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Frage: Stereo-Pilzbilder - hier erwünscht? *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 7415 Tagen)

Hallo,

[image]

Keine Angst!

Vor meiner spezifischen Frage -

Hier gleich die Anleitung zum Betrachten:

- Es braucht keine Spezialbrille
- Es ist ein sog. Kreuzblick-Stereo
- Es ist einfach zu betrachten
- Es macht kein Kopfweh, der Blick bleibt entspannt

- So geht es:

- In normalem Abstand zum Bildschirm sitzen
- Kopf nicht seitlich neigen
- Zeigefinger vor dem Bildschirm hochstrecken
- Mit der Fingerspitze Bildschirm zwischen den Kreisen berühren
- Finger langsam Richtung Nase bewegen
- Stets auf Fingerspitze fokussieren
- Das Bild im Hintergrund wird unscharf
- Weiter auf Fingerspitze fokussieren
- Finger langsam weiter Richtung Nase bewegen
- Stets auf Fingerspitze fokussieren
- Im Hintergrund bildet sich in der Mitte ein dritter Kreis
- Dieser dritte, mittlere Kreis ist vorläufig auch unscharf
- Dies ist unser 3D-Bild - in der Mitte!
- Finger soweit Richtung Nase bewegen, dass der dritte Kreis gleich gross ist.
- Blickachse unbedingt auf Fingerspitze belassen!
- Nun wird es paradox:
- Vorsichtig versuchen, das mittlere Bild "scharfzustellen"
- Blickachse bleibt auf Fingerspitze!
- Bei den ersten Versuchen driften die Bilder wieder auseinander
- Nochmals versuchen!
- Nochmals!
- Wenn das mittlere Bild scharf ist, vorsichtig Finger nach unten wegziehen
- Nun driftet das Bild vermutlich nochmals auseinander
- Nochmals versuchen!
- Jetzt bleibt das mittlere Bild scharf
- Wenn es gelingt, bleibt das Bild ruhig stehen
- Du kannst nun die Augen bewegen und Details in dem Bild anschauen
- Wow!
- Mit einiger Uebung geht das ganz schnell
- Dann genügt ein kurzes Fingerschnippen vor dem Gesicht
- Kreuzblick ist natürlich und nicht ungesund für die Augen

Hier als Ergänzung eine Kreuzblick-Betrachtungs-Anleitung aus dem Internet:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/1032314
Hier findet Ihr auch weitere 3D-Bilder, unter anderem auch von mir.

Hier noch eines meiner Stereo-Kunstwerke (ohne Pilze) zum Versuchen
(Hier entsteht statt eines dritten Kreises ein drittes Rechteck in der Mitte):

[image]

Meine Frage:

- Hat es funktioniert?
- Habt Ihr Interesse, dass ich immer wieder mal 3D-Pilzbilder hier einstelle?

Das Eichhasen-Bild ist bewusst einfach gehalten, zum Ueben.
Das 3D ist in diesem Beispiel nach dem Guckkasten-Prinzip gebaut.
Ich kann aber auch Pilzdetails nach vorne aus dem Guckkasten (sog. Scheinfenster-Ebene) schauen lassen, sie ragen gewissermassen aus dem Bildschirm Dir entgegen.
Das braucht zum Betrachten etwas mehr Uebung.
Es kommt lediglich darauf an, wie ich die Teil-Bilder zusammenmontiere.

So ein als Lupen-Makro aufgenommener, formatfüllender Blutmilchpilz, der mit seinen Details aus dem Bildschirm ragt - würde das gefallen?

Bin sehr gespannt auf Eure Reaktionen

Lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Frage: Stereo-Pilzbilder - hier erwünscht?

coco, (vor 7415 Tagen) @ Harald Andres Schmid

hallo harald andres,

funktioniert hat es bei mir sehr gut. verblüffendes spielzeug :)

andererseits ist der pilzliche informationsgehalt durch diese technik kaum erhöht. deshalb würde ich es auf besondere ästhetische häppchen beschränken.

gruss von coco

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Das war gewollt...

Harald Andres Schmid, (vor 7415 Tagen) @ coco

hallo harald andres,
funktioniert hat es bei mir sehr gut. verblüffendes spielzeug :)

Danke, freut mich!

andererseits ist der pilzliche informationsgehalt durch diese technik kaum
erhöht. deshalb würde ich es auf besondere ästhetische häppchen
beschränken.

Wird auch so sein!

Die Auswahl des Motivs war allerdings gewollt.
Da Eichhasen-Bild ist als solches bewusst grottenschlecht.
Der Pilz ist optisch nicht freigestellt und säuft in den Blättern der Umgebung komplett ab.
Als normales, "flaches" Bild eine Katastrophe, vom Informationsgehalt her.
Dadurch wollte ich den Kontrast zur 3D-Technik demonstrieren.
Denn als Kreuzblick-Stereo hebt sich der Pilz enorm von den Blättern der Umgebung ab.

Wenn ich dann noch Details nach vorne herausragen lassen kann, besonders bei Nahaufnahmen, glaube ich, dass die Technik hier durchaus ihren Platz hat.

Bin gespannt, was die anderen meinen

gruss von coco

Lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Frage: Stereo-Pilzbilder - hier erwünscht?

Hans-Jürgen, (vor 7415 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo, Harald-Andres,

bitte mehr davon. Und vielleicht ein klein wenig das technische Röckchen lupfen? Stereokamera?

Gruß
Hans-Jürgen

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Das technische Röckchen... ;-)

Harald Andres Schmid, (vor 7415 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo, Harald-Andres,
bitte mehr davon. Und vielleicht ein klein wenig das technische Röckchen
lupfen? Stereokamera?
Gruß
Hans-Jürgen

Hallo, Hans-Jürgen

Nein, jeweils zwei Aufnahmen ab Stativ.

Die sog. Basis (seitliche Versetzung der Bilder) hängt vom Abstand zum Motiv ab.
Augenabstand ist ca.6.4 cm.
Bei Makros bleibt man weit darunter, im Millimeterbereich.
Für Landschaftsaufnahmen ohne Vordergrund, z.B. von einem Berg aus, kann man schon mal 10 Meter Basis wählen.
Das wirkt dann viel plastischer, als wir es mit unseren Augen je sehen.
Erinnert an eine Spielzeugeisenbahnlandschaft.
Beim Aufnehmen des zweiten Bildes ist zu beachten, dass man die Kamera nur seitlich verschiebt und nicht Richtung Motiv dreht.
Wenn also das Motiv beim ersten Bild in Bildmitte ist, darf es beim zweiten Bild nicht wieder in Bildmitte sein, sonst gibt es perspektivische Verzerrungen, ähnlich wie stürzende Linien bei Architekturaufnahmen.
Beim Montieren gibt es grundsätzlich drei Methoden:
Das Kreuzblick-Stereo
Das Parallelblick-Stereo
Die Anaglyphe (mit Spezialbrille zu betrachten).
Beim Montieren der Bilder muss man sehr genau wissen, was man tut, sonst werden die Bilder schwierig zu fokussieren oder lösen sogar schummrige Gefühle aus, wie wenn man durch die Brille eines anderen Menschen schaut.
Saubere Montage ist also oberstes Gebot.
Hier gilt es viele Dinge zu beachten.
Die Wichtigsten:
- Der sog. Nahpunkt
- Die Scheinfensterebene
- Höhenfehler vermeiden
Der Nahpunkt ist der Punkt, der auf dem Foto am Nähesten beim Betrachter liegt.
Die Scheinfensterebene ist quasi die Bildschirmoberfläche.
Um sogenannte Scheinfensterkonflikte (der schlimmste Fehler) zu vermeiden, sollte ein am Bildrand liegender Nahpunkt beim Montieren so plaziert werden, dass er hinter die Scheinfensterebene zu liegen kommt.
Anders ausgedrückt: Wir erblicken ihn wie in einem Guckkasten hinter der Bildschirmoberfläche.
In Bildmitte liegende Nahpunkte dürfen schon mal vor die Scheinfensterebene zu liegen kommen, doch muss man dabei genau wissen, was man tut.
Richtig gemacht, kann der Effekt genial sein, das Motivteil streckt sich quasi aus dem Bildschirm uns entgegen.
Hier ein Beispiel.
Der Blütenstempel steht aus dem Bild heraus:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/973295
Um einen Nahpunkt hinter die Scheinfensterebene zu bekommen, (der Normalfall) verschiebt man vor dem Beschneiden das rechte Bild (entspricht bei Kreuzblick dem linken Auge) bei Uebereinanderlegen der Bilder in einem Bildbearbeitungsprogramm soweit nach links, dass es links vom gleichen Objekt auf dem anderen Bild liegt.
Die Objekte ganz zuvorderst liegen also fast übereinander, wenn auch nicht ganz, während alles was weiter hinten liegt, sich seitlich verschiebt.
Darum hat es auch beim linken Bild (rechtes Auge) links mehr Details auf der Bildfläche, umgekehrt auch.
Beim Eichhasenbild legte ich den Nahpunkt bewusst weit hinter die Scheinfensterebene, so dass ein "Guckkasten-Effekt" entsteht, verstärkt durch den runden Rahmen.
Höhenfehler und perspektivische Verzerrungen lösen Störungen beim Betrachten aus.
Sie aufzuspüren braucht etwas Erfahrung.
Häufig merkt man nur, dass etwas nicht stimmt, findet aber den Fehler nicht.
Beim Eichhasen-Bild war auf dem zweiten Bild der obere Rand des Pilzes nicht auf gleicher Höhe.
Das musste ich verschieben.
Allerdings war anschliessend durch eine leichte perspektivische Verzerrung nun der untere Rand wieder nicht in Ordnung.
Nun musste ich durch Entzerren ("Frei Transformieren" in Photoshop - Strg.+t) das Bild bei angezogenem Kreuzblick korrigieren, bis es stimmte.
Soweit eine einfache Beschreibung der Vorgehensweise.
Es gibt natürlich noch weitere Finessen, wie Klapprahmen, usw.

Ich habe nun einen Monat lang geübt.
Quasi im Schnelldurchlauf das Stereo-Montieren erlernt.
Zum Glück haben mir die Mitglieder der fotocommunity sehr geholfen, die Anfängerhürden zu überwinden.
Nun fange ich erst an, das Gelernte auf die Pilze zu übertragen.
Ich hoffe, es gelingt mir...

lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Das technische Röckchen... ;-)

Hans-Jürgen, (vor 7414 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo, Harald Andres,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, der man Deine Begeisterung gut anmerkt. Mir wurde davon aber bald noch schwummriger als beim Schieleblick auf die Bilder. Also lass' ich auf alle Fälle die Finger davon und hoffe auf mehr aus Deiner Produktion.

Liebe Grüße
Hans-Jürgen

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Re: Frage: Stereo-Pilzbilder - hier erwünscht?

Karl-Heinz ⌂, (vor 7415 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Auf jeden Fall mehr,
mit ein bisschen Übung klappt es jetz bei mir in wenigen Sekunden.
Gruss
Karl-Heinz

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Re: Frage: Stereo-Pilzbilder - hier erwünscht?

Heinz Ebert ⌂, (vor 7415 Tagen) @ Karl-Heinz

Wie man solche Bilder mit einer normalen Spiegelreflexkamera macht, das hatte Guy Marson mal im Rheinland-Pfälzischen Pilzjournal beschrieben. Es gibt auch ein Pilzbuch mit 3D-Bildern: Achim und Sissi Stanek, Pilze in 3D. Es ist nicht teuer.
MfG, Heinz Ebert

Auf jeden Fall mehr,
mit ein bisschen Übung klappt es jetz bei mir in wenigen Sekunden.
Gruss
Karl-Heinz

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Nettes Späßchen... *oT*

zuehli ⌂, (vor 7415 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Re: Frage: Stereo-Pilzbilder - hier erwünscht?

Gerd, (vor 7415 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andreas,
bitte mehr davon, da hat sogar meine Tochter (13) die Augen verdreht uns sich die Pilze angeschaut.
Man sieht da wirklich mehr vom Pilz
Super
Grüße
Gerd aus Freiburg,
wo es viel zu heiß ist

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Ja, klar!

Trametenlotti, (vor 7415 Tagen) @ Gerd

Hallo Harald Andreas,

ist ja witzig! Ich mache es mit schielen, schaue so lange übers Kreuz, bis sich die beiden Bilder decken. Dann klappt's.

Du kannst ruhig mehr davon bringen.

Gruss Lotte