Re: Farbenprächtige Pilzexkursion
Hallo Thomas,
das war doch eine sehr erquickliche Exkursion.Schönes Wetter, gute Funde, was will der Mensch denn mehr. Der Hohlfußröhrling ist für uns "Flachlandtiroler" immer ein besonderes Highlight. Wenn ich Deinen unbekannten Porling richtig einschätze bei Lärche, dann könnte es sich um alte Fk. des Kiefernbraunporling Phaeolus spadiceus (schweinitzii ) handeln, der zwar hauptsächlich auf Kiefern parasitiert, aber auch andere Nadelhölzer befällt.Allerdings irretieren mich die Weißporen wie Du schreibst, das würde nicht passen. Mal sehen was unser Spezi Werner Pohl dazu sagen wird.
Schöne Grüße in den hohen Norden
Detlef
Moin zusammen,
herrliches Wetter mit tiefblauem Himmel und prächtig leuchtenden Herbstfarben
im Wald, da hielt es mich gestern nicht im Haus, da musste ich in die
Pilze. Spontan kamen noch ein paar Leute mit, die ich mit dem
"Mykovirus" angesteckt hatte auf dem Herbstmarkt in Süderstapel.
Ziel war der Wald bei Ostenfeld, von dem ich mir einiges versprach.
Einerseits, weil es hier immer feuch, andererseits aber auch, weil es ein
sehr bunter Mischwald ist. Und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuschtDen Reigen eröffnete eine bunte Schar Schwefelköpfe.
Zuerst der Grünblättrige als Rudel:
Dann als Einzelgänger der Ziegelrote:
und dann noch der eine oder andere Graublättrige:
Überall sprossen auch die Büschel des Wässrigen Faserlings aus den alten
Baumstubben. Man möchte so reinbeißen in die frischen, schokobraunen Hüte.
Schade, dass er ungenießbar ist:
Eine nette Kleinigkeit am Wegrand war der Goldmistpilz:
Aus dem Zwielicht des Lerchenwaldes leuchteten die wunderschönen
Geflecktblättrigen Flämmlinge (ich hoffe, das
"Geflecktblättrige" war richtig):
Wenn man die Nase dichter ins Unterholz schob, kamen weitere Schätze zum
Vorschein. Z. B. diese Geweihförmigen Holzkeulen:
oder, noch schöner, Dehnbare Helmlinge:
Hat schon mal jemand daran gedacht, die als Miniexpander zu nutzen?*ggg*
Lag es an dem Klaren Licht? Auf jeden Fall leuchteten die Falschen
Pfifferlinge ganz besonders kräftig:
Höhepunkt der Tour aber waren diese Brocken:
Von den Flockenstieligen Hexenröhrlingen konnten wir einen ganzen Korb voll
ernten – leeeeecker!
Aber auch diese Brüder zählen bei uns immer wieder zu den Highlights: Die
Hohlfußröhrlinge:
Keine Tour ohne den geheimnisvollen Unbekannten:
Diesen Porling fand ich – die Nadeln auf dem Pilz verraten es – in einem
Lerchenwald auf dichtem, weichem Moospolster. Er wuchs in mehreren
Schichten übereinander und hatte einen Durchmesser von wenigstens 50 cm.
Der Pilz war sehr weich und wässrig, roch zudem leicht säuerlich. Wie man
auf dem Bild erkennen kann, handelt es sich um einen Weißsporer.
Natürlich war das noch längst nicht alles, was wir fanden.
Es gab u. a.: o Nadelschwindlinge (bei den Winzlingen versagt die Makrofkt.
meiner Knipse)
o Erdwarzenpilze
o Hallimasch
o Maronenröhrlinge
o Speitäublinge
o Ockertäublinge
o Nebelkappen und
oViolette Rötelritterlinge
o Violette Lacktrichterlinge
o diverse Helmlinge, darunter den
Rettichhelmling und den Rosa – irgendwas – Helmling (ich habe die Fundliste
vergessen und rekonstruiere aus dem Kopf. Kein Wunder, wenn man morgens um
Viertel nach Fünf zur Arbeit fahren muss…)
Fazit: Eine der schönsten Pilzexkursionen in diesem Jahr!
Grüßlis
Thomas