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Mal ne Frage bzgl. Kultivierung

Olaf, (vor 7671 Tagen)

hi,
habe mal ne ganz blöde Frage wg. Pilze im Garten ansiedeln.
Es gibt ja einige Pilze die anscheinend nicht "Baumgebunden" sind - wie anscheinend Rötelritterlinge, Parasol oder so.
(diese Arten gibt es ja als Zuchtset anscheinend für Kompost)

Wenn ich solche Pilze mitsamt Erdreich/Myzel dran in den Garten "pflanze" - was passiert dann eigentlich später?
Habe nämlich mal en Rötelritterling mit was Erde in den Garten gesetzt, der scheint schön weiterzuwachsen - könnte sowas (das Myzel) mit etwas Glück eigentlich anwachsen und nächstes Jahr dann tatsächlich neue Pilze an der Stelle hervorbringen?

thx. olaf

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Re: Mal ne Frage bzgl. Kultivierung

Harry B., (vor 7671 Tagen) @ Olaf

Ich kenne mich mit der Pilzkultivierung überhaupt nicht aus, habe aber selber Kuhröhrlinge im Garten auf dem Rasen, ein paar Schirmlinge und kleine noch nicht identifizierte Pilzarten. Ist es wirklich so einfach das Myzel oder gar nur Pilzsporen zur richtigen Zeit an den Richtigen Boden+Baum zu bringen? Wie kultiviert man Parasol?

hi,
habe mal ne ganz blöde Frage wg. Pilze im Garten ansiedeln.
Es gibt ja einige Pilze die anscheinend nicht "Baumgebunden" sind -
wie anscheinend Rötelritterlinge, Parasol oder so.
(diese Arten gibt es ja als Zuchtset anscheinend für Kompost)
Wenn ich solche Pilze mitsamt Erdreich/Myzel dran in den Garten
"pflanze" - was passiert dann eigentlich später?
Habe nämlich mal en Rötelritterling mit was Erde in den Garten gesetzt, der
scheint schön weiterzuwachsen - könnte sowas (das Myzel) mit etwas Glück
eigentlich anwachsen und nächstes Jahr dann tatsächlich neue Pilze an der
Stelle hervorbringen?
thx. olaf

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Re: Mal ne Frage bzgl. Kultivierung

Olaf, (vor 7671 Tagen) @ Harry B.

hi,
habe von Pilzkultivierung auch null Plan. In einem älteren Pilzbuch (so von 1955) stand mal drin, daß man Abfälle von Pilzen in den Garten werfen soll. Habe ich auch früher öfters gemacht, seit den letzten 2Jahren haben wir Fichtenreizker und einige Röhrlinge im Garten. Ob das mit dem Entsorgen der Küchen(pilz)abfälle im Garten was zu tuen hat weiß ich nicht, wahrscheinlich eher Zufall.
Ich dachte mir der Sache aber nun doch mal was genauer auf den Grund zu gehen und daher mal zu versuchen ein paar Pilze mitsamt Erdreich zu "implantieren".;)

Unten in diesem Threath
Beitrag 90655
hat Josy ausführlich was zur Pilzzucht erklärt - vielleicht hat der Lieferant auch Parasole?

xo olaf

Ich kenne mich mit der Pilzkultivierung überhaupt nicht aus, habe aber selber
Kuhröhrlinge im Garten auf dem Rasen, ein paar Schirmlinge und kleine noch
nicht identifizierte Pilzarten. Ist es wirklich so einfach das Myzel oder
gar nur Pilzsporen zur richtigen Zeit an den Richtigen Boden+Baum zu
bringen? Wie kultiviert man Parasol?

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Re: Mal ne Frage bzgl. Kultivierung

Harry B., (vor 7671 Tagen) @ Olaf

Hi Olaf,
rein theoretisch müsste es doch beinahe reichen einen frischen Pilz aufrecht in den Garten zu stellen, Sporen verliert er doch dann auch noch... andererseits müsste das Mycel auch aussreichen, natürlich nur bei richtigen Bedingungen in den richtigen Boden gebracht.
Warum lassen sich Steinis, Maronen und andere nicht züchten? Weil sie nicht das ganze Jahr wachsen, also nicht wie z.B. Champis oder weil sie sehr wählerisch sind was ihre Umweltbedingungen betrifft?
Und warum sind es fast ausschließlich Holzzersetzende Arten die sich leicht züchten lassen wie die die Josy auch nennt?
Fragen über fragen aber ich denke das ist ein mehr als interessantes Thema.

hi,
habe von Pilzkultivierung auch null Plan. In einem älteren Pilzbuch (so von
1955) stand mal drin, daß man Abfälle von Pilzen in den Garten werfen
soll. Habe ich auch früher öfters gemacht, seit den letzten 2Jahren haben
wir Fichtenreizker und einige Röhrlinge im Garten. Ob das mit dem
Entsorgen der Küchen(pilz)abfälle im Garten was zu tuen hat weiß ich
nicht, wahrscheinlich eher Zufall.
Ich dachte mir der Sache aber nun doch mal was genauer auf den Grund zu gehen
und daher mal zu versuchen ein paar Pilze mitsamt Erdreich zu
"implantieren".;)
Unten in diesem Threath
Beitrag 90655
hat Josy ausführlich was zur Pilzzucht erklärt - vielleicht hat der Lieferant
auch Parasole?
xo olaf

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noch etwas

Harry B., (vor 7671 Tagen) @ Harry B.

Vielleicht sollte man bevor man mit sowas beginnt erst einmal Inventur machen, d.h. sämtliche im Garten wachsenden Arten fotografieren, auflisten und auf einer Karte einzeichnen. Zu diesen Verhältnissen dann passende Gute Speisepilze wählen und die dann in genau der Umgebung versuchen anzusiedeln.

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recht einfach

Birgit, (vor 7671 Tagen) @ Harry B.

Vielleicht sollte man bevor man mit sowas beginnt erst einmal Inventur
machen, d.h. sämtliche im Garten wachsenden Arten fotografieren, auflisten
und auf einer Karte einzeichnen. Zu diesen Verhältnissen dann passende
Gute Speisepilze wählen und die dann in genau der Umgebung versuchen
anzusiedeln.

Hallo ihr Zwei,

eigentlich ist das recht einfach und steht auch in vielen guten Pilzbüchern drin (1*1 des Pilzesammelns von Pätzold/Laux aus dem Kosmosverlag z.B.): Züchten lassen sich nur Pilze, die organisches Material (Holz, Pflanzenreste, Humus etc.) abbauen , sogenannte Folgezersetzer (=Saprobionten), diese Pilze haben keine Verbindung zu einem Baum. Nicht züchten lassen sich Mykorrhizapilze, die in Lebensgemeinschaft mit Bäumen leben, weil das Myzel alleine nicht lebensfähig ist und weils noch nicht so recht gelingt, das Myzel im Labor an die lebende Pflanze zu bekommen. Man kann natürlich in seinem Garten auch Abfälle von Mykorrhizapilzen verteilen, vielleicht findet sich ja ein Baum, der noch ne Mykorrhiza braucht, schaden tuts sicher nicht, man kann aber nicht von einem sicheren Erfolg ausgehen. Folgezersetzer und Parasiten siedeln sich auch nur dann an, wenn sie in deinem Garten das richtige Substrat finden und die richtige Bodenart (sauer, Kalk, schwer, leicht....) spielt natürlich auch ne Rolle. Vorsicht ist geboten bei Parasiten wie Hallimasch, der verschmäht auch lebende Obstbäume und Beerensträucher nicht. ich hab schon von Fällen gehört, daß er nach Verteilen von Putzresten auf die Gartenbäume losgegangen ist.

Grüße

Birgit

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Re: recht einfach

Olaf, (vor 7671 Tagen) @ Birgit

hi,
meinte ja auch nicht baumgebundene Pilze (wußte den Fachausdruck nicht) die da wohl heißen "Mykorrhizapilze".
Im Fernsehen war dietage ein Bericht über Pilze, da wurde die Symbiose zu den Bäumen auch erklärt, die Pilze geben dem Baum Mineralstoffe und der Pilz erhält vom Baum Zucker zurück.
Parasol und Rötelritterling sind soweit ich das verstehe aber nicht baumgebunden und dementsprechend anscheinend Folgezersetzer. Solche müßten sich doch dann ansiedeln lassen?
Die Frage ist nur wie ...
... was ich damit meine wieviel Mycel müßte man aus dem Wald mitbringen bzw. mit wieviel Erde dran - und wie empfindlich ist das alles, übersteht das Mycel einen Transport vom Wald nach Hause?

Irgendwo habe ich mal ein Zuchtset von Krausen Glucken gesehen und meine gelesen zu haben, daß sie an "lebenden" Kiefern besser gedeihen. Na ja, eine Kiefer haben wir im Garten - nur, du hast das ja vom Hallimasch erwähnt und da stellt sich mir die Frage, ist die Glucke auch ein (Baum)Schädling?

xo olaf

Hallo ihr Zwei,
eigentlich ist das recht einfach und steht auch in vielen guten Pilzbüchern
drin (1*1 des Pilzesammelns von Pätzold/Laux aus dem Kosmosverlag z.B.):
Züchten lassen sich nur Pilze, die organisches Material (Holz,
Pflanzenreste, Humus etc.) abbauen , sogenannte Folgezersetzer
(=Saprobionten), diese Pilze haben keine Verbindung zu einem Baum. Nicht
züchten lassen sich Mykorrhizapilze, die in Lebensgemeinschaft mit Bäumen
leben, weil das Myzel alleine nicht lebensfähig ist und weils noch nicht
so recht gelingt, das Myzel im Labor an die lebende Pflanze zu bekommen.
Man kann natürlich in seinem Garten auch Abfälle von Mykorrhizapilzen
verteilen, vielleicht findet sich ja ein Baum, der noch ne Mykorrhiza
braucht, schaden tuts sicher nicht, man kann aber nicht von einem sicheren
Erfolg ausgehen. Folgezersetzer und Parasiten siedeln sich auch nur dann
an, wenn sie in deinem Garten das richtige Substrat finden und die
richtige Bodenart (sauer, Kalk, schwer, leicht....) spielt natürlich auch
ne Rolle. Vorsicht ist geboten bei Parasiten wie Hallimasch, der
verschmäht auch lebende Obstbäume und Beerensträucher nicht. ich hab schon
von Fällen gehört, daß er nach Verteilen von Putzresten auf die
Gartenbäume losgegangen ist.
Grüße
Birgit

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Re: recht einfach

Harry B., (vor 7671 Tagen) @ Olaf

Die Hallimasch sind schon da, allerdings von alleine und in einer sehr geringen Anzahl. Das mit den Baumgebundenen Pilzen interessiert mich aber mehr gerade weil es nicht so einfach zu sein scheint. Ich weiss das ein Kollege von mir auf einem Rollrasen Steinpilze hat, ob das Mycel etwa an einem dort gepflanztem Baum (mitten in einem Wohngebiet) hing?
Parasole habe ich auch schon auf Baumstümpfen wachsen gesehen aber das kommt mitunter eher seltener vor, ebenso wie auf Baumstümpfen wuchernde Rotfußröhrlinge.
Zum Thema Empfindlichkeit, ich denke wenn man es vor dem austrocknen schützt, genug davon mitnimmt dürfte der Transport in einer Plastiktüte kein Problem darstellen, außer man pflanzt es nicht am selben Tag wieder aus.

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Re: recht einfach

Olaf, (vor 7671 Tagen) @ Harry B.

Das Baumgebundene Pilze mehr reizen ist klar, weil da auch die ganzen "Leckerchen" wie ebend die Steini´s & Co drunter sind. Nur glaube ich auch, daß es schon nicht einfach ist selbst die "nichtbaumgebundenen" Pilze in den Garten zu bekommen, denn wenn es so einfach wäre - dann müßte es wohl mehr als nur Champigons hinter der Gemüsetheke zu kaufen geben?
Habe mal was gegoogelt und selbst mit Zuchtset´s ist der Erfolg anscheinend nicht unbedingt vorprogrammiert - können Schädlinge auftreten oder gar die Pilzbrut war von vorneherein nicht gut.

Ob das Steinpilz Mycel am Baum hing wird man wohl nie herausfinden können, vielleicht auch nur per Sporenflug - auch wenn´s recht unwahrscheinlich ist. Andererseits findet man ja auch mitten in der Stadt Pilze.

xo olaf

Die Hallimasch sind schon da, allerdings von alleine und in einer sehr
geringen Anzahl. Das mit den Baumgebundenen Pilzen interessiert mich aber
mehr gerade weil es nicht so einfach zu sein scheint. Ich weiss das ein
Kollege von mir auf einem Rollrasen Steinpilze hat, ob das Mycel etwa an
einem dort gepflanztem Baum (mitten in einem Wohngebiet) hing?
Parasole habe ich auch schon auf Baumstümpfen wachsen gesehen aber das kommt
mitunter eher seltener vor, ebenso wie auf Baumstümpfen wuchernde
Rotfußröhrlinge.
Zum Thema Empfindlichkeit, ich denke wenn man es vor dem austrocknen schützt,
genug davon mitnimmt dürfte der Transport in einer Plastiktüte kein
Problem darstellen, außer man pflanzt es nicht am selben Tag wieder aus.

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Re: Mal ne Frage bzgl. Kultivierung

Stinkmorcheling ⌂, (vor 7671 Tagen) @ Olaf

Hallo Olaf,

habe vor ein paar Jahren nach Anleitung von Peter Reil Tinte aus Schopftintlingen hergestellt (war ein echter Hit für einen Kindergeburtstag). Die Reste habe ich dann in der Hoffnung auf Vermehrung in einem Park vor dem Haus ausgebracht. Dieses Jahr waren es sicherlich schon mehr als 20 Fruchtkörper.

mfg Peter Rauleder

hi,
habe mal ne ganz blöde Frage wg. Pilze im Garten ansiedeln.
Es gibt ja einige Pilze die anscheinend nicht "Baumgebunden" sind -
wie anscheinend Rötelritterlinge, Parasol oder so.
(diese Arten gibt es ja als Zuchtset anscheinend für Kompost)
Wenn ich solche Pilze mitsamt Erdreich/Myzel dran in den Garten
"pflanze" - was passiert dann eigentlich später?
Habe nämlich mal en Rötelritterling mit was Erde in den Garten gesetzt, der
scheint schön weiterzuwachsen - könnte sowas (das Myzel) mit etwas Glück
eigentlich anwachsen und nächstes Jahr dann tatsächlich neue Pilze an der
Stelle hervorbringen?
thx. olaf

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Re: recht einfach

Wolfgang P., (vor 7671 Tagen) @ Olaf

Nur
glaube ich auch, daß es schon nicht einfach ist selbst die
"nichtbaumgebundenen" Pilze in den Garten zu bekommen, denn wenn
es so einfach wäre - dann müßte es wohl mehr als nur Champigons hinter der
Gemüsetheke zu kaufen geben?

Da vergleichst Du ganz verschiedene Dinge. Wer Pilze kommerziell züchten will, der muss nicht nur das Mycel am Leben erhalten, sondern will einen regelmäßigen Ertrag, d.h. muss die Fruchtkörperbildung leicht stimulieren können. Ich vermute, daran scheitert's bei Violetten Rötelritterlingen. Und der Pilz muß vermarktbar sein, d.h. eine vernünftige Lebensdauer von mehreren Tagen haben, deswegen gibt's keine Schopftintlinge zu kaufen.

Zu der ursprünglichen Frage, wieviel Mycel man braucht:

Wenn Du es auf einem sterilen Nährboden aussetzen willst, reicht ein einziger Mycelfaden. In Deinem Garten muss sich "der Neue" aber gegen die dort bereits wachsenden Pilze durchsetzen. Wieviel Kraft das braucht, hängt von der Besiedelung auf Deinem Kompost ab, weshalb Du hier keine Antwort erwarten kannst.

Mykorrhiza-Bildende Pilze kann man grundsätzlich mit dem Baumpartner verpflanzen, z.B. kann man in Frankreich mit Trüffeln beimpfte Eichen kaufen.

Warum gibt's keine mit Steinpilz beimpften Fichten oder Buchen zu kaufen? Wahrscheinlich gibt's zu wenige Leute, die sich eine Waldfichte oder Buche in den Garten pflanzen wollen und auch bereit sind, dafür Geld zu bezahlen. An Blaufichten und Edeltannen gibt's meines Wissens keine Steinpilze.

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violette Rötelritterlinge auf dem Dach kultiviert

Jack.X, (vor 7670 Tagen) @ Wolfgang P.

Hi, definitiv durch Pilzabfälle habe ich mir auf meine Dachbegrünung Rötelritterlinge 'ausgesäht'. Der Standort ist wirklich extrem: Mitten in der Stadt, 5.OG, extreme Trockenheit und kein Schatten im Sommer. Seit mindestens 5 Jahren habe ich regelmäßig im Herbst um die 10 Fruchtkörper mit bis zu 10 cm Durchmesser.
Gruß Jack.X

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Re: violette Rötelritterlinge auf dem Dach kultivi

phragmobasidie, (vor 7669 Tagen) @ Jack.X

Hallo Jack.X

Das ist lustig :)
Hast Du schon mal ein Foto gemacht ?

Grüße
phragmobasidie