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Fälbling, neue Theorie *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7657 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
seit beträchtlicher Zeit versuche ich einem Fälbling auf die Spur zu kommen. Hier mal ein paar dieser Knuffelchen vom Samstagsrundgang im Garten:

[image]

Nun habe ich an winzigen Embryos bräunliche Spinnweben zwischen Stiel und Hutrand gefunden. Wenn ich der Art also ein Velum konzediere, dann führt mich der Schlüssel im HORAK recht schnörkellos zu Hebeloma clavulipes. Nach dem in der BW-Flora geht es glatt bis zum Paar 29, von dort m.M. nach zur 30, und dort (wegen des flüchtigen Velums) auch wieder zu H. clavulipes.

[image]

Sporen deutlich dextrinoid, 10,6-12,5 x 5,6-6,9 µm (ältere Messung: bis 7,5 µm breit, Ausnahmefälle bis 8,1 µm). Cheilos 30-44 x 5,5-8,2 µm.
Welchem Denkfehler in ich diesmal erlegen?
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Fälbling, neue Theorie

Günter Saar, (vor 7657 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzfreunde,
seit beträchtlicher Zeit versuche ich einem Fälbling auf die Spur zu kommen.
Hier mal ein paar dieser Knuffelchen vom Samstagsrundgang im Garten:
Nun habe ich an winzigen Embryos bräunliche Spinnweben zwischen Stiel und
Hutrand gefunden. Wenn ich der Art also ein Velum konzediere, dann führt
mich der Schlüssel im HORAK recht schnörkellos zu Hebeloma clavulipes .
Nach dem in der BW-Flora geht es glatt bis zum Paar 29, von dort m.M. nach
zur 30, und dort (wegen des flüchtigen Velums) auch wieder zu H.
clavulipes .

Sporen deutlich dextrinoid, 10,6-12,5 x 5,6-6,9 µm (ältere Messung: bis 7,5
µm breit, Ausnahmefälle bis 8,1 µm). Cheilos 30-44 x 5,5-8,2 µm.
Welchem Denkfehler in ich diesmal erlegen?
Beste Grüße! Pilzmel

Hallo Pilzmel,

Habe es mit dem neuen Vesterholt versucht, aber:

Ein paar weitere Angaben sind doch schon vonnöten, wenn man dieser Heb. auf die Schliche kommen will:
- welcher Baum/Strauch kommt als Partner in Betracht??
- Geruch?? nach Rettich oder irgendwie anders?
- Sind die Sporen kalyptrat, d.h. verlieren sie (alle oder nur z.T.) ihre
Außenhaut?
Ansonsten muß ich sagen: "mutig, mutig!"
Ich kenne kaum einen Menschen, der sich an Hebelömchen rantraut.

Grüße
Günter Saar

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Re: Fälbling, neue Theorie

pilzmel ⌂, (vor 7656 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter Saar,
so mutig ist das gar nicht. Ich traue mich ja sogar am Morgen vor den Spiegel. Was nun aber den Fälbling betrifft, so riecht der nicht nach Rettich. Eher schwach süßlich, aber meine Nase taugt nur für Stinkmorcheln. Die Sporen sind meiner Meinung nach nicht kalyptrat. Die Pilze wachsen auf kahlem Boden neben einer Süßkirsche und über allgegewärtige Pappelwurzeln. Auffällig der jung helle Hutrand.
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Fälbling, neue Theorie

Günter Saar, (vor 7656 Tagen) @ pilzmel

Hallo Günter Saar,
so mutig ist das gar nicht. Ich traue mich ja sogar am Morgen vor den
Spiegel. Was nun aber den Fälbling betrifft, so riecht der nicht nach
Rettich. Eher schwach süßlich, aber meine Nase taugt nur für
Stinkmorcheln. Die Sporen sind meiner Meinung nach nicht kalyptrat. Die
Pilze wachsen auf kahlem Boden neben einer Süßkirsche und über
allgegewärtige Pappelwurzeln. Auffällig der jung helle Hutrand.
Beste Grüße! Pilzmel

Hallo Pilzmel,

Das mit dem Spiegel kostet wirklich Überwindung, das kenn ich.

Wenn bei Deiner Heb. wenigstens ein paar Sporen kalyptrat wären, dann würde ich sagen: zu 95% H. birrus (Fr.)Sacc. im Sinne von Vesterholt.
Aber auch eine bislang unbekannte Art ist hier möglich.
Zur Zeit warte ich noch auf Antwort von Jan bezüglich der in seinem Werk nicht erwähnten Hebeloma-Namen wie z.B. clavulipes oder clavipes.

Grüße
Günter

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Re: Fälbling, neue Theorie

pilzmel ⌂, (vor 7655 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,
vielen Dank für deine nochmalige Meldung zur Sache. Morgen ist hier Feiertag. Da werde ich vorsichtshalber einen Fälbling aus dem Garten klauben und mich vergewissern, ob ich da nicht etwas übersehen habe. Auch eine Art, zu feiern. Aber ich schlage mich schon seit dem letzten Jahr mit den Pilzchen herum und habe noch keine kalyptraten Sporen entdeckt. Über jeden Hinweis immer erfreut!
Beste Grüße! Pilzmel

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Ergänzung *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7654 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,
zur Fortsetzung unseres Dialogs die feiertäglichen Ergebnisse. Ich habe einen unreifen Pilz, mit noch fast weißen Lamellen, beschaut. Mühevoll ließ sich bei einigen Sporen folgende Erscheinung ermitteln:

[image]

Wie mag das zu deuten sein? Vielleicht sollte ich mich doch auf rothütig-weißtupfige Pilze beschränken...
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Ergänzung

Andreas ⌂, (vor 7654 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel ,

na, da hast Du ja doch kalyptrate Sporen!

beste Grüße,
Andreas

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Re: Ergänzung

Günter Saar, (vor 7654 Tagen) @ Andreas

Hallo Pilzmel ,
na, da hast Du ja doch kalyptrate Sporen!
beste Grüße,
Andreas

Finde ich auch, Pilzmel,

paßt doch prima zu birrum, was meinst Du, Andreas?

Grüße in die Runde

Günter

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Re: Ergänzung

pilzmel ⌂, (vor 7653 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,
so recht schlau bin ich noch nicht draus geworden. Wenigstens weiß ich jetzt, wie teuflisch leicht man kalyptrate Sporen übersehen kann. Ich hatte bisher gemeint, diese Eigenart sei deutlich erkennbar. Aber warum birrus? Sollte der nicht irgend wie wurzeln?
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Ergänzung

Günter Saar, (vor 7653 Tagen) @ pilzmel

Hallo Günter,
so recht schlau bin ich noch nicht draus geworden. Wenigstens weiß ich jetzt,
wie teuflisch leicht man kalyptrate Sporen übersehen kann. Ich hatte
bisher gemeint, diese Eigenart sei deutlich erkennbar. Aber warum birrus?
Sollte der nicht irgend wie wurzeln?
Beste Grüße! Pilzmel

Hallo Pilzmel,

auf deinem Foto sieht man ja schon tief eingesenkte Stielbasen. Und Vesterholt schreibt: "+- rooting stem", also nicht immer wurzelnd (wie z.B. H. radicosum).

Man muß sich daran gewöhnen, daß Merkmale bei Pilzen nicht immer 100% sicher Merkmale sind. Die Variationsbreite der "Merkmale" - und das gilt für ALLE Gattungen - ist m.E. nach größer als bisher angenommen und in der Literatur beschrieben und der Grund dafür, warum ehrgeizige Mykologen gern eine neue Art postulieren!
Nimm die Spezies Homo sapiens. Ein "mykologischer" Alien würde daraus sicher 10 Arten mit 50 Varietäten und 100 Formen gnerieren.

Also Vorsicht bei der Interpretation von Merkmalen. Viele davon stellen sich gerade (bei molekulargenetischen Untersuchungen)als KEIN Merkmal heraus. Wir haben da noch viel aufzuarbeiten!

Übrigens, bei weiterem, tieferem Interesse an der Gattung Hebeloma solltest Du Dir "Fungi of northern europe Vol 3, the genus Hebeloma" von Jan Vesterholt zulegen. Da führt kein Weg mehr dran vorbei.

liebe Grüße

Günter

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Danke

pilzmel ⌂, (vor 7652 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,
hübscher Vergleich. Vielleicht denken die Aliens etwas großzügiger und machen nur 2 Arten draus.
Ich parke den Pilz jetzt gemäß deines Vorschlages ein. Der Hebeloma-Schlüssel steht zwar auf der Wunschliste, aber da muß ich noch auf eine Taschengelderhöhung warten.
Nochmals vielen Dank und Beste Grüße! Pilzmel