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Rotfußröhrling mit schuppigem Stiel?

Werner Stangl, (vor 7677 Tagen)

Hallo.

Habe erst heuer mit "Schwammerl suchen" begonnen, habe dementsprechend viele persönliche Neuentdeckungen.

Gestern habe ich in einem Mischwald (mehrheitlich aber Nadelholz) einen Röhrling gefunden, der unter Zuhilfenahme meines Pilzbuches wohl nur ein Rotfußröhrling (boletus chrysenteron) sein kann (riecht auch "fruchtig", passt alles).
http://www.wernazuma.net/Schwammerl/Pict0237.jpg
http://www.wernazuma.net/Schwammerl/Pict0241.jpg
http://www.wernazuma.net/Schwammerl/Pict0242.jpg
(Sorry für die schlechte Qualität, da muss ich noch eine Methode finden zum fotografieren...)

Allerdings ein paar Fragen:

Erstens, ist ein schuppiger Stiel normal bei dieser Art? Schuppen auch andere Röhrlinge mitunter auf diese Art?

Zweitens sind unter "ähnliche Arten" im Buch der "falsche Rotfüßröhrling" (Xerocomus porosporus) sowie der blutrote Röhrling (xerocomus rubellus) angegeben, leider aber weder Abbildung noch sonstige Information über diese Arten. Könnt ihr mir damit weiterhelfen?

Danke,
Werner

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Re: Rotfußröhrling mit schuppigem Stiel? *PIC*

Jürgen, (vor 7677 Tagen) @ Werner Stangl

Hallo Werner,

der Fund ist als X. chrysenteron richtig bestimmt. Die größte Verwechslungsgefahr besteht zur Zeit mit dem Herbstrotfuß X. pruinatus, ein Vergleichsbild findest du hier. Die starke Rissigkeit, die fehlende Blauverfärbung, die schon jung roten Stielflöckchen, das massive Rot im Stiel und die innen stumpf ockerbraune Stielbasis sind gute Trennmerkmale. Das starke Aufreißen des Stiels ist eine Anomalie, die keinesfalls kennzeichnend ist für die Art.

Zweitens sind unter "ähnliche Arten" im Buch der "falsche
Rotfüßröhrling" (Xerocomus porosporus) sowie der blutrote Röhrling
(xerocomus rubellus) angegeben, leider aber weder Abbildung noch sonstige
Information über diese Arten. Könnt ihr mir damit weiterhelfen?

Das sind längst nicht alle Arten, mit denen der Rotfuß verwechselt werden kann. Hier ein kleiner Überblick, der allerdings nicht die jeweilige, z. T. erhebliche Variationsbreite innerhalb der jew. Art bieten kann:

Xerocomus chrysenteron - Rotfuß
Stielfleisch rhabarberrot, basal ocker, kaum oder nicht blauend; unter Nadelbäumen u. Buchen; Sporen glatt, Q >2,5; häufig
[image]

Xerocomus cisalpinus - Südlicher Rotfuß
Stielfleisch blass gelb, basal rötlich, blauend; gern unter Eiche, thermophil; Sporen gestreift, Q >2,5; zerstreut
[image]

Xerocomus pruinatus - Herbstrotfuß
Stielfleisch gelb, blauend; unter Fichte, Buche auf armen, sauren Böden; Sporen gestreift, Q 2,5; v. a. in höheren Lagen häufig
[image]

Xerocomus porosporus - Falscher Rotfuß
Stielfleisch besonders nach unten schmutzig braun, oft mit weinrotem Beiton, kaum oder nicht blauend; gern unter Eiche, thermophil; Sporen abgestutzt, Q >2,5; verbreitet
[image]

Xerocomus rubellus - Blutroter Röhrling
Stielfleisch intensiv gelb, basal orange, schwach blauend; gern unter Eiche, Birke, Linde, grasige Standorte; Sporen glatt, Q 2,5; selten
[image]

Für die Artbestimmung ist also auch der Standort wichtig, ggf. Mikroskopieren unumgänglich.

Grüße, Jürgen

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Korrektur

Jürgen, (vor 7677 Tagen) @ Jürgen

Bei X. pruinatus muss es "Q >2,5" heißen. Die Angaben zum Längen-Breitenverhältnis der Sporen sind Mittelwerte.

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Rotfußröhrling mit schuppigem Stiel?

Werner Stangl, (vor 7677 Tagen) @ Jürgen

Danke für die Antwort.

Von der Beschreibung der Arten bleiben wirklich nur Rotfußröhrling und falscher Rotfußröhrling übrig. Allerdings spricht "gerne unter Eichen" und "thermophil" nicht unbedingt für den Standort.

Jedenfalls, hinsichtlich Genießbarkeit irrelevant, oder?

Noch mal, danke.

Hallo Werner,
der Fund ist als X. chrysenteron richtig bestimmt. Die größte
Verwechslungsgefahr besteht zur Zeit mit dem Herbstrotfuß X. pruinatus ,
ein Vergleichsbild findest du hier . Die starke Rissigkeit, die fehlende
Blauverfärbung, die schon jung roten Stielflöckchen, das massive Rot im
Stiel und die innen stumpf ockerbraune Stielbasis sind gute Trennmerkmale.
Das starke Aufreißen des Stiels ist eine Anomalie, die keinesfalls
kennzeichnend ist für die Art.
Das sind längst nicht alle Arten, mit denen der Rotfuß verwechselt werden
kann. Hier ein kleiner Überblick, der allerdings nicht die jeweilige, z.
T. erhebliche Variationsbreite innerhalb der jew. Art bieten kann:
Xerocomus chrysenteron - Rotfuß
Stielfleisch rhabarberrot, basal ocker, kaum oder nicht blauend; unter
Nadelbäumen u. Buchen; Sporen glatt, Q >2,5; häufig

Xerocomus cisalpinus - Südlicher Rotfuß
Stielfleisch blass gelb, basal rötlich, blauend; gern unter Eiche,
thermophil; Sporen gestreift, Q >2,5; zerstreut

Xerocomus pruinatus - Herbstrotfuß
Stielfleisch gelb, blauend; unter Fichte, Buche auf armen, sauren Böden;
Sporen gestreift, Q 2,5; v. a. in höheren Lagen häufig

Xerocomus porosporus - Falscher Rotfuß
Stielfleisch besonders nach unten schmutzig braun, oft mit weinrotem Beiton,
kaum oder nicht blauend; gern unter Eiche, thermophil; Sporen abgestutzt,
Q >2,5; verbreitet

Xerocomus rubellus - Blutroter Röhrling
Stielfleisch intensiv gelb, basal orange, schwach blauend; gern unter Eiche,
Birke, Linde, grasige Standorte; Sporen glatt, Q
Xerocomus communis - Eichenfilzröhrling
Stielfleisch weißgelblich bis trüb gelb, basal mit karotten- bis feuerroten
Flecken, mäßig blauend; gern unter Eiche, Birke, Linde, an Ruderalstellen,
thermophil; Sporen glatt, Q ~2,5; verbreitet

Xerocomus ripariellus - Uferröhrling
Stielfleisch gelb, untere Hälfte oft weinrot, basal bräunlich, v. a. in der
Stielmitte blauend; unter Eiche, Erle, Birke, an feuchten Standorten;
Sporen gestreift, Q >2,5; selten

Für die Artbestimmung ist also auch der Standort wichtig, ggf. Mikroskopieren
unumgänglich.
Grüße, Jürgen