Holzerkennung
Hallo Georg,
Guy hat schon das wesentliche geschrieben. Es ist sogar relativ einfach an Hand von sauberen Schnittflächen die einzelnen Holzarten zu erkennen. Das gehört beim sogenannten "Klötzleschein" zum Standart beim Forststudium. 30 "Bauklötzle" in 30 Minuten - 5 Fehler sind erlaubt, wobei ich die Nadelbaumarten immer schwieriger zu unterscheiden fand. Heut würd ichs sicher nicht mehr hinkriegen. Wenns Dich interressiert kann ich mal in meine Skripten suchen und bei Bedarf Kopien machen.
Lg Christoph
Hallo,
den Olivgelben Holzritterling (Tricholomopsis decora)
kennen sicher viele. Es ist ein häufiger Bewohner süddeutscher
Bergnadelwälder
und kommt ausschließlich an Nadelholz vor.
In engen Tälern und Schluchten geht
er bis 400mNN ins Tiefland. Hier ein Bild von vor 4 Wochen:
Nun aber zum Problemfall. Vor einigen Tagen fand ich in einem extrem
wärmebegünstigten Kalkbuchenwald den unten abgebildeten Fruchtkörper
auf einem stark vermorschten Stamm in 270mNN Höhe. Es handelt sich vermutlich
um Laubholz,
da in weitem Umkreis kein einziger Nadelbaum zu finden ist.
Natürlich ist Nadelholz nie ganz auszuschließen. Vielleicht wurde der
letzte Nadelbaum vor Jahren gefällt (Wie erkennt man Nadelholz
mikroskopisch?).
Die Pilze erinnern stark an T. decora, sind aber ein bisschen mehr orange
gefärbt. Mikroskopisch kaum Unterschiede.
Hier das Bild:
Im 50m Umkreis wachsen Amanita caesarea, Boletus satanas, dupainii, regius
und weitere sehr wärmeliebende Arten. Das Waldstück ist das genaue Gegenteil
eines "montanen Nadelwalds".
Hat jemand schon mal einen ähnlichen Fund gemacht bzw. weiß, worum es sich
dabei handeln könnte? In der mir zugänglichen Literatur ist nichts
über solche Vorkommen erwähnt.
Georg