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Süßriechender Faserling (4 Bilder, 500 kB) *PIC*

Georg, (vor 7665 Tagen)

Hallo,
ein markanter Pilz, der in den letzten Jahren immer häufiger wird, ist der
Süßriechende Faserling (Psathyrella sacchariolens). Er wurde erst 1984
neu beschrieben, was angesichts der auffallenden Merkmale verwundert. Der
Pilz ist daher vermutlich ein "Neuzugang" oder erst vor kurzem entstanden. Er
ist sparrig schuppig (die Schuppen fallen aber rasch ab)
und riecht stark süßlich etwa vergleichbar
Entoloma icterinum (Gelber Rötling) oder den süßriechenden Fälblingen
(Hebeloma sacchariolens s.l.). Ich finde diesen Faserling regelmäßig
auf Rinden- und Holzabfällen meist spät im Jahr (ab Mitte Oktober).
Vereinzelt auch im Frühjahr (z.B. Mai 2003). Gestern nun ein Massenvorkommen
auf einem alten Sturmholzlagerplatz, wo letztes Jahr noch Hunderte Spitzmorcheln
wuchsen (dieses Jahr aber nicht eine einzige). Achtet mal auf
solche Habitate, dann werdet ihr vielleicht auch fündig. Hier die Bilder:

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Georg

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Re: Süßriechender Faserling (4 Bilder, 500 kB)

Dedimyk, (vor 7665 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,

ich kenne diesen Pilz bisher nur aus PdS 4/355 und dort steht er als selten.
Bei uns in Niedersachsen ist er, weder in der Bearbeitung von Knut Wöldecke, noch in der Kartierung Niedersachsen bei 2000online enthalten.Selbst in der Kartierung BRD Artdatei ist kein Fund aktuell aufgeführt. Scheint damit doch selten zu sein, zumal bei den makroskopischen Merkmalen ein Übersehen meines Erachtens auszuschließen ist.
Mal sehen, was sich noch im Forum ergibt.
Auf jeden Fall danke für das Zeigen und herzliche Grüße

Detlef

.: Hallo,

ein markanter Pilz, der in den letzten Jahren immer häufiger wird, ist der
Süßriechende Faserling (Psathyrella sacchariolens). Er wurde erst 1984
neu beschrieben, was angesichts der auffallenden Merkmale verwundert. Der
Pilz ist daher vermutlich ein "Neuzugang" oder erst vor kurzem
entstanden. Er
ist sparrig schuppig (die Schuppen fallen aber rasch ab)
und riecht stark süßlich etwa vergleichbar
Entoloma icterinum (Gelber Rötling) oder den süßriechenden Fälblingen
(Hebeloma sacchariolens s.l.). Ich finde diesen Faserling regelmäßig
auf Rinden- und Holzabfällen meist spät im Jahr (ab Mitte Oktober).
Vereinzelt auch im Frühjahr (z.B. Mai 2003). Gestern nun ein Massenvorkommen
auf einem alten Sturmholzlagerplatz, wo letztes Jahr noch Hunderte
Spitzmorcheln
wuchsen (dieses Jahr aber nicht eine einzige). Achtet mal auf
solche Habitate, dann werdet ihr vielleicht auch fündig. Hier die Bilder:

Georg

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Re: Süßriechender Faserling

Andreas 2, (vor 7662 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Georg,
ich kenne diesen Pilz bisher nur aus PdS 4/355 und dort steht er als selten.
Bei uns in Niedersachsen ist er, weder in der Bearbeitung von Knut Wöldecke,
noch in der Kartierung Niedersachsen bei 2000online enthalten.Selbst in
der Kartierung BRD Artdatei ist kein Fund aktuell aufgeführt. Scheint
damit doch selten zu sein, zumal bei den makroskopischen Merkmalen ein
Übersehen meines Erachtens auszuschließen ist.
Mal sehen, was sich noch im Forum ergibt.
Auf jeden Fall danke für das Zeigen und herzliche Grüße
Detlef

Hallo Detlef,

über Häufigkeit kann ich nichts sagen, habe aber diese Art im Juni 2004 im Thüringer Wald auf gleichem Substrat wie Georg gefunden.

Gruß Andreas

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Re: Süßriechender Faserling (4 Bilder, 500 kB)

42, (vor 7665 Tagen) @ Georg

Der Pilz ist daher vermutlich ein "Neuzugang" oder erst vor kurzem
entstanden.

Vor kurzem entstanden? Einfach so? Gibt's sowas? Ich bin kein Biologe, aber
ich dachte immer, dass 'neue' Arten nicht einfach so entstehen, sondern sich
aus 'Abwandlungen' bestehender Arten langsam bilden ...?

Beste Grüße
Thomas Wallner

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Re: Süßriechender Faserling (4 Bilder, 500 kB)

Jens ⌂, (vor 7665 Tagen) @ 42

Ja genau, diese Frage kam mir auch gleich hoch.
Wer kann mehr dazu sagen?

Gruß Jens

Vor kurzem entstanden? Einfach so? Gibt's sowas? Ich bin kein Biologe, aber
ich dachte immer, dass 'neue' Arten nicht einfach so entstehen, sondern sich
aus 'Abwandlungen' bestehender Arten langsam bilden ...?
Beste Grüße
Thomas Wallner

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Re: Süßriechender Faserling (4 Bilder, 500 kB)

Georg, (vor 7665 Tagen) @ Jens

Hallo zusammen,

Ja genau, diese Frage kam mir auch gleich hoch.
Wer kann mehr dazu sagen?

Bin auch kein Biologe, aber ich stelle mir das so vor:

Wie enstehen überhaupt neue Arten?

Eine Möglichkeit ist, dass zwei geographisch isolierte Populationen
sich unterschiedlich entwickeln und mit der Zeit keine gemeinsamen Nachkommen
mehr entwickeln können, weil sie durch fortlaufende Mutationen zu
verschieden geworden sind -> eine neue Art ist entstanden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass z.B. ein Pilz ein neues Habitat
besiedelt (eine kleine Mutation befähigt ihn dazu) und dadurch von seiner
Ursprungsart isoliert wird. Durch das neue Substrat bedingte Anpassungen
lassen ihn schnell von seiner "Elternart" divergieren.

Zudem kann vor allem bei Pflanzen (ich nehme an auch bei Pilzen. Bei Tieren ist das allerdings tödlich)
Polyploidie (mehr als zwei Chromosomensätze) zu rascher Artneubildung führen.
Man nimmt an, dass 50% der existierenden Pflanzenarten so entstanden sind.

Beim vorliegenden Süßriechenden Faserling stelle ich mir eine Kombination
von Isolation durch Substratwahl (eben den Rindenmulch) und einem
großen Sprung wie etwa einer Chromosomenverdopplung vor. Das könnte durchaus
innerhalb weniger Jahre geschehen, meine ich.

Ist aber natürlich alles Spekulation und mit Sicherheit weiß da jemand
genauer Bescheid als ich.

Georg

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Re: Süßriechender Faserling (4 Bilder, 500 kB)

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7664 Tagen) @ Georg

Hallo zusammen,

zuerst einmal Gratulation an Georg für die schönen Fotos. Ich denke, dass das nicht neue Arten sind, sondern dass viele Arten "Umlaufzeiten" haben, d.h. sie pausieren längere Zeit, und durch irgendeinen Anstoss wird das Mycel zur Bildung von Fruchtkörpern angeregt. Denn oft findet man plötzlich auftretende seltene Arten Europaweit. So war z.B. der fransige Faserrübling (Clitocybula lacerata) bis 1986 sehr selten, aber ab diesem Jahr in grossen Mengen überall vorhanden. Das Mycel war zweifellos schon lange im Holz! Und nun wird diese Art langsam seltener, vielleicht gibt es wieder eine längere Pause, die sogar Jahrzehnte lang sein kann!
Es ist ja nocht gut, dass wir nicht alles so genau wissen!

Mit Grüssen, Markus

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Traumhafter Pilz - Tolles Foto! Noch nie gesehen. *oT*

Blausprödler, (vor 7663 Tagen) @ Georg

- kein Text -