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Schon wieder Fälblinge *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7677 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich unter einem umgestülpten Glasbecken (dient sonst als Pferdeapfel-Brüter) einige spinnenbeinige Pilze entdeckte. Wahrscheinlich Hebeloma mesophaeum. Hier scheint es einen Treibhaus-Effekt gegeben zu haben. So langstelzig ist mir der Fälbling noch nicht begegnet.

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Desweiteren wohnen in meinem Garten auf kahlem Boden bei Pappel und Süßkirsche einzeln oder büschelig diese Knuffelchen:

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Ich habe schon im vergangenen Jahr dran rumgerätselt, bin aber noch nicht in die Puschen gekommen. Hüte bis 3 cm breit, dicker, keuliger Stiel. Ich bin nicht ganz sicher, ob ein Velum vorhanden ist. Auch an den allerjüngsten Pilzchen war nichts zu entdecken bis auf einen weißlichen, bereift erscheinenden Rand. Fleisch hell, schwach und zögerlich in der Stielrinde bräunend. Geruch nicht Rettich, eher mit süßlicher Komponente. Cheilozystiden mit erweiterter Basis und Spitze. Sporen warzig, 10,6-12,5 x 6,9-8,1 µm (Messung vom letzten Jahr), superdeutlich dextrinoid.
Für jeden Hinweis dankbar!
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Schon wieder Fälblinge

Andreas ⌂, (vor 7676 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

dein erster Fälbling könnte auch ein Ackerling sein. Im Zweifelsfall die Hutdeckschicht anschauen: hymeniform bei Agrocybe (Familienmerkmal der Bolbitiaceae), liegend-hyphig bei Hebeloma.

Dein zweites Hebeloma scheint mir vielleicht auf Hebeloma theobrominum (= H. truncatum) zu passen. Der hätte allerdings recht unauffällige, etwa zylindrische Cheilozystiden. Es gibt da auch noch eine var. pruinosum davon, die optisch Deinem Pilz besonders ähnelt. Hat auch leicht andere Sporenmaße als die Stammart.

beste Grüße,
Andreas

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Hach, verwirrend *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7676 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
vielen Dank. Einer meldet sich immer bei Fälblingen...
Die langstieligen Exemplare gehören m.M. nach zu mesophaeum. Außerhalb der Glasglocke wuchsen auch welche, aber lehrbuchgerecht. Ich habe das Mikroskop bemüht und keine Abweichungen gefunden, soweit ich das verurteilen kann. Vielleicht beschreibe ich mal eine forma arachnopeda, worauf die Welt sicher wartet.
Beim zwoten bin ich nun restlos unglücklich. Grade habe ich mich dazu durchgerungen, eine weitere Garten-Population in die theobrominum-Ecke zu stellen. Ich meine die hier:

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Neigten zu Massenvorkommen. Vorteil: Ich hatte genügend, um mit meiner recht geruchsresistenten Nase einen Kakaoduft wahrzunehmen.
Nun nutze ich die Gelegenheit, um einen weiteren aufzuwärmen. Weil die Schnecken weniger aktiv waren, durfte ein Exemplar altern - und zeigte Guttationstropfen bzw. Flecken. Ich bin von dem angenommenen leucosarx abgerückt und bei velutipes gelandet. Werde ich jetzt geächtet?

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Beste Grüße! Andreas

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Re: Hach, verwirrend

Andreas ⌂, (vor 7676 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

Die langstieligen Exemplare gehören m.M. nach zu mesophaeum . Außerhalb der
Glasglocke wuchsen auch welche, aber lehrbuchgerecht. Ich habe das
Mikroskop bemüht und keine Abweichungen gefunden, soweit ich das
verurteilen kann. Vielleicht beschreibe ich mal eine forma arachnopeda ,
worauf die Welt sicher wartet.

Sehnsüchtigst!

Beim zwoten bin ich nun restlos unglücklich. Grade habe ich mich dazu
durchgerungen, eine weitere Garten-Population in die theobrominum -Ecke
zu stellen. Ich meine die hier:

Warum bist Du deshalb unglücklich? Die sieht doch auch nicht viel anders aus als die vorgestellte Kollektion vorhin. *AUFDEMSCHLAUCHSTEH*

Nun nutze ich die Gelegenheit, um einen weiteren aufzuwärmen. Weil die
Schnecken weniger aktiv waren, durfte ein Exemplar altern - und zeigte
Guttationstropfen bzw. Flecken. Ich bin von dem angenommenen leucosarx
abgerückt und bei velutipes gelandet. Werde ich jetzt geächtet?

Von mir sicher nicht, ich halte das was so gemeinhin als velutipes bestimmt wird für nicht von leucosarx unterscheidbar. Da ich die Originalbeschreibung von velutipes nicht kenne und auch den Typus natrlich nicht untersucht habe, kann ich nicht behaupten, dass beide Arten synonym sind. Aber alles was man mior bisher als velutipes verkaufen wollte war für mich nicht von leucosarx zu unterscheiden. Dessen deutscher Name "Großer Weiden-Fälbling ist etwas unglücklich gewählt, er kommt auch unter allen möglichen anderen Laubbäumen vor. Vorgestern fand ich ihn unter Zitterpappel (wollte ihn lieber zu populinum bestimmen, aber die SPoren waren einfach beim besten Willen nicht kalyptrat ....)

beste Grüße,
Andreas

Beste Grüße! Andreas

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Hach, immer noch verwirrend

pilzmel ⌂, (vor 7675 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
den hellen schiebe ich jetzt erstmal weit nach hinten... Ich hatte mich da sehr von den Tröpfchen-Lamellen leiten lassen.
Die beiden braunen sind 2 Arten. Das behaupte ich mal ganz frech. Die Makroskopie kommt auf den Bildern nicht gut rüber, aber wenn man die Dinger frisch vor der Nase hat, gibt es da Unterschiede. Ein wenig putzig finde ich den Standort, kahler Boden in der Einschlagzone der Dachentwässerung. Wenns regnet, steht da ein Tümpel. Zumindest eine Pfütze. Zur Mikroskopie will ich nicht allzu viel sagen, weil ich noch zu wenig Material angeschaut habe. Mache ich in sauren Zeiten.
Beste Grüße! Andreas