Pilze Pilze Forum
Erweitert

Pilz auf Pilz auf PiIz *PIC*

Maren ⌂, (vor 7638 Tagen)

Hallo zusammen,
wer kann mir dazu etwas sagen. Ich bin raus ;-))
Da sind anscheinend viele Pilze am Werk.
[image]
[image]
[image]
[image]
[image]
Das Pilzchen auf dem letzten Pilz ist anscheinend selbst von einem Pilz befallen.
Gruß Maren

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

Matthias, (vor 7638 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,
das ist der Parasitische Scheidling Volvarirlla surrecta auf der Nebelkappe, ein schöner Fund,
viele Grüsse
Matthias

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Vielen Dank für die schnelle Antwort, Matthias! *oT*

Maren ⌂, (vor 7638 Tagen) @ Matthias

- kein Text -

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

trametenlotti, (vor 7638 Tagen) @ Maren

Hallo Maren

Das sind wirklich schöne Fotos vom Parasitischen Scheidling (Volvariella surrecta). Ich habe sie diesen Herbst auch gefunden.

Mich nimmt Wunder, wie diese Volvariella wächst, d.h. befindet sich das Mycel im Boden und entwickelt sich der Fruchtkörper durch die Nebelkappe empor bis zum Hut oder können die Sporen in kürzester Zeit (während der Entwicklung der Nebelkappe) auf ihrem Wirt "landen", aussporen und Fruchtkörper entwickeln? Weiss irgend jemand mehr über dieses Phänomen?

Gruss Lotte

Hallo zusammen,
wer kann mir dazu etwas sagen. Ich bin raus ;-))
Da sind anscheinend viele Pilze am Werk.

Das Pilzchen auf dem letzten Pilz ist anscheinend selbst von einem Pilz
befallen.
Gruß Maren

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7637 Tagen) @ trametenlotti

Hallo Lotte,

das Myzel des Parasitischen Scheidlings ist bereits im Mycel der Nebelkappe vorhanden, aber offenbar gelingt eine Fruchtkörperbildung nur sehr selten. Grundsätzlich muss aber davon ausgegangen werden, dass wohl jede Nebelkappe mit diesem Parasit befallen ist. Aber ein Parasit darf nie zu effektiv sein, sonst wird ja die eingene Lebensgrundlage gefährdet! (so gehen wir Menschen leider mit unseren Ressourcen um).
Auch die Holzzersetzenden Pilzarten sind nach meiner Theorie immer schon lange im Holz vorhanden und warten auf Ihre Chance, auch wenn das noch Jahrzehnte dauern kann! Ich bin überzeugt, dass man schon an jungen Bäumen dutzende von Mycelien finden könnte, die später einmal ihr Werk beginnen. Die Sporen keimen, aber das Mycel geht wohl in eine Art Ruhestand, ähnlich einem Sklerotium über.
Also wächst die Nebelkappe sicher meist schon mit seinem "Alien", das aber selten ausbricht, hier hat es das "Alien" aber geschafft, aber trotzdem ist auch es bereits mit einem Schimmel befallen! Die Natur macht uns schon lange eindrücklich vor, dass der Tod eines Individuums und vor allem die Entsorgung die Grundlage ist für weiteres Leben!

Mit vielen Grüssen, Markus

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

Till, (vor 7637 Tagen) @ Maren

Hallo zusammen,
wer kann mir dazu etwas sagen. Ich bin raus ;-))
Da sind anscheinend viele Pilze am Werk.

Das Pilzchen auf dem letzten Pilz ist anscheinend selbst von einem Pilz
befallen.
Gruß Maren

Hallo, Maren,

der Parasitische Scheidling ist ein Pilz, den ich seit ca. 40 Jahren vergeblich suche. Das kann Pech sein, aber anscheinend ist er wirklich recht selten. Ein schönes Foto schon etwas weiter entwickelter Exemplare ist übrigens auf dem Titelbild von "Mycologia Bavarica", Bd. 4 (2000).

Schöne Grüße aus Oberbayern
Till

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

Thomas Pruß, (vor 7637 Tagen) @ Markus Wilhelm

Moin Markus,

Auch die Holzzersetzenden Pilzarten sind nach meiner Theorie immer schon
lange im Holz vorhanden und warten auf Ihre Chance, auch wenn das noch
Jahrzehnte dauern kann! Ich bin überzeugt, dass man schon an jungen Bäumen
dutzende von Mycelien finden könnte, die später einmal ihr Werk beginnen.

interessante Theorie, aber das stimmt eher nicht. Wo du Recht hast ist, dass man tatsächlich auf der Baumrinde jede Menge Sporen findet, aber weiter kommen die nicht. Würden die auskeimen wäre spätestens am Kambium Schluss mit dem Wachstum – einen gesunden, unverletzten Baum vorausgesetzt. Da dem Pilz dann die Nahrung ausgeht, stirbt er eher ab als dass er in einen Ruhezustand wechselt. Pflanzen besitzen hoch effektive Abwehrkräfte um zu verhindern, dass ein Schädling eindringt. Erst, wenn die Abwehrkräfte erlahmen, und/oder eine Verletzung zu groß ist, dass sie schnell genug heilt, oder die Pflanze stirbt, hat ein holzersetzender Pilz eine Chance.
Das ist bei Pflanzen nicht anders wie beim Menschen. Auf unserer Haut tummelt sich auch so einiges, dass im Körper Verwüstungen anrichten kann.
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

trametenlotti, (vor 7637 Tagen) @ Markus Wilhelm

Lieber Markus

Vielen Dank für deine Antwort.
Ja, so macht das Sinn! Für mich ist also diesbezüglich eine längere Phase des Hirnens vorbei. Unglaublich, was sich die Natur alles einfallen lässt. Da heisst es nur: Achtung und Respekt haben.

Liebe Grüsse Lotte

Hallo Lotte,
das Myzel des Parasitischen Scheidlings ist bereits im Mycel der Nebelkappe
vorhanden, aber offenbar gelingt eine Fruchtkörperbildung nur sehr selten.
Grundsätzlich muss aber davon ausgegangen werden, dass wohl jede
Nebelkappe mit diesem Parasit befallen ist. Aber ein Parasit darf nie zu
effektiv sein, sonst wird ja die eingene Lebensgrundlage gefährdet! (so
gehen wir Menschen leider mit unseren Ressourcen um).
Auch die Holzzersetzenden Pilzarten sind nach meiner Theorie immer schon
lange im Holz vorhanden und warten auf Ihre Chance, auch wenn das noch
Jahrzehnte dauern kann! Ich bin überzeugt, dass man schon an jungen Bäumen
dutzende von Mycelien finden könnte, die später einmal ihr Werk beginnen.
Die Sporen keimen, aber das Mycel geht wohl in eine Art Ruhestand, ähnlich
einem Sklerotium über.
Also wächst die Nebelkappe sicher meist schon mit seinem "Alien",
das aber selten ausbricht, hier hat es das "Alien" aber
geschafft, aber trotzdem ist auch es bereits mit einem Schimmel befallen!
Die Natur macht uns schon lange eindrücklich vor, dass der Tod eines
Individuums und vor allem die Entsorgung die Grundlage ist für weiteres
Leben!
Mit vielen Grüssen, Markus

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz - Was stimmt dann nun?

Armin Groß, (vor 7637 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus, Thomas und weitere Interessierte,
Zu diesem von Lotte angesprochenem Thema werden hier zwei gegensätzliche Meinungen von Markus und Thomas vertreten:

Theorie Markus (gekürzt):

das Myzel des Parasitischen Scheidlings ist bereits im Mycel der Nebelkappe
vorhanden, aber offenbar gelingt eine Fruchtkörperbildung nur sehr selten.
Grundsätzlich muss aber davon ausgegangen werden, dass wohl jede
Nebelkappe mit diesem Parasit befallen ist....

Auch die Holzzersetzenden Pilzarten sind nach meiner Theorie immer schon

lange im Holz vorhanden und warten auf Ihre Chance, auch wenn das noch
Jahrzehnte dauern kann! Ich bin überzeugt, dass man schon an jungen Bäumen
dutzende von Mycelien finden könnte, die später einmal ihr Werk beginnen.

Also wächst die Nebelkappe sicher meist schon mit seinem "Alien",

das aber selten ausbricht, hier hat es das "Alien" aber
geschafft, aber trotzdem ist auch es bereits mit einem Schimmel befallen!
Mit vielen Grüssen, Markus

Ansicht Thomas:
interessante Theorie, aber das stimmt eher nicht. Wo du Recht hast ist, dass man tatsächlich auf der Baumrinde jede Menge Sporen findet, aber weiter kommen die nicht. Würden die auskeimen wäre spätestens am Kambium Schluss mit dem Wachstum – einen gesunden, unverletzten Baum vorausgesetzt. Da dem Pilz dann die Nahrung ausgeht, stirbt er eher ab als dass er in einen Ruhezustand wechselt. Pflanzen besitzen hoch effektive Abwehrkräfte um zu verhindern, dass ein Schädling eindringt. Erst, wenn die Abwehrkräfte erlahmen, und/oder eine Verletzung zu groß ist, dass sie schnell genug heilt, oder die Pflanze stirbt, hat ein holzersetzender Pilz eine Chance.

Frage:
Wo liegt hier die Wahrheit? Gibt es fließende Übergänge zu diesen Theorien?
Gibt es hierzu eindeutige Erklärungen und wo kann man diese Zusammenhänge nachlesen. Ich denke die Anworten stehen auch irgendwie im Zusammenhang mit den enormen unterschiedlichen Wachstumszeiten von Mycelien. Als Stichwort denke ich hier an die "schnellen" Morcheln auf Rindenmulch. Wie ist das mit dem Impfen von Eichensämlingen für die Morchel"zucht"?
Ich würde mich freuen, näheres über diesen Fragenkomplex zu hören.
Gruß Armin

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Wie Phönix aus der Asche - 3Pics *PIC*

pilzkultur, (vor 7637 Tagen) @ Armin Groß

....unsere Kaffeesatz-Rückstände habe ich mit dem Flamingo-Seitling beimpft........

[image]

die Pilze wurden dann von uns kulinarisch recycelt...und letztendlich hat sich der Pilz noch selbst recycelt wie ihr hier auf den Bildern seht , wo sich schon wieder Fruchtkörper auf abgestorbenen Pilzen gebildet haben... wie der Phönix aus der Asche...der ewige Kreislauf des Lebens , Tod u. Leben !!!!
[image]
[image]

Zu den beiden diskutierten Theorien.....schließe ich mich Thomas Meinung an , der Baum verfügt , sofern gesund über ausreichend Abwehrstoffe um Pilze abzuwehren...als Züchter fällt mir hier Substrat von der Eiche an , dass man für die Pilzzucht nie frisch verwenden sollte....Stämme lässt man eine gewisse Zeit abliegen , bevor man sie beimpft !
Selbst abgelagertes , älteres Sägemehl wird mitunter nur zögerlich vom Shii Take besiedelt...tut sich sichtlich schwer im Vergleich zu Buche , da Eiche über einen hohen Gerbstoffgehalt verfügt !

Zur Theorie mit der Nebelkappe...persönlich kann ich mir das nicht vorstellen , dass zwei Mycelien/Pilze so in Koexistens leben ?!
Dazu müßte man beide Mycelien auf einer Agarplatte kultivieren und sehen ob beide miteinander verschmelzen...????

Nur so eine Idee :-) !

Zu den Trüffelbäumchen noch folgendes..kenne niemanden der davon schon mal geerntet hat.....!

Walter

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Erklärungsversuch

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7637 Tagen) @ Armin Groß

Hallo zusammen,

meine Theorie kann ich natürlich nicht beweisen, aber aufgrund von Beobachtungen muss man zu diesem Schluss kommen:
Wenn eine Eiche fällt, ist der ganze Stamm im Folgejahr vom Schmutzbecheling befallen, dasselbe macht der Pappelschüppling an gefällten, gesunden Pappeln, und zwar wächst er aus dem Zentrum! Das heisst ganz klar, dass diese Pilze nicht von kürzlich gekeimten Sporen entstanden sind! Weiteres Beispiel. Der gestreifte Holztrichterling (Clitocybula lacerata)war vor 1986 sehr slten, dann plötzlich fand man diese Art überall in Massen auf Weisstanne! Auch hier ist ein Sporenbefall auszuschliessen, die Art existierte ja kaum! Es ist nur erklärbar, dass die Art Jahrzehnte im Holz schlummerte, um dann durch irgend ein Signal plötzlich zu erscheinen!
Auch wir sind ja bereits voll mit Fremdorganismen (im gesunden Zustand bis 500 Arten Bakterien, Viren, Pilze), die nur darauf warten, bis es uns schlechter geht.
Daher teile ich die Ansicht überhaupt nicht, dass ein Pilz offene Baumwunden braucht! Natürlich wehrt sich der Baum, aber es gibt im Holz genug Nischen, wo ein Pilz praktisch inaktiv auf seine Zeit warten kann!

Mit Grüssen, Markus

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Erklärungsversuch

Heinz Butin, (vor 7637 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo zusammen,
meine Theorie kann ich natürlich nicht beweisen, aber aufgrund von
Beobachtungen muss man zu diesem Schluss kommen: Wenn eine Eiche fällt,
ist der ganze Stamm im Folgejahr vom Schmutzbecheling befallen, dasselbe
macht der Pappelschüppling an gefällten, gesunden Pappeln, und zwar wächst
er aus dem Zentrum! Das heisst ganz klar, dass diese Pilze nicht von
kürzlich gekeimten Sporen entstanden sind! Weiteres Beispiel. Der
gestreifte Holztrichterling (Clitocybula lacerata)war vor 1986 sehr slten,
dann plötzlich fand man diese Art überall in Massen auf Weisstanne! Auch
hier ist ein Sporenbefall auszuschliessen, die Art existierte ja kaum! Es
ist nur erklärbar, dass die Art Jahrzehnte im Holz schlummerte, um dann
durch irgend ein Signal plötzlich zu erscheinen!
Auch wir sind ja bereits voll mit Fremdorganismen (im gesunden Zustand bis
500 Arten Bakterien, Viren, Pilze), die nur darauf warten, bis es uns
schlechter geht.
Daher teile ich die Ansicht überhaupt nicht, dass ein Pilz offene Baumwunden
braucht! Natürlich wehrt sich der Baum, aber es gibt im Holz genug
Nischen, wo ein Pilz praktisch inaktiv auf seine Zeit warten kann!
Mit Grüssen, Markus

Hallo Eerklärungsversucher,
mit dem Scheidling auf Nebelkappe ist von Maren ein Thema angeschnitten worden, das ins uferlose abgedriftet ist. Zur letzten Frage: "Pilze in lebendem Gewebe" hier einige Hinweise und Fakten.- Heute kennt man viele hundert Pilzarten, die als "Endophyten" symptomlos in lebendem Pflanzengewebe existieren, ohne parasitär zu werden (zu sein) oder Holz abzubauen. Erst bei "geeigneten" Bedingungen werden sie aktiv. Einige werden zu Krankheitserregern , andere bauen Holz ab. Ihre Vielfalt ist bemerkenswert wie auch ihre Ökologie. Literatur darüber gibt es genug, z.B. "Endophytic Fungi in Grasses and Woody Plants" Edit. by Redlin and Carris. ASP Press.St.Paul, Minnesota.
Gruß aus Wolfenbüttel Heinz Butin

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

Maren ⌂, (vor 7637 Tagen) @ Till

Hallo Till,
jo, ich habe inzwischen auch gehört, dass Volvariella surrecta sehr selten sein soll, insofern hatte ich wohl Anfängerglück. Fundort war im Übrigen unter einem Rhododendron-Gebüsch unter Buchen auf einem alten Friedhof in Kiel. Hier liegt nur eine unbedeutende Schneedecke, insofern hat es noch Zweck mal zu schauen.
Liebe Grüße in den Süden
Maren

Hallo, Maren,
der Parasitische Scheidling ist ein Pilz, den ich seit ca. 40 Jahren
vergeblich suche. Das kann Pech sein, aber anscheinend ist er wirklich
recht selten. Ein schönes Foto schon etwas weiter entwickelter Exemplare
ist übrigens auf dem Titelbild von "Mycologia Bavarica", Bd. 4
(2000).
Schöne Grüße aus Oberbayern
Till

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

Hermine, (vor 7637 Tagen) @ Till

Hallo Maren und Till,

ich finde seit einigen Jahren ganz in der Nähe des Frankfurter Flughafens immer wieder an der gleichen Stelle Volvariella surrecta.

Meine Beobachtung war die folgende: Die Nebelkappen zeigten bereits in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, also noch als ziemlich kleine Fruchtkörper , einen mißbildungsartigen Wuchs. Die Hüte waren verkrümmt, die Huthaut runzelig und die Hutränder teilweise nach oben umgebogen. Sehr bald erschienen dann die Primordien von Volvariella als kleine Knötchen. Nicht in allen Jahren entwickelten sich die Volvariella-FK vollständig. Im Gegensatz zur Nebelkappe selbst sind sie meiner Beobachtung nach keineswegs frostfest. Das Zeitfenster für die FK-Bildung ist ein eher schmales. Ob Volvariella bezüglich anderer Parameter der FK-Bildung auch empfindsam ist, kann ich persönlich nicht beurteilen.
Allerdings bin ich der Auffassung, dass die Myzelien von Nebelkappe und Volvariella an "meiner" Fundstelle koexistieren. Dafür spricht m.E. das standortreue Erscheinen und die frühe Primordienbildung. Ob das Volvariella-Mycel endogen im Lepista-Myzel lebt, wer weiß? Das wäre ein schönes Untersuchungsthema für jemandem, der das mikromorphologisch beherrscht. Ob Volvariella surrecta wirklich auf nahezu jeder Nebelkappe vorhanden ist, könnte man dann gleich mit abklären, das Untersuchungsmaterial ist ja nicht ganz schwer zu beschaffen.

Dieses Jahr sind an meinem Fundplatz die Nebelkappen übrigens leider ausgeblieben. Gott sei Dank konnten meine Vereinskollegen letztes Jahr wunderschöne Fotos machen. Gruß Hermine

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Erklärungsversuch

Armin Groß, (vor 7637 Tagen) @ Heinz Butin

Hallo Eerklärungsversucher,
mit dem Scheidling auf Nebelkappe ist von Maren ein Thema angeschnitten
worden, das ins uferlose abgedriftet ist. Zur letzten Frage: "Pilze
in lebendem Gewebe" hier einige Hinweise und Fakten.- Heute kennt man
viele hundert Pilzarten, die als "Endophyten" symptomlos in
lebendem Pflanzengewebe existieren, ohne parasitär zu werden (zu sein)
oder Holz abzubauen. Erst bei "geeigneten" Bedingungen werden
sie aktiv. Einige werden zu Krankheitserregern , andere bauen Holz ab.
Ihre Vielfalt ist bemerkenswert wie auch ihre Ökologie. Literatur darüber
gibt es genug, z.B. "Endophytic Fungi in Grasses and Woody
Plants" Edit. by Redlin and Carris. ASP Press.St.Paul, Minnesota.
Gruß aus Wolfenbüttel Heinz Butin

Hallo H. Butin,
zuerst vielen Dank für ihre Ausführungen. Sie haben natürlich recht, dass es nichts bringt, wenn wir zuviele Fragen miteinander verbinden wollen.
Den Begriff Endopyhten kannte ich nicht, denke aber, dass ich ihn grob verstanden habe.
Trozdem ist mir nicht klar, wieweit die Aussagen von Markus Wilhelm vom Ansatz her richtig oder nicht zutreffend sind. Lassen sich diese Fragen mit ein paar kurzen Erklärungen allgemeinverständlich beantworten oder ist dazu, von unserer Seite aus, zuviel theoretisches Vorwissen erforderlich?
Die Themen Morcheln und Trüffelzucht (natürlich nicht Morchel"zucht"!) sollen hier ausgeklammert sein.
Gruß Armin

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: Pilz auf Pilz auf PiIz

trametenlotti, (vor 7636 Tagen) @ Hermine

ich finde seit einigen Jahren ganz in der Nähe des Frankfurter Flughafens
immer wieder an der gleichen Stelle Volvariella surrecta.
Meine Beobachtung war die folgende: Die Nebelkappen zeigten bereits in einem
sehr frühen Entwicklungsstadium, also noch als ziemlich kleine
Fruchtkörper , einen mißbildungsartigen Wuchs. Die Hüte waren verkrümmt,
die Huthaut runzelig und die Hutränder teilweise nach oben umgebogen. Sehr
bald erschienen dann die Primordien von Volvariella als kleine Knötchen.
Nicht in allen Jahren entwickelten sich die Volvariella-FK vollständig. Im
Gegensatz zur Nebelkappe selbst sind sie meiner Beobachtung nach
keineswegs frostfest. Das Zeitfenster für die FK-Bildung ist ein eher
schmales. Ob Volvariella bezüglich anderer Parameter der FK-Bildung auch
empfindsam ist, kann ich persönlich nicht beurteilen.
Allerdings bin ich der Auffassung, dass die Myzelien von Nebelkappe und
Volvariella an "meiner" Fundstelle koexistieren. Dafür spricht
m.E. das standortreue Erscheinen und die frühe Primordienbildung. Ob das
Volvariella-Mycel endogen im Lepista-Myzel lebt, wer weiß? Das wäre ein
schönes Untersuchungsthema für jemandem, der das mikromorphologisch
beherrscht. Ob Volvariella surrecta wirklich auf nahezu jeder Nebelkappe
vorhanden ist, könnte man dann gleich mit abklären, das
Untersuchungsmaterial ist ja nicht ganz schwer zu beschaffen.
Dieses Jahr sind an meinem Fundplatz die Nebelkappen übrigens leider
ausgeblieben. Gott sei Dank konnten meine Vereinskollegen letztes Jahr
wunderschöne Fotos machen. Gruß Hermine

Liebe Hermine
und alle anderen, die auf meine "Mich-nimmt-Wunder-Frage" geantwortet haben.

Da habe ich ja einen ganzen Wust von Meinungen und Antworten ausgelöst. Danke allen. Völlige Klarheit herrscht zwar nicht, aber ich bin ein Stück vorangekommen.

Jedenfalls werde ich nächstes Jahr sicher die Fundstelle der Volvariella surrecta aufsuchen und bin gespannt, ob sie auch bei uns wieder am gleichen Ort vorkommt. Und wer weiss, vielleicht habe ich bis dann auch meinen Mikroskopier-Kurs absolviert, damit ich die Nebelkappen selber untersuchen könnte.

Gruss an alle
Lotte