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Literaturempfehlung über Rauhfüße gesucht

AK_CCM, (vor 7696 Tagen)

Hallo zusammen,

hat jemand einen Buchtipp über Rauhfüße, das halbwegs aktuell ist und einen makroskopischen Schlüssel (soweit eine Bestimmung per Auge möglich ist) besitzt?

Besten Dank im voraus!

Gruß, Andreas

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Deutsch: Die Großpilze Baden-Württenbergs, Bd. 2 *oT*

Jürgen, (vor 7696 Tagen) @ AK_CCM

- kein Text -

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Ein Versuch mit der BaWü-Flora

AK_CCM, (vor 7696 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

Danke für Deinen Tipp, aber die aktuell 3 Bände der BaWü-Flora habe ich schon in meinem Regal stehen. Das Problem ist, dass darin erstens nicht alle Leccinum-Arten aufgeführt sind und zweitens der Schlüssel auch Dinge wie z.B. "Epikutis nur aus fädigen Elementen bestehend, ohne Zylindrozystiden" abfrägt.

Vielleicht ein Beispiel:

In Harry Regins Forum wurde ein Leccinum vorgestellt, von dem ich denke, dass er zu den Birkenpilz zählt. Denn der Pilz schwärzt nicht, sondern läuft (nach längerer Zeit) im Hutbereich schwach rötlich an - der Schlüssel lotst mich jedenfalls zu den Birkenpilzen.

Dann wird gefragt, ob sich die Trama deutlich und schnell fleischrötlich oder rosarot verfärbt, ohne Olivtöne, oder nicht oder nur schwach, mit oder ohne Olivtöne bei Reife. Also letzteres, dann lande ich bei "L. scabrum s.l."

Dort geht es dann mit "Hut und Trama nicht olivgrün getönt...mit intensiv blaugrünen Stellen im unteren Stielbereich".

Jetzt wird abgefragt: "HDS mit großer Anzahl kurzgliedriger Elemente in den Hyphenenden, Stielbasis meistens mit blaugrünen Tönen, Trama im Normalfall schwach rosalich verfärbend" Was heißt HDS - Hutdeckschicht (meine das irgendwo Mal gehört zu haben..)? Aber die anderen Merkmale passen.

Nun lande ich bei "Hut dunkler, graubraun, Stielschüppchen auffallend wollig, rauchgrau" - doch das stimmt meiner Meinung nach nicht: Der unbekannte Birkenpilz hat einen haselnußbraunen Hut, keine wolligen Schüppchen und die Farbe der Schüppchen ist dunkelbraun.

Darunter heißt es zwar noch: "Bei sehr hellem Hut kommen weitere Sippen...in Betracht..." - aber der Hut ist ja nicht "sehr hell" oder was muss man darunter verstehen?

Nach diesem erfolglosen Versuch, den Pilz zu identifizieren, fiel mir nur noch L. variicolor ein. Aber der Fund unterscheidet sich doch wesentlich von dessen Artmerkmalen.

Tja, jetzt bin ich (fast) genauso dumm wie zuvor. Deshalb meine Frage nach einem umfassenden Rauhfußwerk mit makroskopischem Schlüssel - hätte auch kein Problem mit einem eglischsprachigen Werk.

Gruß, Andreas

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Re: Ein Versuch mit der BaWü-Flora

Jürgen, (vor 7696 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Das Problem ist, dass darin erstens nicht alle
Leccinum-Arten aufgeführt sind

...was kein Nachteil sein muss, wenn man bedenkt, dass einige "Arten" nur unzureichend abgegrenzt sind.

und zweitens der Schlüssel auch Dinge wie
z.B. "Epikutis nur aus fädigen Elementen bestehend, ohne
Zylindrozystiden" abfrägt.

... das allerdings ist, in Verbindung mit den Sporenmaßen, bei Birkenpilzen fast ein Muss, um wirklich zu sicheren Bestimmungen zu gelangen. Ich kann hierzu nur auf das Beispiel weiter unten verweisen.

In Harry Regins Forum wurde ein Leccinum
vorgestellt, von dem ich denke, dass er zu den Birkenpilz zählt.

Der abgebildete Pilz ist sicher weder ein L. scabrum s. l. (wegen des starken Stielblaus) noch ein L. variicolor (wegen der Hutfarbe/-beschaffenheit). Ich würde hier am ehesten - trotz der ziemlich dunklen Stielschuppen - in die Richtung L. brunneogriseolum tendieren, aber das müsste auf jeden Fall anhand der Sporen und Hutdeckschicht (HDS) nachgeprüft werden.

Deshalb meine Frage nach
einem umfassenden Rauhfußwerk mit makroskopischem Schlüssel - hätte auch
kein Problem mit einem eglischsprachigen Werk.

Dazu verweise ich bzgl. des aktuellen, auf DNA-Befunden aufbauenden englischen Schlüssels von Den Bakker (2005) auf den Thread weiter unten. Grundlage jeder Diskussion bleibt freilich weiterhin die französische Leccinum-Monographie von Lannoy & Estades (1995), die die jeweiligen "Arten" sehr eng (zum Teil nachweislich zu eng) aufgefasst haben.

Du siehst: Hier ist vieles, was die Artkonzepte, selbst an vorderster Front der Forschung noch unklar. Dass da nicht jede Aufsammlung auf Anhieb - und dann auch noch ohne Mikroskop - bestimmt werden kann, ist nur folgerichtig.

Gruß, Jürgen

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Re: Ein Versuch mit der BaWü-Flora

AK_CCM, (vor 7695 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

... das allerdings ist, in Verbindung mit den Sporenmaßen, bei Birkenpilzen
fast ein Muss, um wirklich zu sicheren Bestimmungen zu gelangen.

Dann muss ich wohl meine Vereinskollegen mit dem Mikroskopieren belästigen, vielleicht sind si eja so lieb und helfen mir beim Bestimmen.

Der abgebildete Pilz ist sicher weder ein L. scabrum s. l. (wegen des
starken Stielblaus) noch ein L. variicolor (wegen der
Hutfarbe/-beschaffenheit).

Ich dachte bislang, dass die Rauhfüße in Rotkappen und Birkenpilze (L. scabrum s.l.) gegliedert sind - ist das falsch?

Ich würde hier am ehesten - trotz der ziemlich
dunklen Stielschuppen - in die Richtung L. brunneogriseolum tendieren,
aber das müsste auf jeden Fall anhand der Sporen und Hutdeckschicht (HDS)
nachgeprüft werden.

Danke für den Tipp - ich schau nochmal in der BaWü-Flora nach, wo ich im Schlüssel "abbiegen" hätte müssen, um bei L. brunneogriseolum zu landen.

Dazu verweise ich bzgl. des aktuellen, auf DNA-Befunden aufbauenden
englischen Schlüssels von Den Bakker (2005) auf den Thread weiter unten .

Werde ich mir zulegen, denn wie Eric schon schrieb: Bei 10,- Euro kann man nicht viel falsch machen.

Grundlage jeder Diskussion bleibt freilich weiterhin die französische
Leccinum-Monographie von Lannoy & Estades (1995), die die jeweiligen
"Arten" sehr eng (zum Teil nachweislich zu eng) aufgefasst
haben.

Schade, der französischen Sprache bin ich leider nicht mächtig. Es gibt nicht zufällig eine englischsprachige Übersetzung der Monographie - oder ist das generell nicht üblich? Davon abgesehen wüsste ich nicht einmal, wo man das frz. Werk "Monographie des Leccinum d'Europe" herbekommen könnte.

Du siehst: Hier ist vieles, was die Artkonzepte, selbst an vorderster Front
der Forschung noch unklar. Dass da nicht jede Aufsammlung auf Anhieb - und
dann auch noch ohne Mikroskop - bestimmt werden kann, ist nur
folgerichtig.

Uff, ich habe es gemerkt - Pilze sind generell eine schwierige Baustelle. Aber genau das macht den Reiz aus, finde ich. Jedenfalls bleibe ich dran, aufgeben gilt nicht! ;-)

Gruß, Andreas

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Mikroskopieren

Birgit, (vor 7695 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Dann muss ich wohl meine Vereinskollegen mit dem Mikroskopieren belästigen,
vielleicht sind si eja so lieb und helfen mir beim Bestimmen.

ich find ja deine Zuversicht - auch bezüglich der Häublinge - richtig nett, daß du bei uns immer jemand zum Mikroskopieren finden wirst ;-) ... Wer soll denn der Glückliche sein? ;-) Bei Galerina wirds zum beispiel schon sehr schwierig, weil da auch ein wirklich guter SChlüssel fehlt.

bis morgen

Birgit

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Re: Mikroskopieren

AK_CCM, (vor 7695 Tagen) @ Birgit

Hallöle Birgit,

das ist aber nett, dass Du Dich gleich freiwillig meldest. *feix*

Liebe Grüße und bis Morgen (wobei Morgen nicht für "in aller Herr Gotts Früh" steht *g*)

Gruß, Andreas

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Re: Ein Versuch mit der BaWü-Flora

Jürgen, (vor 7695 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Ich dachte bislang, dass die Rauhfüße in Rotkappen und Birkenpilze ( L.
scabrum s.l.) gegliedert sind - ist das falsch?

Das ist die extremste Vereinfachung, die aber schon deswegen nicht stimmt, weil es noch die Gruppe um L. carpini und L. crocipodium gibt, die in keine der beiden Kategorien fällt. Dein Verständnis von Birkenpilzen wäre L. scabrum "ss. latissimo". Mit L. scabrum "ss.lato" sind aber nur jene von Lannoy & Estades in der Subsektion Scabra zusammengefassten Birkenpilze gemeint, die in der Huthaut keine Zylindrozysten aufweisen, kein Blau im Stiel zeigen und nicht im Sphagnum vorkommen. Der genaue Artenbestand ist noch bzw. nach neueren DNA-Studien wieder unklar, aber jedenfalls gehören L. variicolor, L. brunneogriseolum oder L. nucatum nicht hierher.

Es gibt nicht
zufällig eine englischsprachige Übersetzung der Monographie - oder ist das
generell nicht üblich? Davon abgesehen wüsste ich nicht einmal, wo man das
frz. Werk "Monographie des Leccinum d'Europe" herbekommen
könnte.

Das Werk enthält auch einen englischen Schlüssel. Kontaktiere mal Andreas Gminder: Er kann am ehesten in Erfahrung bringen, ob und über wen das Werk noch zu beziehen ist.

Gruß, Jürgen