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Risspilz-Bestimmungsproblem (6 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7671 Tagen)

Servus,

im Mischwald südlich von München habe ich an zwei Standorten Risspilze gefunden, von denen ich vermute, dass es sich um dieselbe Art handelt.
Es sind kleine, haselnussbraune Risspilze mit eckig-höckerigen Sporen und weißem Basisknöllchen. Sie wuchsen bei älteren Buchen, es waren aber in beiden Fällen auch junge Fichten am Standort.

Hier ein paar Fotos und eine Beschreibung zur ersten Aufsammlung:
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Beschreibung:
Hut:2-3 cm breit, stark radialfaserig bis -rissig, am Rand weiß wollig-flaumig überzogen, haselnussbraun, in den Rissen heller ockerbraun, im Zentrum stumpf gebuckelt und dunkler braun, bisweilen grau bereift;
Lamellen: hell graubraun bis olivbraun, ausgebuchtet angewachsen, fein weißflockig;
Stiel: bis 4,5 cm lang und 4 mm breit, Spitze cremefarben, darunter dunkler fleischbräunlich mit Rosaton bis haselnussbraun, seidig glänzend, apikal fein weiß bereift, darunter auf ganzer Länge weißlich überfasert, basal oft gekniet, Basis knollig verdickt (bis 8 mm) und weißfilzig;
Fleisch: weißlich, dünnfleischig, im Stiel hell rosabraun; Geruch: schwach, unbedeutend; Geschmack: mild;
Mikromerkmale:
Cheilozystiden: 50-60 lang, ca. 10-18 breit, spindelig, dickwandig (bis 2 µm), mehrheitlich beschopft; Pleurozystiden: spärlich, wie Cheilos; Stielbekleidung: im oberen Stieldrittel beschopfte, spindelige Kaulozystiden und polymorphe Hyphenketten mit Schnallen, im unteren Stieldrittel keine Zystiden gefunden; Sporen: eckig-höckerig, 7,5-9 x 5,5-6, Q=1,3-1,6;

Cheilozystiden:
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Sporen:
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Und hier noch zwei Fotos von der zweiten Aufsammlung. Diese Exemplare sind etwas kräftiger als die vorher beschriebenen, mikroskopisch habe ich aber keine Unterschiede feststellen können:
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Weitere Fotos und die genaue Beschreibung der 2. Aufsammlung findet ihr auf meiner Bestimmungsseite.

Mit dem Schlüssel bei Stangl komme ich auf I. assimilata, die dürfte aber wohl auch im oberen Stieldrittel keine Kaulozystiden aufweisen, oder?

Gruß aus München
Hias

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Re: Risspilz-Bestimmungsproblem (6 Fotos)

pilzmel ⌂, (vor 7671 Tagen) @ interhias

Servus Hias,
nö, ich kenne den nicht. Laut Stangl dürften bei deiner Vermutung tatsächlich keine Kaulozystiden vorhanden sein. Heute habe ich es gewagt einen Wald zu betreten, und prompt stehen da Rißpilze rum. Da bilden wir beim Rätseln also eine Solidargemeinschaft. Einstreuen möchte ich aber noch, wie toll ich deine Mikrofotos finde, weil ich die klauen kann und für den eigenen (nur!) Bedarf speichere.
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Risspilz-Bestimmungsproblem (6 Fotos)

Andreas 2, (vor 7671 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

das mit den Kaulozyst. darf man wohl nicht ganz so starr sehen. Ein paar sind in Verlängerung der Lamellenschneide fast immer an der Stielspitze zu finden. Außerdem ist es wichtig, ob auch Parazystiden, also diese kleinen birnenförmigen oder keuligen Elemente dazwischen vorhanden waren. War das nicht der Fall, dann spricht man von kaulozystiden Haaren, die den echten Kaulozyst. verdammt ähnlich sehen können und mitunter auch beschopft sind, aber eben doch keine echten Kaulozyst. im Sinne einiger Mykologen darstellen. Diese sind bei I. assimilata im oberen Stieldrittel nicht selten. Für assimilata gibt es noch ein weiteres, in der Lit. nicht so häufig erwähntes, oder oft überlesenes Merkmal. Am Stiel kommen nämlich +/- häufig charakteristische ampullenförmige, keulige, sublageni- bis utriforme, nicht sehr große und dünnwandige Endzellen vor. Such doch mal danach.

Für Deinen Fund(e) kommen für mich 2 Arten in Frage. Die von dir erwähnte I. assimilata und wegen der relativ dicken Zytidenwände, sowie dem Standort unter Buchen auch noch I. transitoria. Diese soll zwar einen deutlicheren gebuckelten Hut haben, was aber auch nicht immer der Realität entspricht. Weitere trennende Merkmale (z.B. weniger höckerige Sporen) sind marginal und übergangsbehaftet. Diese Art ist von assimilata viel schwieriger, als von I. napipes zu trennen!

Viele Grüße, auch an den "ratlosen" Andreas M.,

Andreas

Servus,
im Mischwald südlich von München habe ich an zwei Standorten Risspilze
gefunden, von denen ich vermute, dass es sich um dieselbe Art handelt.
Es sind kleine, haselnussbraune Risspilze mit eckig-höckerigen Sporen und
weißem Basisknöllchen. Sie wuchsen bei älteren Buchen, es waren aber in
beiden Fällen auch junge Fichten am Standort.
Hier ein paar Fotos und eine Beschreibung zur ersten Aufsammlung:

Beschreibung: Hut :2-3 cm breit, stark radialfaserig bis -rissig, am Rand
weiß wollig-flaumig überzogen, haselnussbraun, in den Rissen heller
ockerbraun, im Zentrum stumpf gebuckelt und dunkler braun, bisweilen grau
bereift;
Lamellen: hell graubraun bis olivbraun, ausgebuchtet angewachsen, fein
weißflockig;
Stiel : bis 4,5 cm lang und 4 mm breit, Spitze cremefarben, darunter dunkler
fleischbräunlich mit Rosaton bis haselnussbraun, seidig glänzend, apikal
fein weiß bereift, darunter auf ganzer Länge weißlich überfasert, basal
oft gekniet, Basis knollig verdickt (bis 8 mm) und weißfilzig;
Fleisch : weißlich, dünnfleischig, im Stiel hell rosabraun; Geruch: schwach,
unbedeutend; Geschmack: mild;
Mikromerkmale : Cheilozystiden: 50-60 lang, ca. 10-18 breit, spindelig,
dickwandig (bis 2 µm), mehrheitlich beschopft; Pleurozystiden: spärlich,
wie Cheilos; Stielbekleidung: im oberen Stieldrittel beschopfte,
spindelige Kaulozystiden und polymorphe Hyphenketten mit Schnallen, im
unteren Stieldrittel keine Zystiden gefunden; Sporen: eckig-höckerig,
7,5-9 x 5,5-6, Q=1,3-1,6;
Cheilozystiden:
Sporen:
Und hier noch zwei Fotos von der zweiten Aufsammlung. Diese Exemplare sind
etwas kräftiger als die vorher beschriebenen, mikroskopisch habe ich aber
keine Unterschiede feststellen können:

Weitere Fotos und die genaue Beschreibung der 2. Aufsammlung findet ihr auf
meiner Bestimmungsseite .
Mit dem Schlüssel bei Stangl komme ich auf I. assimilata, die dürfte aber
wohl auch im oberen Stieldrittel keine Kaulozystiden aufweisen, oder?
Gruß aus München
Hias

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Stielbekleidung I. assimilata (3 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7670 Tagen) @ Andreas 2

Servus Andreas,

danke für deine Einschätzung!
Die Kaulozystiden sind wirklich nur an der Stielspitze vorhanden. Ich habe mir noch zwei Präparate aus dem oberen Stieldrittel gemacht, da stoße ich immer wieder auf die im Stangl und auch in PdS für I. assimilata gezeichneten Hyphenketten mit zylindrischen bis spindeligen, aber auch keuligen, relativ kurzen und dünnwandigen Endzellen.

Für I. transitoria gibt Stangl als Standort "Parkrasen bei Eiche und Hasel" an, was mit dem Standort meines Fundes nun wirklich nichts gemein hat. Beim Messen der Wandstärke der Hymenialzystiden weiß ich nie so recht, wie ich messen soll, denn diese Wände werden ja apikal dicker, im mittleren Bereich dürften sie kaum über 1 µm dick sein.
Ich tendiere deswegen dazu, die Funde als I. assimilata mit kleinem Fragezeichen zu bestimmen. Im Horak wird I. transitoria nicht aufgeführt, in PdS deren Artrang bezweifelt.
Jedenfalls werde ich mal darauf achten, ob ich die Art auch im reinen Buchenwald finde, ich wüsste da schon ein schwach abgesauertes Wäldchen, wo ich mal nachschauen kann.

Hier noch drei Fotos der Stielbekleidung im oberen Drittel - mit Klaufreigabe für Andreas M. ;-)

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Gruß aus München
Hias

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Re: Stielbekleidung I. assimilata (3 Fotos)

Andreas 2, (vor 7670 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich glaube, das kleine Fragezeichen kannst du streichen, oder man lässt bei jeder Bestimmung eins stehen, was auch nicht so verkehrt sein dürfte. Zum Artrang von I. transitoria schwanke ich mit meiner Meinung. Zum einem sind die trennenden Merkmal wirklich sehr gering, zum anderen habe ich diese Art schon mehrfach in den Händen gehabt und bin dann doch relativ leicht zu I. transitoria gekommen, ohne die entscheidenden Unterschiede wirklich verbal benennen zu können. Ich glaube aber, dass sie etwas sandliebend ist und eine Vorliebe zu Eichen und Buchen besitzt, unter der ich meine Exemplare gefunden habe.

Die Wandstärke der Zystidenwände wird am Zystidenbauch, wenn keiner vorhanden, ca. in Zystidenmitte gemessen. Die Farbe ist in verdünnter KOH-Lösung (ca. 2 bis 5%) zu beurteilen.

Auf deiner Pilzbestimmungsseite hast du noch ein paar Risspilze ohne Mikromerkmale. Vielleicht kannst du sie noch ergänzen.

Gruß, Andreas

PS.: Schade, dass du die Klaufreigabe nur für Andreas M. erteilt hast, ich hätte auch gerne ohne der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung davon Gebrauch gemacht ;-)

Servus Andreas,
danke für deine Einschätzung!
Die Kaulozystiden sind wirklich nur an der Stielspitze vorhanden. Ich habe
mir noch zwei Präparate aus dem oberen Stieldrittel gemacht, da stoße ich
immer wieder auf die im Stangl und auch in PdS für I. assimilata
gezeichneten Hyphenketten mit zylindrischen bis spindeligen, aber auch
keuligen, relativ kurzen und dünnwandigen Endzellen.
Für I. transitoria gibt Stangl als Standort "Parkrasen bei Eiche und
Hasel" an, was mit dem Standort meines Fundes nun wirklich nichts
gemein hat. Beim Messen der Wandstärke der Hymenialzystiden weiß ich nie
so recht, wie ich messen soll, denn diese Wände werden ja apikal dicker,
im mittleren Bereich dürften sie kaum über 1 µm dick sein.
Ich tendiere deswegen dazu, die Funde als I. assimilata mit kleinem
Fragezeichen zu bestimmen. Im Horak wird I. transitoria nicht aufgeführt,
in PdS deren Artrang bezweifelt.
Jedenfalls werde ich mal darauf achten, ob ich die Art auch im reinen
Buchenwald finde, ich wüsste da schon ein schwach abgesauertes Wäldchen,
wo ich mal nachschauen kann.
Hier noch drei Fotos der Stielbekleidung im oberen Drittel - mit Klaufreigabe
für Andreas M. ;-)
Gruß aus München
Hias