnlich aus und roch penetrant nach Citrusfrüchten (geriebene Grapefuitschalen oder so). Hab noch nie einen derartigen Geruch bei einem Fälbling gehabt, überhaupt noch nie bei einem Pilz. Nur bei Douglasiennadeln. Naja, leider geriet er in den Abfall bevor ich ihn der Nachwelt retten konnte, was mich mehr und mehr wurmt :-((

betse Grüße,
Andreas

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Die Fälblinge *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7697 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
die Fälblinge gehören wohl zu besonders nervigen Pilzen. Mich wurmt insbesondere, daß in meinem Garten 4 Arten gedeihen, ich aber mit dreien noch nicht recht in die Puschen gekommen bin. Hier zu den jüngsten zweien eine Kurzbeschreibung.
1. Der helle Fälbling (heute noch einen gefunden): Hut 1,5 bzw. 2 cm breit, Grundfarbe weißlich, Mitte ockerlich. Feucht klebrig. Lamellen (noch) heller Milchkaffee, maßig dicht. Stiel um 2,5 x 0,5 cm, zylindrisch, weiß, längsriefig, obere Hälfte beflockt. Fleisch weiß, nicht bräunend. Geruch sehr schwach, Tendenz Rettich, aber wenn es sich nicht um Stinkmorcheln handelt, ist mein Geruchsinn überfordert. Sporen nicht amyloid, um 10-11,2 x 5,6-6,2 µm. Cheilozystiden bis 55 µm lang (daneben einige kleine Flaschen???).

[image]

2. Der dunkle: Hut um 2 cm breit, feucht dunkel rotbraun, zum Rande hin heller, dieser leicht gekerbt. Kein Velum gesehen. Lamellen Milchkaffee, oft gegabelt (manchmal sogar querverbunden). Stiel 3-4 x 0,5-0,7 cm, weißlich, überfasert. Fleisch weiß, nicht bräunend. Kaum Geruch (auch nach Durchschneiden, Zerreiben, Wegsperren ins Glas). Eher etwas süßlich. Geschmack allenfalls leicht bitterlich. Sporen nicht amyloid, 11,2-13,1(13,7) x 6,2-7,5 µm. Cheilozystiden bis 63 µm lang. Skizze von einem Fund aus 2003 (selbe Stelle); damals notierte ich leicht süßlichen Geruch.

[image]

Vielleicht läßt sich damit etwas anfangen?
Beste Grüße! Andreas

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Re: Die Fälblinge

Andreas ⌂, (vor 7697 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

ich mag sie trotzdem, die Fälblinge, auch wenn man nicht immer zu einem Ergebnis kommt.
Der erste, weiße sieht aus als könnte es H. leucosarx sein. Würde auch ganz gut zu Pappel passen, jedenfalls kommt er unter Laubbäumen vor und beileibe nicht nur unter Weiden.

Zum zweiten fällt mir noch nix ein, bin grad literaturlos. Die zystidenform deutet aber eher in Richtung der beschleierten Fälblinge, also im weitesten Sinne mesophaeum-Gruppe. Aber nicht mesophaeum selbst, der hat elliptische Sporen mit rundbogigem Ende, keine Mandelform. Auch wären die Sporen zu groß.
Möglich wäre auch eventuell Zugehörigkeit zur theobrominum-Verwandtschaft, aber die müßten +/- zylindrische Cheilos haben, was ich auf Deiner Skizze nicht so sehe.

Übrigens sind die SPoren von Fälblingen nie AMYLOID, ich sprach von DEXTRINOID. Also eine deutlich stärker rotbraune Färbung als das restliche vom Melzer's gelbbräunlich gefärbte Präparat. Ist besonders gut an geplatzten Sporen zu sehen, erfordert etwas Übung im Einsehen, wie dextrinoide Sporen aussehen sollen. Falls Du mal einen der stark süßlich riechenden Arten findest aus der sacchariolens-Gruppe, die haben besonders stark dextrinoid reagierende Sporen.

beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
die Fälblinge gehören wohl zu besonders nervigen Pilzen. Mich wurmt
insbesondere, daß in meinem Garten 4 Arten gedeihen, ich aber mit dreien
noch nicht recht in die Puschen gekommen bin. Hier zu den jüngsten zweien
eine Kurzbeschreibung.
1. Der helle Fälbling (heute noch einen gefunden): Hut 1,5 bzw. 2 cm breit,
Grundfarbe weißlich, Mitte ockerlich. Feucht klebrig. Lamellen (noch)
heller Milchkaffee, maßig dicht. Stiel um 2,5 x 0,5 cm, zylindrisch, weiß,
längsriefig, obere Hälfte beflockt. Fleisch weiß, nicht bräunend. Geruch
sehr schwach, Tendenz Rettich, aber wenn es sich nicht um Stinkmorcheln
handelt, ist mein Geruchsinn überfordert. Sporen nicht amyloid, um 10-11,2
x 5,6-6,2 µm. Cheilozystiden bis 55 µm lang (daneben einige kleine
Flaschen???).

2. Der dunkle: Hut um 2 cm breit, feucht dunkel rotbraun, zum Rande hin
heller, dieser leicht gekerbt. Kein Velum gesehen. Lamellen Milchkaffee,
oft gegabelt (manchmal sogar querverbunden). Stiel 3-4 x 0,5-0,7 cm,
weißlich, überfasert. Fleisch weiß, nicht bräunend. Kaum Geruch (auch nach
Durchschneiden, Zerreiben, Wegsperren ins Glas). Eher etwas süßlich.
Geschmack allenfalls leicht bitterlich. Sporen nicht amyloid,
11,2-13,1(13,7) x 6,2-7,5 µm. Cheilozystiden bis 63 µm lang. Skizze von
einem Fund aus 2003 (selbe Stelle); damals notierte ich leicht süßlichen
Geruch.

Vielleicht läßt sich damit etwas anfangen?
Beste Grüße! Andreas

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Re: Die Fälblinge

Jens ⌂, (vor 7697 Tagen) @ pilzmel

Hallo ihr beiden,

da ihr euch so redlich um die Bestimmung von offensichtlich seltenen Fälblingen bemüht, warum nicht mal Frieder Gröger kontakten?
Fällt mir grad so ein, der soll sich doch mit der Gattung gut auskennen.

Gruß Jens

Der soll sich damit ganz gut auskennen.

Hallo Andreas,
die Fälblinge gehören wohl zu besonders nervigen Pilzen. Mich wurmt
insbesondere, daß in meinem Garten 4 Arten gedeihen, ich aber mit dreien
noch nicht recht in die Puschen gekommen bin. Hier zu den jüngsten zweien
eine Kurzbeschreibung.
1. Der helle Fälbling (heute noch einen gefunden): Hut 1,5 bzw. 2 cm breit,
Grundfarbe weißlich, Mitte ockerlich. Feucht klebrig. Lamellen (noch)
heller Milchkaffee, maßig dicht. Stiel um 2,5 x 0,5 cm, zylindrisch, weiß,
längsriefig, obere Hälfte beflockt. Fleisch weiß, nicht bräunend. Geruch
sehr schwach, Tendenz Rettich, aber wenn es sich nicht um Stinkmorcheln
handelt, ist mein Geruchsinn überfordert. Sporen nicht amyloid, um 10-11,2
x 5,6-6,2 µm. Cheilozystiden bis 55 µm lang (daneben einige kleine
Flaschen???).

2. Der dunkle: Hut um 2 cm breit, feucht dunkel rotbraun, zum Rande hin
heller, dieser leicht gekerbt. Kein Velum gesehen. Lamellen Milchkaffee,
oft gegabelt (manchmal sogar querverbunden). Stiel 3-4 x 0,5-0,7 cm,
weißlich, überfasert. Fleisch weiß, nicht bräunend. Kaum Geruch (auch nach
Durchschneiden, Zerreiben, Wegsperren ins Glas). Eher etwas süßlich.
Geschmack allenfalls leicht bitterlich. Sporen nicht amyloid,
11,2-13,1(13,7) x 6,2-7,5 µm. Cheilozystiden bis 63 µm lang. Skizze von
einem Fund aus 2003 (selbe Stelle); damals notierte ich leicht süßlichen
Geruch.

Vielleicht läßt sich damit etwas anfangen?
Beste Grüße! Andreas

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Re: Die Fälblinge

pilzmel ⌂, (vor 7696 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
solche Verwechslungen kommen vor, wenn ältere Herren versuchen, Fremdworte einzustreuen, um Bildung zu simulieren. Ich meine natürlich dextrinoid. Erkannt habe ich nichts in der Richtung, aber wenn man sich da richtig einsehen muß, habe ich da schon wieder Zweifel. Aber für solche Nachkontrollen bunkere ich genügend Material. Deine vermuteten Richtungen bei den Fälblingen werde ich verfolgen. Vielleicht lerne ich´s irgendwann. Heute habe ich schon wieder ein Grüppchen gefunden, unter Fichten. Etwas kräftiger gebaut als der helle von oben, mit größeren Sporen ohne Rommelkiste. Mal sehen, was ich nun damit anfange. Aber zwei nervenraspelnde Fragen habe ich noch:
Kann man bei Cheilozystiden mit erweiterter Basis H. crustiliniforme definitiv ausschließen?
Kommt H. mesophaeum auch gern bei Pappel vor?
Besten Dank & Grüße! Andreas

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Re: Die Fälblinge

pilzmel ⌂, (vor 7696 Tagen) @ Jens

Hallo Jens,
du hast da natürlich recht. Andererseits, wenn bei Fälblingen Andreas das Handtuch wirft, dann frage ich vielleicht gleich Vesterholt.
Beste Grüße! Andreas

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Re: Die Fälblinge

Andreas ⌂, (vor 7696 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

solche Verwechslungen kommen vor, wenn ältere Herren versuchen, Fremdworte
einzustreuen, um Bildung zu simulieren.

Da ich mich im vergleichbaren Alter befinde kann ich diese Problematik lebhaft nachvollziehen ....

Aber zwei
nervenraspelnde Fragen habe ich noch: Kann man bei Cheilozystiden mit
erweiterter Basis H. crustiliniforme definitiv ausschließen?
Kommt H. mesophaeum auch gern bei Pappel vor?

Cheilozystiden MIT erweiterter Basis und ZYLINDRISCHEM bis sogar leicht zuspitzendem Halsteil (nur 2 Breitenmaße) deuten auf die mesophaeum-Verwnadtschaft hin.
Cheilozystiden MIT erweiterter Basis, schmalem Halsteil und wiederum erweitertem Kopfteil (3 Breitenmaße!) deuten auf die Verwandtschaftskreise crustuliniforme und leucosarx hin
Cheilozystiden OHNE erweiterte Basis, also +/- zylindrisch hat z.B. senescens oder theobrominum und verwandte Arten.

Mesophaeum oder jedenfalls verwandte Arten können durchaus auch unter Pappel wachsen. Von mesophaeum ss.str. kann ich es aber nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.

beste Grüße,
Andreas

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Danke

pilzmel ⌂, (vor 7695 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
vielen Dank nochmal.Vermutlich werde ich mir ein paar Kollektionen Fälblinge für lange Winterabende aufheben, um die Unterschiede kennen zu lernen. In meinem Garten wohnt mesophaeum übrigens totsicher unter Pappel.
Beste Grüße! Andreas