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Grosse Enteckung! Oder doch nicht? *PIC*

Ingo, (vor 7472 Tagen)

Einen schönen Abend noch einmal an alle hier.
Bevor ich mich morgen in mein wochenendliches Pilzdomizil begebe, möchte ich hier doch noch von meiner
sensationellen Entdeckung berichten, die ich neulich beim Sichten des doch umfangreichen Bildmaterials der
letzten Wochen, hier an der heimischen Rechenmaschine, machte.

Beim Stöbern im web bin ich neulich, rein zufällig, auf den Seiten der Münchener Universität gelandet.
Auf den dortigen Mykologieseiten wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Grossteil der existierenden Pilzarten
bisher vermutlich noch unentdeckt geblieben ist. Die genauen Zahlen habe ich mir leider nicht gemerkt.

Da sollte es doch ein Leichtes sein, bei genauerer Suche mal einige neue Arten aufzustöbern. Was einfacher,
als einmal das Bildmaterial nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen – und siehe da....aber immer der Reihe nach.

In meinem Bericht „Ascos in Brandenburg – nun mit Bildern“ vom 25.04. erwähnte ich ja bereits, dass an der Fundstelle
die Morcheln, Lorcheln und auch die Scheiblinge munter nebeneinander fruktizierten. Ich versprach in diesem Bericht
auch, sollte sich hierfür nochmal die Gelegenheit bieten, einmal ein Gruppenfoto hinzubekommen.

Tatsächlich konnte ich dann eine Frühjahrslorchel, zusammen mit einer Morchella Elata, ablichten. Die beiden standen
keinen Meter voneinander entfernt:
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Auch gegen die Nachbarschaft von Tintlingen hatten die Ascomyceten scheinbar nichts einzuwenden.

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Im Spezialbericht „Tintlinge und mehr“ hatte ich ja neulich das berühmte Ozonium vermisst und bin
so auf eine falsche Spur gelockt worden. Bei näherer Betrachtung des nachfolgenden Bildes könnte
man aber dann doch Spuren davon erahnen.
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Nun aber zur „sensationellen“ Entdeckung. Beim nachfolgenden Foto scheint es so, als ob der Scheibling
mit der Morchel einen Kampf um die besten Jagdgründe ausficht.
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Als ich die Pilze dann aber vom Erdreich befreit hatte, musste ich erstaunt zur Kenntnis nehmen,
dass es sich gar nicht um zwei Pilze handelte, sondern nur um einen!
hier erst mal ein Beweisbild:
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und noch eines aus einer anderen Perspektive:
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Die beiden Fruchtkörper wuchsen tatsächlich aus einem gemeinsamen Myzel heraus. Diese Entdeckung
wird bestimmt für einige Aufregung in Fachkreisen, ob der Zuordnung der neu entdeckten Art, sorgen.
Ist das noch eine Morchella oder sollte man den Pilz besser der Gattung Gyromitra zuordnen?

Hier mein Vorschlag für den Namen der neuen Asco- Art: Morchella Ancilis! Oder doch besser
Gyromitra Elata var. Conica? Habe ich da nicht sogar einen rötlichen Schimmer bei dem Morchelteil
des Fruchtkörpers entdeckt?! Eventuell haben wir es sogar mit der Variante „purpurascens“ zu tun!
Naja – viel Stoff zum Nachdenken fürchte ich.

Leider kann ich den Fruchtkörper für wissenschaftliche Untersuchungen nicht mehr zur Verfügung stellen,
da ich den Fruchtkörper unmittelbar nach dem Fototermin auseinandergerupft und die beiden Teile
einfach so zu den bereits gesammelten Exemplaren in den Korb getan habe.
So habe ich der Wissenschaft, aus reiner Unwissenheit natürlich, sicher einen Bärendienst erwiesen.
Da, wie ja jeder weiß, eine Pilzbestimmung nur nach Foto leider unmöglich ist, werde ich wohl
auf die nächste Morchelsaison warten müssen. Vielleicht verbrüdern sich die Elatas ja dann auch
schon mit den Frühjahrslorcheln.

Mit einem kleinen Augenzwinkern – Euer Ingo.

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Dat heißt doch Entdeckung !!! (OT) *oT*

Ingo, (vor 7472 Tagen) @ Ingo

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Tolle Entdeckung - tolle Fotos! *oT*

Blausprödler, (vor 7471 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Da kannste mal sehen, wie neue Arten entstehen ;-)

Thomas Pruß, (vor 7471 Tagen) @ Ingo

Aber was die Entdeckung neuer Arten – nicht nur bei Pilzen – angeht: Hättest du gewusst, dass man in unserem dichtbesiedelten, wohl erforschten Land sogar noch neue Wirbeltierarten entdecken kann? So kennt man in Ichthyologenkreisen seit 2003 erst die Fontane-Maräne, eine Coregonenart, die nur im Stechlinsee in Brandenburg heimisch ist. Sie heißt auf schlau Coregonus fontanae. Entwickelt hat sich die max. 13 cm lange Fontane-Maräne erst in und nach der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren als Seitenzweig aus der Kleinen Maräne (C. albula). Eine Artbildung innert 12.000 Jahren ist sensationell schnell! So gibt es im Stechlinsee tatsächlich 2 Maränenarten!
Übrigens: Wer mit „Maräne“ nix anfangen kann: Sie heißen auch (Blau-)Felchen, Renken, Schweberenken…
Grüßlis
Thomas

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Re: Da kannste mal sehen, wie neue Arten entstehen

Ingo, (vor 7468 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Thomas,
das mit der neuen Maränenart war mir bisher noch nicht bekannt.
Und dazu noch vor meiner "Haustür". In der einzigen Angelzeitung die ich
mir regelmässig kaufe, "Kutter und Küste", steht sowas natürlich nicht drin!
Vielen Dank und ebensolche Grüsse - Ingo.