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Spontane Pilzausstellung – der Bericht *PIC*

Thomas Pruß, (vor 7684 Tagen)

Moin zusammen,
ich hatte vor dem Wochenende ja geschrieben, dass mir eine „spontane“ Pilzausstellung auf der Herbstmesse in Nachbardorf Süderstapel bevorstünde. Und wie Ismene ja in ihrem Posting andeutete, es war eine wahre Improvisationsschlacht ;-)
Was bekommt man zusammen, wenn man zwischen dem Wissen um die Ausstellung und Beginn etwa 20 Stunden Zeit hat?
Donnerstag Abend: Auf dem Heimweg mit dem Zug stöberte ich ein wenig auf der Festplatte meines „Schlepptops“ herum. Oha, das Teil hat ja „Powerpoint“ installiert. Das war nicht schlecht: Pilzfotos habe ich genug, und Texte dazu zu schreiben – naja, ihr wisst ja, was mein Beruf ist. Das Problem: Von Powerpoint-Präsentationen hatte ich bis dato so viel Ahnung wie von sibirischem Oberton-Schnarchen. Ich öffnete das Programm – wow, was für eine Arbeitsfläche!
Wie gut, dass meine Tochte einen neuen Freund hat, der zudem ein Crack im computern ist.
20.00 Uhr: Der Bub gibt mir einen Crash-Kurs in PP, und bis 23 Uhr habe ich die ersten Folien fertig.
Freitag Morgen: Wieder beginnt ein sonniger, warmer Tag mit 0 % Niederschlagswahrscheinlichkeit. So langsam mache ich mir ernsthafte Gedanken, woher ich die Pilze für den Tisch nehmen soll, so trocken wie es draußen ist. Gut, hinterm Haus wachsen etwa 1 Million Schopftintlinge, aber ein Tisch nur mit Masse statt Klasse ist auch nicht so der Bringer. Den Tag in der Redaktion nutze ich neben dem Schreiben von Artikeln mit dem Schreiben von Pilztexten. Auf dem Heimweg sammle ich die entsprechenden Fotos von der CD-ROM. Zuhause sitze ich knapp am Rechner und bastle die Folien zusammen, da muss ich schon wieder los zu einem Geburtstag.
Die Zeit läuft nicht, sie rennt!
Samstag Morgen: Wo finde ich Pilze? Ich kreuze ziellos durch die unendlichen Weiten Nordfrieslands und finde mich im Ostenfelder Wald wieder. Hm, der Lärchenbestand – dort hatte ich doch vorige Woche ganz gut gefunden. Der moosbedeckte Boden dort ist immer feucht. Aber auf den ersten Blick stehen da nur noch Leichen rum. Ich irre durch den Wald, pflücke hier einen Täubling, dort einen Violetten Lacktrichterling, aber der Hit ist das alles nicht.
Stehen bleiben, Zigarette rauchen, umschauen.
Donnerwetter, hier muss es in der Nacht zuvor eine böse „Hauerei“ gegeben haben, der ganze Boden ist aufgerissen: Damwildbrunft! MeinBlick schweift ins Unterholz. Und da steht tatsächlich ein Hohlfußröhrling!
Mit der Zeit finde ich dann doch noch so viel Pilze, dass ich auf 15 verschiedene Arten komme.
Ab nachhause-PP-Folien basteln!
Sonntag Morgen, 8 Uhr: Schwer bepackt mit Inges Blumengestecken (beanspruchen etwa 99,8% des Autos und des Anhängers) und meinem Pilzmaterial (0,2%) trudeln wir in Süderstapel im Olsen-Haus ein.
Während Inge ihren Stand aufbaut, suche ich händeringend einen Tisch. Den bekomme ich dann auch von einem zufällig anwesenden Schwager.
9.30 Uhr: Das Moos liegt auf dem Tisch, und ich kann die Pilze aufbauen.
10.00 Uhr: Plötzlich ist es proppenvoll und ich finde mich wieder im Dialogen mit Besuchern und dem Auszeichnen der Pilze.
17.00 Uhr: Ich hab’ Fransen am Maul und bin fix und fertig. Zwischendurch brachte mir ein Besucher noch einen kleinen Steinpilz, und nach einem Tipp eines Ehepaars war ich noch auf eine Koppel gefahren. Dort wüchsen viele große braune Pilze. Riesenschirmlinge? Es waren Riesenschirmlinge, etwa 40 Stück mit Hutdurchmessern bis 30 cm. Die gab es dann am Abend zur Belohnung.
Fazit: Die Ausstellung war, obwohl ich kaum etwas zeigen konnte, ein voller Erfolg. Etwa 150 bis 200 Besucher hatten sich insgesamt an meinem Tisch gedrängt. Viele wiesen spontan auf meine Schopftintlinge: „Die wachsen auch bei uns!“ Worauf ich zu antworten pflegte: „Einsammeln und aufessen – superlecker.“
Auch die anderen Arten wurden mal mehr, mal weniger misstrauisch, aber immer hochinteressiert begutachtet. Niemand ging wirklich achtlos an dem Tisch vorbei. Vor allem die Kinder waren von der PP-Präsentation begeistert und blätterten auch in dem Ordner mit Fotos, den ich bereit gestellt hatte.
Fazit: Dienstlicher Befehl des Bürgermeisters, nächstes Jahr wieder so einen Tisch zu bauen.
Ziel erreicht, trotz oder wegen Improvisation!
Hier noch ein paar Bilder:

Links der Computer mit der PP-Präsentation und der ordner mit Pilzbildern, rechts die Ausstellungsstücke:

[image]

Schnell noch ein Foto, bevor der Run beginnt:

[image]

Detail: Die Schopfis waren ausgewiesene „Publikumslieblinge“. Alle Pilze, mit Ausnahme der Campignons fand cih im Ostenfelder Wald, die Champis bei Spar ;-)

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Grüßlis
Thomas

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Super!! *oT*

cyano, (vor 7684 Tagen) @ Thomas Pruß

- kein Text -

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Re: Spontane Pilzausstellung – der Bericht

Dedimyk, (vor 7684 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

klein aber fein, was will der Mensch denn mehr.Hast Du gut gemacht und die Resonanz spricht für sich. Glückwunsch und auf ein Neues nächstes Jahr.

Herzliche Grüße Detlef

Moin zusammen,
ich hatte vor dem Wochenende ja geschrieben, dass mir eine „spontane“
Pilzausstellung auf der Herbstmesse in Nachbardorf Süderstapel
bevorstünde. Und wie Ismene ja in ihrem Posting andeutete, es war eine
wahre Improvisationsschlacht ;-)
Was bekommt man zusammen, wenn man zwischen dem Wissen um die Ausstellung und
Beginn etwa 20 Stunden Zeit hat?
Donnerstag Abend: Auf dem Heimweg mit dem Zug stöberte ich ein wenig auf der
Festplatte meines „Schlepptops“ herum. Oha, das Teil hat ja „Powerpoint“
installiert. Das war nicht schlecht: Pilzfotos habe ich genug, und Texte
dazu zu schreiben – naja, ihr wisst ja, was mein Beruf ist. Das Problem:
Von Powerpoint-Präsentationen hatte ich bis dato so viel Ahnung wie von
sibirischem Oberton-Schnarchen. Ich öffnete das Programm – wow, was für
eine Arbeitsfläche!
Wie gut, dass meine Tochte einen neuen Freund hat, der zudem ein Crack im
computern ist.
20.00 Uhr: Der Bub gibt mir einen Crash-Kurs in PP, und bis 23 Uhr habe ich
die ersten Folien fertig.
Freitag Morgen: Wieder beginnt ein sonniger, warmer Tag mit 0 %
Niederschlagswahrscheinlichkeit. So langsam mache ich mir ernsthafte
Gedanken, woher ich die Pilze für den Tisch nehmen soll, so trocken wie es
draußen ist. Gut, hinterm Haus wachsen etwa 1 Million Schopftintlinge,
aber ein Tisch nur mit Masse statt Klasse ist auch nicht so der Bringer.
Den Tag in der Redaktion nutze ich neben dem Schreiben von Artikeln mit
dem Schreiben von Pilztexten. Auf dem Heimweg sammle ich die
entsprechenden Fotos von der CD-ROM. Zuhause sitze ich knapp am Rechner
und bastle die Folien zusammen, da muss ich schon wieder los zu einem
Geburtstag.
Die Zeit läuft nicht, sie rennt!
Samstag Morgen: Wo finde ich Pilze? Ich kreuze ziellos durch die unendlichen
Weiten Nordfrieslands und finde mich im Ostenfelder Wald wieder. Hm, der
Lärchenbestand – dort hatte ich doch vorige Woche ganz gut gefunden. Der
moosbedeckte Boden dort ist immer feucht. Aber auf den ersten Blick stehen
da nur noch Leichen rum. Ich irre durch den Wald, pflücke hier einen
Täubling, dort einen Violetten Lacktrichterling, aber der Hit ist das
alles nicht.
Stehen bleiben, Zigarette rauchen, umschauen.
Donnerwetter, hier muss es in der Nacht zuvor eine böse „Hauerei“ gegeben
haben, der ganze Boden ist aufgerissen: Damwildbrunft! MeinBlick schweift
ins Unterholz. Und da steht tatsächlich ein Hohlfußröhrling!
Mit der Zeit finde ich dann doch noch so viel Pilze, dass ich auf 15
verschiedene Arten komme.
Ab nachhause-PP-Folien basteln!
Sonntag Morgen, 8 Uhr: Schwer bepackt mit Inges Blumengestecken (beanspruchen
etwa 99,8% des Autos und des Anhängers) und meinem Pilzmaterial (0,2%)
trudeln wir in Süderstapel im Olsen-Haus ein.
Während Inge ihren Stand aufbaut, suche ich händeringend einen Tisch. Den
bekomme ich dann auch von einem zufällig anwesenden Schwager.
9.30 Uhr: Das Moos liegt auf dem Tisch, und ich kann die Pilze aufbauen.
10.00 Uhr: Plötzlich ist es proppenvoll und ich finde mich wieder im Dialogen
mit Besuchern und dem Auszeichnen der Pilze.
17.00 Uhr: Ich hab’ Fransen am Maul und bin fix und fertig. Zwischendurch
brachte mir ein Besucher noch einen kleinen Steinpilz, und nach einem Tipp
eines Ehepaars war ich noch auf eine Koppel gefahren. Dort wüchsen viele
große braune Pilze. Riesenschirmlinge? Es waren Riesenschirmlinge, etwa 40
Stück mit Hutdurchmessern bis 30 cm. Die gab es dann am Abend zur
Belohnung.
Fazit: Die Ausstellung war, obwohl ich kaum etwas zeigen konnte, ein voller
Erfolg. Etwa 150 bis 200 Besucher hatten sich insgesamt an meinem Tisch
gedrängt. Viele wiesen spontan auf meine Schopftintlinge: „Die wachsen
auch bei uns!“ Worauf ich zu antworten pflegte: „Einsammeln und aufessen –
superlecker.“
Auch die anderen Arten wurden mal mehr, mal weniger misstrauisch, aber immer
hochinteressiert begutachtet. Niemand ging wirklich achtlos an dem Tisch
vorbei. Vor allem die Kinder waren von der PP-Präsentation begeistert und
blätterten auch in dem Ordner mit Fotos, den ich bereit gestellt hatte.
Fazit: Dienstlicher Befehl des Bürgermeisters, nächstes Jahr wieder so einen
Tisch zu bauen.
Ziel erreicht, trotz oder wegen Improvisation!
Hier noch ein paar Bilder: Links der Computer mit der PP-Präsentation und der
ordner mit Pilzbildern, rechts die Ausstellungsstücke:
Schnell noch ein Foto, bevor der Run beginnt:
Detail: Die Schopfis waren ausgewiesene „Publikumslieblinge“. Alle Pilze, mit
Ausnahme der Campignons fand cih im Ostenfelder Wald, die Champis bei Spar
;-)

Grüßlis
Thomas

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Re: Spontane Pilzausstellung – der Bericht

42, (vor 7684 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

gratuliere zur Spontanausstellung (kommendes WE liegt sowas auch vor
uns - allerdings weder spontan noch spartan).

Sonntag Morgen, 8 Uhr: Schwer bepackt mit Inges Blumengestecken (beanspruchen
etwa 99,8% des Autos und des Anhängers) und meinem Pilzmaterial (0,2%) [...]

Hier fehlt doch noch das Gemotze der besseren Hälfte, dass Du ihr mit
den 'blöden Pilzen' den ganzen Platz wegnimmst, oder? Zensur?

Beste Grüße
Thomas

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Re: Spontane Pilzausstellung – der Bericht

Thomas Pruß, (vor 7683 Tagen) @ 42

Moin Thomas,
danke für die Blumen ;-)

(kommendes WE liegt sowas auch vor

uns - allerdings weder spontan noch spartan).

Nee, ihr geht an den Blutsee und kommt mit ’nem LKW der schönsten Arten in Mitteleuropa zurück – Neid, Neid!. Aber wirst du auch einen kleinen Bericht bringen? Es ist ja immer wieder interessant, wie andere Pilzsuastellungen aufgebaut und gelaufen sind.

Hier fehlt doch noch das Gemotze der besseren Hälfte, dass Du ihr mit
den 'blöden Pilzen' den ganzen Platz wegnimmst, oder? Zensur?

Die hat bedauert, dass ich nicht mehr gefunden habe und den Stand übernommen, wenn ich mal ’ne Zigarette rauchen war , so sie nicht wie wild an ihrem Stand rumgewirbelt ist. Da war auch ’ne Menge los!. Inge hat sich in den letzten Jahren bös in die Mykologie reingekniet. Das ist von Vorteil, denn ich bin ja nur abends zuhause, und die meisten Leute kommen tagsüber ins Geschäft, wenn sie Pilze gefunden haben, die sie nicht kennen. Meistens nehmen sie dann neben der Information auch noch’n Blümchen mit ;-)
Nachteil: Wenn ich meine Pilzbücher brauche, darf ich sie im Bluemladen zusammen sammeln…
Grüßlis
Thomas

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Sehr nett gemacht Thomas! *oT*

Christoph G, (vor 7683 Tagen) @ Thomas Pruß

- kein Text -