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Re: Bemerkung zu "Pilze Baden-Württembergs" WICHTI

Olaf, (vor 7674 Tagen) 248 Beiträge @ Andreas

Hi Andreas,
das mit dem Glockenschüppling war wohl eindeutig mein Fehler und eigene Dummheit (aus Unwissenheit). Wahrscheinlich ist es wohl dieser:
http://www.mykoweb.com/CAF/photos/Conocybe_filaris(fs-01).jpg
Wenn man dann bei den Körnchenschirmlingen schlüsselt, ist schon klar das man dann falsch fündig wird.
Ich denke man muß ein (besser) fundiertes Grundwissen haben um mit deinem (?) Buch auch richtig schlüsseln zu können - mein Wissenstand ist momentan noch zu klein. Habe mal versucht einen ockerbraunen Trichterling auszuschlüsseln, mit dem Schlüssel konnte ich dann eingrenzen auf 4-5 Pilze (bis zu den chemischen Reaktionen/sporen halt)

Doch, das kannst Du. Du brauchst allerdings ein Buch in dem diese Art
abgebildet ist. Zum Thema Bilder kann ich mich nur wiederholen: 1000 Arten (bzw. 1400 nach Band 5) in guten Farbabbildungen sind "recht wenig"??

1000Bilder ist eigentlich schon viel, nur sind es dann aber auch gleich 4 (5?) Bände die man dann auch alle haben muß bzw. durchgehen/blättern muß, um ans Ergebniss zu gelangen. Bzgl. abgleichen mit anderen Büchern; nun ja das Problem ist nur, daß es kein Buch gibt - wo 1400, 2000 oder gar mehr Photos (bis auf ev. Cetto - aber die Bilder sind wenig zu gebrauchen) drin enthalten sind.;)

thx olaf

Hallo Olaf,
auch wenn das nicht nur Dich betrifft, so ist dieser thread ein ganz guter
Aufhänger, mal allen bewußt zu machen, was eigentlich Ziel der Reihe
"Großpilze Baden-Württemberg" ist.
Es soll in allererster Linie die Ökologie, die Verbreitung und die
phänologischen sowie chorologischen Ansprüche der in Baden-Württemberg
nachgewiesenen Arten dargelegt werden, und zwar ausschließlich auf Grund
der in diesem Bundesland erhobenen Daten.
Die Büchern erheben keineswegs den Anspruch ein Bestimmungsbuch oder ein
Bilderbuch zu sein. Diesbezügliche Angaben sind eigentlich nur zur
Verdeutlichung des Artkonzeptes angeführt, daher (auch aus Platzgründen)
oftmals der lapidare Satz "vgl. Schlüssel" oder sowas in der
Art.
Da in Ba.-Wü. der größte Teil der in der Bundesrepublik vorkommenden Arten zu
finden sein dürften (immerhin sind etwa 4500 Arten in Ba.-Wü.
nachgewiesen), lassen sich die Schlüssel natürlich ganz gut nutzen, auch
wenn dies eher ein angenehmer "Nebeneffekt" ist und nicht Ziel
der Bücher.
Und was die Bilder betrifft, so denke ich, dass es die Bände in der Qualität
und auch in der Anzahl locker mit jedem anderen Pilzbuch aufnehmen können,
selbst mit "Pilze der Schweiz". Immerhin sind in den ersten 4
Bänden genau 1000 Farbbilder drin, zusammen mit dem 5. Band werden es also
etwa 1350-1400 Farbfotos in (fast) ausnahmslos guter bis sehr guter
Qualität. Und das zu einem Preis von 50 Euro pro Band!
Ich will Dir damit nun nicht wie man meinen könnte diese Bücher andrehen.
Vermutlich ist das Ziel dieser Bücher nämlich nicht das was Du suchst.
Wenn Du nämlich ein herkömmliches Bestimmungsbuch suchst, möglichst noch
mit Schlüsseln die auf mikroskopische Merkmale verzichten, dann bist Du
mit WINKLER oder vielleicht sogar BON (Parey's) wohl besser beraten. Die
"Großpilze Ba.-Wü." sind eher eine Ergänzung zu bereits
bestehender Literatur, in manchen Fällen vielleicht auch die erste Wahl
für deutschsprachige Gattungsschlüssel, aber sicher nicht als allein
seligmachendes Werk. Für ökologisch interessierte, zumindest etwas
fortgeschrittenere Pilzfreunde und Hobbymykologen aber sicher ein
"Muss".
Zu Deiner Problemstellung konkret: Das ist auf jeden Fall ein
Glockenschüppling (Gattung Pholiotiina), kein Körnchenschirmling.
Erstens ist die Formulierung nicht ganz korrekt: es gibt nich "laut
Ba.-Wü.-Flora nur 10 Arten" sondern es gibt "laut Ba.-Wü.-Flora
nur 10 Arten in Baden-Württemberg "! Kleiner aber wichtiger
Unterschied!
Doch, das kannst Du. Du brauchst allerdings ein Buch in dem diese Art
abgebildet ist.
Nur mal angenommen, Du hättest tatsächlich diese Art gefunden und würdest mit
Ba.-Wü.-Flora zu dieser Art schlüsseln, so hast Du damit schon mehr
erreicht als mit allen anderen Deiner Pilzbücher. Diese Art ist nämlich in
Pilze der Schweiz, WINKLER oder ähnlichen Büchern überhaupt nicht
aufgeführt! Du könntest sie natürlich mit dem MOSER bzw. jetzt mit HORAK
schlüsseln, aber dort hast Du ebenfalls mikroskopische Merkmale zu
beachten und überhaupt keine Bilder drin. Die Beschreibungen dort sind im
Normalfall auch kaum zu einer Absicherung einer Bestimmung geeignet.
Begründung siehe oben. Zum Thema Bilder kann ich mich nur wiederholen: 1000
Arten (bzw. 1400 nach Band 5) in guten Farbabbildungen sind "recht
wenig"??
beste Grüße,
Andreas

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