Besonderer Rauhstielröhrling und anderes? *PIC*

matts & elli, (vor 7371 Tagen)

Besonderer Rauhstielröhrling und anderes?

Hallo Pilzfreunde,

also, nachdem wir hier im Forum auch in diesem Jahr bereits die tollsten Funde auf herrlichsten Fotos gesehen und davon gelesen haben, wollen wir auch mal wieder aus dem Münsterland berichten.
Die im Forum vielfach erwähnte Steinpilzschwemme konnten wir bisher hier nicht feststellen. Aber Steinpilzstellen sind hier sowieso recht dünn gesäht (zumindest haben wir bislang noch nicht viele entdecken dürfen). Auch Maronen lassen sich z. Z. nur sehr verhalten blicken. Dafür sind jede Menge Rauhstielröhrlinge (Leccinum) und, soweit von uns richtig bestimmt, Blutrote Röhrlinge sowie Perlpilze vertreten.

Neben einigen Espenrotkappen haben wir Rauhstielröhrlinge in Massen entdeckt, die wir nicht genau bestimmen können. Sie wuchsen und wachsen noch immer in einem mit überwiegend Zitterpappeln bestandenem etwa 4m breitem Feldrain, wobei Birken höchstens vereinzelt als spindeldürre Minibäumchen dort vertreten sind. Auf etwa 300m Länge dieses Feldraines haben wir innerhalb von 2 Tagen etwa 1 kg Espenrotkappen und fast 6 kg dieser unbestimmten Rauhstielröhrlinge „geerntet“und vor uns war schon ein lausiger Banause dort gewesen. Zahlreiche weggeworfene augenscheinlich madenfreie Stiele, aber auch ganze intakte Pilze zeugen von dieser Barbarei. Der Bestand ist aber trotzdem nicht gefährdet; jede Menge alte Burschen und junger Nachwuchs stehen auch jetzt noch.
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(Die Eichenblätter täuschen etwas, Eichen waren kaum vertreten, sondern wirklich überwiegend Zitterpappeln)

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Viele kompakt und kräftig gebaut, zudem sehr, sehr fest im Hut (solange noch nicht ganz alt) und im unteren Stielbereich z.T. absolut hart. Viele Exemplare bläuten nach Schnitt grell türkisfarben im Stielbereich, mache dagegen zeigten keine oder eine hell-gräulich-violette/rosa Verfärbung im Stiel. Die Hutoberfläche bei den jüngeren Exemlaren ist runzlig. Die Abbildung des „schwärzlichen Birkenpilzes“ – Leccinum Melaneum (siehe Buch „1200 Pilze“ von „Rose Marie Dähncke“, Seite 98) kommt unseren Funden am nächsten.

Besonders bemerkenswert ist, dass viele dieser Pilze gesellig aus einer Stelle entsprießen – als wenn ein noch größerer Fruchtkörper (nicht nur Mycel) noch im Boden steckt und daraus die „kleineren“ Pilzfruchtkörper erwachsen. Diese kleineren Pilzfruchtkörper haben dann aber trotzdem Ausmaße von wirklich klein bis zu 20cm Hutdurchmesser! Vielleicht ist dieses gerade noch in folgenden Bilder erkennbar:
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(Im Vordergrund, da, wo die ganz Kleinen sprießen)

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Hier ist die Schnittstelle erkennbar, aus der diese schönen Exemplare sprossen. Es wurde vorsichtig geschnitten, um die anderen angrenzenden (zu jung und zu alt) Fruchtkörper nicht zu beschädigen. Aus diesem Grund wollten wir dem Pilz auch nicht zu sehr „auf den Grund“ gehen.

Da in unserer Literatur ausnahmslos alle Rauhstielröhrlinge als „essbar“ bezeichnet sind, gehen wir davon aus, dass auch dieser uns noch Unbekannte essbar ist! Es wäre trotzdem schön, wenn uns ein Fachmann/frau von euch dass bestätigen würde!

Zudem haben wir noch folgenden Pilz gefunden:
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Sie wuchsen in und am Rande eines gegrabenen ca. 1m tiefen Loches.
Unter seiner braunen Oberflache ist er, wie ein Bovist, schneeweiß und sehr fest. Vielleicht eine Wurzeltrüffel (Rhizopogon roseolus)?

OT: Diesen Burschen (eine Schwärmerart?) fanden wir vor wenigen Wochen an unserer Minze im Garten. Weiß jemand genaueres darüber?
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OT: Und diese Raupe saß vor ca. 2 Wochen am Hibiscus. Auch hier wären wir für eine nähere Bestimmung dankbar!
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Unsere Fotos sind wohl lange nicht so gut wie viele andere, die wir hier im Forum bewundern, aber vielleicht trotzdem brauchbar.

Es freuen sich auf Eure Antworten auf unsere zahlreichen Frage und bedanken sich schon mal dafür

Matts & Elli

P.S: Sorry, dass die Bilder zu groß sind! Nächstes Mal wird’s besser. Aber heute waren schon genug Probleme, überhaupt hier ins Forum zu kommen und dann dazu die Bilder! Andere Internetseiten – kein Problem

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Re: ...und anderes!

Lonco, (vor 7371 Tagen) @ matts & elli

Hallo Matts & Elli,

OT: Diesen Burschen (eine Schwärmerart?) fanden wir vor wenigen Wochen an
unserer Minze im Garten. Weiß jemand genaueres darüber?

Das ist http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Sphinx_Ligustri

OT: Und diese Raupe saß vor ca. 2 Wochen am Hibiscus. Auch hier wären wir für
eine nähere Bestimmung dankbar!

Und das ist http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Orgyia_Antiqua

Viele Grüße,
Thomas.

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Xerocomus ripariellus?? Bitte aufheben!!

Jürgen, (vor 7371 Tagen) @ matts & elli

Hallo Matts & Elli,

wenn mich nicht alles täuscht, sind die kleinen roten Filzröhrlinge Xerocomus ripariellus (Ufer-Filzröhrling), eine seltene, erst kürzlich beschriebene Art, die gern an feuchten Standorten wächst!

Könnt ihr mal ein Bild posten (heute abend noch?), auf dem man sie durchgeschnitten sieht? (ca. 10 min. verfärben lassen)

Hebt doch bitte einen Beleg davon auf und schickt ihn mir nach Möglichkeit zum Nachbestimmen zu!

Bei den Raufüßen handelt es sich übrigens um den Papelröhrling, Leccinum duriusculum.

Beste Grüße
Jürgen

Hallo Pilzfreunde,
also, nachdem wir hier im Forum auch in diesem Jahr bereits die tollsten
Funde auf herrlichsten Fotos gesehen und davon gelesen haben, wollen wir
auch mal wieder aus dem Münsterland berichten.
Die im Forum vielfach erwähnte Steinpilzschwemme konnten wir bisher hier
nicht feststellen. Aber Steinpilzstellen sind hier sowieso recht dünn
gesäht (zumindest haben wir bislang noch nicht viele entdecken dürfen).
Auch Maronen lassen sich z. Z. nur sehr verhalten blicken. Dafür sind jede
Menge Rauhstielröhrlinge (Leccinum) und, soweit von uns richtig bestimmt,
Blutrote Röhrlinge sowie Perlpilze vertreten.
Neben einigen Espenrotkappen haben wir Rauhstielröhrlinge in Massen entdeckt,
die wir nicht genau bestimmen können. Sie wuchsen und wachsen noch immer
in einem mit überwiegend Zitterpappeln bestandenem etwa 4m breitem
Feldrain, wobei Birken höchstens vereinzelt als spindeldürre Minibäumchen
dort vertreten sind. Auf etwa 300m Länge dieses Feldraines haben wir
innerhalb von 2 Tagen etwa 1 kg Espenrotkappen und fast 6 kg dieser
unbestimmten Rauhstielröhrlinge „geerntet“und vor uns war schon ein
lausiger Banause dort gewesen. Zahlreiche weggeworfene augenscheinlich
madenfreie Stiele, aber auch ganze intakte Pilze zeugen von dieser
Barbarei. Der Bestand ist aber trotzdem nicht gefährdet; jede Menge alte
Burschen und junger Nachwuchs stehen auch jetzt noch.

(Die Eichenblätter täuschen etwas, Eichen waren kaum vertreten, sondern
wirklich überwiegend Zitterpappeln)


Viele kompakt und kräftig gebaut, zudem sehr, sehr fest im Hut (solange noch
nicht ganz alt) und im unteren Stielbereich z.T. absolut hart. Viele
Exemplare bläuten nach Schnitt grell türkisfarben im Stielbereich, mache
dagegen zeigten keine oder eine hell-gräulich-violette/rosa Verfärbung im
Stiel. Die Hutoberfläche bei den jüngeren Exemlaren ist runzlig. Die
Abbildung des „schwärzlichen Birkenpilzes“ – Leccinum Melaneum (siehe Buch
„1200 Pilze“ von „Rose Marie Dähncke“, Seite 98) kommt unseren Funden am
nächsten.
Besonders bemerkenswert ist, dass viele dieser Pilze gesellig aus einer
Stelle entsprießen – als wenn ein noch größerer Fruchtkörper (nicht nur
Mycel) noch im Boden steckt und daraus die „kleineren“ Pilzfruchtkörper
erwachsen. Diese kleineren Pilzfruchtkörper haben dann aber trotzdem
Ausmaße von wirklich klein bis zu 20cm Hutdurchmesser! Vielleicht ist
dieses gerade noch in folgenden Bilder erkennbar:
(Im Vordergrund, da, wo die ganz Kleinen sprießen)


Hier ist die Schnittstelle erkennbar, aus der diese schönen Exemplare
sprossen. Es wurde vorsichtig geschnitten, um die anderen angrenzenden (zu
jung und zu alt) Fruchtkörper nicht zu beschädigen. Aus diesem Grund
wollten wir dem Pilz auch nicht zu sehr „auf den Grund“ gehen.
Da in unserer Literatur ausnahmslos alle Rauhstielröhrlinge als „essbar“
bezeichnet sind, gehen wir davon aus, dass auch dieser uns noch Unbekannte
essbar ist! Es wäre trotzdem schön, wenn uns ein Fachmann/frau von euch
dass bestätigen würde!
Zudem haben wir noch folgenden Pilz gefunden:

Sie wuchsen in und am Rande eines gegrabenen ca. 1m tiefen Loches.
Unter seiner braunen Oberflache ist er, wie ein Bovist, schneeweiß und sehr
fest. Vielleicht eine Wurzeltrüffel (Rhizopogon roseolus)?
OT: Diesen Burschen (eine Schwärmerart?) fanden wir vor wenigen Wochen an
unserer Minze im Garten. Weiß jemand genaueres darüber?

OT: Und diese Raupe saß vor ca. 2 Wochen am Hibiscus. Auch hier wären wir für
eine nähere Bestimmung dankbar!

Unsere Fotos sind wohl lange nicht so gut wie viele andere, die wir hier im
Forum bewundern, aber vielleicht trotzdem brauchbar.
Es freuen sich auf Eure Antworten auf unsere zahlreichen Frage und bedanken
sich schon mal dafür
Matts & Elli
P.S: Sorry, dass die Bilder zu groß sind! Nächstes Mal wird’s besser. Aber
heute waren schon genug Probleme, überhaupt hier ins Forum zu kommen und
dann dazu die Bilder! Andere Internetseiten – kein Problem

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Re: Xerocomus ripariellus?? Bitte aufheben!!

matts & elli, (vor 7371 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

leider können wir Dir heute kein Schnittbild mehr posten, da diese Pilze vorgestern bereits getrocknet wurden (gemäß Walter Pätzhold haben wir den Filzröhrling nicht zuvor exakt bestimmt, sondern verarbeitet).
Allerdings haben diese Pilze, die ich bislang für einen Blutroten Röhrling gehalten habe, auf normalen, nicht besonders feuchten Standorten gestanden. Auch haben sie sich beim Schneiden, auch nach längerer Zeit nicht verfärbt, sondern sind schön kräftig gelb geblieben.
Wenn ich zu den Standorten (mehrere verschiedene) wieder hinkomme, schaue ich gerne, ob noch jüngere Exemplare stehen.
Wie und in welcher Form soll ich Dir denn dann Material zuschicken (getrocknet kannst Du jederzeit was erhalten)?

Und nochmal zum Papelröhrling, Leccinum duriusculum. Ist die von uns beschriebene Geselligkeit - zusammenhängender Wuchs aus einer Stelle normal? Kannst Du uns einen Link aus Deiner umfassenden Bilderserie dazu geben? Die Aufnahmen des Pappelrauhfusses im erwähnten Buch "1200 Pilze" paßten nicht ganz zu unseren Funden.

Liebe Grüße
Matts & Elli

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Sorry - vertippt

Jürgen, (vor 7371 Tagen) @ matts & elli

Hallo Matts & Elli,

heißt natürlich Pappelröhrling...

[quote]Ist die von uns beschriebene Geselligkeit - zusammenhängender Wuchs aus einer Stelle normal?[/quote]

Das ist nicht ungewöhnlich.

[quote]Die Aufnahmen des Pappelrauhfusses im erwähnten Buch "1200
Pilze" paßten nicht ganz zu unseren Funden.[/quote]

Das wundert mich nicht, denn das Bild ist sehr untypisch (es zeigt vermutl. sogar eine andere Art, Leccinum variicolor).

leider können wir Dir heute kein Schnittbild mehr posten, da diese Pilze
vorgestern bereits getrocknet wurden (gemäß Walter Pätzhold haben wir den
Filzröhrling nicht zuvor exakt bestimmt, sondern verarbeitet).
Allerdings haben diese Pilze, die ich bislang für einen Blutroten Röhrling
gehalten habe, auf normalen, nicht besonders feuchten Standorten
gestanden.

Das wäre u. U. auch für ripariellus möglich.

Auch haben sie sich beim Schneiden, auch nach längerer Zeit
nicht verfärbt, sondern sind schön kräftig gelb geblieben.

Hm, klingt eher nach rubellus. Es kommt aber auf das genaue Verfärbungsmuster an. Falls ihr nochmal Frkp. findet, postet sie bitte noch mal im Schnitt.

Wie und in welcher Form soll ich Dir denn dann Material zuschicken
(getrocknet kannst Du jederzeit was erhalten)?

Trockenmaterial ist ideal. Es sollte auf jeden Fall eine Hutscheibe mit Röhrenschicht dabei sein, da es auf Huthautanatomie und Sporen ankommt. Am besten von je einem jungen,eben reifen und alten Frkp.. Adresse maile ich euch.

Beste Grüße
Jürgen