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Unbekannter Porling (1 Bild) *PIC*

Lonco, (vor 7641 Tagen)

Hallo an alle,

mit diesem Porling komme ich nicht weiter. Vielleicht geht es in Richtung Saftporling, aber das wäre dann pure Raterei. Fundort: Fichtenschonung in der Umg. Torno/Sachsen am 01.10.05. Ich denke es war auch kein Youngster mehr.

[image]

Grüße, Thomas.

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Re: Unbekannter Porling (1 Bild)

Werner2, (vor 7641 Tagen) @ Lonco

Hallo -
wie groß war denn das Teil?
Hast Du mal eine Geschmacksprobe gemacht?
.
Gruss Werner

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Re: Unbekannter Porling (1 Bild)

Lonco, (vor 7641 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

ausgemessen habe ich es nicht, aber die Fichten waren noch jung, so in etwa armdick. Also auf jeden Fall war der Durchmesser des Pilzes unter 10 cm. Reingebissen habe ich auch nicht, da bin ich noch nicht so bewandert mit. Macht Ihr denn alle eine Geschmacksprobe bei jedem Pilz? Also ich mache das im Moment ab und zu nur bei den Täublingen. Auch die Geruchsprobe scheint recht wichtig zu sein beim Pilzebestimmen. Hab ich Recht? Was ist sinnvoll für mich Fast-Anfänger?

Gruß, Thomas.

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Porlingsbestimmung

Werner2, (vor 7641 Tagen) @ Lonco

Hallo Thomas,

.
bei den Saftporlingen muss man schon mal eine Geschmacksprobe nehmen.
Es kommt darauf an, ob die Probe sehr bitter oder fast mild schmeckt.
Dein Fund gehört ziemlich sicher in diese Saftporlings-Ecke.
Vermutlich O. tephroleucus s.l. bzw. lacteus; - es gibt da verschiedene Sippen. Manche (die an Nadelholz) schmecken bitter.
Nach Gilbertson & Ryvarden sowie Krieglsteiner and son sollen die früher als bitter schmeckenden Funde von O. lacteus allerdings in Wirklichkeit zu O. stipticus gehören. Ich habe da so meine Zweifel, da ich auch schon bitter schmeckende Saftporlinge fand, die ich nicht für O. stypticus gehalten habe.
Auch O. guttulatus (war hier schon schön im Forum abgebildet) schmeckt sehr bitter.

Für eine genauere Bestimmung hätte man Deinen Fund auch durchschneiden müssen, damit man die Länge der Poren sieht.
Auch um eine mikroskopische Prüfung (die bei Porlingen schwieriger und umständlicher ist als bei Hutpilzen) kommt man oft nicht herum.
.
Das nächste mal mitnehmen; gut trocknen und verschlossen aufbewahren.
Dann kann man am Trockenpräparat (Exikkat) noch einen Bestimmungsversuch unternehmen der sehr häufig zum Erfolg führt. Was wir hier machen ist
oft nur "raten".
.
Gruss Werner

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Re: Porlingsbestimmung

Lonco, (vor 7641 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

danke für die ausführliche Antwort, es hilft mir schon weiter zu wissen, das es in die Richtung Saftporling geht. Wenn ich noch mal das Glück habe einen zu finden, werde ich mich an Deinen Rat erinnern.

Viele Grüße, Thomas.

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Oxyporus guttulatus bitter?

Andreas ⌂, (vor 7641 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

Auch O. guttulatus (war hier schon schön im Forum abgebildet) schmeckt sehr
bitter.

hier im Thüringer Wald ist O. guttulatus nicht allzu selten, ich habe ihn heuer vielleicht vier oder fünf Mal gefunden. Zwei Mal habe ich ihn probiert bzw. ein Kursteilnehmer - er war aber nie bitter! Einer der Funde wurde life von Harald Ostrow bestimmt, der ihn mir auch erklärt hat als Doppelgänger von stypticus, aber mit scharfem Hutand und nicht bitterem Geschmack.

Sollte der Geschmack variabel sein oder reden wir von zwei verschiedenen Arten?

beste Grüße,
Andreas

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Zum Getropften Saftporling

Werner2, (vor 7641 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
.
mir ist O. guttulatus das erste mal auf der 3-Ländertagung in Österreich
1998 begegnet. An den Geschmack damals kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich
glaube die Bestimmung erfolgte auch durch H. Ostrow. Aber DIAs habe ich noch davon.
Mehrfach gefunden haben wir ihn dann aber in Friedrichroda auf der
Deutschlandtagung in 2003 und ich fand ihn ziemlich bitter.
Auch in den "Großpilzen Baden-Württemberg 1." steht auf Seite 552:
"Basidiocarpien sehr bitter".
O. guttulatus kann man von O stypticus mikroskopisch wohl kaum auseinanderhalten. Irgendwo habe ich noch Mikrozeichnungen davon.
Vielleicht ist es nur eine flachere Varietät, obwohl
die typische Tropfenbildung am Hutrand wohl konstant und bemerkenswert ist.
.
Detlev hat sehr schöne Exemplare hier im Forum gezeigt, aber ich müsste
jetzt suchen, ob er was zum Geschmack gesagt hat. Vielleicht meldet er sich hierzu ja.
Wenn Du Exemplare findest, die mild sind, wäre das sicher eine Überraschung
und man sollte diese Funde mal eingehend bearbeiten. In dieser Gruppe gibt es
noch so viel zu entdecken.
Manchmal gibt es auch ein personen- und artbezogenes "Bitter- oder Schärfeproblem". Ich kann z.B. Collybia peronata vom Geschmack her nicht erkennen und brauchte anfangs mehrere Jahre um diesen Rübling überhaupt sicher bestimmen zu können. Ich empfinde jede Kollektion auch heute noch als völlig mild. Bei anderen scharfen Arten gibt es das bei mir im Übrigen nicht.

.
Gruss Werner
.

Hallo Werner,
hier im Thüringer Wald ist O. guttulatus nicht allzu selten, ich habe ihn
heuer vielleicht vier oder fünf Mal gefunden. Zwei Mal habe ich ihn
probiert bzw. ein Kursteilnehmer - er war aber nie bitter! Einer der Funde
wurde life von Harald Ostrow bestimmt, der ihn mir auch erklärt hat als
Doppelgänger von stypticus, aber mit scharfem Hutand und nicht bitterem
Geschmack.
Sollte der Geschmack variabel sein oder reden wir von zwei verschiedenen
Arten?
beste Grüße,
Andreas

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Re: Zum Getropften Saftporling

Dedimyk, (vor 7640 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner und Andreas,

ich nehme Werners Ball auf, meine frischen Funde des guttulatus waren nicht so bitter wie stipticus,ich würde sie nur als leicht bitter, aber auf keinen Fall als mild bezeichnen.

Gruß Detlef

Hallo Andreas,
.
mir ist O. guttulatus das erste mal auf der 3-Ländertagung in Österreich
1998 begegnet. An den Geschmack damals kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich
glaube die Bestimmung erfolgte auch durch H. Ostrow. Aber DIAs habe ich noch
davon.
Mehrfach gefunden haben wir ihn dann aber in Friedrichroda auf der
Deutschlandtagung in 2003 und ich fand ihn ziemlich bitter.
Auch in den "Großpilzen Baden-Württemberg 1." steht auf Seite 552:
"Basidiocarpien sehr bitter".
O. guttulatus kann man von O stypticus mikroskopisch wohl kaum
auseinanderhalten. Irgendwo habe ich noch Mikrozeichnungen davon.
Vielleicht ist es nur eine flachere Varietät, obwohl
die typische Tropfenbildung am Hutrand wohl konstant und bemerkenswert ist.
.
Detlev hat sehr schöne Exemplare hier im Forum gezeigt, aber ich müsste
jetzt suchen, ob er was zum Geschmack gesagt hat. Vielleicht meldet er sich
hierzu ja.
Wenn Du Exemplare findest, die mild sind, wäre das sicher eine Überraschung
und man sollte diese Funde mal eingehend bearbeiten. In dieser Gruppe gibt es
noch so viel zu entdecken.
Manchmal gibt es auch ein personen- und artbezogenes "Bitter- oder
Schärfeproblem". Ich kann z.B. Collybia peronata vom Geschmack her
nicht erkennen und brauchte anfangs mehrere Jahre um diesen Rübling
überhaupt sicher bestimmen zu können. Ich empfinde jede Kollektion auch
heute noch als völlig mild. Bei anderen scharfen Arten gibt es das bei mir
im Übrigen nicht.
.
Gruss Werner
.

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Re: Zum Getropften Saftporling

Andreas ⌂, (vor 7640 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Werner und Andreas,
ich nehme Werners Ball auf, meine frischen Funde des guttulatus waren nicht
so bitter wie stipticus,ich würde sie nur als leicht bitter, aber auf
keinen Fall als mild bezeichnen.
Gruß Detlef

Hallo,

das mag gut sein, denn ich selbst schmecke bitter so gut wie gar nicht. O. stypticus ist einer der wenigen Pilze bei denen ich so etwas wie eine leichte Bitterheit zu schmecken vermag und O. guttulatus hatte diesen geschmack für meine Zunge nicht.

beste Grüße,
Andreas

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Habe es gerade getestet...

Werner2, (vor 7640 Tagen) @ Dedimyk

Hallo - jetzt wollte ich es doch wissen. Da auf meiner Fensterbank ein
paar FK von guttulatus herumlagen, habe ich ein kleines Stück in warmem Wasser eingeweicht und gerade längere Zeit gekaut.
Stimme Dir zu. Bitterlich bis bitter, aber bei weitem nicht so extrem
wie O. stypticus.
.
Gruss Werner.
.

Hallo Werner und Andreas,
ich nehme Werners Ball auf, meine frischen Funde des guttulatus waren nicht
so bitter wie stipticus,ich würde sie nur als leicht bitter, aber auf
keinen Fall als mild bezeichnen.
Gruß Detlef

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Re: Habe es gerade getestet...

Dedimyk, (vor 7640 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner und Andreas,

da bin ich doch froh, daß meine Geschmacksnerven noch funktionieren.Da wir alle drei bei O.guttulatus eine Bitternote festgestellt haben könnten wir uns ja auf die Version "Zartbitter" *ggg* einigen.
Aber Spaß beiseite der Oligoporus( Postia, Spongiporus ) guttulatus unterscheidet sich also klar durch die Guttationstropfen, festere Konsistenz und den leicht bitteren Geschmack damit deutlich von dem praktisch gallenbitteren Oligoporus ( Postia , Spongiporus ) stipticus ( stypticus ).

Unter Berücksichtigung dieser Merkmale müßte eine Bestimmung gut möglich sein.

Herzliche Grüße Detlef

Hallo - jetzt wollte ich es doch wissen. Da auf meiner Fensterbank ein
paar FK von guttulatus herumlagen, habe ich ein kleines Stück in warmem
Wasser eingeweicht und gerade längere Zeit gekaut.
Stimme Dir zu. Bitterlich bis bitter, aber bei weitem nicht so extrem
wie O. stypticus.
.
Gruss Werner.
.

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Re: Habe es gerade getestet...

Andreas ⌂, (vor 7640 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Werner und Andreas,
Aber Spaß beiseite der Oligoporus( Postia, Spongiporus ) guttulatus
unterscheidet sich also klar durch die Guttationstropfen, festere
Konsistenz und den leicht bitteren Geschmack damit deutlich von dem
praktisch gallenbitteren Oligoporus ( Postia , Spongiporus ) stipticus (
stypticus ).
Unter Berücksichtigung dieser Merkmale müßte eine Bestimmung gut möglich
sein.
Herzliche Grüße Detlef

Hallo beruhigt mich ebenfalls, dass ich meinen Geschmacksnerven in punkto Bitterkeit weiterhin alles was weniger bitter als stypticus ist zumuten kann ;-)

Was Unterschiede anbetrifft, so finde ich die scharf zulaufende Hutkante von guttulatus mindestens so markant wie die Tropfen, die man bei älteren Fruchtkörpern eh meist nimmer findet. Junge guttulatus haben auch bisweilen eine rosaliche Zonierung, das habe ich bei stypticus noch nie gesehen.

beste Grüße,
Andreas

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Bestimmungshilfe

KlausB, (vor 7640 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,
in deiner Mail an Lonco schreibst du, dass die mikroskopische Untersuchung
von Porlingen schwieriger und umständlicher ist.

Kannst du das mal erläutern, da es jetzt nicht mehr viele Hutpilze gibt, will ich mich im Winter mal mit Porlingen versuchen, und damit noch überhaupt keine Erfahrung habe.

Wenn du Lust und Zeit hast würde ich mich über weitere Infos freuen.

Danke

Klaus

.
bei den Saftporlingen muss man schon mal eine Geschmacksprobe nehmen.
Es kommt darauf an, ob die Probe sehr bitter oder fast mild schmeckt.
Dein Fund gehört ziemlich sicher in diese Saftporlings-Ecke.
Vermutlich O. tephroleucus s.l. bzw. lacteus; - es gibt da verschiedene
Sippen. Manche (die an Nadelholz) schmecken bitter.
Nach Gilbertson & Ryvarden sowie Krieglsteiner and son sollen die früher
als bitter schmeckenden Funde von O. lacteus allerdings in Wirklichkeit zu
O. stipticus gehören. Ich habe da so meine Zweifel, da ich auch schon
bitter schmeckende Saftporlinge fand, die ich nicht für O. stypticus
gehalten habe.
Auch O. guttulatus (war hier schon schön im Forum abgebildet) schmeckt sehr
bitter.
Für eine genauere Bestimmung hätte man Deinen Fund auch durchschneiden
müssen, damit man die Länge der Poren sieht.
Auch um eine mikroskopische Prüfung (die bei Porlingen schwieriger und
umständlicher ist als bei Hutpilzen) kommt man oft nicht herum.
.
Das nächste mal mitnehmen; gut trocknen und verschlossen aufbewahren.
Dann kann man am Trockenpräparat (Exikkat) noch einen Bestimmungsversuch
unternehmen der sehr häufig zum Erfolg führt. Was wir hier machen ist
oft nur "raten".
.
Gruss Werner

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Re: Bestimmungshilfe

Werner, (vor 7640 Tagen) @ KlausB

in deiner Mail an Lonco schreibst du, dass die mikroskopische Untersuchung
von Porlingen schwieriger und umständlicher ist.
Kannst du das mal erläutern, da es jetzt nicht mehr viele Hutpilze gibt, will
ich mich im Winter mal mit Porlingen versuchen, und damit noch überhaupt
keine Erfahrung habe.
Wenn du Lust und Zeit hast würde ich mich über weitere Infos freuen.

Ich bin zwar der andere Werner :-), antworte aber trotzdem mal. Bei Porlingen hast Du immer das Problem, einen vernünftigen Schnitt hinzubekommen, weil die meisten von der Konsistenz her zu hart für dünne Schnitte mit der Rasierklinge sind. Bei zu dicken Schnitten siehst Du fast nix, dünne Schnitte gelingen recht selten. Außerdem bricht das Deckgläschen, wenn man das Präparat zu quetschen versucht. Außerdem ist es oft schwierig, reife Sporen zu finden.

Aus all dem ergibt sich, daß man z.B. auch Basidien schwer findet und andere Elemente (Skeletthyphen, das Hyphensystem im allgemeinen usw.) schwer sieht. D.h., daß zumindest bei mir oft etliche Schnitte nötig sind, bis ich ein halbwegs brauchbares Präparat habe. Und dann sieht man oft auch nicht allzu viel und muß wieder ein neues Präparat mit den gleichen Schwierigkeiten anfertigen.

Viele Grüße,

Werner

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Re: Bestimmungshilfe

Matthias, (vor 7640 Tagen) @ Werner

Ich bin zwar der andere Werner :-), antworte aber trotzdem mal. Bei Porlingen
hast Du immer das Problem, einen vernünftigen Schnitt hinzubekommen, weil
die meisten von der Konsistenz her zu hart für dünne Schnitte mit der
Rasierklinge sind. Bei zu dicken Schnitten siehst Du fast nix, dünne
Schnitte gelingen recht selten. Außerdem bricht das Deckgläschen, wenn man
das Präparat zu quetschen versucht. Außerdem ist es oft schwierig, reife
Sporen zu finden.

Hallo Werner,
da sollte doch ein scharfen Stemmeisen oder Hobeleisen Abhilfe schaffen, damit lässt sich ja auch hartes Holz bearbeiten,
viele Grüsse
Matthias

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Re: Bestimmungshilfe

Werner, (vor 7640 Tagen) @ Matthias

Hallo Werner,
da sollte doch ein scharfen Stemmeisen oder Hobeleisen Abhilfe schaffen,
damit lässt sich ja auch hartes Holz bearbeiten,

Ich weiß ja nicht genau, ob Du das jetzt ernst gemeint hast ... wenn nicht, entschuldige meine ernsthafte Antwort.

Und nein, ein Stemmeisen etc. macht ja "meterdicke" Späne. Du brauchst aber Präparate, die idealerweise nur ein paar µ dick sind. Alles, was Du mit dem Hobeleisen etc. erreichst, ist einen "relativ" dünnen Span abzutrennen, aus dem Du dann mit der Rasierklinge (bei normalen Präparaten nimmt man ja immer 2 Klingen und nimmt das, was dazwischen bleibt, als Präparat) mit viel Glück ein Präparat rausschneiden kannst. Aber das ist nicht das Problem. Mit einem scharfen Messer kann man auch schon den ersten Schritt schaffen.

Das Problem ist der Schritt mit der Rasierklinge bzw. den Rasierklingen. Und zusätzlich werden die auch noch sehr, sehr schnell stumpf bei harten Porlingen.

Gruß,

Werner

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Re: Bestimmungshilfe

Matthias, (vor 7640 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,
das war schon ernstgemeint, man kann mit einem scharfen Stemmeisen durchaus so dünne Späne vom Holz abschneiden die fast durchsichtig sind, ein ordentlich geschärftes Stemmeisen ist "Rasiermesserscharf",
viele Grüsse
Matthias

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Re: Bestimmungshilfe

Werner, (vor 7640 Tagen) @ Matthias

Hallo Werner,
das war schon ernstgemeint, man kann mit einem scharfen Stemmeisen durchaus
so dünne Späne vom Holz abschneiden die fast durchsichtig sind, ein
ordentlich geschärftes Stemmeisen ist "Rasiermesserscharf",

Gut. Aber das reicht immer noch bloß für die Stereolupe, niemals für das Mikroskop bei 100er Ölimmersion. Da muß das Präparat schon "durchsichtig" sein, ein paar µ halt. Und der Clou bei den Rasierklingen ist ja, daß man normalerweise das hauchdünne Stückchen nimmt, das zwischen den beiden Klingen, die man parallel hält, hängenbleibt. Und das ist selbst bei "normalen" Pilzen noch oft etwas arg dick. Ideal wäre ein Profimikrotom, aber die sind a) recht teuer und b) erfordern sie einiges an Präparationstechniken.

Ich lasse mich zwar gerne vom Gegenteil überzeugen, aber irgendwie glaube ich nicht, daß Du mit dem Stemmeisen etc. einen Span erzeugen kannst, der unter 100er Ölimmersion noch brauchbar ist.

Viele Grüße,

Werner

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Re: Bestimmungshilfe

Matthias, (vor 7640 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,
ich werde es bei Gelegenheit mal testen wenn mir mal ein Porling über den Weg läuft,
viele Grüsse
Matthias

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Und lass es uns wissen, wenn es erfolgreich war *oT*

Werner, (vor 7640 Tagen) @ Matthias

- kein Text -

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Re: Und lass es uns wissen, wenn es erfolgreich wa *PIC*

Matthias, (vor 7634 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,
ich habe es heute mal getestet, es funktioniert, hier zwei Bilder. Das Stemmeisen ist 26mm breit um einen groben Grössenvergleich zu haben:

[image]

[image]

Viele Grüsse
Matthias

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Re: Bestimmungshilfe

Werner2, (vor 7640 Tagen) @ Werner

Dem Text von Werner gibt es nicht mehr sehr viel hinzu zu fügen.
Die meisten Porlinge sind ziemlich zäh, und es bedarf schon einiger Übung,
hier brauchbare Schnitte zustande zu bekommen.
Außerdem sind manche Arten "Klingenfresser".
Eine Rasierklinge ein paar mal verwendet und schon ist sie stumpf.
Antrodia semisupina oder serialis sind solche Klingenfresser.
Noch eine Anmerkung zu den Sporen: Mehrjährige Porlinge haben z.T.
nur eine kurze Sporulationszeit (2-3 Wochen im Jahr) und sind danach
völlig sporenlos. Die meisten Porlinge haben übrigens farblose Sporen;
da hat man ordentlich was zum Suchen. Bei einigen Arten sind die Sporen so
klein und schmal, dass man sie für Bakterien hält.
Eine besondere Bedeutung hat übrigens die Bestimmung des Hyphensystems, was
ebenfalls nicht immer einfach ist (monomitisch, dimitisch, trimitisch).
Die beste Möglichkeit mikroskopische Merkmale von Porlingen zu studieren ist
(wie bei anderen Pilzen auch) eine sicher bestimmte Art zu mikroskopieren.
Da weis man, nach was man suchen muss. Erst mal mit weicheren Arten anfangen
und nicht gleich mit dem Zunderschwamm.
.
Gruss Werner2
.
.

Ich bin zwar der andere Werner :-), antworte aber trotzdem mal. Bei Porlingen
hast Du immer das Problem, einen vernünftigen Schnitt hinzubekommen, weil
die meisten von der Konsistenz her zu hart für dünne Schnitte mit der
Rasierklinge sind. Bei zu dicken Schnitten siehst Du fast nix, dünne
Schnitte gelingen recht selten. Außerdem bricht das Deckgläschen, wenn man
das Präparat zu quetschen versucht. Außerdem ist es oft schwierig, reife
Sporen zu finden.
Aus all dem ergibt sich, daß man z.B. auch Basidien schwer findet und andere
Elemente (Skeletthyphen, das Hyphensystem im allgemeinen usw.) schwer
sieht. D.h., daß zumindest bei mir oft etliche Schnitte nötig sind, bis
ich ein halbwegs brauchbares Präparat habe. Und dann sieht man oft auch
nicht allzu viel und muß wieder ein neues Präparat mit den gleichen
Schwierigkeiten anfertigen.
Viele Grüße,
Werner

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Bestimmungshilfe

KlausB, (vor 7639 Tagen) @ Werner2

Dank euch für die Informationen.

Zusammengefaßt bedeuted dies, gleiches Vorgehen wie bei Hutpilzen, jedoch Schnitterstellung wesentlich schwieriger, da Medium härter, und genauer schauen, da z. B. Sporen schwerer zu finden sind.
Das mit der Sporulationszeitist natürlich ein Problem, wie kann ich wissen, wann genau die 2-3 Wochen sind?
(Sagt mir jetzt bitte nicht alle 2-3 Wochen Proben nehmen und testen).

Klaus

Dem Text von Werner gibt es nicht mehr sehr viel hinzu zu fügen.
Die meisten Porlinge sind ziemlich zäh, und es bedarf schon einiger Übung,
hier brauchbare Schnitte zustande zu bekommen.
Außerdem sind manche Arten "Klingenfresser".
Eine Rasierklinge ein paar mal verwendet und schon ist sie stumpf.
Antrodia semisupina oder serialis sind solche Klingenfresser.
Noch eine Anmerkung zu den Sporen: Mehrjährige Porlinge haben z.T.
nur eine kurze Sporulationszeit (2-3 Wochen im Jahr) und sind danach
völlig sporenlos. Die meisten Porlinge haben übrigens farblose Sporen;
da hat man ordentlich was zum Suchen. Bei einigen Arten sind die Sporen so
klein und schmal, dass man sie für Bakterien hält.
Eine besondere Bedeutung hat übrigens die Bestimmung des Hyphensystems, was
ebenfalls nicht immer einfach ist (monomitisch, dimitisch, trimitisch).
Die beste Möglichkeit mikroskopische Merkmale von Porlingen zu studieren ist
(wie bei anderen Pilzen auch) eine sicher bestimmte Art zu mikroskopieren.
Da weis man, nach was man suchen muss. Erst mal mit weicheren Arten anfangen
und nicht gleich mit dem Zunderschwamm.
.
Gruss Werner2
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Porlingssporulation

Werner2, (vor 7639 Tagen) @ KlausB

Das ist natürlich von Art zu Art sehr verschieden.
Manche sporen 2 - 4 Wochen, andere 2 - 12 Wochen (meist im Sommer und im Herbst); wieder andere haben 2 Sporulationsperioden, also im Frühjahr und im
Herbst. Sogar bestimmte Uhrzeiten sind von Bedeutung. So haben Phellinus robustus und P. ignarius Sporulationsmaxima zwischen 20 und 22 Uhr. Ganoderma applanatum hat sein Maximum zwischen 4 und 6 Uhr morgens. Das ist aber kaum
von Bedeutung, da während der Sporulationsperiode man immer Sporen findet, egal um wieviel Uhr.
Parmasto und Nuss haben da ausführliche Arbeiten abgeliefert. Empfehlenswert: Biblotheca Mycologica Band 45. "Zur Ökologie der Porlinge", von Ingo Nuss in 1975.
Das muss man auch nicht im Detail genau wissen. Nur darf man sich nicht
wundern, wenn man bei manchen FK beim Mikroskopieren keine oder nur wenige
Sporen findet.
.
Gruss Werner

Dank euch für die Informationen.
Zusammengefaßt bedeuted dies, gleiches Vorgehen wie bei Hutpilzen, jedoch
Schnitterstellung wesentlich schwieriger, da Medium härter, und genauer
schauen, da z. B. Sporen schwerer zu finden sind.
Das mit der Sporulationszeitist natürlich ein Problem, wie kann ich wissen,
wann genau die 2-3 Wochen sind?
(Sagt mir jetzt bitte nicht alle 2-3 Wochen Proben nehmen und testen).
Klaus