Pilze Pilze Forum
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Eine Seltenheit und die Verwechslungsgefahr *PIC*

Ingo, (vor 7390 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

endlich hat es nun auch in den Gebieten östlich der Hauptstadt gehörig
geschüttet. Seit mehreren Wochen musste ich in den Wettermeldungen mitverfolgen,
wie hier nahezu jede Gewitterfront erfolgreich abgewehrt werden konnte, während
anderswo im Lande pausenlos der Starkregen herunterging. Allerdings wird es noch
eine gehörige Zeit dauern, bis der Regen die ersten deutlichen Ergebnisse
hervorbringt. Immerhin sind, wie fast immer, unmittelbar nach dem großen Regen
die ersten Knoblauchschwindlinge erschienen.

Noch bevor der Regen am vergangenen Samstag über uns hereinbrach, durfte ich
eine gehörige Überraschung erleben. Wir waren, wie so oft an Sommer-Wochenenden,
auf einen Brandenburger Campingplatz eingeritten, als mich ein Bekannter darauf
aufmerksam machte, dass er „Schirmis“ gesichtet haben wollte.

Wie bitte? Parasole nach acht Wochen Trockenheit und Wüstenklima!

Die Schirmpilze an sich sind auf diesem Campingplatz eigentlich nichts
Besonderes. So stehen auf dem Gelände in mäßig warmen und feuchten Sommern
manchmal hunderte von Parasolen herum. Zur Ferienzeit wird denen dann auch
entsprechend heftig nachgestellt, so dass man eigentlich immer nur noch die
Stiele zu sehen bekommt. In diesem Jahr allerdings nicht. Bei wochenlanger
Trockenheit wachsen normalerweise noch nicht einmal Parasole.
Den einzigen hatte ich Anfang Juni hier als Rätsel gezeigt.

Es wird nun sicher niemanden wundern, dass ich mir sofort die hitzebeständigen
Pilze ansehen wollte. An der Stelle angekommen, leuchteten uns tatsächlich
einige weiße Hüte entgegen. Mir war dann auch sofort klar, wieso da überhaupt
Pilze wachsen konnten. Sie standen inmitten eines großen Abfallhaufens, wo die
Campingfreunde ihre Pflanzenabfälle entsorgten und der dann mit einsetzender
Dunkelheit regelmäßig „gedüngt“ wurde.
Es hat halt viel zu wenige Toiletten auf diesem Campingplatz!

Nun zu den Schirmpilzen. Beim ersten Anblick passten diese tatsächlich noch in
das alte Parasolschema. Beim zweiten Hinsehen jedoch kam mir schon mal was faul
vor. Nachdem ich mit der Knipse näher herangegangen war, konnte ich auch schon
den tollen Geruch wahrnehmen, den die Umgebung dort verströmte - also, auf dem
Boden herumturnen musste diesmal ausfallen.

So standen sie dann da:
[image]
kann jemand einen genatterten Stiel erkennen?
[image]
obwohl es vom Habitus her Riesenschirmpilze sein könnten.
[image]
aber wachsen die normalerweise in Büscheln?
[image]
Gilbende Stiele?!

Spätestens nach der Entnahme zweier Fruchtkörper war dann klar – keine Parasole.
Was aber dann? Gilben und Röten tun ja auch noch der Safranschirmpilz und auch
der Gift- Riesenschirmling. Der Safran fiel aber schon von vornherein aus, da
bei der Kollektion die wollige Hutoberfläche fehlte. Die Pilze gehörten also
näher untersucht.

Hier ein Blick auf die Lamellen...
[image]

... und auch mal die Manschette etwas näher betrachtet.

[image]

unmittelbar nach dem Aufschneiden begann der Stiel zu gilben,

[image]

während die Stielbasis schon ein deutliches Orange aufwies.

[image]

Nach ca. einer halben Stunde nahmen die Stellen bereits rostfarbene Töne an.

[image]

Zusammen mit den beobachteten Makroeigenschaften sowie der Wuchsform
und dem Standort sollten derartig auffällige Pilze eigentlich zu bestimmen sein.
Und siehe da - nach Konsultation der Fachliteratur kam ich tatsächlich zu
folgendem Ergebnis:

- Büscheliger Egerlingsschirmling – Leucoagaricus bresadolae (Laux) GIFTIG!
- Gelbfüssiger Egerlingsschirmpilz – Leucoagaricus bresadolae (Bon) GIFTIG!
- Anlaufender Schirmling – Leucoagaricus bresadolae (Dähncke) essbar (???!!!)

und zuletzt das wohl momentan gültige Taxon im Band 4 Großpilze BW :
- Büscheliger Egerlingsschirmling – Leucoagaricus americanus (o.A.)

Na bitte, vier verschiedene Bezeichnungen in der populären Pilzliteratur, im
Dähncke ein Foto, das unpassender nicht sein könnte. Hier als Speisepilz und
dort als Giftpilz deklariert. Ich muss aber noch dazu sagen, dass ich nur den
alten Bon habe.

Vom Foto her hat mir der neue Laux am meisten weitergeholfen. Auch die
beschriebenen Merkmale im Bon haben mich sicher auf genau diesen Pilz geführt.
Die Standort- und Wachstumsbeschreibungen im BW Band 4 passen ebenfalls.

Da ich bisher keine Größenangaben gemacht habe, möchte ich dies hiermit
nachholen. Hutdurchmesser größtes Exemplar: 20 cm – Stiel ebenfalls knapp 20 cm.
Geruch: angenehm pilzig, ähnlich Parasol. Geschmack: mild und angenehm.

Zu Hause habe ich dann noch Ammoniak über das Hutfleisch „gekippt“, was prompt
zu einer dunkelgrünen Farbreaktion führte und furchtbar gestunken hat.
Im Anschluss dunkelte die Verfärbung aus bis fast schwarz.

Nachdem der wissenschaftliche Teil nun abgeschlossen ist, möchte ich zum
Schlusswort kommen und noch eine kleine, aber aus meiner Sicht bedeutende
Frage aufwerfen.

Ich haben diese Pilze nach bestem Wissen und Gewissen untersucht und glaube, sie
auch zu 90% sicher bestimmt zu haben. Natürlich ist mir klar, dass mir dabei
Fehler unterlaufen sein könnten oder dass ich etwas Entscheidendes übersehen
habe und meine Bestimmung somit falsch ist. Darum stelle ich den Beitrag ja hier
in das Forum.

Wenn ich richtig liege, habe ich allerdings einen relativ seltenen Fund gemacht.
Ein Erstfund, egal was es ist, war es für mich sowieso.

Die Frage, die mir unter den Nägeln brennt: Sowohl im Bon als auch im Laux ist
L. bresadolae als giftig gekennzeichnet; nicht bloß als giftverdächtig.
Hätte ich vielleicht besser daran getan, diese Kollektion zu vernichten, um zu
verhindern, dass die insgesamt 10 Pilze von irgendwem als Parasol verspeist
würden?

Ich habe sie jedenfalls stehen lassen, und aufgrund des folgenden Regentages
hatte sie auch bis gestern noch niemand eingesammelt.

Allerdings habe ich auch noch einige mir bekannte Parasoljäger vorgewarnt.
Einem Camper habe ich dann aber noch die beiden Testpilze gezeigt und ihn
gefragt, was er davon halte – Er meinte, ein klarer Fall für die Bratpfanne.
Nachdem ich ihm dann erzählte, dass das gerade keine Parasole sind und es
obendrein giftige Schirmpilze gibt, sah er doch recht erstaunt aus.

Eigentlich liegt hier meiner Meinung nach ein ziemlicher Grenzfall vor –
Naturschutz vs. Schutz von Menschenleben. Wie seht ihr das eigentlich?

Ach so, auf dem Dunghaufen fruktizierten noch weitere Schirmlingsverwandte.
Dazu demnächst mehr hier im pilzepilze Forum.

Grüße

Ingo

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Re: Eine Seltenheit und die Verwechslungsgefahr

proletus, (vor 7390 Tagen) @ Ingo

Hallo Pilzfreunde,
endlich hat es nun auch in den Gebieten östlich der Hauptstadt gehörig
geschüttet. Seit mehreren Wochen musste ich in den Wettermeldungen
mitverfolgen,
wie hier nahezu jede Gewitterfront erfolgreich abgewehrt werden konnte,
während
anderswo im Lande pausenlos der Starkregen herunterging. Allerdings wird es
noch
eine gehörige Zeit dauern, bis der Regen die ersten deutlichen Ergebnisse
hervorbringt. Immerhin sind, wie fast immer, unmittelbar nach dem großen
Regen
die ersten Knoblauchschwindlinge erschienen.
Noch bevor der Regen am vergangenen Samstag über uns hereinbrach, durfte ich
eine gehörige Überraschung erleben. Wir waren, wie so oft an
Sommer-Wochenenden,
auf einen Brandenburger Campingplatz eingeritten, als mich ein Bekannter
darauf
aufmerksam machte, dass er „Schirmis“ gesichtet haben wollte.
Wie bitte? Parasole nach acht Wochen Trockenheit und Wüstenklima!
Die Schirmpilze an sich sind auf diesem Campingplatz eigentlich nichts
Besonderes. So stehen auf dem Gelände in mäßig warmen und feuchten Sommern
manchmal hunderte von Parasolen herum. Zur Ferienzeit wird denen dann auch
entsprechend heftig nachgestellt, so dass man eigentlich immer nur noch die
Stiele zu sehen bekommt. In diesem Jahr allerdings nicht. Bei wochenlanger
Trockenheit wachsen normalerweise noch nicht einmal Parasole.
Den einzigen hatte ich Anfang Juni hier als Rätsel gezeigt.
Es wird nun sicher niemanden wundern, dass ich mir sofort die
hitzebeständigen
Pilze ansehen wollte. An der Stelle angekommen, leuchteten uns tatsächlich
einige weiße Hüte entgegen. Mir war dann auch sofort klar, wieso da überhaupt
Pilze wachsen konnten. Sie standen inmitten eines großen Abfallhaufens, wo
die
Campingfreunde ihre Pflanzenabfälle entsorgten und der dann mit einsetzender
Dunkelheit regelmäßig „gedüngt“ wurde.
Es hat halt viel zu wenige Toiletten auf diesem Campingplatz!
Nun zu den Schirmpilzen. Beim ersten Anblick passten diese tatsächlich noch
in
das alte Parasolschema. Beim zweiten Hinsehen jedoch kam mir schon mal was
faul
vor. Nachdem ich mit der Knipse näher herangegangen war, konnte ich auch
schon
den tollen Geruch wahrnehmen, den die Umgebung dort verströmte - also, auf
dem
Boden herumturnen musste diesmal ausfallen.
So standen sie dann da:
kann jemand einen genatterten Stiel erkennen?

obwohl es vom Habitus her Riesenschirmpilze sein könnten.

aber wachsen die normalerweise in Büscheln?

Gilbende Stiele?!
Spätestens nach der Entnahme zweier Fruchtkörper war dann klar – keine
Parasole.
Was aber dann? Gilben und Röten tun ja auch noch der Safranschirmpilz und
auch
der Gift- Riesenschirmling. Der Safran fiel aber schon von vornherein aus, da
bei der Kollektion die wollige Hutoberfläche fehlte. Die Pilze gehörten also
näher untersucht.
Hier ein Blick auf die Lamellen...

... und auch mal die Manschette etwas näher betrachtet.

unmittelbar nach dem Aufschneiden begann der Stiel zu gilben,

während die Stielbasis schon ein deutliches Orange aufwies.

Nach ca. einer halben Stunde nahmen die Stellen bereits rostfarbene Töne an.

Zusammen mit den beobachteten Makroeigenschaften sowie der Wuchsform
und dem Standort sollten derartig auffällige Pilze eigentlich zu bestimmen
sein.
Und siehe da - nach Konsultation der Fachliteratur kam ich tatsächlich zu
folgendem Ergebnis: - Büscheliger Egerlingsschirmling – Leucoagaricus
bresadolae (Laux) GIFTIG!
- Gelbfüssiger Egerlingsschirmpilz – Leucoagaricus bresadolae (Bon) GIFTIG!
- Anlaufender Schirmling – Leucoagaricus bresadolae (Dähncke) essbar (???!!!)
und zuletzt das wohl momentan gültige Taxon im Band 4 Großpilze BW : -
Büscheliger Egerlingsschirmling – Leucoagaricus americanus (o.A.)
Na bitte, vier verschiedene Bezeichnungen in der populären Pilzliteratur, im
Dähncke ein Foto, das unpassender nicht sein könnte. Hier als Speisepilz und
dort als Giftpilz deklariert. Ich muss aber noch dazu sagen, dass ich nur den
alten Bon habe.
Vom Foto her hat mir der neue Laux am meisten weitergeholfen. Auch die
beschriebenen Merkmale im Bon haben mich sicher auf genau diesen Pilz
geführt.
Die Standort- und Wachstumsbeschreibungen im BW Band 4 passen ebenfalls.
Da ich bisher keine Größenangaben gemacht habe, möchte ich dies hiermit
nachholen. Hutdurchmesser größtes Exemplar: 20 cm – Stiel ebenfalls knapp 20
cm.
Geruch: angenehm pilzig, ähnlich Parasol. Geschmack: mild und angenehm.
Zu Hause habe ich dann noch Ammoniak über das Hutfleisch „gekippt“, was
prompt
zu einer dunkelgrünen Farbreaktion führte und furchtbar gestunken hat.
Im Anschluss dunkelte die Verfärbung aus bis fast schwarz.
Nachdem der wissenschaftliche Teil nun abgeschlossen ist, möchte ich zum
Schlusswort kommen und noch eine kleine, aber aus meiner Sicht bedeutende
Frage aufwerfen.
Ich haben diese Pilze nach bestem Wissen und Gewissen untersucht und glaube,
sie
auch zu 90% sicher bestimmt zu haben. Natürlich ist mir klar, dass mir dabei
Fehler unterlaufen sein könnten oder dass ich etwas Entscheidendes übersehen
habe und meine Bestimmung somit falsch ist. Darum stelle ich den Beitrag ja
hier
in das Forum.
Wenn ich richtig liege, habe ich allerdings einen relativ seltenen Fund
gemacht.
Ein Erstfund, egal was es ist, war es für mich sowieso.
Die Frage, die mir unter den Nägeln brennt: Sowohl im Bon als auch im Laux
ist
L. bresadolae als giftig gekennzeichnet; nicht bloß als giftverdächtig.
Hätte ich vielleicht besser daran getan, diese Kollektion zu vernichten, um
zu
verhindern, dass die insgesamt 10 Pilze von irgendwem als Parasol verspeist
würden?
Ich habe sie jedenfalls stehen lassen, und aufgrund des folgenden Regentages
hatte sie auch bis gestern noch niemand eingesammelt.
Allerdings habe ich auch noch einige mir bekannte Parasoljäger vorgewarnt.
Einem Camper habe ich dann aber noch die beiden Testpilze gezeigt und ihn
gefragt, was er davon halte – Er meinte, ein klarer Fall für die Bratpfanne.
Nachdem ich ihm dann erzählte, dass das gerade keine Parasole sind und es
obendrein giftige Schirmpilze gibt, sah er doch recht erstaunt aus.
Eigentlich liegt hier meiner Meinung nach ein ziemlicher Grenzfall vor –
Naturschutz vs. Schutz von Menschenleben. Wie seht ihr das eigentlich?
Ach so, auf dem Dunghaufen fruktizierten noch weitere Schirmlingsverwandte.
Dazu demnächst mehr hier im pilzepilze Forum.
Grüße
Ingo

Tja Ingo
Was Dir da unter den Nägeln brennt würde ich sagen, es sind ( wie Deine schönen Bilder und sorgfätige Recherche ergeben hat ) keine Parasolpilze. Ich hab sie auch noch nicht gesehen. Jeder der Pilze zum Verzehr sammelt sollte nur dann zur Pfanne greifen, wenn er die Pilze zweifelsfrei bestimmen kann. Alsö kein Grund die Pilze zu beseitigen. In dubio pro stehenlassen. Sehr interessante Fotos. Übrigens hab ich letztes Jahr im Sauerland um diese Zeit wirklich Unmengen vom grossen Schirmling gesehen. Gut tröstet Dich vielleicht nicht weiter. Meiner Erfahung nach kommen sie vermehrt auch erst im September.
Viele grüsse proletus

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Re: Eine Seltenheit und die Verwechslungsgefahr

AK_CCM, (vor 7390 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

zunächst einmal Glückwunsch zu dem nicht gerade alltäglichen Fund und der hervorragenden Dokumentation! Ich denke, mit Deiner Bestimmung - Leucoagaricus americanus (Büscheliger Egerlingsschirmpilz) - liegst Du völlig richtig!

Bezüglich des Speisewertes würde ich die DÄHNCKE nicht allzu hoch bewerten: Dort werden viele Pilze, die einen Sammler nicht gerade umbringen, als essbar deklariert. Auf http://www.toxinfo.org/ habe ich leider nur den verwandten L. leucothites (Rosablättriger Egerlingsschirmpilz) gefunden, der dort als essbar ausgewiesen wird. Demnach kann es gut möglich sein, dass L. americanus ebenfalls essbar ist, die Autoren den Pilz jedoch aufgrund des seltenen Vorkommens als giftig ausgewiesen haben. Allerdings halte ich diese Theorie beim LAUX für unzutreffend, weil in dem Werk beispielsweise die seltene Art Hygrocybe punicea (Größter Saftling) mit einem "essbar" gekennzeichnet ist.

Ich würde die Pilze stehen lassen - wer sie für Speisezwecke sammelt ohne den Pilz sicher bestimmt zu haben, ist selbst Schuld. Die auffällige Verfärbung des Fleisches im Anschnitt sollte egtl. stutzig machen.

Gruß, Andreas

PS: Wäre prima, wenn Du ein paar Deiner Fotos für die Datenbank auf pilzbestimmung.de beisteuern würdest.

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Pilzdatenbank

Ingo, (vor 7389 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Ingo,
PS: Wäre prima, wenn Du ein paar Deiner Fotos für die Datenbank auf
pilzbestimmung.de beisteuern würdest.

Hallo Andreas,

ich hätte im Prinzip nichts dagegen, wenn dafür Interesse vorliegt.
Dazu bräuchte ich aber weitere Infos zum Prozedere. Weiterhin
zum gewünschten Bildformat etc.....

Gruss - Ingo

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Hallo Ingo , E-Mail ist abgeschickt *oT*

EricS ⌂, (vor 7389 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Hallo Ingo,toll hast Du das Bestimmen dokumentiert

Hans hurter, (vor 7390 Tagen) @ Ingo

die dicken Stiele und verfärbung hätten mich auch sehr stutzig gemacht!Zum Camper der erstaunt darüber war,dass es kein Parasol ist, nur ein Kopfschütteln.Ich predige meinen Freunden immer ,nehmt nur in die Pfanne was absolut sicher bestimmt ist!So hält es auch mein Freund der Pilzkontrolleur.Gruss Hans

Hallo Pilzfreunde,
endlich hat es nun auch in den Gebieten östlich der Hauptstadt gehörig
geschüttet. Seit mehreren Wochen musste ich in den Wettermeldungen
mitverfolgen,
wie hier nahezu jede Gewitterfront erfolgreich abgewehrt werden konnte,
während
anderswo im Lande pausenlos der Starkregen herunterging. Allerdings wird es
noch
eine gehörige Zeit dauern, bis der Regen die ersten deutlichen Ergebnisse
hervorbringt. Immerhin sind, wie fast immer, unmittelbar nach dem großen
Regen
die ersten Knoblauchschwindlinge erschienen.
Noch bevor der Regen am vergangenen Samstag über uns hereinbrach, durfte ich
eine gehörige Überraschung erleben. Wir waren, wie so oft an
Sommer-Wochenenden,
auf einen Brandenburger Campingplatz eingeritten, als mich ein Bekannter
darauf
aufmerksam machte, dass er „Schirmis“ gesichtet haben wollte.
Wie bitte? Parasole nach acht Wochen Trockenheit und Wüstenklima!
Die Schirmpilze an sich sind auf diesem Campingplatz eigentlich nichts
Besonderes. So stehen auf dem Gelände in mäßig warmen und feuchten Sommern
manchmal hunderte von Parasolen herum. Zur Ferienzeit wird denen dann auch
entsprechend heftig nachgestellt, so dass man eigentlich immer nur noch die
Stiele zu sehen bekommt. In diesem Jahr allerdings nicht. Bei wochenlanger
Trockenheit wachsen normalerweise noch nicht einmal Parasole.
Den einzigen hatte ich Anfang Juni hier als Rätsel gezeigt.
Es wird nun sicher niemanden wundern, dass ich mir sofort die
hitzebeständigen
Pilze ansehen wollte. An der Stelle angekommen, leuchteten uns tatsächlich
einige weiße Hüte entgegen. Mir war dann auch sofort klar, wieso da überhaupt
Pilze wachsen konnten. Sie standen inmitten eines großen Abfallhaufens, wo
die
Campingfreunde ihre Pflanzenabfälle entsorgten und der dann mit einsetzender
Dunkelheit regelmäßig „gedüngt“ wurde.
Es hat halt viel zu wenige Toiletten auf diesem Campingplatz!
Nun zu den Schirmpilzen. Beim ersten Anblick passten diese tatsächlich noch
in
das alte Parasolschema. Beim zweiten Hinsehen jedoch kam mir schon mal was
faul
vor. Nachdem ich mit der Knipse näher herangegangen war, konnte ich auch
schon
den tollen Geruch wahrnehmen, den die Umgebung dort verströmte - also, auf
dem
Boden herumturnen musste diesmal ausfallen.
So standen sie dann da:
kann jemand einen genatterten Stiel erkennen?

obwohl es vom Habitus her Riesenschirmpilze sein könnten.

aber wachsen die normalerweise in Büscheln?

Gilbende Stiele?!
Spätestens nach der Entnahme zweier Fruchtkörper war dann klar – keine
Parasole.
Was aber dann? Gilben und Röten tun ja auch noch der Safranschirmpilz und
auch
der Gift- Riesenschirmling. Der Safran fiel aber schon von vornherein aus, da
bei der Kollektion die wollige Hutoberfläche fehlte. Die Pilze gehörten also
näher untersucht.
Hier ein Blick auf die Lamellen...

... und auch mal die Manschette etwas näher betrachtet.

unmittelbar nach dem Aufschneiden begann der Stiel zu gilben,

während die Stielbasis schon ein deutliches Orange aufwies.

Nach ca. einer halben Stunde nahmen die Stellen bereits rostfarbene Töne an.

Zusammen mit den beobachteten Makroeigenschaften sowie der Wuchsform
und dem Standort sollten derartig auffällige Pilze eigentlich zu bestimmen
sein.
Und siehe da - nach Konsultation der Fachliteratur kam ich tatsächlich zu
folgendem Ergebnis: - Büscheliger Egerlingsschirmling – Leucoagaricus
bresadolae (Laux) GIFTIG!
- Gelbfüssiger Egerlingsschirmpilz – Leucoagaricus bresadolae (Bon) GIFTIG!
- Anlaufender Schirmling – Leucoagaricus bresadolae (Dähncke) essbar (???!!!)
und zuletzt das wohl momentan gültige Taxon im Band 4 Großpilze BW : -
Büscheliger Egerlingsschirmling – Leucoagaricus americanus (o.A.)
Na bitte, vier verschiedene Bezeichnungen in der populären Pilzliteratur, im
Dähncke ein Foto, das unpassender nicht sein könnte. Hier als Speisepilz und
dort als Giftpilz deklariert. Ich muss aber noch dazu sagen, dass ich nur den
alten Bon habe.
Vom Foto her hat mir der neue Laux am meisten weitergeholfen. Auch die
beschriebenen Merkmale im Bon haben mich sicher auf genau diesen Pilz
geführt.
Die Standort- und Wachstumsbeschreibungen im BW Band 4 passen ebenfalls.
Da ich bisher keine Größenangaben gemacht habe, möchte ich dies hiermit
nachholen. Hutdurchmesser größtes Exemplar: 20 cm – Stiel ebenfalls knapp 20
cm.
Geruch: angenehm pilzig, ähnlich Parasol. Geschmack: mild und angenehm.
Zu Hause habe ich dann noch Ammoniak über das Hutfleisch „gekippt“, was
prompt
zu einer dunkelgrünen Farbreaktion führte und furchtbar gestunken hat.
Im Anschluss dunkelte die Verfärbung aus bis fast schwarz.
Nachdem der wissenschaftliche Teil nun abgeschlossen ist, möchte ich zum
Schlusswort kommen und noch eine kleine, aber aus meiner Sicht bedeutende
Frage aufwerfen.
Ich haben diese Pilze nach bestem Wissen und Gewissen untersucht und glaube,
sie
auch zu 90% sicher bestimmt zu haben. Natürlich ist mir klar, dass mir dabei
Fehler unterlaufen sein könnten oder dass ich etwas Entscheidendes übersehen
habe und meine Bestimmung somit falsch ist. Darum stelle ich den Beitrag ja
hier
in das Forum.
Wenn ich richtig liege, habe ich allerdings einen relativ seltenen Fund
gemacht.
Ein Erstfund, egal was es ist, war es für mich sowieso.
Die Frage, die mir unter den Nägeln brennt: Sowohl im Bon als auch im Laux
ist
L. bresadolae als giftig gekennzeichnet; nicht bloß als giftverdächtig.
Hätte ich vielleicht besser daran getan, diese Kollektion zu vernichten, um
zu
verhindern, dass die insgesamt 10 Pilze von irgendwem als Parasol verspeist
würden?
Ich habe sie jedenfalls stehen lassen, und aufgrund des folgenden Regentages
hatte sie auch bis gestern noch niemand eingesammelt.
Allerdings habe ich auch noch einige mir bekannte Parasoljäger vorgewarnt.
Einem Camper habe ich dann aber noch die beiden Testpilze gezeigt und ihn
gefragt, was er davon halte – Er meinte, ein klarer Fall für die Bratpfanne.
Nachdem ich ihm dann erzählte, dass das gerade keine Parasole sind und es
obendrein giftige Schirmpilze gibt, sah er doch recht erstaunt aus.
Eigentlich liegt hier meiner Meinung nach ein ziemlicher Grenzfall vor –
Naturschutz vs. Schutz von Menschenleben. Wie seht ihr das eigentlich?
Ach so, auf dem Dunghaufen fruktizierten noch weitere Schirmlingsverwandte.
Dazu demnächst mehr hier im pilzepilze Forum.
Grüße
Ingo

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Re: Eine Seltenheit und die Verwechslungsgefahr

zuehli ⌂, (vor 7390 Tagen) @ Ingo

Die Frage, die mir unter den Nägeln brennt: Sowohl im Bon als auch im Laux
ist
L. bresadolae als giftig gekennzeichnet; nicht bloß als giftverdächtig.
Hätte ich vielleicht besser daran getan, diese Kollektion zu vernichten, um
zu
verhindern, dass die insgesamt 10 Pilze von irgendwem als Parasol verspeist
würden?
Ich habe sie jedenfalls stehen lassen, und aufgrund des folgenden Regentages
hatte sie auch bis gestern noch niemand eingesammelt.
Eigentlich liegt hier meiner Meinung nach ein ziemlicher Grenzfall vor –
Naturschutz vs. Schutz von Menschenleben. Wie seht ihr das eigentlich?

Hallo Ingo,

zunächst: Du hast den Pilz richtig bestimmt.

Solche "Grenzfälle" gibt es täglich zuhauf. Willst Du alles vernichten oder abschaffen, was dem Menschen gefährlich werden könnte?
Dann sollte man als erstes die Autos abschaffen... und zum Schluß jeden Grünen Knollenblätterpilz umtreten.
Du hast ja vor Ort Aufklärungsarbeit geleistet, das ist doch schon ein guter Schritt.
Man muß auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen setzen und kann nicht jedem hinterher laufen , damit er kein dummes Zeug anstellt. Damit will ich im konkreten Fall sagen, wer Pilze ißt, die er nicht sicher bestimmt hat, muß auch mit den Folgen klarkommen. Schädliche Pilze (wohlgemerkt: für den Menschen schädlich) platt zu machen kann nicht im Sinne der Sache sein.

Gruß Harald

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Konkretisierung "Grenzfall"

Ingo, (vor 7389 Tagen) @ zuehli

Hallo Leute,

vielen Dank erst mal für's mitmachen.
Mit dem Grenzfall möchte ich eigentlich auf folgende
Sondersituation hinweisen. Der Campingplatz ist in
den Sommerferien immer gut besucht und in den meisten
Jahren stehen dort zur Ferienzeit dutzende Parasole
herum. Allerdings NUR Parasole! Ich habe dort noch
niemals irgendeinen anderen Schirmling gesehen, der
einem Parasol auch nur irgendwie ähnelte. Und nun das!

Viele Gäste haben es sich mit den Jahren angewöhnt, die
Parasole mitzunehmen, wo sie diese nur finden können.
Etliche Leute sammeln die nur, weil sie von anderen
gehört haben, dass es sich um essbare und schmackhafte
Pilze handeln soll. Der Parasol wird dort sogar von Leuten
gegessen, die sost niemals gezielt Pilze sammeln und selbt
Marone und Pfifferling stehen lassen würden.

Die Pilze werden in allen Grössen gesammelt-selbst die
kleinen "Paukenschlegel". Allerdings werden, egal wie
groß sie bereits sind, immer nur die Hüte mitgenommen.

Bereits aufgeschirmte Hüte werden meist im Ganzen paniert
und in die Pfanne getan. Diese Zubereitungsempfehlung
steht so ja auch in den meisten Wald- und Wiesenbüchern
beschrieben.

Ich hatte nun folgendes Szenario im Sinn: Irdendwer von diesen
Leuten entdeckt diese Pilze, rupft gewohnheitsgemäß die Hüte
vom Stiel und haut die Pilzhüte anschließend in die Pfanne.
Wie und wo soll man bei dieser Verwertungsmethode denn noch
auffällige Verfärbungen feststellen können?

Wie schon gesagt. Das Parasolsammeln auf diesem Campingplatz
ist hauptsächlich eine Nachahmungstat. Von Giftpilzen haben
die Leute da auch alle gehört - aber noch niemals von giftigen
Schirmlingsarten!

In irgendwelcher Literatur habe ich mal von einem ähnlich
gearteten Fall gelesen, der sich so vor etwa hundert Jahren
ereignet haben soll.
So sammelte eine Gemeinde über einen langen Zeitraum hinweg
Pilze auf einer Waldwiese - ich meine, es waren Chamignons.
Bis es in einem Jahr zu schweren Vergiftungen mit Todesfällen
kam. Über die Ursachen wurde viel spekuliert, aber eine Theorie
geht davon aus, dass sich im Unglücksjahr Amanita phalloides var.
alba unter die guten Egerlinge mischten. Da die Leute jedes Jahr
stur ihre weissen Pilze sammelten, liefen sie natürlich ins offene
Messer.

Leider kann ich die Quelle von der Geschichte nicht wiedergeben.
Vielleicht habe ich sie auch nur irgendwo gehört, aber denkbar
wäre diese Situation schon.

Zum Abschaffen von Autos oder zum Umtreten von Grünen Knollis
möchte ich natürlich nicht aufrufen. Ich gehe mal davon aus, dass,
wer auch immer irgendwelche Wulstlinge sammelt, auch den Grünen gut
kennt.

Viele Grüße - Ingo

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Re: Konkretisierung "Grenzfall"

Andreas ⌂, (vor 7389 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

meine persönliche, natürlich angreifbare, Meinung ist, dass jeder, der Pilze isst, die er nicht kennt, einfach Pech hat wenn's schiefgeht. Man tut sowas schlichtweg nicht. Das wissen sogar schon die Kinder im Waldkindergarten. Da geht auch nicht ein Erzieher tags zuvor den Wald ab und räumt alle Ziegelroten Risspilze und Knollis weg. Oder die Einbeeren weil sie wie Heidelbeeren aussehen.
Pilze, die man nicht selber zweifelsfrei kennt oder durch einen anerkannten Pilzberater kontrolliert wurden, werden nicht gegessen. Basta.
Es würde mir nicht im Traum einfallen, hier vorbeugend eingreifen zu wollen, indem ich die Pilze wegräume (abgesehen von zwei Belegexemplaren für's Museum).
Eher würde ich vielleicht am Schwarzen Brett des Campingplatzes einen entsprechenden Hinweis anbringen, vielleicht mit der Gegenüberstellung dieser beiden Arten.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Konkretisierung "Grenzfall"

zuehli ⌂, (vor 7389 Tagen) @ Andreas

Eher würde ich vielleicht am Schwarzen Brett des Campingplatzes einen
entsprechenden Hinweis anbringen, vielleicht mit der Gegenüberstellung
dieser beiden Arten.

Das ist doch eine gute Idee!

Gruß Harald

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Re: Konkretisierung "Grenzfall"

AK_CCM, (vor 7389 Tagen) @ zuehli

Servus beisammen,

einen Aushang am Schwarzen Brett - vielleicht noch mit einem Hinweis auf die Seltenheit der Pilze - halte ich auch für eine gute Idee!

Gruß, Andreas

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Re: Konkretisierung "Grenzfall"Hallo Ingo,das ist

Hans hurter, (vor 7389 Tagen) @ Ingo

genau das was ich sagen wollte.Bei allen Tätigkeiten bei denen es um Leben oder Tod geht verträgt es keine Halbheiten und gibt es kein Gewohnheitsrecht.Durch meine frühere Tätigkeit als Starkstromsachverständiger wo ich fast täglich gegen Gewohnheitsfahrlässigkeiten ankämpfen musste habe ich damit auch bei meinem Hobby Pilzlen und Fischen weniger Probleme.Bevor die Pilze in die Pfanne,Trockner oder Tieffrierer wandern wir jeder einzelne kontrolliert auch wenn ich an der gleichen Stelle schon Jahrelang kein giftiges Expl.oder einen ungeniesbaren Gallenröhrling gefunden habe.Das waren vor 20-30 Jahren oft 10-20kg an einem guten Samstag im Herbst.Ich hatte vor einigen Wochen eine Uneinigkeit mit Matthias wegen einem Sommersteini mit dunkler Netzstielzeichnung.So ein Exemplar hatte ich vorher noch nie gesehen ausser beim genannten Gallenröhrling.Würde ich morgen einen Steini mit dunkler Netzzeichnung finden, lasse ich Ihn stehen,wären es aber mehrere würde ich meinen Freund kontaktieren.Grenzfälle gibt es nicht ,ein Grenzfall kommt in die Entsorgung!Es gibt Ausnahmefälle ,ich habe davon schon erzählt, mein Pilzkontrolleurfreund hatte vor Jahren Wiesenchampignons freigegeben als er in der Nacht von der Polizei angerufen wurde und in den Spitalnotfall gebeten wurde.Was war geschehen,die verzehrten Champignon hatten das Mutterkorngift enthalten und verursachten Magenbeschwerden und erbrechen.Bei der Nachsuche am Standort ergab es sich ,dass die Pilze am Rande eines Kornfeldes mit Mutterkornbefall wuchsen .Der letzthin im Berner Oberland aufgetretene Fall ist sicher vielen bekannt.Mehrer Personen einer Reisegruppe mussten nach Steinpilzrisottogenuss in Spitalpflege.Der Wirt hatte die Steini wie schon oft von einem erfahrenen Pilzsammler aus der Gegend der die Gallenröhrlingen übersehen hatte.Auch Beschwerden vom Genuss vergammelter Pilze und vieles mehr könnten verhindert werden wenn wir Menschen vernünftiger wären.
Wir essen manchmal Sachen,da würde ein Hund seinen Schwanz einziehen.In diesem Sinne freuen wir uns auf eine genüssliche Pilzzeit.Gruss Hans

Hallo Leute,
vielen Dank erst mal für's mitmachen.
Mit dem Grenzfall möchte ich eigentlich auf folgende
Sondersituation hinweisen. Der Campingplatz ist in
den Sommerferien immer gut besucht und in den meisten
Jahren stehen dort zur Ferienzeit dutzende Parasole
herum. Allerdings NUR Parasole! Ich habe dort noch
niemals irgendeinen anderen Schirmling gesehen, der
einem Parasol auch nur irgendwie ähnelte. Und nun das!
Viele Gäste haben es sich mit den Jahren angewöhnt, die
Parasole mitzunehmen, wo sie diese nur finden können.
Etliche Leute sammeln die nur, weil sie von anderen
gehört haben, dass es sich um essbare und schmackhafte
Pilze handeln soll. Der Parasol wird dort sogar von Leuten
gegessen, die sost niemals gezielt Pilze sammeln und selbt
Marone und Pfifferling stehen lassen würden.
Die Pilze werden in allen Grössen gesammelt-selbst die
kleinen "Paukenschlegel". Allerdings werden, egal wie
groß sie bereits sind, immer nur die Hüte mitgenommen.
Bereits aufgeschirmte Hüte werden meist im Ganzen paniert
und in die Pfanne getan. Diese Zubereitungsempfehlung
steht so ja auch in den meisten Wald- und Wiesenbüchern
beschrieben.
Ich hatte nun folgendes Szenario im Sinn: Irdendwer von diesen
Leuten entdeckt diese Pilze, rupft gewohnheitsgemäß die Hüte
vom Stiel und haut die Pilzhüte anschließend in die Pfanne.
Wie und wo soll man bei dieser Verwertungsmethode denn noch
auffällige Verfärbungen feststellen können?
Wie schon gesagt. Das Parasolsammeln auf diesem Campingplatz
ist hauptsächlich eine Nachahmungstat. Von Giftpilzen haben
die Leute da auch alle gehört - aber noch niemals von giftigen
Schirmlingsarten!
In irgendwelcher Literatur habe ich mal von einem ähnlich
gearteten Fall gelesen, der sich so vor etwa hundert Jahren
ereignet haben soll.
So sammelte eine Gemeinde über einen langen Zeitraum hinweg
Pilze auf einer Waldwiese - ich meine, es waren Chamignons.
Bis es in einem Jahr zu schweren Vergiftungen mit Todesfällen
kam. Über die Ursachen wurde viel spekuliert, aber eine Theorie
geht davon aus, dass sich im Unglücksjahr Amanita phalloides var.
alba unter die guten Egerlinge mischten. Da die Leute jedes Jahr
stur ihre weissen Pilze sammelten, liefen sie natürlich ins offene
Messer.
Leider kann ich die Quelle von der Geschichte nicht wiedergeben.
Vielleicht habe ich sie auch nur irgendwo gehört, aber denkbar
wäre diese Situation schon.
Zum Abschaffen von Autos oder zum Umtreten von Grünen Knollis
möchte ich natürlich nicht aufrufen. Ich gehe mal davon aus, dass,
wer auch immer irgendwelche Wulstlinge sammelt, auch den Grünen gut
kennt.
Viele Grüße - Ingo

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Champignon-Mutterkorn-Vergiftung

AK_CCM, (vor 7389 Tagen) @ Hans hurter

Hallo Hans,

ich habe davon
schon erzählt, mein Pilzkontrolleurfreund hatte vor Jahren
Wiesenchampignons freigegeben als er in der Nacht von der Polizei
angerufen wurde und in den Spitalnotfall gebeten wurde.Was war
geschehen,die verzehrten Champignon hatten das Mutterkorngift enthalten
und verursachten Magenbeschwerden und erbrechen.Bei der Nachsuche am
Standort ergab es sich ,dass die Pilze am Rande eines Kornfeldes mit
Mutterkornbefall wuchsen .

von diesem Fall habe ich bislang noch nichts gehört - hast Du vlt. weiterführende Links z.B. zu Zeitungsartikeln? Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Pilze das Mutterkorngift enthielten - wie soll das gehen?

Gruß, Andreas

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Hallo Andreas,leider ist der Kollege Sepp

Hans hurter, (vor 7389 Tagen) @ AK_CCM

verstorben und vor Jahren als er das erzählt hat habe ich es versäumt Ihn um Einzelheiten zu bitten.Heute ist mir das auch suspekt da ich schon Steini gegessen haben die wenige Zentimeter von einem Phanter oder Fliegenpilz gestossen sind!Könnte es aber nicht sein ,dass sich das reife Mutterkorn auf die Pilze verstäubt hat und die Egerlinge ungewaschen im Salat verwertet wurden?Gruss Hans

Hallo Hans,
von diesem Fall habe ich bislang noch nichts gehört - hast Du vlt.
weiterführende Links z.B. zu Zeitungsartikeln? Ich kann mir schwer
vorstellen, dass die Pilze das Mutterkorngift enthielten - wie soll das
gehen?
Gruß, Andreas

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klingt unwahrscheinlich

AK_CCM, (vor 7389 Tagen) @ Hans hurter

Hallo Hans,

schade, die Hintergründe hätten mich wirklich sehr interessiert.

Dass das Mutterkorn die Champignons irgendwie giftig bestäubt hatte, halte ich für unwahrscheinlich. Denn bei den deformierten Getreidekörnern handelt es sich lediglich um Sklerotien, also Schutzhüllen, um den Pilz im Inneren über den Winter zu bringen. Erst im Frühjahr fruktifiziert dann die Pilze aus den am Boden liegenden Mutterkörnern in Form von kleinen Kugeln an verdrehten Stielen und geben ihr Sporenpulver ab, um erneut Getreide (und Gräser) zu infizieren.

Wurde jener Fall vlt. in der Schweizer Zeitschrift für Pilzkunde behandelt..?

Gruß, Andreas

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Ich werde mich mal im Pilzverein rumhören!LG Hans *oT*

Hans hurter, (vor 7389 Tagen) @ AK_CCM

- kein Text -

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Danke! *oT*

AK_CCM, (vor 7389 Tagen) @ Hans hurter

- kein Text -

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Re: Champignon-Mutterkorn-Vergiftung

Georg, (vor 7389 Tagen) @ AK_CCM

Hi Andreas,

von diesem Fall habe ich bislang noch nichts gehört - hast Du vlt.
weiterführende Links z.B. zu Zeitungsartikeln? Ich kann mir schwer
vorstellen, dass die Pilze das Mutterkorngift enthielten - wie soll das
gehen?

das kann ich mir auch nicht vorstellen.
Zum einen ist durch simple Anwesenheit von einigen Mutterkornsklerotien in einem benachbarten
Feld mit Sicherheit keine Vergiftung möglich. Wie sollte denn das Gift
übertragen werden? Die Konzentrationen wären unmessbar niedrig.

Zum anderen ist die Giftwirkung der Mutterkornalkaloide eine andere (Krämpfe, Halluzinationen).

Ich vermute eher, dass zur Behandlung des Kornfeldes ausgebrachte Pflanzenschutzmittel
von den Pilzen absorbiert wurden und so die Vergiftungen auslösten.

Oder es waren in Wahrheit Karbolegerlinge ;-)

Georg

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Hallo Georg+Andreas,das werde ich baldmöglichst

Hans hurter, (vor 7389 Tagen) @ Georg

abklären, habe auch eher Pflanzenschutzmittel im Verdacht.Vielleicht gibt noch ein Polizeiprotokoll von ca. 1985?? Grüesslis Hans

Hi Andreas,
das kann ich mir auch nicht vorstellen.
Zum einen ist durch simple Anwesenheit von einigen Mutterkornsklerotien in
einem benachbarten
Feld mit Sicherheit keine Vergiftung möglich. Wie sollte denn das Gift
übertragen werden? Die Konzentrationen wären unmessbar niedrig.
Zum anderen ist die Giftwirkung der Mutterkornalkaloide eine andere (Krämpfe,
Halluzinationen).
Ich vermute eher, dass zur Behandlung des Kornfeldes ausgebrachte
Pflanzenschutzmittel
von den Pilzen absorbiert wurden und so die Vergiftungen auslösten.
Oder es waren in Wahrheit Karbolegerlinge ;-)
Georg

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Schöner Fund, tolle Dokumentation! *oT*

Thüringer-Holz, (vor 7389 Tagen) @ Ingo

- kein Text -