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Lila Pfifferling oder was?

damijan, (vor 9522 Tagen)

Wieder mal in nettes "Hallo" in die Runde am Abend dieses vielbegangenen und von gutem Wetter gesegneten Feiertag, der wahrscheinlich für viele nicht nur ein nationaler Feiertag war und nicht nur Fragen über das Gestern, Heute und Morgen Deutschlands aufwarf, sondern teilweise wohl auch einfach nur für Kopfzerbrechen angesichts des einen oder anderen UMO's (Unidentified Myco-Object). So zumindest gings mir heute. Daher eine Frage in die Runde, der ich aber noch ein paar sehr kurze Impressionen über das Pilzgebiet Westerwald vorausschicken möchte: Hier gibt es manches zu sehen: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben gesehen: den Rotgelben Stoppelpilz, der mich kurz das Fürchten lehrte, dachte ich doch, ich hätte es mit schönen Pfifferlingen zu tun, eine Himbeerrote Hundsrute, die eher orangefarben war, und als Highlight des Tages pechschwarze Exemplare des Strubbelkopf-Röhrlings, die sooo toll aussahen. Naja, daneben begegnete ich auch meinem Rätselpilz des Tages, bei dem ich um Eure Mithilfe bitte.

Prinzipiell scheint der Westerwald all denjenigen einen Streich spielen zu wollen, die sich auf Pfifferlinge eingeschossen haben, denn nicht selten steht der Pfifferling-Jäger plötzlich vor zwei Kandidaten, die irgendwie aussehen wie Pfifferlinge, aber keine sind und erst einmal für Fragezeichen in den Augen sorgen. Den einen habe ich ja selbst als Rotgelben Stoppelpilze identifizieren können. Aber der andere ...

BESCHREIBUNG

FARBE: komplett violett, einige etwas blass-violett

HUT: ca. 3 - 5cm, bis zu 10cm groß

JÜNGERE EXEMPLARE in der Aufsicht kreisrund mit deutlichem und tiefem Nabel, Hutform im Querschnitt: konvex (bis auf den Nabel natürlich)

ÄLTERE EXEMPLARE in der Aufsicht nicht mehr rund, sondern eher unregelmäßig verlaufender Hutrand; Hut in becherartiger Form nach oben gebogen, Pfifferlingsform

LAMELLEN: leistenartig, daher an den Pfifferling erinnernd

GERUCH: angenehm pilzig

STANDORT: insgesamt recht feuchter Waldboden, Mischwald, konkret unter Buche

STIEL: ebenfalls violett, von den Proportionen bei älteren Exemplaren ebenfalls wie Pfifferling

Im "dicken Gerhardt" konnte ich diesen Pilz ebensowenig finden wie im "dünnen Gerhardt". Wer hat einen solchen Pilz schon einmal gesehen oder weiss, worum es sich handelt? Bin für jeden Tip dankbar.

Gruß an alle

Damijan

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Re: Lila Pfifferling oder was?

Karl-Heinz ⌂, (vor 9522 Tagen) @ damijan

Wieder mal in nettes "Hallo" in die Runde am Abend dieses
vielbegangenen und von gutem Wetter gesegneten Feiertag, der
wahrscheinlich für viele nicht nur ein nationaler Feiertag war und nicht
nur Fragen über das Gestern, Heute und Morgen Deutschlands aufwarf,
sondern teilweise wohl auch einfach nur für Kopfzerbrechen angesichts des
einen oder anderen UMO's (Unidentified Myco-Object). So zumindest gings
mir heute. Daher eine Frage in die Runde, der ich aber noch ein paar sehr
kurze Impressionen über das Pilzgebiet Westerwald vorausschicken möchte:
Hier gibt es manches zu sehen: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben
gesehen: den Rotgelben Stoppelpilz, der mich kurz das Fürchten lehrte,
dachte ich doch, ich hätte es mit schönen Pfifferlingen zu tun, eine
Himbeerrote Hundsrute, die eher orangefarben war, und als Highlight des
Tages pechschwarze Exemplare des Strubbelkopf-Röhrlings, die sooo toll
aussahen. Naja, daneben begegnete ich auch meinem Rätselpilz des Tages,
bei dem ich um Eure Mithilfe bitte.
Prinzipiell scheint der Westerwald all denjenigen einen Streich spielen zu
wollen, die sich auf Pfifferlinge eingeschossen haben, denn nicht selten
steht der Pfifferling-Jäger plötzlich vor zwei Kandidaten, die irgendwie
aussehen wie Pfifferlinge, aber keine sind und erst einmal für
Fragezeichen in den Augen sorgen. Den einen habe ich ja selbst als
Rotgelben Stoppelpilze identifizieren können. Aber der andere ...
BESCHREIBUNG
FARBE: komplett violett, einige etwas blass-violett
HUT: ca. 3 - 5cm, bis zu 10cm groß
JÜNGERE EXEMPLARE in der Aufsicht kreisrund mit deutlichem und tiefem Nabel,
Hutform im Querschnitt: konvex (bis auf den Nabel natürlich)
ÄLTERE EXEMPLARE in der Aufsicht nicht mehr rund, sondern eher unregelmäßig
verlaufender Hutrand; Hut in becherartiger Form nach oben gebogen,
Pfifferlingsform
LAMELLEN: leistenartig, daher an den Pfifferling erinnernd
GERUCH: angenehm pilzig
STANDORT: insgesamt recht feuchter Waldboden, Mischwald, konkret unter Buche
STIEL: ebenfalls violett, von den Proportionen bei älteren Exemplaren
ebenfalls wie Pfifferling
Im "dicken Gerhardt" konnte ich diesen Pilz ebensowenig finden wie
im "dünnen Gerhardt". Wer hat einen solchen Pilz schon einmal
gesehen oder weiss, worum es sich handelt? Bin für jeden Tip dankbar.
Gruß an alle
Damijan

Schau mal in der Gattung Craterellus nach.

Gruß

karl-Heinz

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Re: Lila Pfifferling oder was?

michel, (vor 9522 Tagen) @ damijan

Wieder mal in nettes "Hallo" in die Runde am Abend dieses
vielbegangenen und von gutem Wetter gesegneten Feiertag, der
wahrscheinlich für viele nicht nur ein nationaler Feiertag war und nicht
nur Fragen über das Gestern, Heute und Morgen Deutschlands aufwarf,
sondern teilweise wohl auch einfach nur für Kopfzerbrechen angesichts des
einen oder anderen UMO's (Unidentified Myco-Object). So zumindest gings
mir heute. Daher eine Frage in die Runde, der ich aber noch ein paar sehr
kurze Impressionen über das Pilzgebiet Westerwald vorausschicken möchte:
Hier gibt es manches zu sehen: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben
gesehen: den Rotgelben Stoppelpilz, der mich kurz das Fürchten lehrte,
dachte ich doch, ich hätte es mit schönen Pfifferlingen zu tun, eine
Himbeerrote Hundsrute, die eher orangefarben war, und als Highlight des
Tages pechschwarze Exemplare des Strubbelkopf-Röhrlings, die sooo toll
aussahen. Naja, daneben begegnete ich auch meinem Rätselpilz des Tages,
bei dem ich um Eure Mithilfe bitte.
Prinzipiell scheint der Westerwald all denjenigen einen Streich spielen zu
wollen, die sich auf Pfifferlinge eingeschossen haben, denn nicht selten
steht der Pfifferling-Jäger plötzlich vor zwei Kandidaten, die irgendwie
aussehen wie Pfifferlinge, aber keine sind und erst einmal für
Fragezeichen in den Augen sorgen. Den einen habe ich ja selbst als
Rotgelben Stoppelpilze identifizieren können. Aber der andere ...
BESCHREIBUNG
FARBE: komplett violett, einige etwas blass-violett
HUT: ca. 3 - 5cm, bis zu 10cm groß
JÜNGERE EXEMPLARE in der Aufsicht kreisrund mit deutlichem und tiefem Nabel,
Hutform im Querschnitt: konvex (bis auf den Nabel natürlich)
ÄLTERE EXEMPLARE in der Aufsicht nicht mehr rund, sondern eher unregelmäßig
verlaufender Hutrand; Hut in becherartiger Form nach oben gebogen,
Pfifferlingsform
LAMELLEN: leistenartig, daher an den Pfifferling erinnernd
GERUCH: angenehm pilzig
STANDORT: insgesamt recht feuchter Waldboden, Mischwald, konkret unter Buche
STIEL: ebenfalls violett, von den Proportionen bei älteren Exemplaren
ebenfalls wie Pfifferling
Im "dicken Gerhardt" konnte ich diesen Pilz ebensowenig finden wie
im "dünnen Gerhardt". Wer hat einen solchen Pilz schon einmal
gesehen oder weiss, worum es sich handelt? Bin für jeden Tip dankbar.
Gruß an alle
Damijan

Amethystbläulimg
(laccaria amethystina)
die lamellen sind immer recht dick, manchmal auch niedrig leistenförmig könnt schon hinkommen
der nimmt oft eine ausgeprägte trichterform an
ist auch als lila lacktrichterling bekannt

bei ältern die verwellte form ist recht typisch

ist das wahrscheinlichste

was sonst noch recht lila ist:

violetter schleierling (stämmiger kräftiger pilz)
lila dickfuss (auch ein schleierling, esrst recht gross, aber hellila)
rettichhelmling (geruch wie der namne sagt , nicht richtig lila, nicht trichterig)

der amethystpfifferling hat nur auf der Hutoberseite violette schuppen

war nurn vorschlag (auch nur ein netter hoff ich)

Ciao michel

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Re: Lila Pfifferling oder was?

Birgit, (vor 9522 Tagen) @ michel

Amethystbläulimg
(laccaria amethystina)
die lamellen sind immer recht dick, manchmal auch niedrig leistenförmig könnt
schon hinkommen
der nimmt oft eine ausgeprägte trichterform an
ist auch als lila lacktrichterling bekannt
bei ältern die verwellte form ist recht typisch
ist das wahrscheinlichste

Glaub ich auch.

was sonst noch recht lila ist: violetter schleierling (stämmiger kräftiger
pilz)
lila dickfuss (auch ein schleierling, esrst recht gross, aber hellila)
rettichhelmling (geruch wie der namne sagt , nicht richtig lila, nicht
trichterig)
der amethystpfifferling hat nur auf der Hutoberseite violette schuppen

Der Violette Rötrelritterling (Lepista nuda) kann auch noch ziemlich lila sein (ich find die im Augenblick immer in schönstem lila), der Blaßblaue Rötelritterling (Lepista glaucocana) kann auch blaßlila Hut und Lamellen haben, die beiden warens aber vermutlich nicht, da sie ja ganz "normale" Lamellen haben.

Bye

Birgit

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wahrscheinlich: Violetter Lacktrichterling

KARL, (vor 9522 Tagen) @ damijan

Hallo Damijan,

Deiner Beschreibung nach könnte es am ehesten der Amethystblaue (oder Violette) Lacktrichterling, Laccaria amethystea, sein. Da schließe ich mich Michels Meinung an.

Im "dicken Gerhardt" konnte ich diesen Pilz ebensowenig finden wie
im "dünnen Gerhardt".

Schau doch mal die Abbildungen in folgenden Gerhardt-Büchern an: "Der große BLV Pilzführer für unterwegs" auf Seite 158 oder im "BLV Handbuch Pilze" auf Seite 78 oder im "dünnen" Gerhardt auf Seite 180 oben!
Ist es der?

Dr. Ewald Gerhardt schreibt, dieser Pilz wäre essbar, sei jedoch wegen der Eigenschaft, radioaktives Cäsium zu speichern, nicht zu empfehlen.

Gruß Karl

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Re: Lila Pfifferling oder was?

José, (vor 9515 Tagen) @ damijan

Wieder mal in nettes "Hallo" in die Runde am Abend dieses
vielbegangenen und von gutem Wetter gesegneten Feiertag, der
wahrscheinlich für viele nicht nur ein nationaler Feiertag war und nicht
nur Fragen über das Gestern, Heute und Morgen Deutschlands aufwarf,
sondern teilweise wohl auch einfach nur für Kopfzerbrechen angesichts des
einen oder anderen UMO's (Unidentified Myco-Object). So zumindest gings
mir heute. Daher eine Frage in die Runde, der ich aber noch ein paar sehr
kurze Impressionen über das Pilzgebiet Westerwald vorausschicken möchte:
Hier gibt es manches zu sehen: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben
gesehen: den Rotgelben Stoppelpilz, der mich kurz das Fürchten lehrte,
dachte ich doch, ich hätte es mit schönen Pfifferlingen zu tun, eine
Himbeerrote Hundsrute, die eher orangefarben war, und als Highlight des
Tages pechschwarze Exemplare des Strubbelkopf-Röhrlings, die sooo toll
aussahen. Naja, daneben begegnete ich auch meinem Rätselpilz des Tages,
bei dem ich um Eure Mithilfe bitte.
Prinzipiell scheint der Westerwald all denjenigen einen Streich spielen zu
wollen, die sich auf Pfifferlinge eingeschossen haben, denn nicht selten
steht der Pfifferling-Jäger plötzlich vor zwei Kandidaten, die irgendwie
aussehen wie Pfifferlinge, aber keine sind und erst einmal für
Fragezeichen in den Augen sorgen. Den einen habe ich ja selbst als
Rotgelben Stoppelpilze identifizieren können. Aber der andere ...
BESCHREIBUNG
FARBE: komplett violett, einige etwas blass-violett
HUT: ca. 3 - 5cm, bis zu 10cm groß
JÜNGERE EXEMPLARE in der Aufsicht kreisrund mit deutlichem und tiefem Nabel,
Hutform im Querschnitt: konvex (bis auf den Nabel natürlich)
ÄLTERE EXEMPLARE in der Aufsicht nicht mehr rund, sondern eher unregelmäßig
verlaufender Hutrand; Hut in becherartiger Form nach oben gebogen,
Pfifferlingsform
LAMELLEN: leistenartig, daher an den Pfifferling erinnernd
GERUCH: angenehm pilzig
STANDORT: insgesamt recht feuchter Waldboden, Mischwald, konkret unter Buche
STIEL: ebenfalls violett, von den Proportionen bei älteren Exemplaren
ebenfalls wie Pfifferling
Im "dicken Gerhardt" konnte ich diesen Pilz ebensowenig finden wie
im "dünnen Gerhardt". Wer hat einen solchen Pilz schon einmal
gesehen oder weiss, worum es sich handelt? Bin für jeden Tip dankbar.
Gruß an alle
Damijan

Die von dir angegebene Größe ( bis 10 Cm!) macht das Ganze sehr schwierig, denn...Es könnte nach Deiner Beschreibung doch ein violeter Lacktrichterlilng sein. Die werden aber niemals größer als 4 Centimeter!. Leisten haben sie auch nicht sondern eindeutich Lamellen! Du solltest immer wenn du eine Beschreibung abgibst mehr Daten liefern ( Farbe der Sporen, Geruch, Geschmack, etc!)
Grüße von José

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von wegen Himbeerrote Hundsrute

Lothar, (vor 9508 Tagen) @ michel

Also: eine Himbeerote Hundsrute mit mehr orangen Farben. Sehr seltsam, nicht? Mein Vorschlag: versuch es doch einfach mal mit der ganz normalen hundsgemeinen Hundsrute (Mutinus caninus). Die ist nämlich (oft) orange gefärbt.
Himbeerrote Hundsruten sind etwas sehr seltenes, das bei uns ohnehin nur eingeschleppt und sporadisch, meist in Gärten und Parks in Städten vorkommt. Also ein echter "Knüller". Pech! Gruß von Lothar

Zu Deinem Pfifferling: Also: es gibt Cantharellus amethysteus (Amethyst-Pfifferling), der hat aber eher nur violette Schüppchen auf gelbem Grund. Aber es könnte vielleicht sein, daß junge Fruchtkörper (fast) völlig violette Hüte haben können.
Das Schweinsohr ist gänzlich violettlich gefärbt, kommt also wohl nicht in Frage. Mehr fällt mir jetzt auch nicht ein.
Nochmals Gruß von Lothar