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Eutypa, Rosselinia .... ? Hilfe erbeten 450kb *PIC*

phragmobasidie, (vor 7505 Tagen)

Hallo miteinander,

Letztens habe ich bzw. wir u.a. diese beiden Pilze gefunden, vielleicht kann mir
jemand weiterhelfen. Auf Hasel diese Eutypa, wie ich meine; schlanke würstchenförmige
Sporen ~ 14-16 x 1,3-1,6 mü. Zunächst habe ich nur diese relief-losen "Teerflecken"
gesehen, dann die Fruchtkörper. Handelt es sich um denselben Pilz ?
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Dann noch eine Rosselinia (?) auf einem berindeten Laubholz-Stöckchen. Wir konnten nicht
sagen um welches Holz es sich genau handelt und das Fundobjekt habe ich beim nächsten
Bücken leider gleich wieder liegen gelassen. Kann man trotzdem noch etwas dazu sagen,
das ein Indiz für die eine oder die andere Art sein könnte ?
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An einem toten Ast eines noch lebenden Haselstrauchs, schließlich dies hier:
Hübsch anzusehen... z.T. ungewöhnliche Farben, trotzdem ein Rindensprenger ?
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Besten Dank im Voraus +
schöne Grüße
Robin

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an Hasel...

AK_CCM, (vor 7505 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

An einem toten Ast eines noch lebenden Haselstrauchs, schließlich dies hier:
Hübsch anzusehen... z.T. ungewöhnliche Farben, trotzdem ein Rindensprenger
?

das sieht mir nach dem Hasel-Rindensprenger (Vuilleminia coryli) aus, vergleiche Mal Deinen Fund mit meinen Bildern in Philipps und Erics Datenbank.

Gruß, Andreas

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Re: an Hasel...

phragmobasidie, (vor 7505 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

aha, interessant ! ... never heard about this guy...!
An Hasel ists ja immerhin schon mal.

Grüße
Robin

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Rosellinia aquila , Eutypa ?aber Diatrypaceae

Dedimyk, (vor 7505 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

ich fange mal mit der Rosellinia an:

Also von den 3 gängigen Arten bei uns ist Rosellinia thelena ( Fr.)Rabenh.,auf einem Subiculum sitzend, als überwiegender Nadelholzbewohner sehr selten und kommt für den Laubholzast nicht in Frage.

Rosellinia mammiformis ( Pers.) Ces.& de Not.,ohne Subiculum, vorwiegend auf Hedera, Fraxinus, Sorbus, Salix und noch einigen anderen Laubhölzern vorkommend ist noch viel seltener und vor allem makroskopisch sofort anzusprechen.

Bei R.mammiformis sind die kleinen Nippel an der Kugelspitze stärker ausgebildet und ähneln einer weiblichen Brust, daher der Art-Name mammiformis.

Bleibt als nur die Rosellinia aquila( Fr. )de Not.übrig, die auch auf einem Subiculum sitzt, auf diversen Laubhölzern vorkommt, gerne in Reisighaufen gefunden wird und ca. 85-90% aller Funde von Rosellinia bei uns ausmacht.

Das Subiculum/ Subikulum ist eine filz- oder spinnwebartiges Hyphengeflecht zwischen Substrat und Hymenium ( ähnlich der Myzelmatte beim Tintling ).

Jetzt zu der Eutypa:

Die kleinen gekrümmten würstchenartigen Sporen sind ein generelles Merkmal der Familie Diatrypaceae und werden in diesen Gattungen :

Calosphaeria Tulasne 1863
Cryptosphaeria Zwergpunkt Cesati & de Notaris 1863
Diatrype Eckenscheibchen Fries 1849
Diatrypella Eckenscheibchen ( Cesati & de Notaris ) de Notaris 1863
Enchnoa Fries 1849
Endoxyla Fuckel 1871
Eutypa Krustenkugelpilz Tulasne & Tulasne 1863
Eutypella Kugelpilz ( Nitschke ) Saccardo 1875
Leucostoma ( Nitschke ) von Höhnel 1917
Peroneutypa Kugelpilz Berlese 1902
Quaternaria Tulasne 1863
Valsa Fries 1849
Valsella Fuckel 1870

mit diversen Arten gefunden.

Ich habe zuerst über den Wirt Corylus unter Zuhilfenahme von Dennis und Ellis versucht ein vernünftiges Ergebnis zu finden, war ziemlich erfolglos.
Da wird aus dem ganzen Formenkreis nur Diatrypella favacea aufgeführt, die hauptsächlich auf Betula vorkommt und mir sehr gut bekannt ist und hier makroskopisch überhaupt nicht paßt.

Dann habe ich es über die Sporenabmessungen versucht, da passte Quaternaria quarternata recht gut, kommt aber nur auf Fagus vor.
Auch Cryptosphaeria eunomia würde passen, kommt aber nur auf Fraxinus vor.

Ich habe es dann aufgegeben, da der Umfang einfach zu groß ist. Falls ihr in Eurer Ag. den Dennis und/ oder Ellis besitzt, dann kannst Du ja weitersuchen.

Also die Familie Diatrypaceae paßt auf jeden Fall.

Vielleicht kann ja Kazuya was dazu sagen, ist doch auch so ein Ascospezi.

Herzliche Grüße Detlef

Hallo miteinander,
Letztens habe ich bzw. wir u.a. diese beiden Pilze gefunden, vielleicht kann
mir
jemand weiterhelfen. Auf Hasel diese Eutypa, wie ich meine; schlanke
würstchenförmige
Sporen ~ 14-16 x 1,3-1,6 mü. Zunächst habe ich nur diese relief-losen
"Teerflecken"
gesehen, dann die Fruchtkörper. Handelt es sich um denselben Pilz ?


Dann noch eine Rosselinia (?) auf einem berindeten Laubholz-Stöckchen. Wir
konnten nicht
sagen um welches Holz es sich genau handelt und das Fundobjekt habe ich beim
nächsten
Bücken leider gleich wieder liegen gelassen. Kann man trotzdem noch etwas
dazu sagen,
das ein Indiz für die eine oder die andere Art sein könnte ?


An einem toten Ast eines noch lebenden Haselstrauchs, schließlich dies hier:
Hübsch anzusehen... z.T. ungewöhnliche Farben, trotzdem ein Rindensprenger
?


Besten Dank im Voraus +
schöne Grüße
Robin

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Re: Rosellinia aquila , Eutypa ?aber Diatrypaceae

Klaus, (vor 7505 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,
nur kurz zu der Rosellinia. Einig sind wir uns sicher darüber, dass man ohne ausführliche Mikromerkmale keine endgültige Bestimmung vornehmen kann. Und dazu benötigt man nach meinen Erfahrungen auf jeden Fall den Petrini-Schlüssel. Da gibt es dann deutlich mehr als die hier aufgeführten Arten, und die Unterscheidung ist manchmal ganz schön kniffelig.
Zumindest was Westfalen angeht, haben wir die Erfahrung gemacht, dass die mit Abstabd häufigste Art Rosellinia corticium ist, die früher als eine var. von aquila geführt wurde (wenn ich das jetzt richtig im Gedächtnis habe). Die eigentliche R. aquila dagegen ist bei uns ziemlich selten.
Zu den Diatrypaceen kann ich noch den Rappaz-Schlüssel empfehlen, der in den 80ern in der Mycologia Helvetica erschienen ist. Dennis ist dagegen dann doch eher dürftig, und auch die Beschreibungen bei Ellis&Ellis sind ja ziemlich knapp gehalten.
Schöne Grüße und weiterhin viel Spaß mit den Pyrenos
Klaus

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Re: Rosellinia aquila , Eutypa ?aber Diatrypaceae

Dedimyk, (vor 7505 Tagen) @ Klaus

Hallo Klaus,

mit der Rosellinia hast Du natürlich absolut Recht. Genaue Bestimmung ist nur mikroskopisch möglich. Aber das geht nicht, da Robin den Ast nicht mitgenommen hat.
Meine Aussage basierte auf unserer Niedersachsen-Erfassung und da sind bisher nur die 3 Arten die ich nannte erfaßt worden.
Selbst in den Großpilzen Niedersachsens von Knut Wöldecke sind nur diese 3Arten ausgewiesen, wobei ich weiß, daß Ascomyceten nicht gerade zu den Favoriten bei Knut gehörten *ggg*.

Die Art R.corticium ist mir absolut unbekannt und auch in meinen Unterlagen nicht aufgeführt.Habe eben mal im Index Fungorum nachgesehen dort steht: Rosellinia corticium ( Schweinitz 1822) Saccardo 1882 auf Quercus und Castanea in N.Carolina und New York, also USA.

Ellis& Ellis beschreiben nur R.aquila,buxi,desmazieresii,mammiformis,necatrix, obliquata und thelena und der Klassiker Dennis nur die 3 obigen Arten.

Ich habe mir spaßeshalber mal den Rosellinia-Nachweis im Index Fungorum angesehen, dort gibt es insgesamt 448 Einträge für Arten ,Forma ,Varietäten und Synonyma, ist gewaltig.

Den von Dir genannten Petrini - Schlüssel kenne ich nicht, wo kann man den bekommen, denn es würde mich schon reizen tiefer in die Rosellinia-Materie einzusteigen, um bei uns in Niedersachsen ähnlich, wie Ihr das in Westfalen gemacht habt,die Rosellinia artspezifisch aufzuteilen, bzw. zu überarbeiten.

Vielen Dank für Deine Information.

Gruß Detlef

Hallo Detlef,
nur kurz zu der Rosellinia. Einig sind wir uns sicher darüber, dass man ohne
ausführliche Mikromerkmale keine endgültige Bestimmung vornehmen kann. Und
dazu benötigt man nach meinen Erfahrungen auf jeden Fall den
Petrini-Schlüssel. Da gibt es dann deutlich mehr als die hier aufgeführten
Arten, und die Unterscheidung ist manchmal ganz schön kniffelig.
Zumindest was Westfalen angeht, haben wir die Erfahrung gemacht, dass die mit
Abstabd häufigste Art Rosellinia corticium ist, die früher als eine var.
von aquila geführt wurde (wenn ich das jetzt richtig im Gedächtnis habe).
Die eigentliche R. aquila dagegen ist bei uns ziemlich selten.
Zu den Diatrypaceen kann ich noch den Rappaz-Schlüssel empfehlen, der in den
80ern in der Mycologia Helvetica erschienen ist. Dennis ist dagegen dann
doch eher dürftig, und auch die Beschreibungen bei Ellis&Ellis sind ja
ziemlich knapp gehalten.
Schöne Grüße und weiterhin viel Spaß mit den Pyrenos
Klaus

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Re: Rosellinia aquila , Eutypa ?aber Diatrypaceae

DirkW, (vor 7505 Tagen) @ Dedimyk

hallo detlef,

kennst du diese tolle pyrenomceten-seite? da wird einem ganz schwindelig ...
viele grüße
dirk

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Re: ups...

Seraph, (vor 7505 Tagen) @ DirkW

link vergessen: hir isser http://pyrenomycetes.free.fr/rosellinia/index.htm

hallo,

die seite kenne ich, fast schon auswendig ;)

nun, ich halte die abgebildete Art ebenso für Rosellinia corticium, auch wenn sich das nur mikroskopisch bestimmen lässt. Es handelt sich dabei um die mit abstand häufigste Art, auch hier in der Eifel.
Zur Statistik: Es gibt sicherlich mehr als 30 verschiedene Rosellinia-Arten. Sie bilden die größten Perithezien (Einzelfruchtkörper) der Xylariales. Die meisten sind einfach nur schwarz, mit einem zugespitzten Ostiolus und manchmal mit einem +/- gut sichtbaren Subikulum versehen. Davon hab ich 15 verschiedene Arten in der IFunghi-Datenbank gesammelt (auf ca. 110 Fotos). Als Schlüssel kann ich auch nur den Petrini-Schlüssel empfehlen.

Gruß,
Seraph

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Danke für den Linkhinweis

Dedimyk, (vor 7504 Tagen) @ DirkW

Hallo Dirk,

danke für den Link, habe sofort unter Favoriten abgespeichert.
Da werdeich mich mal in einer stillen Stunde ranmachen.
Vor allem interessiert mich natürlich die Roselllinia corticium.

Herzliche Grüße Detlef

link vergessen: hir isser http://pyrenomycetes.free.fr/rosellinia/index.htm

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Danke sehr für die Hilfe !! *oT*

phragmobasidie, (vor 7503 Tagen) @ Dedimyk

- kein Text -

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Re: an Hasel...

phragmobasidie, (vor 7503 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

weißt Du u.U. noch mehr über diese Art ?
Hast Du sie schon mehrmals gefunden ?

schöne Grüße
Robin

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Re: an Hasel...

AK_CCM, (vor 7503 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

den Hasel-Rindensprenger habe ich bislang nur einziges mal, auf der MAMU-Wanderung im Februar mit Christoph Hahn, bewusst wahrgenommen. Harry Regin hat in seiner Galerie noch ein Foto parat, dass einen frischen Fruchtkörper zeigt:
http://www.pilzfotopage.de/Aphyllos/pages/Vuilleminia%20coryli.html

Gruß, Andreas

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Re: an Hasel...

phragmobasidie, (vor 7502 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Bei allen Fotos fehlen die rot/orangenen Töne.
V.coryli soll Zystiden haben i.Ggs. zu V.commedens, habe ich
irgendwo im Netz gelesen. Keine Ahnung wie die aussehen.
Vielleicht hole ich den Ast noch und schau mal.

Danke Dir
schöne Grüße
Robin