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C. ochraceolanatus ? (Jaaa, ich weiß...) *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7454 Tagen)

...es ist mal wieder ein LBM.
Ich reibe selbigen dennoch unter eure virtuellen Nasen.
Hallo Pilzfreunde,
es gibt eine dramatische Vorgeschichte. Seit mindestens zwei Jahren ärgert mich ein Tintling, der regelmäßig auf meiner Gartenwiese erscheint, aber bereits am Morgen ein düsteres Schlauchboot mit Stiel nachahmt. Soll heißen, der Hut ist aufwärts eingerollt und schwärzlich. Provisorisch taufte ich das Sorgenkind Turbo-Tintling. Ich hatte bereits erwogen, mir eine Tarnjacke überzuwerfen und mich in der Nacht auf die Lauer zu legen. Nun ja, man soll nicht übertreiben. Gestern aber begann das Spielchen von vorn: Tintling ahoi! Nun pflegt der aber ein paar Tage hintereinander zu sprießen, was ich nur so erklären kann, daß er im Prinzip büschelig ist, aber die Mitglieder des Büschels sich einander höflich den Vortritt lassen. Sonst gibt´s vielleicht Bruch im dichten Rasen. Wie auch immer, ich habe mich heute früh gegen 5 Uhr mit der Digi vors Haus geschlichen. Juhu! Ertappt!
Nun die illustrierte makroskopische Beschreibung.
Ganz jung:

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Hut schlank konisch, 1,5cm x 1,0 cm, kaum gerieft. Hellgrau, aber dicht mit hellbräunlichem/ockerlichem Velum bedeckt. Lamellen eng, weißlich. Stiel gedrungen, ebenfalls velumüberzogen, gekammert-hohl.
Im Mittelalter:

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Hut keglig mit zunehmend eingerissenem, hochgewölbtem Rand. Weit hinauf gerieft. Grau mit braunem Zentrum. Velum nur im oberen Teil vorhanden. Lamellen graubraun mit weißen Schneiden. Stiel bis 3,0 x 0,3 cm, weiß, schnell verkahlend. Abwärts leicht verdickend, hohl, gebrechlich. Basis nicht eindeutig erkannt (Buddelfehler).
Hier noch mal auf Strecke gelegt:

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Der Kamerad vom Vortag ist auch noch präsent. Scheint also nicht komplett zu zerfließen.
Letzter Blick auf´s Velum:

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Mikroskopie:

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Sporen: 10-12,5 x 5,6-6,9 µm, braun.
Basidien: 4-sporig, um 27 x 11 µm.
Cheilozystiden: 70-115 x 16-55 µm, gestielte Blasen 35-60 x 22-30 µm, mäßig gedrängt.
Pleurozystiden: 55-125 x 16-35 µm, nicht selten.
Velumhyphen: Bis 190 x 30 µm (meist aber schmaler). Dünnwandig, üppig mit gelblichem Pigment inkrustiert. Dieses beim Quetschen leicht ablösend und dann als munter störende Brösel im Präparat driftend.
Fazit: Alle greifbaren Schlüssel und Beschreibungen legen mir nahe, es könnte sich um Coprinus ochraceolanatus handeln.
Hat da jemand helfende Winke für mich? Über die Verbreitung habe ich auch nichts Konkretes in Erfahrung bringen können. Aber wenn ich mit meiner Diagnose richtig liegen sollte, scheint mir das kein Pilz von allüberall zu sein.
Für jeden Hinweis immer dankbar!
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: C. ochraceolanatus ? (Jaaa, ich weiß...) *PIC*

Andreas ⌂, (vor 7454 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

ich mal wieder, aber was konkretes kann ich Dir auch nicht anbieten.
Nur der Blick auf meine Bildergalerie:
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und noch
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Hans Bender teilte mir mit, dass er die Bestimmung als C. krieglsteineri nicht unbedingt teilt und dass er den Pilz für C. ochraceolanatus hält.
Das konnte ich nicht ganz nachvollziehen, aber ich akzeptiere es natürlich, denn wenn selbst der Autor einer Art sagt es sei diese nicht sondern eine andere, dann muss man das sicherlich glauben.
Bei meinem Pilz war jedenfalls das Velum erkennbar dünner, spinnwebiger ausgebildet (ein Fruchtkörper ist ja noch recht jung) und der Hut ist lang walzenförmig. Ferner wuchs er im Laubwald in der Blattstreu, zusammen mit Gymnopus brassicolens und Entoloma dysthaloides.

Ich kann fast nicht glauben, dass Dein Pilz und mein Pilz dasselbe sein sollen.

beste Grüße,
Andreas

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Re: C. ochraceolanatus ? (Jaaa, ich weiß...)

pilzmel ⌂, (vor 7454 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
schön, weil du mal wieder. Ich bin noch beim Herumzappen zu den möglichen Arten (interessante Verwandtschaft!), aber bereits jetzt glaube auch ich nicht, daß "unsere" Pilze dieselben sind. Hutform und Velum (ockerlich!) passen z.B. nicht gut. Vielleicht habe ich zu flüchtig gelesen (kann grade mal wegen Tintenmangel nix drucken), aber die Velumhyphen bei C. krieglsteineri sollten nicht inkrustiert sein?
Beste Grüße! Andreas

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Nachtrag *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7453 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzfreunde,
noch ein Postskriptum. Natürlich prangte heute der nächste Schub auf der Wiese (6 Expl.).

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Gegen Mittag sah das Ganze so aus:

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Vermutlich ist das kühle Wetter die Ursache für das ungewöhnlich langsame Dahinsiechen. Sonst legen die Pilze ein flotteres Tempo vor.
Mein Theorie des Büschels habe ich aufgegeben, weil an zwei Pilzen gründlich nachgegraben. Die stehen einzeln und immer mit wenigstens 5 cm Abstand. Die Stielbasis ist deutlich geschwollen und trägt Rhizomorphen, keine "Wurzel". Was mir auch ein wenig neben der Spur zu liegen scheint, sind die breiten Velumelente. Gar nicht selten bis 30 µm, sogar bis 35 µm. Normaler Weise soll bei 25 µm Schluß sein.
Beste Grüße! Pilzmel