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Versehentlich Pilze züchten :-)

Werner, (vor 7628 Tagen)

Hallo,

weil ich grad beim Keimen war. Ich hatte vor 2 Jahren meine Pilzabfälle strategisch günstig im Garten meiner Eltern verteilt. Was da vorher wuchs, wußte ich recht genau. Nun sind durch die verteilten Pilzabfälle recht interessante "Zufallszuchten" entstanden, die sicherlich auf meine verteilten Waldpilz-Abfälle zurückzuführen waren.

1. Lepista nuda wuchsen im Frühjahr in einem senkrecht stehenden Kompostbehälter auf halber Höhe im Kompost (das war so ein Gitternetzteil) seitlich an den Metallstäben entlang.

2. Eine damals schon nicht definitiv bestimmte Mycena oder Hemimycena kam als Einzelexemplar unter einer Ziertannenhecke (welche Tannenart kann ich nicht genau sagen, ist aber was mit bläulichen, recht dicken Nadeln mit 2 silbrigen Streifen auf der Unterseite der Nadeln).

3. Unter der gleichen Tannenhecke erschien auch Galerina vittiformis f. tetraspora, die vorher bestimmt auch nicht da war. Ebenfalls nur ein Einzelexemplar.

4. Etwas weiter davon entfernt kam Marasmius androsaceus im Gras massenhaft zum Fruktifizieren.

5. Und zu guter Letzt kamen unter der Tannenhecke auch noch einige Inocyben raus, die ich damals auch nicht genau bestimmt hatte. Allerdings nur eine Art. Naja, werde das nächstes Jahr mal beobachten und vielleicht "wiederbestimmen".

Wollte das bloß mal anmerken, weil es allgemein als schwierig gilt, Pilze durch bloßes Rumverteilen zu züchten. Gezielt geht es natürlich schlecht.

Viele Grüße,

Werner

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Re: Versehentlich Pilze züchten :-)

Stephan, (vor 7627 Tagen) @ Werner

Glückwunsch zu der Pilzzucht. Aber waren das wirklich Reste der Galerina vittiformis f. tetraspora und des Marasmius androsaceus, die du da im Garten verteilt hattest? Und fruktifizierte auch wirklich Marasmius androsaceus und nicht etwa Marasmius oreades?

Außerdem: lohnt es sich, Galerina vittiformis, Marasmius androsaceus und einige unbekannte (unbestimmbare) Inocybe zu züchten?

Dies soll kein Gestänker sein, aber was erfolgreiches Pilzzüchten angeht, bin ich naturgemäß etwas skeptisch.

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Re: Versehentlich Pilze züchten :-)

Werner, (vor 7627 Tagen) @ Stephan

Glückwunsch zu der Pilzzucht. Aber waren das wirklich Reste der Galerina
vittiformis f. tetraspora und des Marasmius androsaceus, die du da im
Garten verteilt hattest? Und fruktifizierte auch wirklich Marasmius
androsaceus und nicht etwa Marasmius oreades?

Klar. Naja, Glückwunsch ist zu viel gesagt. Es ist ja wie gesagt - mehr oder minder - versehentlich was entstanden. Und bei den ca. 50 Arten - vielleicht waren es auch mehr - die ich da einfach in Form von diversen Pilzabfällen verteilt hatte, kamen halt ein paar wenige Arten mit den Bedingungen am Standort so gut zurecht, daß sie sich dort angesiedelt haben. Klar, das mit Galerina vittiformis weiß ich genau, weil ich die seinerzeit mühsam bestimmt habe. Und M. androsaceus kann man ja beim besten Willen nicht mit M. oreades verwechseln ... wie soll das denn gehen?

Außerdem: lohnt es sich, Galerina vittiformis, Marasmius androsaceus und
einige unbekannte (unbestimmbare) Inocybe zu züchten?

Nein, es lohnt sich sicherlich nicht. ABER - es ist doch schön, neue Pilzarten in einem relativ pilzarmen Vorstadtgarten zu sehen. "Züchten" war ja extra mit ":-)" versehen. Es geht nur darum, daß das Verteilen von Pilzabfällen an völlig anderen Orten durchaus mal etwas hervorbringen kann.

Dies soll kein Gestänker sein, aber was erfolgreiches Pilzzüchten angeht, bin
ich naturgemäß etwas skeptisch.

Das war ja auch kein "erfolgreiches Pilzzüchten", sondern nur wie im Titel schon genannt "Versehentliches Pilzzüchten". Also das, was die Pilze auch in der Natur machen, nur etwas angeschoben durch Verteilen von Pilzabfällen. Nicht mehr und nicht weniger. Beweist lediglich, daß die in den Abfällen enthaltenen Sporen durchaus woanders keimen - eigentlich klar, nur selten so schnell realisiert bzw. beobachtet in Form von neuen Fruchtkörpern. Im Wald kann man ja meist schlecht nachvollziehen, ob die Vorvorjahresabfälle neue Fruchtkörper bewirkten oder ob es sich einfach um ein bereits vorhandenes dort ansässiges Myzel handelte. In einem Garten, den man seit etlichen Jahren schon beobachtet hat, ist das leichter festzustellen, insbesondere wenn es sich um mehrere Arten handelt, die man mit Sicherheit dort verteilt hat und die vorher nicht da waren.

Viele Grüße,

Werner