Pilze Pilze Forum
Erweitert

Meine Meise 2.Teil

Hans Bender, (vor 7684 Tagen)

Hallo an Alle
Eine kleine Geschichte!
Wie Euch ja schon bekannt ist, habe ich auf unserem Balkon beim Frühstück oder im Laufe des weiteren Tages meine Tierchen auf Besuch
(Eichhörnchen, http://hometown.aol.de/JBe8995374/_eichhoernchen.html
Meisen http://hometown.aol.de/JBe8995374/_meise.html und
Rotkehlchen), http://hometown.aol.de/JBe8995374/_rotkehlchen.html die mir alle aus der Hand fressen.
Welches Vertrauensverhältnis sich dabei auf Seiten der Tiere aufgebaut hat, wurde mir jetzt von meiner Lieblingsmeise aufgezeigt, mit der ich etwas herumspielen kann, wenn sie Lust hat. (Die Leckerli´s verstecke ich dabei soweit in meiner hohlen Hand, dass es nicht so einfach ist, an diese heran zu kommen)
Vor ein paar Wochen kam also diese Meise und hatte unterhalb des rechten Auges eine große ausgewachsene Zecke hängen was nicht nur unschön aussah, sondern ihr offensichtlich auch sehr zu schaffen machte.
Nachdem sie sich nun mehrmals bei mir in immer schlechterem Zustand präsentierte und ich dann sah, dass das rechte Auge total geschlossen war, konnte ich sie von dieser Seite ohne große Gegenwehr mit der Hand einfangen.
Mit einer kleinen Tragetasche aus Stoff, die ich mir über die Hand und Meise gestülpt hatte, erschien ich dann beim nahegelegenem Tierarzt, der die Zecke ohne Mühe und kostenlos entfernte. Zuhause ließ ist die Meise wieder dort auf unserem Balkontisch frei, wo ich sie eingefangen hatte. Sie war aber so geschwächt oder auch geschockt, dass sie mit dem Wahlnusstückchen, welches sie sich noch mitgenommen hatte, kaum von der Stelle kam.
Als ich dann kurz darauf eine der Nachbarskatzen dort herum schleichen sah, kamen mir schwere Bedenken, ob ich da nicht einen Fehler begangen habe.
Ich versuchte also die Meise im Gebüsch wieder ausfindig zu machen um sie sicherheitshalber in Gewahrsam zu nehmen, was aber nicht gelang.
Am späten Nachmittag, sah ich sie dann vom Balkon aus an der Trinkstelle (ein längs durchgeschnittener Autoreifen) ziemlich erschöpft auf dem Gummirand sitzen. Ich machte mich also auf dem Weg und konnte sie von der Seite des geschlossenen Auges her dort abpflücken.
Also, wenn das die Katze gewesen wäre!
Die Meise bekam dann in unserem Wohnzimmer Freigang, wo sie sich aber nur im Fenster und Balkontürbereich aufhielt, einige kleine Nüsschenteile verputzte und auf den am Boden liegenden Kabeln sitzend schließlich zitternd einschlief.
Am anderen Morgen waren wir erleichtert, als sie noch lebte und auch Appetit entwickelte, aber von Nüsschen allein erschien mir die Motivation und Ernährung nicht ausreichend und so ging ich ins Angelgeschäft (was tut man nicht alles) und holte Maden und Mehlwürmer. Die Maden wurden nach kurzer Prüfung verschmäht, die Mehlwürmer aber mit Begeisterung angenommen. Meine Frau war sehr darauf bedacht, das die Mehlwürmer nicht auf der Flucht das Wohnzimmer erobern und wurden deshalb nur einzeln abgegeben.
Zwischendurch wurde das Auge der Meise mit Kamillenextrakt behandelt, was sie sich anfangs auch mit wenig Gegenwehr gefallen ließ später aber mit leichtem Gekreische quittiert wurde, was mir auch die Tendenz zur Besserung anzeigte. Über einen Freund hatte ich mir zwischenzeitlich einen Vogelkäfig besorgt, in den ich die Meise nach der letzten Behandlung am Abend bei offenen Türen absetzte, wo sie auch kurze Zeit später einschlief.
Am anderen Morgen turnte sie schon am Fenster auf allen dort stehenden Teilen herum ohne jedoch hektische Fluchtversuche zu unternehmen.
Nach einem ausgiebigen Mehlwürmerfrühstück und eine letzte Augenbehandlung kam sie nun in den Käfig und durfte sich die Welt nun draußen vom Balkontisch aus ansehen. Sie musste ca. 1. Stunde warten bis ihr Partner (das Männchen) endlich kam um es zu begrüßen. Die Freude galt aber eines Leckerlis welches vor dem Käfig lag, er schnappte sich eins und düste ab.
Von meiner Frau, die das auch mitbekam, musste ich mir dann anhören, da siehste mal, so sind die Männer!
Nachdem nun der Kontakt hergestellt war, öffnete ich beide Türen des Käfigs, damit sie hinterher kann. Sie hatte aber keine Lust den Käfig zu verlassen.
Als ich sodann mit meinem Fotoapparat 10 Minuten gewartet hatte um den Abflug festzuhalten, verlor ich die Geduld und ging so nah an den Käfig, dass sie in Bewegung kam. Sie hupfte also auf den Ausgangs-Türbereich, dann auf dem Tisch, nahm sich noch das größte Stück Nuss und flog ca. 20 m weiter in einen Baum, wo sie dann, auch mit immer noch geschlossenem Auge, wirklich von ihrem herumstolzierenden Männchen umworben wurde.
Nun waren wir alle zufrieden und hofften auf ein baldiges Wiedersehen.
Es dauerte fast drei Wochen bis sich beide nun wieder vorstellten.
Das Auge war wieder normal und unsere Freude groß.
Damit ist die schöne Geschichte abgeschlossen und wir hoffen auf ein weiteres Jahr mit neuen Erlebnissen mit unseren „Haustieren“
Grüße aus Mönchengladbach
Hans

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Lieber Hans, wahre Tierliebe ! *oT*

GarySW, (vor 7684 Tagen) @ Hans Bender

- kein Text -

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Hallo Hans Du bist nicht nur ein Meister der Pilze

Hans hurter, (vor 7684 Tagen) @ Hans Bender

sondern auch einer der es mit den Tieren versteht.Wir haben Eichhörnchen,Spatzen und Meisen auf unseren Balkonen aber die haben es nur auf unser Futter abgesehen.Aber auch so freuen wir uns über jedes Lebenszeichen!Liebe Grüsse Steini Hans

Hallo an Alle
Eine kleine Geschichte!
Wie Euch ja schon bekannt ist, habe ich auf unserem Balkon beim Frühstück
oder im Laufe des weiteren Tages meine Tierchen auf Besuch
(Eichhörnchen, http://hometown.aol.de/JBe8995374/_eichhoernchen.html
Meisen http://hometown.aol.de/JBe8995374/_meise.html und
Rotkehlchen), http://hometown.aol.de/JBe8995374/_rotkehlchen.html die mir
alle aus der Hand fressen.
Welches Vertrauensverhältnis sich dabei auf Seiten der Tiere aufgebaut hat,
wurde mir jetzt von meiner Lieblingsmeise aufgezeigt, mit der ich etwas
herumspielen kann, wenn sie Lust hat. (Die Leckerli´s verstecke ich dabei
soweit in meiner hohlen Hand, dass es nicht so einfach ist, an diese heran
zu kommen)
Vor ein paar Wochen kam also diese Meise und hatte unterhalb des rechten
Auges eine große ausgewachsene Zecke hängen was nicht nur unschön aussah,
sondern ihr offensichtlich auch sehr zu schaffen machte.
Nachdem sie sich nun mehrmals bei mir in immer schlechterem Zustand
präsentierte und ich dann sah, dass das rechte Auge total geschlossen war,
konnte ich sie von dieser Seite ohne große Gegenwehr mit der Hand
einfangen.
Mit einer kleinen Tragetasche aus Stoff, die ich mir über die Hand und Meise
gestülpt hatte, erschien ich dann beim nahegelegenem Tierarzt, der die
Zecke ohne Mühe und kostenlos entfernte. Zuhause ließ ist die Meise wieder
dort auf unserem Balkontisch frei, wo ich sie eingefangen hatte. Sie war
aber so geschwächt oder auch geschockt, dass sie mit dem Wahlnusstückchen,
welches sie sich noch mitgenommen hatte, kaum von der Stelle kam.
Als ich dann kurz darauf eine der Nachbarskatzen dort herum schleichen sah,
kamen mir schwere Bedenken, ob ich da nicht einen Fehler begangen habe.
Ich versuchte also die Meise im Gebüsch wieder ausfindig zu machen um sie
sicherheitshalber in Gewahrsam zu nehmen, was aber nicht gelang.
Am späten Nachmittag, sah ich sie dann vom Balkon aus an der Trinkstelle (ein
längs durchgeschnittener Autoreifen) ziemlich erschöpft auf dem Gummirand
sitzen. Ich machte mich also auf dem Weg und konnte sie von der Seite des
geschlossenen Auges her dort abpflücken.
Also, wenn das die Katze gewesen wäre!
Die Meise bekam dann in unserem Wohnzimmer Freigang, wo sie sich aber nur im
Fenster und Balkontürbereich aufhielt, einige kleine Nüsschenteile
verputzte und auf den am Boden liegenden Kabeln sitzend schließlich
zitternd einschlief.
Am anderen Morgen waren wir erleichtert, als sie noch lebte und auch Appetit
entwickelte, aber von Nüsschen allein erschien mir die Motivation und
Ernährung nicht ausreichend und so ging ich ins Angelgeschäft (was tut man
nicht alles) und holte Maden und Mehlwürmer. Die Maden wurden nach kurzer
Prüfung verschmäht, die Mehlwürmer aber mit Begeisterung angenommen. Meine
Frau war sehr darauf bedacht, das die Mehlwürmer nicht auf der Flucht das
Wohnzimmer erobern und wurden deshalb nur einzeln abgegeben.
Zwischendurch wurde das Auge der Meise mit Kamillenextrakt behandelt, was sie
sich anfangs auch mit wenig Gegenwehr gefallen ließ später aber mit
leichtem Gekreische quittiert wurde, was mir auch die Tendenz zur
Besserung anzeigte. Über einen Freund hatte ich mir zwischenzeitlich einen
Vogelkäfig besorgt, in den ich die Meise nach der letzten Behandlung am
Abend bei offenen Türen absetzte, wo sie auch kurze Zeit später
einschlief.
Am anderen Morgen turnte sie schon am Fenster auf allen dort stehenden Teilen
herum ohne jedoch hektische Fluchtversuche zu unternehmen.
Nach einem ausgiebigen Mehlwürmerfrühstück und eine letzte Augenbehandlung
kam sie nun in den Käfig und durfte sich die Welt nun draußen vom
Balkontisch aus ansehen. Sie musste ca. 1. Stunde warten bis ihr Partner
(das Männchen) endlich kam um es zu begrüßen. Die Freude galt aber eines
Leckerlis welches vor dem Käfig lag, er schnappte sich eins und düste ab.
Von meiner Frau, die das auch mitbekam, musste ich mir dann anhören, da
siehste mal, so sind die Männer!
Nachdem nun der Kontakt hergestellt war, öffnete ich beide Türen des Käfigs,
damit sie hinterher kann. Sie hatte aber keine Lust den Käfig zu
verlassen.
Als ich sodann mit meinem Fotoapparat 10 Minuten gewartet hatte um den Abflug
festzuhalten, verlor ich die Geduld und ging so nah an den Käfig, dass sie
in Bewegung kam. Sie hupfte also auf den Ausgangs-Türbereich, dann auf dem
Tisch, nahm sich noch das größte Stück Nuss und flog ca. 20 m weiter in
einen Baum, wo sie dann, auch mit immer noch geschlossenem Auge, wirklich
von ihrem herumstolzierenden Männchen umworben wurde.
Nun waren wir alle zufrieden und hofften auf ein baldiges Wiedersehen.
Es dauerte fast drei Wochen bis sich beide nun wieder vorstellten.
Das Auge war wieder normal und unsere Freude groß.
Damit ist die schöne Geschichte abgeschlossen und wir hoffen auf ein weiteres
Jahr mit neuen Erlebnissen mit unseren „Haustieren“
Grüße aus Mönchengladbach
Hans

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Meine Meise 2.Teil

Birgit, (vor 7684 Tagen) @ Hans Bender

Hallo Hans,

das ist eine sehr schöne Geschichte, besonders schön, daß sie ein gutes Ende gefunden hat. Mit sorgenvollem Auge sehe ich bei uns im Garten den halbflüggen Meisen hinterher, besonders da wir selbst drei Katzen haben. Die drei fangen aber seltenst Vögel, da sie genug Abstand zu Nachbarn und Wiesen rundum zum Mäusefangen haben, Mäuse sind ja auch ihre biologisch vorbestimmte Nahrung.

Birgit

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Meine Meise 2.Teil

coco, (vor 7683 Tagen) @ Hans Bender

hallo hans,

das ist eine wunderbare geschichte :)

im nächsten leben werden dich die tiere auf händen tragen und zum könig machen, während der rest der menschheit wegen maserngefahr vorsorglich in erdlöchern angezündet und begraben wird.

gruss coco

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Meine Meise 2.Teil

Hans Bender, (vor 7683 Tagen) @ Hans Bender

Hallo ihr tierlieben Hänschenfreunde!
Danke für Eure Anteilname an der kleinen Geschichte.
Bis zum nächsten Mahl
Hans