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Ascos in Brandenburg - nun mit Bildern *PIC*

Ingo, (vor 7492 Tagen)

Nach mehreren Jahren "Beobachterstatus" möchte ich diesen nun aufgeben
und hier eine Region vorstellen, die meiner Meinung nach im Forum ein wenig zu kurz
kommt - das Kieferndickicht um die Hauptstadt herum. Viele werden meinen, dass
bei uns außer Maronen, Pfifferlingen und gelegentlichen Grünlingen nichts
außergewöhnliches zu finden ist. Ich möchte unsere Region nun hier
ein wenig vorstellen und auch mit ein paar Besonderheiten aufwarten, die
viele Pilzfreunde in dieser Region sicher nicht erwarten.
Den Anfang sollen jahreszeitgerecht die Schlauchpilze machen.

Sicher wird es wohl niemanden gross verwundern, dass hier im Kiefernwald
die Frühjahrslocheln fruktizieren. Ein bis zwei Wochen später als sonst,
aber dann kamen sie am Wochenende nach Ostern doch noch.

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Weiterhin konnte ich diese Lorcheln ausfindig machen - die allerdings in
einem besonderen Waldstück. Hierzu aber später mehr. In den vergangenen
Jahren erschien in diesem Areal immer nur Exemplar. Vor vier Jahren erreichte
ein Fruchtkörper einen Durchmesser von über 10 cm. Auch ist der Pilz vom Habitus
ziemlich verschieden von den "normalen" Frühjahrslorcheln. Könnte es sich bei
diesen Pilzen eventuell auch um Riesenlorcheln (G. Gigas) handeln?
Nachdem im vergangenen Jahr kein Pilz erschienen war, standen in dem
Waldstück nun auf einmal drei noch ziemlich frische Exemplare herum.
Ich habe leider versäumt nachzuschauen, ob die Fruchtkörper auf Holzresten
erschienen sind, meine aber auf dem Bild zu erkennen, dass hier Holz im Spiel ist.
Dieses Exemplar habe ich zur weiteren Bestimmung mitgenommen. Es entwickelt
sich momentan zum Exsikat:

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Bei dem zweiten Exemplar erscheint dies nicht ganz so deutlich. Es war auch noch
ziemlich klein und durfte daher stehen bleiben. Ich werde mal am kommenden
Wochenende genauer nachschauen. Auch hierzu ein Foto:

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Nun aber zur bereits angesprochenen Besonderheit dieses Areals.
Es handelt sich hier um die einzige mir bekannte Morchelstelle.
Der Flecken ist ja nach der Literatur auch geradezu prädestiniert für Morcheln.
Lockerer Kiefernbestand mit eingestreuten Birken! Am Sonntag gab es dort nicht
ein Dutzend und auch keine 50 von den Spitzhüten zu bewundern, sondern
über 300! Und das, obwohl am Ostermontag (6 Tage zuvor) noch keine Spur
davon zu sehen war. Wie das Ganze einzuordnen ist -keine Ahnung!
Doch seht selbst - hier die erste Morchel des Jahres:
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nett anzusehen, das folgende Pärchen.
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Hier einmal ein Beleg, wo und wie die Fruchtkörper gerade fruktizieren.
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...und hier noch ein Grüppchen daraus aus einer anderen Perspektive:
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Auf nahezu allen Bildern auch schön zu erkennen - Kiefernnadeln und Birkenblätter!
Ich habe die Stelle vor vier Jahren zufällig entdeckt - weil ich auch einmal,
ermuntert durch die Berichte im Forum, Morcheln finden wollte. Da ich wohl innerlich
an Wunder glauben muss, hatte ich sogar eine kleine Papstar-Suppenschüssel
mitgenommen. Gottlob hatte ich ja meine Wattejacke dabei, womit ich dann die
gut 65 ausgewachsenen Morcheln, nicht ganz artgerecht, nach Hause transportieren
konnte. Das Absammeln scheint für die Morchellas wohl eine ganz neue Erfahrung
gewesen zu sein. Jedenfalls verdoppelten sie Ihre Anzahl im Folgejahr nahezu.
Nachdem dann im Jahr 2004 nochmals auf über 200 Stück aufgestockt wurde,
gab es im vergangenen Jahr einen einsamen Rekord. Immerhin über 400 Stück zu
ca. 7 Pfund waren innerhalb von drei Wochen zu ernten.
Diesmal waren es dann schon über 300 Exemplare mit über 4 Pfund Lebendgewicht
beim ersten Gang. Die Fruchtkörper standen teiweise so dicht, wie man es nur
von Fotos mit Rimumo's kennt. Mal sehen, wie das noch weiter geht.
Hier die Zusammenfassung im Sammelkorb:
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Weiterhin erscheinen im gleichen Areal - wie schon seit Jahren - diese Becherlinge.

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Bisher nahm ich an, dass es Morchelbecherlinge sein müssten, jedoch waren
diese Pilze nahezu geruchlos. Im Forum wurden unter ähnlichen Bildern bereits
Scheibenlorcheln gepostet. Allerdings wuchsen die Exemplare immer direkt
am Boden. Holzreste waren in keiner Weise festzustellen.
Auch von diesen Pilzen habe ich einige Exemplare zum trocknen mitgenommen.
Ich möchte hier nochmal darauf hingewiesen, dass die Becherlinge, die Morcheln und die
grossen Lorcheln allesamt im selben Areal wuchsen. Eine der Morcheln befand sich
nur ca. 1/2 m von einer der Lorcheln entfernt. Ich werde kommende Woche mal
versuchen, ein Gruppenfoto hinzubekommen.

Zusammenfassend lässt sich sicher feststellen, dass auch in den üblicherweise
unverdächtigen Ascoregionen einige interessante Funde möglich sind.
So gab es dann am vergangenen Sonntag noch einiges zu tun.

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p.s.: Ich hatte schon seit einigen Jahren vor, Beiträge über meine Pilzerfahrungen
in's Forum zu stellen. Nachdem die gute "Alice" bei mir Einzug gehalten hat
und ich dank Aldi meine Medion-Kamera gegen eine Fuji S7000 "tauschen"
konnte, bin ich aber erst seit diesem Jahr in der Lage, technisch halbwegs
brauchbare Ergebnisse zu präsentieren.

Bis zum nächsten Mal

lg Ingo

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Das ist ja der Hammer!!!

ajuga, (vor 7492 Tagen) @ Ingo

Hallo!

Schön, dass Du endlich anfängst, uns an deinen Erfahrungen teilhaben zu lassen! Das ist ja der absolute Hammer! Davon hättest Du doch auch ohne perfekte Bilder berichten können.

Spitzmorcheln in Brandenburg! Und dann noch so viele und jedes Jahr mehr!!! Das kann ich kaum fassen.

Kannst du die Stelle vielleicht näher beschreiben? War es mal ein Holzlagerplatz? Eine Brandstelle? Ist es eher sandig oder feucht?

Ich stamme aus dem Jerichower Land im nordöstlichen Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Brandenburg und kenne diese meist trockenen Kiefernwälder. Soetwas hätte ich wirklich nie für möglich gehalten! Darf man fragen wo in Brandenburg (Landkreis) sich diese Stelle bzw. deine Sammelreviere befinden?

ajuga

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Re: Ascos in Brandenburg - nun mit Bildern

Manfred, (vor 7492 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo

Das sind ja wirklich paradiesische Zustände bei Dir - und die vermehren
sich sogar noch von Jahr zu Jahr - Sachen gibts.....
Verblüffend, wie vielseitig in Sachen Biotopen die Spitzmorcheln in Wirklichkeit sind!!!! Habe noch nie im
Kiefernwald auch nur eine einzige angetroffen. Speisemorcheln hingegen schon, im Auwald mit Kiefern
und eingestreuten Eschen.

Gruss
Manfred

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ACHTUNG Morchelbilder!!!

Thüringer-Holz, (vor 7492 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

nochmal herzlich willkommen im Forum.
Dein erster Beitrag ist außerordentlich gut geworden, schöne Bilder, gut geschrieben!
M. elatas unter Kiefern und Birken - wird es nicht glauben wenn ich es nicht sehen würde! Wirklich erstaunlich, da können meine Rindenmulchmorcheln von heute nicht mithalten.
Auf dem Foto im Sammelkorb sieht man bei den meisten Morcheln einen schönen rosa Schein. Waren die in natura auch so oder kann das an der Einstrahlung der Sonne liegen. Wenn man es genau nimmt könnte man die mit dem rosa Überzug als Morchella elata var. purpurascens bezeichnen.

Deine Scheibenlorcheln (Gyromitra ancilis) syn. Größter Scheibling, sind welche! Halt uns mal über die Stelle auf dem Laufenden! Weiter so!

Beste Grüße Felix

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Sorry, falscher Betreff,s.heissen:Willkommen Ingo *oT*

Thüringer-Holz, (vor 7492 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -

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Re: Ascos in Brandenburg - nun mit Bildern

AK_CCM, (vor 7492 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum! Dein Beitrag ist ja ein toller Einstand: Von Spitz-Morcheln unter Kiefern und Birken habe ich bislang noch nie etwas gehört. An dem Standort wächst wirklich keine einzige Fichte? Verblüffend.

Gruß, Andreas

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Re: Ascos in Brandenburg - nun mit Bildern

Ingo, (vor 7492 Tagen) @ Ingo

Guten Morgen Allerseits!

Die Morcheln im Kiefernforst scheinen ja doch einigen Leuten "Bauchschmerzen"
zu bereiten. Es handelt sich beim fraglichen Areal aber definitiv um keinen
ehemaligen Holzlagerplatz, sondern um ein normales, ca. zwei ha grosses
Waldstück. An der Grösse der vorhandenen Bäume abgeleitet, sollte zumindest
in den vergangenen 30 Jahren dort kein verheerender Waldbrand gewütet haben.

Ich halte hier folgende Erklärung für möglich: Der Boden am Standort
ist weniger sauer wie in den üblichen, sandigen Kiefernwäldern, wenn nicht
sogar kalkhaltig. Irgendwann in der Vergangenheit ist dort vermutlich
massiv der Boden gestört worden, so dass kalkhaltige Schichten an die
Oberfläche kamen. Irgendwann später,zu DDR-Zeiten wurde dann neu aufgeforstet.
Wie es sich zu der Zeit gehörte - mit Kiefern und am Wegerand Birken.

Unweit der Stelle befindet sich ein ehemaliges Baggerloch, von denen es ja auch
in Sachsen und Sachsen-Anhalt nur so wimmelt. Einige Altbergbaugebiete sind
mittlerweile gar nicht mehr als solche zu erkennen. Jedoch könnten die mit
dem Aushub verbundenen Erdumschichtungen noch Jahrhunderte nachwirken.
Auf diese Methode stützt sich ja seit längerem auch die Archäologie, die alte
Siedlungen per Luftaufnahme ausfindig macht.

So sollte bei gezielter Suche im Umfeld ehemaliger Abraumgebiete noch der eine
oder andere Morchelfund zutage treten.

Auf jeden Fall ist das Morchel-Waldstück ein wenig anders als die in
unmittelbarer Nachbrschaft liegenden Sandwälder, die sich vor allem dadurch
auszeichnen, dass dort in Massen Maronenröhrlinge vorkommen.
Hier sind auf jeden Fall auch Pflanzen vorhanden, die ich aus den anderen
Wäldern nicht kenne. Ich werde mal am kommenden Wochenende einige von ihnen
ablichten. Vielleicht kommen die dann ja Jemandem bekannt vor.

Auch das Pilzwachstum im Herbst unterscheidet sich von den üblichen
Forsten. So habe ich in dem Stück noch nie eine Marone gesehen, dafür
aber Körnchenröhrlinge (auch meine einzige Stelle bisher). Ein weiterer
Pilz, den ich bisher nur dort fand ist der Wohlriechende Schneckling.
Weiterhin gibt es dort auch noch Pfefferröhrlinge. Allesamt Kalkanzeiger!

Für Ajuga
Zur genauen Lage: Landkreis Oder-Spree (LOS)und damit unweit von Polen.
Der beginnt genau an der östlichen Stadtgrenze von Berlin und endet an der
Oder - ein doch überschaubares Gebiet mit - wieviel 1000-e Hektar Kiefernwald
waren es da noch? Damit kommt man doch schon ein grosses Stück voran, oder?

Nein, Scherz beiseite! Wenn jemand an der Lage zwecks Kartierung
interessiert ist, würde ich die Angaben gerne zur Verfügung stellen.
Eine kurze E-Mail an mich mit Angaben zur verwendeten Karte (Raster etc.)
reicht aus.

p.s. Die rötlichen Farben bei den Pilzen sind natürlich. Allerdings
treten diese nur bei jungen, nicht ausgewachsenen Fruchtkörpern auf.
Andere Exemplare sind eher beige oder cremefarben. Sind die Pilze
dann ausgewachsen, sehen sie dann +/- dunkel aus.

Schade dass noch Niemand eine Idee wegen der Lorcheln hatte, vielleicht
findet sich ja noch Jemand, der sich damit auskennt.

Viele Grüße

Ingo