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Re: Pilzexkursion mit Till Lohmeyer u. Peter Karas

Jens ⌂, (vor 7425 Tagen) 1.110 Beiträge @ Schwammerlkönig

Hallo Peter,
das erste Bild von Marasmius scorodonius will mir gar nicht recht gefallen, obwohl es ne Super Aufnahme ist. Hier wird doch eine andere Art gezeigt.
Das zweite Bild steht natürlich außer Frage.

Gruß Jens

Am Samstag, den 08.07.06 fand ein Pilztreffen statt unter der Leitung von
Till Lohmeyer und Peter Karasch. Der Treffpunkt war ein Schnittpunkt der
Kartierungsgebiete die von beiden betreut werden. Es handelt sich um das
größte unzerschnittene Waldgebiet im Innvorland mit den größten
Erlen-Eschen-Feuchtwäldern mit naturnahen Waldbächen und intakten
Steinkrebs und Bachmuschel-Beständen
In der Nähe von Rott am Inn traf man sich dann und startete eine äußerst
interessante Exkursion.
Hier die beiden Exkursionsleiter: Links Till und rechts Peter

Auch "der" Ramarienspezialist Deutschlands, Josef Christan, hier im
Vordergrund im blauen Hemd, beehrte uns mit seiner Anwesenheit:
Dann ging es los. Der in der Pilzszene bekannnte Dr. Ludwig Beenken, welcher
bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat, überraschte uns gleich am
Anfang mit einem sensationellen Fund, nämlich einem für manche Insekten
tödlichen Pilz, nämlich Entolophaga grylli, auf deutsch Insektenfresser
der Grille. Diese arme Heuschrecke war eines seiner Opfer. Im Inneren war
sie hohl wie eine taube Nuss:
Einen quicklebendigen Vertreter der gleichen Gattung fand ich etwas weiter,
nämlich eine alpine Gebirgsschrecke. Auffallend die blutsaugenden Milben
am linken Fuß des geplagten Insekts.

An Pilzen gab es auch einiges. Unter anderem stiessen wir auf ein
Massenvorkommen des echten Knoblauchschwindlings, Marasmius scorodonius,
oder von den Franzosen "Mousseron" genannt. Hier junge Exemplare
auf einem Ast.

Hier etwas älter:
Dieser war für mich ein Erstfund, nämlich der geschmückte Helmling, Mycena
amicta:
Von Till Lohmeyer stammt noch dieser Fund, eine Scutellinia spec. die noch
mikroskopisch bestimmt wird

Desweiteren gab es noch die unvermeidlichen breitblättrigen Samtrüblinge,
sowie einen relativ seltenen gelben Graustieltäubling, Russula flava,
sowie den gestreiften Teuerling, Cyathus striatus. Dann noch den
wurzelnden Schleimrübling, Xerula radicata. Von Hans Fröhler stammte der
Fund des wunderschönen Grünspanbecherlings, hier leider ohne Bild. Ebenso
den Rosshaarschwindling Marasmius androsaceus und noch vieles mehr. Auch
an Spinnen mangelte es nicht. Hier z.B. eine mir unbekannte Spinne die
gerade ihr Mittagsmahl, eine Fliege in den Fängen hält:
Etwas weiter eine Kinderstube für Spinnen, in der sich sicherlich hunderte
von Spinnenbabys aufhielten:
Dann noch ein sogenanntes "Feenlämpchen". Dies ist ein Kokon einer
Spinne die ihr Gelege einwebt. Am Anfang ist dieses Gebilde schneeweiss,
dann schmiert die Spinne es mit Erde oder Lehm zu, damit es besser getarnt
ist.

Gegem 15 Uhr war es dann leider zu Ende und man genoß noch eine Brotzeit in
einer nahegelegenen Wirtschaft. Für die meisten Teilnehmer war klar dass
man dies wiederholen sollte. Noch dazu als Till Lohmeyer und Peter Karasch
ankündigten, die beiden Arbeitskreise AMIS und MAMU (Arbeitskreis
Inn-Salzach und Mykologischer Arbeitskreis München Umland) mindestens
zweimal im Jahr zu einem gemeinsamen Treffen einzuladen.
Alles in allem war es eine sehr gelungene Exkursion die Laune nach einer
Wiederholung gemacht hat.
LG Peter

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